Es ist egal, aber Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein

Einträge "vor die Nase":

Dienstag, 28. März 2006

Warum berühren manche Bühcer, und warum andere nicht?
Liegt es an der Thematik, am Autor, am Stil?
Warum berührt mich der Werther, während Christiane F. mich völlig kalt lässt?
Werther ist uralt, Goethe war ein Macho und zudem halt eich generrell nichts von Exzentrischen Spinnern, die sich tagelang an Mückchen und Bienchen erfreuen können um sich im Endeffekt wegen einer lapalie umzubringen.
Aber nun gut.
Christiane F. dagegen sollte mich mehr berühren. Zichhundert Drogentote Kinde rund Jugendliche jedes jahr, ich möchte später eventuell mal in eienr Suchtberatungsstelle oder an Schulen Präventionsarbeit leisten, und trotzdem find eich das Buch nicht im geringtsen berührend.

Ähnlich ist es mit Porno, von irvine Welsh. Ich finde den Trainspottingnachfolger unglaublich gut geschrieben. Trivialliteratur eben die unterhält. Lustig, firsch, vulgär, anders. Aber in keiner Weise berührend. ich kann mich nichtmal über den Protagonisten aufregen, wie ich es bei Werther kann, entwickle sogar eine gewisse antihelden-sympathie für die weibliche protagonistin... aber berührung null.

Obwohl Goethe einen so speziellen Spinner beschrieben hat kann sich wohl jeder mit ihm mal identifizieren. Eckermann schreibt sogar: "Es müsste schlimm sein, wenn nicht jeder einmal in seinem Leben eine Epoche haben sollte, wo ihm der Werther käme, als wär er bloß für ihn geschrieben"
Und ich denke da skann hinkommen. ja, vermutlich hat jeder ab und an mal so eine Phase.
Das ist bei Christiane F. und Porno anders.
Ich häng an keiner nadel, ich drehe keine Privatpornos in schlecht beleuchteten Pubs, bin nicht nymphoman und ein Versager, und Cracksüchtig nebenbei auch nicht.

Vielleicht bewundert man ganz spezielle Antihelden. Klar, coole Sau, die mit ihrem Dozenten pimpert, schamlos ihre Sexgeschichten geschockten bekanntschaften erzählt, und in schmierigen Pubs Pornos dreht... aber wer kann sich bitte damit identifizieren?
Diese Antihelden sind einfach zu typisiert. Da passt alles zusammen. man bewundert sie, oder man findet sie abstoßend, jedenfalls sind sie spezielle klischees, die, wie es bei klischees meistens der fall ist, niemand ganz ausfüllen mag.
Beim Werther ist das anders.
Er ist zwar auch ein ganz spezieller Spinner, aber eben in so einer allgemeinen Situation, in die sich ejder reinmverstezen kann. Ich behaupte jeder träumt von Freiheit, von einem vagabundenleben, wenn man so möchte. Jeder war warscheinlich mal verliebt, vielleicht auch mal unglücklich. Nicht jeder würde sich umbringen, aber auch den Fluchtgednaken an sich hatte wohl jeder mal, egal in welcher form die Flucht gewesen wäre.
Scheinbar haben es tote Autoren noch drauf gehabt mit kleinen Metaphern viel in sich zu vereinen.
Andeutungen lassen nunmal mehr offen, als die knallharten Fakten. Und diese Andeutungen sind es wohl, die ein Buch berührend machen.
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Freitag, 30. Dezember 2005

Bonjour Tristesse von Francoise Sagan

Ich geb's ja zu, zum selberlesen bin ich diesmal zu faul.
Die Hörbücher von der Brigitte haben es mir angetan. Und es ist wirklich zu schön, wenn man von einer angenehmen Stimme ein gutes Buch vorgelesen bekommt.
Denn gut ist dieses Buch zweifelsohne. Geschrieben aus der Sicht eines jungen Mädchens, das zusammen mit ihrem 40-jährigen Vater, und dessen ständig wechselnden Affären lebt.
Die Protagonistin scheint sich gut mit diesem Leben arrangiert zu haben. Sie genießt es sogar, nach den Jahren auf dem klosterinternat, so etwas wie eine kleine Femme fatale in Paris Nachtleben geworden zu sein, ohne ernsthaft in Verruf zu geraten.
Und mitten hinein in diese zweifelhafte Alltagsidylle platzt im Sommerurlaub an der Côte d'Azur Anne, eine bekannte Designerin, die sich in den kopf gesetzt hat das Herz des Vaters zu erobern.
Mit Erfolg.
Er verlässt seine 27-jährige Freundin für diese reife Frau, und beschließt sie zu heiraten.
Ceciles Weltbild gerät ins wanken. Sie ist hin- und hergerissen zwischen Faszination für die gebildete Pariser Welt in der Anne lebt, und Abscheu diesen konservativen Lebensverhältnissen gegenüber.
Sie fasst einen plan, hinter dem sie eigentlich nicht steht, und der tragische Folgen haben wird.

Ganz klarer Daumen nach oben für dieses Buch.
Und wenn Iris Berben es noch mit ihrer melodischen Stimme vorliest fühlt man sich wirklich zurückversetzt,. und fühlt sich wie ein kleines Kind, dem die Mutter eine gute Nacht Geschichte vorliest.
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