Es ist egal, aber Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein

Einträge "Februar 2006":

Dienstag, 28. Februar 2006

Verstand vs. niedere Mädchentriebe

Kant hat gesagt Aufklärung sei die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündig deswegen weil man in einem Dogma lebe, dass einen nicht frei nach eigenem Willen handeln lasse, und selbstverschuldet, weil man aus reiner Bequemlichkeit, trotz aller Verstandesanlagen in diesem Zustand verweile.

Mein Verstand sagt mir: "Klischeemädchen finden Valentinstag toll."
Mein Verstand sagt mir: "Klischeemädchen wollen zu Beziehungstagen Rosen und Schokolade  und ne Einladung zum essen."
Mein Verstand sagt mir: "Klischeemädchen wollen Geschenke."
Mein Verstand sagt mir: "Mädchen finden Romantik toll. Mit Kerzen und Rosenblättern auf dem Bett."
Mein Verstand sagt mir: "Klischeejungen wollen Klischeemädchen." 

Mein Verstand sagt mir: "Sei kein Klischeemädchen".

Nur: meine niederen Mädchentriebe sehen das anders. Meine niederen Mädchentriebe wollen Geschenke, und Briefe und Aufmerksamkeiten. und meine niederen Mädchentriebe wollen sich schick machen und schick zum essen ausgeführt werden. Meine niederen Mädchentriebe hatten auch Valentinstag schlechte Laune als sie nur zu Pizza Hut eingeladen wurden.

Ich will weiterhin keinen Klischeejungen. Aber einen Klischeefreund. Und mein Freund möchte dass ich ein bisschen Klischeemädchen bin. Er findet es toll wenn ich mich über Geschenke freue, und mich für Romantik begeistern kann. Und meine niederen Mädchentriebe freuen sich drüber.

Trotzdem möchte mein Verstand das noch nicht so ganz einsehen.
Dabei macht mein Verstand sogar einen logischen Fehler, um noch mal auf Kant zu kommen.

Wie aufgeklärt kann mein Verstand sein, wenn er sich in ein anti-klischeemädchen-schema pressen lässt? Ist das nicht viel eher das verweilen in einer selbstgestrickten Fußkette?

Und wie selbstverschuldet ist es, wenn ich in meiner anti-klischeemädchen-fußkette verweile, obwohl ihr nur ein vermeidlicher, nicht-reflektierter verstand zugrunde steht?
Currently playing: Babyshambles - Fuck forever
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Samstag, 25. Februar 2006

von gott, natur und diesem schimmer...

Gleich vorweg: Nein ich bin nicht gläubig.
Ich habe nichts gegen Menschen, die an Gott glauben, und ich leugne seine Existenz auch nicht. Abe rich kann mich nicht anfreunden mit dem gedanken an einen Schöpfergott. Ich will moich nicht an eine zwanghafte Vorstellung klammern, die ich nicht sehen, nicht anfassen kann.

Trotzdem sehe ich öfter etwas und denke "da hat Gott höchstpersönlich hand dran gelegt".
Nunja, würde ich an eine Art Schöpfergott glauben wäre das ja alles kein problem, aber so stellt sich mir shcon die Frage wie kann ich etwas als göttlich empfinden, ohne an einen Gott zu glauben?

Ich saß also still in meinem zimmerchen und habe überlegt was es eigentlich genau ist, was mich fasziniert, was mir als Agnostikerin den unbedingten Glauben an etwas göttliches unabdingbar erscheinen lässt.
In erster Linie war das die Natur.

Und um erst gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich distanziere mich hier ganz klar von den Pantheisten.

Ich bin nicht so verrückt wie Goethes Werther, der in seinem brief vom 5. Mai ausruft:
"[...]; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf"

Ich distanziere mich also vom christlichen Gottesbegriff und gehe eher von eienr Art Allumschlossenheit des natürlichen aus. Dabei schließe ich mit natürlich nur die Bewusstseinslosen Naturerzeugnisse ein. Schließe also Tiere und Menschen aus.

Aber, ich weiß nicht vielleicht kennt der Blogleser das ja, ihr steht mitten in der Pampa, und seht einfach eine unbeschreiblich schöne, natürliche Szene. Bäume, die aussehen wie Bäume aussehen sollen, Blumen, und Steine, alles scheinbar willkürlich zusammengewürfelt, und doch durch irgendein unsichtbares, goldig schimmerndes band miteinander verbunden.

Und da shat man im künstlich angelegten Garten oder Wald von Wanne-Eikel ganz sicher nicht.

Man kann meinen Gottbegriff vielleicht eher so etwas wie "Glaube an "Mutter Natur" nennen.
Natürlich nicht in der Form in der uns Mutter Natur von den medien vorgelebt wird (wer kennt nicht die Mutter Natur im Lila Kleidchen bei den Schlümpfen?) Also nicht personifiziert, wie der christliche Gott personifiziert wird. Einfach als eine Art Gewalt, die keinen Dienst von Menschen und Tieren erwartet. Die froh ist, wenn man ihr Werk sieht und schätzt.

Ich hab extreme Probleme mich bezüglich diesem Thema verständlich auszudrücken. Aber vielleicht ist ja in Ansätzen klar geworden was ich meine.
Currently playing: Voxtrott - Whisky
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Mittwoch, 22. Februar 2006

Zukunftsangst - Was kommt, was wird, was bleibt?

Wir alle werden beinahe täglich in den Medien damit konfrontiert:  Millionen Arbeitslose... steigende Akademikerarbeitslosigkeit, der so nahe Aufschwung, der dann doch nicht kommt.

Ich möchte weiß Gott nicht meckern. In Deutschland wird niemand in die missliche Lage kommen am Hungertuch zu nagen. Viel mehr leben wir mit einem verzerrten Armutsbegriff unser Luxusleben. Armut heißt hier nicht wirklich arm sein, sondern nur "weniger haben als die anderen". Ob dies nun mit Neid zu tun hat, darüber möchte ich mir gar nicht anmaßen zu urteilen.

Sicher ist jedoch einzig und allein, dass gar nichts mehr sicher ist. Kein Job, kein Unternehmen, kein Aufschwung. Gerade unter Jugendlichen, zumindest dem Teil der Jugendlichen, der sich Gedanken über seine Zukunft macht und nicht täglich 5 Stunden vor der Playstation hockt, ruft dies eine Zukunftsangst hervor.

Mach ich das richtige, wenn ich nach der 10. mit der Schule aufhöre? Mache ich das richtige, wenn ich noch drei Jahre Schule dran hänge? Wer einen Ausbildungsplatz kriegt kann sich glücklich schätzen, wer nach der Ausbildung einen Job findet kann das als Sechser im Lotto verbuchen. Wer nicht übernommen wird, oder wer erst gar keinen Ausbildungsplatz findet guckt in die Röhre. Und nicht zuletzt auch in die Bildröhre. Derjenige bleibt bei den Eltern wohnen, die Frustration nimmt täglich zu.

Wer andererseits ein Abitur macht, einen Studienplatz bekommt und erstmal weiß, dass er noch einige Jahre optimistisch das Leben genießen kann, frei nach dem Motto "Lebe, und denke nicht an morgen", der wird spätestens nach dem Studium die akute Akademikerarbeitslosigkeit zu spüren bekommen.Und dieser Entwicklung muss man sich zwangsläufig anpassen.

Meine Cousine studiert Diplompädagogik... Sie weiß jetzt schon, dass sie danach keine Arbeit finden wird. "Die stellen eher Sozialpädagogen ein. Die sind billiger." Was lerne ich daraus? Ich werde also anstatt Diplompädagogik Sozialpädagogik studieren, um überhaupt eine Jobchance als "billige Arbeitskraft" zu haben.

Der Beruf als Selbstverwirklichung fällt, in meinem Beispiel jetzt nicht so stark wie in vielen anderen Situationen, also flach.

Meine größte Angt ist es, nach dem Studium mit irgendwelchen kellnerjobs anzufangen, und dann mit 35 festzustellen, dass ich immer noch nichts vernünftiges mache, und am Ende in irgendeiner Bäckerei lande und Brötchen verkaufe, anstatt in einer Suchtklinik oder sonstwas zu arbeiten.

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Mittwoch, 22. Februar 2006

Ring frei für Runde 2 im Beziehungsinferno

Wie definiert man die Phasen einer Beziehung? Ich denke an markanten Verhaltensnormen kann man zumindest ein paar umschwünge feststellen.

Phase 1: Das Reviermakieren: Das Reviermakieren setzt sich in erster Linie aus drei Grundfragen zusammen: Was darf ich? Was darfst du? Kommen wir damit überein? Das Reviermakieren steckt also im wesentlichen die Eckpunkte einer Beziehung ab, gründet die Basis und den groben Rahmen in dem sich frei bewegt werden kann. Man verhält sich in erster Linie noch nett, ist verblumt und läuft wie auch wolken. Kritik ist noch kein Thema, man ist schließlichfrisch verliebt und sowieso nicht in der Lage kritisch zu sein.

Phase 2: Die Fremdbestimmung: Wie weit darf ich in deinen Bereich vordringen? Und wie weit lasse ich dich in meinen Bereich eindrigen? Jetzt geht es an die Substanz. Die eigene Persönlichkeit einschränken und dem Partner an meiner Persönlichkeit rumschrauben lassen? Es geht im groben um das Aufgeben von Eigenarten, oder das Akzeptieren von selbigen. Um das Gefallen, um die Veränderung um zu gefallen... oder eben nicht. Mit welchen Eigenschaften von dir komme ich gar nicht klar? Bist du bereit sie zu ändern? Und was soll ich für dich ändern? Und können wir das ändern oder büßen wir dann zu viel von unserer Individualität ein?

Und eben in diese zweite Phase sind wir herein gekommen. Wir üben Kritik aneinander. An unserem Verhalten, unserem Aussehen, unseren Eigenarten... Er sagt ich darf ihn neu einkleiden. Ich habe mich darüber beschwert, dass er nur ausgelullte bandshirts und kaputte jeans im schrank hat. Ich will, dass er auch mal schick ist. Nicht übermäßig, aber ein bisschen. Wir gehen zu H&M. Ganz ´klischeehaft werde ich ihn einkleiden. Und er möchte sich die Haare abschneiden, weil ich gesagt hab "Ja schau, der junge von revolverheld hat ja auch ne hübsche frisur...." Und er hat versprochen nicht mehr so sehr in seinem selbstmitleid zu zerfließen... nicht mehr so sehr Werther zu sein. Ich änder mich natürlich auch ein bisschen... nur ein bisschen, ich bin schließlich fast perfekt ... Nur an meinem Größenwahnsinn sollte ich noch arbeiten ;)

Current mood: Glücklich
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Dienstag, 21. Februar 2006

Henry Matisse Ausstellung im K21

Ich liebe Kunstmuseen. Wirklich.
Was ich dagegen gar nicht leiden kann sind überlaufene Kunstmuseen.
Aber genau das war das K21 letzten Freitag.
Die einzig vollere Ausstellung die ich gesehen habe war die Cézanne Ausstellung in Essen letztes Jahr.

Trotzdem hat mein Kunstlehrer uns in besagte Ausstellung geschickt. im Gepäck der 10. Klasse Kunst-Geschichte Kurs... Super, auch noch die Kleinen an der Backe, die lieber stundenlang im McDonalds gesessen hätten, als im Museum.
Ich mag Expressionismus. Wirklich. Fast ebensosehr wie Impressionismus.
Aber... das was der gute Herr Matisse da fabriziert hat... nein danke.
Erstmal hat er viel zu viele Frauen gemalt. An sich ja nichts schlechtes... wenn man über die kleinigkeit hinwegsieht, dass sie größtenteils nackt waren.
ANsonsten hat er Räume gemalt... Perspektivisch unter aller Sau... aber alles im Sinne der Wirkungssteigerung. Ja bitte was steigert denn die Wirkung, wenn da eine Seite vom Tisch falsch gezeichnet ist?
Ansonsten sahen die Räume alle wietestgehend gleich aus (ich steh nicht so auf Räume...) mit der kleinen Besonderheit, dass er dauernd seine eigenen Werke in seine Bilder mit reingemalt hat.

Im oberen teil war noch eine kleine Nebenausstellung von Chagall und einem anderen Maler, dessen Namen ich leider vergessen habe. Die hatte es aber in sich. Schade, da hat sich das K21 wohl den falschen Hauptkünstler ins Haus geholt.

Die Führung, die wir bekommen haben war unter aller Sau. Die Führerin hat zu jedem Bild das gleiche erzählt ("Matisse erreicht die Aufhebung des Raumes dadurch, dass er flächiger malt... trallalla"), und außer mir  hat sowieso niemand mit ihr geredet, weil das alles zu blöd war. Aber ich hab nunmal ein gutes Herz und habe bei jedem Bild wieder zu immer den selben blöden Fragen die selben blöden Antworten gegeben.

Nach 6 Stunden im Museum haben die 10.-Klässler dann fluchtartig McDonalds aufgesucht... wir dann eher Subway (man entwickelt sich ja weiter... ;) ) und danach war endlich genug mit Kunst.
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computerabstinenz beseitigt

ich weiß nichtmal ob es absicht war, oder nicht, dass ich jetzt gut 3 wochen nicht mehr am computer war. nach meiner kinderkrankheit musste ich erstmal zwei wochen schulstoff nachholen, was nicht nur ein wenig zeit in anspruch genommen hat... dazu musste ich viel zeit mit meinen freunden, insbesondere mit meinem freund nachholen, den ich wärend der gesamten zwei wochen krankheit nicht sehen wollte.

ist das eigentlich nachvollziehbar?
Ich habe weiß gott kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern (wobei, es wird...) und wenn ich einmal krank bin will ich lieber mit mami kuscheln, statt mit Monsieur, und von meinem Papi Tee gekocht, Zitronensaft ausgepresst und Kiwis aufgeschnitten kriegen, als von Monsieur gefüttert zu werden.
Davon, dass mein Bett ganz alleine meins ist, wenn ich krank bin mal ganz zu schweigen...

Ich hoffe ich bin mit diesem Phänomen nicht alleine.

Ansonsten plane ich grad meinen 18. Geburtstag... Man nehme: viel zu viele Leute in einem viel zu kleinen Garten mit viel zu viel Alkohol... und wer darfs aufräumen?
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Mittwoch, 1. Februar 2006

Scharlachrote....

Flecken hab ich.

Und die sind nicht nur scharlachrot, weil scharlachrot nunmal eine hübsche Farbe ist, sondern schlicht und ergreifend deswegen, weil ich scharlach habe.

Seineszeichens Kinderkrankheit, die man spätestens mit 9 hinter sich haben sollte. Tja, ich hab sie dann jetzt mit fast 18. Neben eben genanntem Ausschlag auchnoch fürchterlicher Juckreiz, Fieber bis an die 40 Grad, Schmerzen in jedem vorhandenen Körperteil, gerötete Wangen und die obligatorische Himbeerzunge.

Und obwohl mein Immunsystem diese Krankheit eigentlich ganz selbstständig bekämpft hat, muss ich trotzdem Penicillin schlucken, damit sich de rletzte Rest der Krankheit nicht an die Nieren setzt,

Und jetzt endlich weiß ich, was an den ganzen Kinderkrankheiten so unglaublich fies ist: Man ist nichtnur krank, man sieht auch noch Wochen später scheiße aus.

Bei Windpocken müssen die Pocken abheilen, wohlmöglich bleiben Narben, bei Masern und Mumps schaut man auch recht entstellt aus, und bei Scharlach hat man erstmal diesen fiesen, miesen Ausschlag, und nach 2 bis 4 Wochen pellt sich die komplette Haut.

Klasse.

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