Wir alle werden beinahe täglich in den Medien damit konfrontiert: Millionen Arbeitslose... steigende Akademikerarbeitslosigkeit, der so nahe Aufschwung, der dann doch nicht kommt.
Ich möchte weiß Gott nicht meckern. In Deutschland wird niemand in die missliche Lage kommen am Hungertuch zu nagen. Viel mehr leben wir mit einem verzerrten Armutsbegriff unser Luxusleben. Armut heißt hier nicht wirklich arm sein, sondern nur "weniger haben als die anderen". Ob dies nun mit Neid zu tun hat, darüber möchte ich mir gar nicht anmaßen zu urteilen.
Sicher ist jedoch einzig und allein, dass gar nichts mehr sicher ist. Kein Job, kein Unternehmen, kein Aufschwung. Gerade unter Jugendlichen, zumindest dem Teil der Jugendlichen, der sich Gedanken über seine Zukunft macht und nicht täglich 5 Stunden vor der Playstation hockt, ruft dies eine Zukunftsangst hervor.
Mach ich das richtige, wenn ich nach der 10. mit der Schule aufhöre? Mache ich das richtige, wenn ich noch drei Jahre Schule dran hänge? Wer einen Ausbildungsplatz kriegt kann sich glücklich schätzen, wer nach der Ausbildung einen Job findet kann das als Sechser im Lotto verbuchen. Wer nicht übernommen wird, oder wer erst gar keinen Ausbildungsplatz findet guckt in die Röhre. Und nicht zuletzt auch in die Bildröhre. Derjenige bleibt bei den Eltern wohnen, die Frustration nimmt täglich zu.
Wer andererseits ein Abitur macht, einen Studienplatz bekommt und erstmal weiß, dass er noch einige Jahre optimistisch das Leben genießen kann, frei nach dem Motto "Lebe, und denke nicht an morgen", der wird spätestens nach dem Studium die akute Akademikerarbeitslosigkeit zu spüren bekommen.Und dieser Entwicklung muss man sich zwangsläufig anpassen.
Meine Cousine studiert Diplompädagogik... Sie weiß jetzt schon, dass sie danach keine Arbeit finden wird. "Die stellen eher Sozialpädagogen ein. Die sind billiger." Was lerne ich daraus? Ich werde also anstatt Diplompädagogik Sozialpädagogik studieren, um überhaupt eine Jobchance als "billige Arbeitskraft" zu haben.
Der Beruf als Selbstverwirklichung fällt, in meinem Beispiel jetzt nicht so stark wie in vielen anderen Situationen, also flach.
Meine größte Angt ist es, nach dem Studium mit irgendwelchen kellnerjobs anzufangen, und dann mit 35 festzustellen, dass ich immer noch nichts vernünftiges mache, und am Ende in irgendeiner Bäckerei lande und Brötchen verkaufe, anstatt in einer Suchtklinik oder sonstwas zu arbeiten.
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