Mein Leben bisher 1
Ich bin am Anfang der fünfziger Jahre geboren. In einer nordfranzösischen GroBstadt, in einem Ballungsgebiet an der Grenze zu Belgien, so dass ich als kleines Mädchen gedacht habe, es gäbe Grenzen zwischen jeder Stadt. Diese Stadt im Osten des Ballungsgebiet war Industriestadt, vor allem Textil, aber leider auch Chemie war dort zu finden. Versandhäuser gab es auch mehrere. Ihre Aufgabe war vor allem die Textilienarbeit der Stadt und der umgebenden Städte in Richtung des direckten Verkaufs an die Hausfrauen zu vermarkten.
Diese Stadt war echt grau damals. Denn die Industrie und die Benzindünste hatten alles schwarz gemacht. Hohe Schloten, die heutzutage fast alle abgerissen worden sind, bestimmten auch die Stadtlandschaft. Die Häuser, nicht besonders groB, waren aneinandergereiht. Die meisten Häuser waren entweder am Anfang des Jahrhunderts oder zwischen den beiden Kriegen gebaut worden. Man fing auch an, neue Stadtviertel zu bauen mit etwas gröBeren Häusern.
Die meisten Häuser in den Arbeiter- und Angestelltenvierteln bestanden aus einem kleinen Salon vorne, ein Esszimmer dahinter, das ein Fenster zum Hof oder zum kleinen Garten hatte, einer Küche, die meistens in einem Nachbau war, der einen Teil des ehemaligen Hofes besetzte. Zwischen dem Salon und dem Esszimmer ging eine Treppe zum ersten Stockwerk hoch, wo zwei Zimmer auf jeder Seite des Treppenhauses waren. Das Treppenhaus war unten durch eine Tür geschlossen, die vom langen Gang trennte, der vom Wohnzimmer zur Haustür führte. Daher war es im Treppenhaus sehr dunkel, wenn man das Licht nicht aufmachte. Das groBe Elternzimmer war vorne über dem Salon, und das kleine Kinderzimmer war hinten, über dem Esszimmer. Eine andere Treppe, die der ersten Treppe folgte, führte in die Dachkammer, aber dorthin gingen die Kinder nur sehr selten, weil die Tür zu war. Hinter dem Hof und der Küche war ein kleiner Garten, die Toilette war drauBen, so dass man im Winter frierte, wenn man dorthin musste. Im Sommer war es kein Problem, wir Kinder lebten zu dieser Jahreszeit im kleinen Garten. Nur für das Essen und zum Schlafen gingen wir in das Haus hinein, und wenn es regnete. Ein Badezimmer gab es nicht, und wir badeten jeden Samstagabend in einem groBen Messingstopf, die man mit einer Mischung aus warmen und kaltem Wasser gefüllt hatte. Nicht weit vom Küchenherd im Winter, damit es uns nicht kalt wurde.
Mein Vater war Angestellter in einem Versandhaus. Also haben wir bis ich zehn wurde, in einem solchen Stadtviertel gewohnt, wo heutzutage nur Ausländer zu wohnen akzeptieren. Aber die Häuser sind seitdem entweder ausgerissen oder renoviert werden. Damals war es ein Stadtviertel für die Mittelschicht. Das besondere an unserem Haus und insbesondere an unserer StraBe war, dass parallell zur StraBe hinter den Gärten die Eisenbahn fuhr. Und damals war die Eisenbahn nicht so leise wie heute. Es gab diese riesigen Dampflokomotiven, die viel Lärm machten. Und mit diesem Lärm, mit dem stoBendem Geräusch der Dampfmaschine, mit dem langem Gleisenzacken der ¨Personen- und Güterzüge, die langsam vorbeikamen, denn wir wohnten zwischen zwei nicht weit voneinander liegenden Bahnhöfen, mit diesem Lärm habe ich meine Kinderjahre verbracht.
Und es war schrecklich, wenn mitten in der Nacht oder wenn ich gerade ganz hinten im Garten spielte, eine besonders lärmende Lok vorbeikam, und dass die schweren Züge den ganzen Boden und das Haus zittern lieBen. Wenn ich hinten im Garten spielte, kam ich laufend in den winzigen Hof zurück, wenn ich einen Zug von weitem hörte, und flüchtete mich in die Nähe des Hauses.
Aber eigentlich fuhren wir nie mit dem Zug. Einmal nahm mein Vater meine Mutter, meinen Bruder und mich in den Zug, um uns zu zeigen, wie es drinnen war, und wir fuhren in die zwölf Kilometer entfernte gröBte Stadt des Ballungsgebiet. Mein Vater hatte seinen Führerschein bekommen und als ich ungefähr 4/5 Jahre alt war, kaufte mein Vater ein 2 CV. Die erste hüpfende Ente war grau, die zweite, einige Jahre danach, graublau. Ich glaube bis dahin fuhren wir ans Meer in anderen Autos, in dem groBen Traction Avant der Nachbarn oder in dem grauen Peugeot 403, der von einem Kollegen und Freund meines Vaters namens Valère (es war sein Vorname) gefahren war. Immerhin hatte mein Vater viele Freunde, so dass wir nie mit dem Zug ans Meer fahren mussten.
eisbaerfreundin
Bald wieder da
Hallo! Leute ! Ich komme bald wieder (in einigen Tagen eigentlich) !
Entschuldigungen !
eisbaerfreundin