Fürs Archiv: altes Weblog Tagebuch ab 2005. Nummer 1.
Ins neue Blog herübergerettet. Natürlich habe ich gedacht: das meiste ist Unsinn und kann weg, aber das ist nicht der Sinn eines Weblogs. Darin ist auch Platz für Skizzen, unreife Gedanken, häßliches. Papier und Tinte haben früher etwas gekostet, bites sind ganz umsonst und die meisten eh überflüssig.
Deutsche Sprache, schwere Sprache
„... Und dann mieteten wir einen guide ... ” Der Sprecher war Deutscher und redete von einer Expedition in den Anden. Dort spricht man kein Englisch. Das englische Wort hatte er wohl gewählt um das Wort „Führer” zu vermeiden.
Auch schon mal gehört: „die Lösung am Ende”, statt das kürzere und elegantere „Endlösung”.
Ja, Wörter können verseucht sein. Wie lang noch müssen die Deutsche auf Teile ihre Sprache verzichten? Wenn man bedenkt, wie lange die Napoleon-Verarbeitung gedauert hat, würde ich tippen, nach ungefähr ein Jahrhundert kann man wieder emotionslos über den Adolf reden. Dann wird auch die Sprache zurückerobert werden.
Freitag, 1. April 2005, 12:29
Terri
Bekommt Terri nach zwölf Tagen Verdursten doch wieder eine Magensonde? Sonde raus, Sonde rein, Sonde raus, dann verdursten, zwischendurch das Leib Christi auf die Zunge gedruckt bekommen und dann Sonde wieder rein? Und dann noch Papa und Mama und das Fernsehen am Krankenbett. Hätte sie das alles mitbekommen, wäre es grausam gewesen; jetzt ist es nur skurril und unappetitlich. Vor den Lebensrettern soll man sich hüten; demnächst machen sie es auch mit Leuten, die noch empfinden können. Zum Sterben lieber nach Holland. Gibt es schon Sterbetourismus, wie früher Abtreibungstourismus?
Merkwürdig, daß Themen hier erst besprochen werden, wenn sie in den amerikanischen Medien groß gebracht worden sind. Haben wir selbst keine Themen? Vor ein Paar Jahren war das auch so, als dieser Junge zu seinen Eltern nach Kuba abgeschoben werden sollte. Das Terri-Thema könnte auch unseres sein; blöd nur, daß wir selbst nicht darauf gekommen waren. Aber das mit dem Junge, das hatte doch gar nichts mit uns zu tun? Viele Fernsehstunden und Zeitungsseiten sind trotzdem an ihn verschwendet worden.
Mittwoch, 30. März 2005, 17:53
Konferenz
Der Beitrag für die Konferenz ist fertig und weggeschickt. Nur noch eine mündliche Kurzfassung machen für den Vortrag in Frankfurt.
Jetzt sollte ich also entspannt und zufrieden sein. Der Artikel ist ja nicht mal schlecht! Ich bin aber eher deprimiert, weil ich habe feststellen müssen, daß das ganze mich total nicht interessiert und daß ich Konferenzen stinklangweilig finde. Ach, könnte ich doch weg aus der Uni! Aber das wird nicht mehr gelingen. Nun, andere Menschen haben solche Gedanken auch, über ihren jeweiligen Job. Nicht meckern; man soll sein Schicksal geduldig hinnehmen.
Fragen andere Menschen sich auch, ob es bei der Konferenz noch etwas zu vögeln gibt? Angesichts der Teilnehmerliste sieht das eher traurig aus. Die Konferenz ist auch viel zu seriös. In England, da gab es mal eine Zeit lang so Sauf-, Fress- und Vögelkonferenzen. Aber dort haben sie ja Elite-Universitäten. Hier ist das alles staubtrocken und mit Fußnoten.
Mittwoch, 30. März 2005, 17:34
Rußpartikel
Ein Gebiet, in dem Deutschland vielleicht gut sein könnte, ist Umwelttechnik. Aber auch dort Rückständigkeit. Zum Glück kann man auch französische Autos kaufen.
Mittwoch, 30. März 2005, 14:02
Fitnè
Fitnè, so heißt eine Gesundheitsdrogerie. Statt Fitneß? Liegt das Mißverständnis zu Grunde, daß das Wort Französisch ist und deshalb der letzte Konsonant nicht gesprochen werden soll? Es erinnert mich an dieser Frau, beim Autos ausladen im Hafen von Patrai, die meinte, daß sie berechtigt war, als erste durch die Kontrolle zu gehen, weil sie einen Mercedè fuhr, mit der Betonung auf der letzten Silbe. Die ärmste meinte, diese Aussprache sei schicker.
Hang nach Unten
- Steuervergünstigung für Arbeitsplatzabwanderung abschaffen.
- Daraus Entlastungen für mittelständische Betriebe finanzieren.
- Mehrwertsteuer erhöhen.
- Daraus Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge finanzieren.
- Subventionen abbauen, Soli streichen.
Hervorragende Ideen, die durch die Medien schweben. Sobald ich sie höre, verstehe ich sofort, wie klug das alles wäre. Wann werden diese Vorschläge umgesetzt? Im nächsten Monat, in drei Monaten? Nicht nur könnte die Bevölkerung davon profitieren, auch Schröder würde es helfen bei seiner Wiederwahl, denn erste Ergebnisse wären im nächsten Jahr schon sichtbar. Aber ach nee, so schnell geht das hier nicht, immer mit der Ruhe, auf keinem Fall überstürzen; ... und wahrscheinlich geht es nie. Es darf hier ja nicht gut werden! Als der Nachrichtenleser dann auf den Erfolg Skandinaviens mit den Mehrwertsteuern hinwies, verstand ich es endgültig: es wird nicht werden. So gut wie Skandinavien darf es Deutschland einfach nicht gehen. Das würde doch niemand wollen?
Rhythm is it
Freunde haben mich ins Programmkino mitgeschleppt. Das soll ich sie ab und zu tun lassen, sonst käme ich dort nie hin. Rhythm is it, hieß der Film, eine wunderbare Überraschung. Der Berliner Philarmoniker, oder besser gesagt der Dirigent Simon Rattle, wollte die Sacre du Printemps ausführen mit Tanz von 250 Kindern und Jugendlichen. Diese waren zum Großteil in traurigen Vierteln zu Hause; für die war es eine Chance mal mit etwas gutem in Berührung zu kommen. Und mit sich selbst, mit einander, und mit anderen netten und interessanten Menschen. Rattle trainierte sein Orchester; die Kinder würden von zwei englischen Tanzlehrer der absoluten Superklasse eingeübt. Es war faszinierend: man sah sie wachsen, manch einen von Widerwillen über so was albernes (Klassik!) bis die totale Hingabe und Stolz. Nicht nur bis zur Ausführung sind sie gewachsen, auch menschlich, nachhaltig. Es war wunderschön. Tanzen macht dich zu einem besseren Menschen, ja das war sichtbar. Dasselbe kann man auch sagen von Musik, Theater, Literatur, Kunst; kurzum alle diesen Bereichen in denen Bildungs- und Kultusminister gerne sparen, weil bessere Menschen nicht wirtschaftsrelevant sind. Dieses Projekt hat ein Paar Pfennige gekostet, aber wirklich nur ein Paar! Wenn Kinder so aufgezogen werden, dann muß man keine ausländischen Entwicklungshelfer mehr importieren; dann werde sie auf Dauer auch selbst etwas wollen können. Kinder statt Inder, so könnte der Spruch über einen Umweg noch wahr werden. Aber diejenigen, die das damals gerufen haben, hatten von so etwas keine Ahnung, die meinten etwas ganz anderes. Deren Kinder hätten diese Chance wohl nie bekommen—falls man sie überhaupt gezeugt hätte.
Dann gab es noch die beiden Lehrkräfte der Schule. Die eine war anfangs etwas besorgt, ob man es den Kindern zumuten könnte, aber sie ließ sich überzeugen und mischte mit wertvollen Beiträgen mit. Die andere war eher verbohrt und sah nur Probleme.
Es war auch außerordentlich gut gefilmt. Der Film läuft schon einige Zeit; es würde mich nicht wundern, wenn das ganze Projekt sich selbst auch noch zurückverdient.
Zum Schluß haben wir zu viert noch ein Glas getrunken und darüber geredet. Das war sehr angenehm. Ist das nicht ganz normal? Ja, sollte es sein, aber ich erlebe es selten, bin doch irgendwie in einer geistigen Wüste gelandet. Nicht nur Kinder sollen sich aufraffen, auch Erwachsene. Ich wenigstens entnehme diesem Film eine persönliche Lektion; wenn ich auch hin und wieder neue Injektionen brauchen werde.
Was ist doch mit mir passiert, daß ich mich durch die Umgebung habe verholzen lassen? Die Umgebung ist nie eine Entschuldigung; die armen Kinders in dem traurigen Berliner Viertel waren viel, viel schlimmer dran als ich.
Samstag, 26. März 2005, 16:28
1 Kommentare (0 ): Vielen Dank für den Tip! Der Film war das Highlight am Ostersonntag. stolle
Die Macht des Kalenders
Donnerstagnachmittag vor Ostern, es war nicht auszuhalten am Arbeitsplatz und in der Stadt. Überall Leute, die im Begriff waren, alles hinzuschmeissen, weg zu fahren. Ostern paßt mir nicht, ich bin kein Christ, begehe weder Karfreitag noch Ostern, aber muß mich dem Kalender beugen. Will jetzt kein Urlaub, habe zwei große Aufgaben für die nächsten Tage und hatte schon meinen Kurzurlaub. Dann eben zu Hause sitzen. Nein, auch keine Schokohase, danke.
Donnerstag, 24. März 2005, 23:11
Distanz
„Eine deutsche Freundschaft halt,“ sagte mein ungarischer Freund C. als er von zwei Bekannten redete. Ich verstand sofort was er meinte. Die Deutsche sind ja Meister im ausklammern von allem persönlichen aus ihren Beziehungen, mit Ausnahme, will ich hoffen, der allerintimsten. Es tut mir noch oft weh, diese Distanz; ich vermisse die Wärme. Gott sei dank wohnen hier auch viele Ausländer, wie C..
Ich meine nicht, daß ich mit jedem intim sein möchte. Und unter Arbeitskollegen ist es sogar gut, eine gewisse Distanz zu wahren. Aber sonst? Als ich nach Schweden fuhr, war ich an Bord des Schiffes schon gleich in Gespräch mit zwei verschiedenen, mir völlig unbekannten Schweden. Natürlich wurden wir nicht intim, aber wir warfen schon unsere Person ins Gespräch. Und in Schweden selbst war das nicht anders. In dem angeblich so kaltem Land fand ich doch mehr Wärme als hier.
Wie sind die Deutsche so distanziert geworden? Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie im 19. Jahrhundert schon so waren. Es muß etwas zu tun haben mit der deutschen Geschichte: Kaiserreich, zwei Weltkriege. Aber was genau, das entzieht sich meiner Beobachtung.
Höhenangst 3
Dann auf einmal war sie da, die Höhenangst. ich war beim besteigen des Münsterturms, in Freiburg. Es ging rund und rund, die Treppe nahm kein Ende, aber dann war der Turm auf einmal offen, man war einfach an der Luft, und es wurde mir zu mächtig, ich habe dann umkehren müssen. Das war neu für mich; bei Bergwanderungen hatte ich nie etwas gespürt.
Dienstag, 22. März 2005, 13:19
Kurzer Dämpfer
Ich suchte etwas im Atlas und blätterte danach ziellos noch etwas weiter. Die Landkarten von Kanada, Sibirien, der Mongolei kamen vorbei, und auf einmal sah ich diese mir unbekannten Gegenden vor Augen. Riesige, kalte Gebiete ohne nennenswerter Stadt, nur kleine, ungehobelte Ortschaften voller saufenden Holzfäller und Fischer, Pelzjäger und Viehzüchter, Orte wo ich nicht hin gehöre, mich nie zu Hause fühlen könnte. Verlangt jemand das etwa von mir? Nein, aber trotzdem wurde dieser Gedanke auf einmal Anlaß zu großer Einsamkeit, ein sich in der Welt verloren Fühlen.
So kann, wenn bloß die ‘richtige’ Grundstimmung da ist, jede Kleinigkeit mich in die Tiefe ziehen. Hat aber nicht lange gedauert.
Dienstag, 22. März 2005, 04:55
Ruhestand?
Also, das war der Job-Gipfel. Parturient montes, nascetur ridiculus mus. Es könnte schon ein Anfang sein. Ungefähr so wie vor wievielen? Jahren mit der Steuerreform. Da schrieb die FAZ gleich, daß jetzt Frankreich und Italien unserem glänzendem Vorbild folgen würden. Nie mehr etwas von gehört.
Immer geht das Gespräch über Steuer, Rahmenbedingungen, Prozentsätze. Nie fragt man sich, was die Deutsche in nächster Zukunft tun oder machen sollen oder wollen. Mehr Autos herstellen, Bio-Käse, Kuckucksuhren? Dienstleistungen? Bildung? Keiner hat so richtig eine Idee. Wenn es mit den Zahlen stimmt, kommen dann die Ideen von selbst? Nur steht fest, daß es hier zu Lande zu viele Kurärzte, Anwälte, Verwaltungsbeamte und Fabrikarbeiter gibt, und zu wenig ausländische Computertypen mit einer interessanten Biographie. Das war vor zehn Jahren auch schon so.
Samstag, 19. März 2005, 15:07
Frühling
Es ist, als ob der Frühling nicht weg gewesen ist; er kommt gar nicht wie ein Schock. Beim Spaziergang durch die Prachtstraße bemerkte ich einen schicken neuen Herrenmodeladen, und fast daneben hatte ein sehr teurer Damenfrisör aufgemacht. Im Herrenladen kann man sich Anzüge kaufen bis zu 2000 Euro. Ich werde das nicht tun, ich kann sie nicht bezahlen, und wenn ich es könnte, möchte ich es nicht. Aber ich sehe gerne Reichtum; es freut mich, daß es wieder bergauf geht. Und das noch vor dem Frühlingsputz des Bundeskanzlers! Dieser Verfall, den man da beobachten konnte: der Einzug von Ramschläden, Billigdrogerien und Kaffeehändler die alles verkaufen außer Kaffee, das war mir peinlich.
Donnerstag, 17. März 2005, 00:08
Fahrrad 2
Gut, mein Fahrrad war vorgestern gestohlen worden. Und die Diebe haben auch noch in Tüten gewühlt, wo aber nur alter Kram drin war. Und sie hatten einige Flaschen Wein in eine Plastiktasche getan, die sie dann aber zurückgelassen haben, weil die Tasche zu schwach war um ihren großen Durst zu tragen. Allzu schlau vielleicht nicht, dieses Publikum.
Ich habe den Vorfall noch nicht verarbeitet. Klar, es soll ein anderes Fahrrad her, und ein neues Türschloß. Vielleicht bezahlt die Versicherung auch etwas, obwohl Versicherungen bekanntlich dazu nicht da sind. Wenn das nun alles wäre ..., aber das ganze hat eine alte Wunde aufgerissen, aus einer Periode, in der es selbstverständlich war, daß fremde Leute in die Wohnungen eindrangen und darin herumwühlten, daß man die Sachen schon extra für sie bereit legte damit sie sie bloß gut sehen könnten. Dabei ist allerdings nie etwas verschwunden. Die Staatsdiener hatten ein anderes Interesse: gucken und einschüchtern.
Man ist in meine Welt eingedrungen, auch jetzt, nachdem ich schon fast vergessen hatte, wie sich das anfühlte.
Mittwoch, 9. März 2005, 23:18
Fahrrad 1
Mein Fahrrad ist gestohlen worden, aus eigenem Keller. Daß der Mensch schlecht ist, wußte ich. Nicht, daß er auch rad fährt..,
Dienstag, 8. März 2005, 21:17
Morgenstimmung
Hat eigentlich jemand mal die Doktorarbeit von Dr. Oetker gelesen? Ich glaube, der Mann ist gar nicht promoviert. Und dieser Dr. Best ist um kein Haar besser. Alles Hochstapler.
Guten Morgen. Sie verstehen, ich habe gerade Müesli gegessen und meine Zähne geputzt.
Lecker Griechisch
Wer hätte denken können, daß in der Frankfurter Nibelungen Schänke, gleich bei der Deutschen Bibliothek gegenüber, nicht eine gestandene Brunhilde den Kochlöffel schwingt, sondern ein kompetenter und liebevoller griechischer Koch? Das war eine sehr angenehme Mahlzeit, anspruchslos aber hochfein, und völlig sirtaki- und tourismusfrei.
Das vorige Mal daß ich so lecker Griechisch gegessen habe, nein, das war sogar noch leckerer, war in Nea Makri bei Marathon. Eine Fischtaverne war das, wo alles persönlich war. Der Fisch war aus eigenem Meer, das Gemüse und die Kräuter waren aus eigenem Garten, vermutlich von der Großmutter vor einer Stunde geerntet. So knusprig! Der Wein war eigenes Fabrikat, wie auch der Öl und der Essig. Alles vom feinsten! Und das fünf Meter vom Meer, mit herrlichen Blick auf Skinias, oder ist es schon Evia? So ein Laden bekommt nie einen Stern in einem Reiseführer. Das ist vielleicht besser so, dann bleibt man unter sich.
Montag, 7. März 2005, 22:40
Ferngespräch
S. hat mich aus Australien angerufen. Fünf Jahre lang nichts von ihm gehört, aber ich fühlte mich gleich wohl mit ihm am Apparat. Er möchte vorbeikommen im April, okay, gerne. Nachdem wir darüber sachliches verabredet hatten, blieben wir noch ungefähr fünfzehn Minuten in Gespräch über Gott und die Welt. Mir wurde auf dem Hintergrund immer unbehaglicher. Nicht wegen S., nicht wegen dem Inhalt des Gesprächs; nein es war ein schönes Gespräch. Bloß weil ein altes Wissen sich aufdrängte: Ferngespräche sind sauteuer, da soll man sich kurz fassen. Was hätte das noch vor zehn Jahren nicht gekostet, aus Australien? Vielleicht 2 Euro die Minute! Jetzt so wenig, daß man es nicht mal mehr wissen will.
Tot?
Als der Hausarzt gestern die Befunde der routinemäßigen Körperuntersuchung mit mir besprach, meinte er, daß ich kerngesund bin. Bis auf die vermatschte Patella im linken Knie, die ich seit drei Jahre habe und die mich um den Sport gebracht hat, Jogging unmöglich macht und mich viel langsamer radfahren läßt. Damit habe ich schon zu leben gelernt. „Sie können neunzig werden!“ sagte der Arzt begeistert. Natürlich bin ich froh, daß ich nichts habe. Aber die neunzig Jahre begeistern mich gar nicht. Da kann man doch nur hoffen, daß die Euthanasie noch rechtzeitig genehmigt wird. Am besten kann ich anfangen, etwas energischer zu leben, so daß ich schneller aufgebraucht bin.
Sonntag, 6. März 2005, 00:54
Religion
Wenn in meiner Herrenrunde das Gespräch auf Religion kommt, fällt mich immer auf, daß ungefähr die Hälfte der Anwesenden religiös ist, und die andere total nicht.
Unter den Religiösen gibt es z.B. zwei, die aus der katholischen Kirche ausgetreten sind, aus Ärger, Enttäuschung und Scham. Erledigt, würde man meinen, aber nein: sie beschäftigen sich immer noch mit besagter Einrichtung, ärgern sich über Kardinäle, beschnuppern aber auch andere Religionen und Sekten; kurzum, Religion läßt sie nicht los. Die anderen sind nicht interessiert, gelangweilt sogar, und verlangen ein anderes Gesprächsthema.
Auch die Wörter ‘schlechthinniges Abhängigkeitsgefühl’ sind wieder gefallen.
Als Kleinkind ist man von seinen Eltern sehr abhängig. Meine Jugend war schlechthinnig schlecht; ich habe früh lernen müssen, daß auf meine Eltern kein Verlaß ist. Kann es vielleicht so sein, daß diese Erfahrung mich beigebracht hat, mich auf ein noch höheres Wesen ebenfalls nicht zu verlassen?
Die in einer Kirche enttäuscht sind, haben auch schlechte Erfahrungen gemacht, aber nicht als Kleinkind, und nicht in einem so wesentlichen Punkt, das macht vielleicht den Unterschied. Der Glaube an die Möglichkeit eines Vertrauens ist nicht erschüttert.
Freitag, 4. März 2005, 16:51
Muskelneid
Im Fitneßstudio: ein Mittdreißiger, muskelbepackt, aber nicht übertrieben, sich geschmeidig bewegend, dazu eine sympathische und intelligente Ausstrahlung. So einer kann mich neidisch machen: Ach, sähe ich doch so aus! Tue ich aber nicht, und durch die natürliche Veranlagung und den Altersunterschied komme ich nicht mal in seiner Nähe.
Wer beschreibt aber meine Verwunderung, als ich bei zwei Übungen ihm gegenüber sitze an den Geräten und er erheblich niedrigere Gewichte stemmt als ich?
Freitag, 4. März 2005, 03:07
Das Rätsel der (Aus)bildung
Zwölf Jahre, oder Gott weiß wie lang verbringen die Kinders in der Schule und lernen lesen. Und wenn sie es dann können, tun sie es nicht.
Donnerstag, 3. März 2005, 16:44
Das Rätsel der Kälte
Im November trage ich mittelleichte Bekleidung und fühle mich noch sonnig; jetzt benutze ich dicke Winterkleider und friere ich. Klar, wird man sagen, es jetzt kälter. Aber ist das so? Bei diesem Schnee- und Frostwetter gehe ich kaum aus. Ich hüpfe nur noch von Haus zu Haus, von Gebäude zu Gebäude. Daher ist mein ganzer Tag behaglich, denn es ist überall satte +20˚ Celsius, also genau so warm wie im Mai/Juni ohne Heizung. Aber frieren tue ich trotzdem. Frieren ist wohl eine seelische Aktivität.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Jahr 2004 mit einem etwas größeren Überschuß als erwartet abgeschlossen. Das ist also eine gute Nachricht. Hat sich jemand gefreut, hat irgendwo ein bescheidenes Hurrah erklungen? Nein, nein; man möchte sich doch nicht die miese Grundstimmung verderben lassen...
Mittwoch, 2. März 2005, 22:25
Der gläserne Kunde
Ja, Herr Karstadt, Sie wissen es jetzt: Bei der Unterwäsche habe ich Größe 7. Ich bin nämlich Ihr gläserner Kunde, ich benutze die Kundenkarte, die Ihnen einen Überblick über alle meine Einkäufe ermöglicht. Jetzt war aber die Belohnung da: Auf der Karte waren so viele Punkte gesammelt worden, daß ich Gutscheine zu 60 Euro bekam. Vielen Dank, das hatte ich nicht erwartet. Habe die Punkte gleich in neue Wäsche umgesetzt; Größe 7 also. Aber halten Sie bitte die Slips auch in Größe 6 auf Lager. Wenn es mit dem Abspecken mal Ernst wird, werde ich die wieder brauchen.
Jetzt weiß es auch die Welt.
Dienstag, 1. März 2005, 17:12
Unordentlich
Es mußte kommen. An meinem elektronischen Telefon habe ich zwei Funktionen eingeschaltet, die ich gar nicht wollte. „Direkt Babyruf“ und dazu noch etwas mit der Buchstabe A. Ich habe irgendwann aus Versehen eine falsche Taste eingedruckt. Bei meinem Versuch, das ungetan zu machen, wurde es noch schlimmer. Wie kriege ich das weg? Das steht in der Gebrauchsanleitung. Und die habe ich verlegt, irgendwo. Ich bleibe also Babies rufen, direkt.
Bei der Digitalkamera ist es nur die halbe Katastrophe. Da ist die Gebrauchsanleitung auch verschwunden; es wurde aber noch eine mitgeliefert: in Russisch und Schwedisch. Ich ringe mit dem Schwedischen; ist ja dem Deutschen nicht unverwandt.
Montag, 28. Februar 2005, 17:28
Unvergeßlich
Ein guter Freund von mir hatte die Telefonnummer 314162. Das war 1970–1971. Der Freund ist längst umgezogen und hat schon etliche andere Telefonnummer hinter sich. Ich sehe den Freund nur noch selten, aber seine damalige Telefonnummer bleibt mir bei. Ich kann sie nicht vergessen, obwohl ich statt dessen viel lieber andere, aktuelle Telefonnummer behalten würde.
Damals habe ich den Freund gerne und oft angerufen, aber lebenswichtig war mir die Nummer nicht. Warum behält man solche Nummer?
Fischer
Schade, was jetzt um Joschka Fischer passiert. Er ist der best denkbare Außenminister, und nun diese possierliche Visa-Affäre! Aber faßt er es klug genug an?
Gängig ist in Politik und Diplomatie, gemachte Fehler immer zu leugnen, bis die Beweise überdeutlich auf dem Tisch liegen und in den Medien verbreitet werden. Dann kurz eine Entschuldigung murmeln und einfach weiter machen; es sei denn, man wird gefeuert.
Aber Fischer ist auch Sympathieträger; wäre hier nicht ein anderes Verhalten angebracht? Ein schnelles Zugeben der Fehler, wenn auch noch so unbedeutend, sogar wenn es nicht mal seine Fehler wären; Zerknirschung, tiefstes Bedauern? Dann bleibt man ihn mehr mögen, würde ich meinen.
Nun ja, seine Beamten werden ihm alle Effekte schon durchgerechnet haben. Und es ist allmählich zu spät.
Freitag, 25. Februar 2005, 21:57
Vaters Wetter?
Interessiert mich die Wettervorhersage? Ja und nein. Ich schalte immer das Radio ein um die Nachrichten und anschließend die Wettervorhersage zu hören. Aber wenn der Sprecher dann so weit ist, höre ich gar nicht zu! Es wäre doch manchmal praktisch zu wissen, ob man einen Schirm mitnehmen soll oder Schneeschuhe anziehen soll. Aber weil ich nicht zuhöre, werde ich doch oft durch das Wetter überrascht. Und so geht das nicht einmal, sondern in der letzten Zeit eigentlich immer.
Offensichtlich interessiert die Vorhersage mich tatsächlich nicht (mehr). Ich werde einfach ab und zu mal naß, und das ist mir egal. Immer wieder angeblich über das Wetter hören wollen kann ein Überrest sein aus der Vergangenheit, als es mir schon noch etwas bedeutete. Es kann sogar zurückgehen auf das Verhalten meines Vaters, der immer gespannt die Vorhersage hörte, die für ihn viel wichtiger war als die Nachrichten.
Donnerstag, 24. Februar 2005, 15:17
Höhenangst 2
Woher stammt meine heutige Höhenangst, die ich doch früher gar nicht hatte? Vielleicht von dem Zwischenfall in Edinburgh. Dort besuchte ich mal eine Konferenz. Es wurde viel gegessen, getrunken und geraucht, zu viel nach meinem Geschmack. Kollege C. und ich verabredeten uns um morgens früh, vor Anfang der Sitzungen, einen langen Spaziergang zu machen auf dem bewachsenen Felsen, der in Edinburgh die Funktion eines Stadtparks hat. Da bin ich dann auf einem Abhang ins rutschen gekommen. Das Gras war durchnäßt; mein Schuhwerk eher für die Stadt gedacht. Ich konnte nicht mehr stoppen und rutschte auf einen Abgrund zu. Park hin, Park her, aber das war ein rohes Gelände, und das Gesetz der Schwerkraft war völlig in Kraft. Ich glaube, daß C. dort mein Leben gerettet hat.
Dienstag, 22. Februar 2005, 23:15
Jawlensky
Ein trauriges Künstlerleben, das von Jawlensky. Gestern die J.-Austtellung in Wiesbaden besucht. Sie führt durch die aufeinander folgenden kreativen Phasen des Künstlers, und das Ganze ist doch eher traurig.
Erst sieht man wie er sich entwickelt, wie er alle Malerei aus seiner Zeit in sich aufsaugt: van Gogh, Gauguin und mehr. Dann erreicht er seinen eigenen Stil, sein eigenes Level, und das ist hoch. Ein Fachmann bin ich keineswegs, aber es würde mich nicht wundern, wenn er zu den großen Erneuerern gerechnet wird. Viele mit Lust, Liebe, und Engagement gemalten Frauenporträts, um 1920.
Dann aber entwickelt sich die Biographie in die falsche Richtung. Nach der russischen Revolution blieben die Schecks aus St. Petersburg aus. Seine Wahl für Wiesbaden als Wohnort, ein reicher Kurort mit einem wohlhabenden und kunstliebenden Publikum, erwies sich als die falsche. Die Französische und Englische Besatzung nach dem 1. Weltkrieg verdarb die Szene dort; die Inflation von 1923 tat den Rest.
Dann sieht man, daß seine Frauengesichter oft mit Variationen wiederholt werden. Er brauchte Geld, ohne Zweifel. In den dreißiger Jahren kam das Naziregime; natürlich galt Jawlensky als entartet und mußte er sich ganz ruhig halten. Die damals noch unbehandelbare Krankheit arthritis deformans verdarb, was ihm seines Lebens noch blieb. Seine letzte Werke sind endlose abstrakte Wiedergaben seiner Seeleninhalt: noch immer gut, aber tief dunkel.
So sieht man, wie eine Biographie, für die man nichts kann, einem das Leben kaputt machen kann. Gut, auch so hat Jawlensky der Welt mehr, mehr als genug geboten, aber es hätte auch anders kommen können. Wer weiß, wie er in anderen Umständen noch gewachsen wäre.
Sonntag, 20. Februar 2005, 20:41
Angst zu versagen
Was ich noch immer nicht verstehe ist die Angst der Deutsche, Fehler zu machen. Gestern beim Zappen, ganz kurz: Ein Herr meinte, der Schulunterricht sollte anspruchsvoller werden. Eine Frau, ich glaube es war sogar die Unterrichtsministerin, wies darauf hin, das schon jetzt Nottelefone eingerichtet werden müssen wenn es Abiturzeit ist, weil die Schüler sich so unter Druck gesetzt fühlen.
Aber von wem dann? Die Schulen sind doch eher schlaff. Die Angst zu versagen muß tief in ihnen drin sein, früh durch die elterliche Erziehung eingepflanzt.
Ich merke es immer wieder mit dem Englisch. Anfangs dachte ich, die Deutsche kennen kein Englisch. Aber eine Englischlehrerin har mir mal die Abituraufgaben gezeigt, und die waren eindrucksvoll. Ein Deutscher mit Abitur hat viel Englisch gelernt! Warum es dann nicht benutzt? Studenten und Kollegen geben sich oft beträchtliche Mühe, Situationen zu vermeiden, in denen sie Englisch reden oder sogar nur lesen sollen. Wenn ich frage, warum diese Scheu, kommt sehr oft die Antwort: weil ich Angst habe, Fehler zu machen.
Diese Angst ist so unproduktiv! Ich bin mir sicher, in den meisten europäischen Ländern gibt es sie nicht, und im Nahen Osten noch weniger. Bei den Japanern vielleicht, ja.
Mittwoch, 16. Februar 2005, 13:34
Schröder meint, man solle jetzt doch etwas gegen die NPD unternehmen, und zwar im ‘vorpolitischen Raum’. Obwohl gerade alle Skinheadbekämpfungs- und Entnazifizierungsprogramme heruntergefahren waren. Es sieht so aus, daß man hier nur Nazi-Alarm schlägt, wenn gerade wieder ein Ausländer totgeschlagen worden ist, oder sowie jetzt eine Nazi-Partei bei den Wählen gewonnen hat. Zwischen den Zwischenfällen passiert gar nichts. Ich erinnere mich aus den Neunzigern noch eine FAZ-Kommentar: man soll jetzt etwas tun, weil Deutschland sonst im Ausland blöd da steht und das Investitionsklima gefährdet wird. Der Wunsch, die Nazis los zu werden, steckt offensichtlich nicht sehr tief.
Schröder wirft Stoiber vor, daß er ‘ein bißchen unhistorisch denkt’. Selbst denkt er vielleicht ein bißchen unjuristisch. Ein Berufsverbot für NPD-Mitglieder möchte er nicht. Wenn sich jemand an Recht und Gesetz halte, ‘dann darf man ihm nicht allein wegen seiner Gesinnung ein Berufsverbot erteilen.’ Es komme darauf an, was einer tue, nicht was er denke.
Da liegt aber ein interessanter Präzedenzfall vor: das Berufsverbot für Kopftuchtragende Muslimfrauen. Bei denen reicht die (mutmaßliche!) Gesinnung.
Montag, 14. Februar 2005, 03:19
Urlaub?
Es ist Mittwoch 14.50 Uhr, und meine Arbeit ist fertig. Die Klausuren für nächste Woche sind vorbereitet. Morgen früh noch eine Veranstaltung, die auch vorbereitet ist; dann sofort zum Bahnhof. Gleich um 10.15 soll dort der Zug nach Sachsen abfahren. Mein alljährlicher Kurzausflug, allein, um mich neu zu gruppieren und nächste Woche frisch und anders zu sein.
Schon jetzt verbreitet sich eine wohlige Müdigkeit in meinem Körper. Der Körper, der in der letzten Zeit so vernachlässigt wurde, aber auch das wird wieder anders werden, sei es schon, weil die Sonne scheint und der Frühling fast schon da ist. Bis November Sommerstimmung.
Es ist verrückt, das Leben an der Uni. Die Wintersemester sind immer so verheerend; der Rest des Jahres ist gut verträglich, sogar angenehm. Im Winter oft arbeiten bis 22.00 Uhr, fast immer auch im Wochenende. Sowohl meine Gesundheit als meine Freundschaften leiden darunter.
Bautzen, Görlitz; Zittau vielleicht noch? Es sind immer wieder Variante auf das ‘nirgendwo’, wo ich kurze Zeit absteigen möchte. Orte mit denen ich nichts zu tun habe, neutrale Umgebungen, die es genau so gut nicht hätte geben können. Die sich dann aber meistens als nicht neutral entpuppen und eine Bedeutung bekommen. Genau in dem Moment, daß ich wieder reif bin für meine Rückkehr in die Welt.
Ein Schläfchen wäre jetzt vielleicht angebracht, oder eine festliche Zigarre? Oder beide.
Mittwoch, 9. Februar 2005, 19:57
„Der Heilige Vater hat eine ruhige Nacht gehabt.“ Ich wußte es! Jedes Mal, wenn ein Papst krank ist oder im Sterben liegt, kommt dieser Satz. Wie sind dann seine Nächte, wenn er nicht krank ist?
Freitag, 4. Februar 2005, 18:38
Lärm
Heute 258 Euro gespart, indem ich mir kein i-Pod mini gekauft habe. Es ist so ein appetitliches Ding! Aber sei mal ehrlich, wann höre ich überhaupt Musik? Und alle elektronischen Gadgets, die ich in den letzten zwei Jahren gekauft habe, liegen mehr oder weniger unbenutzt im Schrank. Eigentlich wollte ich es nur kaufen, weil ich in der nächsten Woche sechs Stunden im ICE-Zug sitzen muß, und das Geklingel und Gelaber mit den Handys im Großraumwagen mich ankotzt. Bei solchen Gelegenheiten möchte ich am liebsten taub sein. Oder den Lärm eben abblocken mit selbst gewählten Geräuschen. Als Motiv zur Anschaffung reicht das aber nicht.
Freitag, 4. Februar 2005, 01:03
Unerklärbar fröhlich bin ich heute, und in Aufbruchsstimmung. Das ist trügerisch, denn das Semester ist noch nicht zu Ende! Am Montag muß ich wieder hungrige Studenten mit neuem Wissen stillen. Aber nur noch zwei Wochen, es wird überschaubar. Und die gute Jane hat noch nicht mal wütend angerufen, wo mein Artikel bleibt.
Die Wohnung ist ein Chaos. In der schlimmen Arbeitsperiode (November bis vorgestern) habe ich einfach alles so hingeschmissen. Jetzt werde ich allmählich aufräumen. Überall Papiere und Rechnungen und unbeantwortete Briefe. Gut, daß die Sonne scheint; dann sieht man, wo der Staub ist.
Auch am Körper, der Wohnung im engeren Sinne, hat sich einiges angesammelt: 94 Kilo, das sind zehn zuviel! Oder mindestens acht. So schwer war ich noch nie, und Muskelmasse ist das alles nicht, ha ha. Nein, die Waage ist nicht kaputt. Und das, wo ich doch Menschen mit Bauch total unattraktiv finde.
Selbst kochen soll ich; in der letzten Zeit habe ich ja aus Zeitmangel nur in Restaurants gegessen.
Der Anfang meines Weblogs ist nichts gewesen. Hätte ich nicht in der Vergangenheit schon so viele Tagebuchseiten gefüllt, so könnte man meinen, daß ich mich mit diesem Vorhaben übernommen hatte. Der Grund meines NichtSchreibens lag jedoch außer mir: die Arbeit war in der letzten Zeit so schwer, daß kein Raum für Privates übrigblieb. Nicht nur gab es mehr und anderen Unterricht als früher; auch die Universitätsreform hat mich ausgemerzt. Fast kein Tag in dem ich vor 22.00 Uhr fertig war; einige Male auch im Wochenende arbeiten müssen. Ich bin froh, daß ich nicht umgefallen oder krank geworden bin.
Nun, und was geht jetzt in mir vor? Ehrlich gesagt noch gar nichts; ich bin noch so leer und platt gemacht; die Erholung wird langsam sein. Jetzt aber, in den kommenden Monaten wird es ruhiger.
Sofort nach Semesterende werde ich mir drei Urlaubstage gönnen. Ich will mal nach Bautzen und Görlitz fahren, um auch die entlegensten Ecken meiner Wahlheimat kennen zu lernen. Keine Ahnung was mich dort erwartet, aber es soll schön sein.
Samstag, 29. Januar 2005, 05:45
Wieder allein
Der Jahreswechsel ist jetzt eine Woche her. Herrliche drei Tage und zwei Nächte waren das, bei W. in der Wohnung und in Bett. Danach ... ach, es war eher traurig. Soll man solche wilden Abenteuer wirklich noch nachgehen, wenn danach wieder der Kälteschock und die Einsamkeit auf der Lauer liegen? Nachhaltig wirkt das schöne Wochenende doch eher negativ. Eine weitere Zukunft hat das nicht.
Montag, 10. Januar 2005, 01:28
CDU
Wir hatten den lieben Gott gebeten, daß er G. eins auf die Nase geben würde. Darauf ist er verständlicherweise nicht eingegangen. Jetzt hat es aber den Roland Koch erwischt: Nase gebrochen bei einem Skiunfall. Er bestraft wen er will, nicht wen wir wollen; das sollte noch mal klar sein.
Im Fernsehen und auf den vielen Fotos guckt Frau Angela Merkel immer so bedrückt und gestreßt aus der Wäsche. Jedoch, auf zwei Bilder aus ihrem privaten Bereich, die ich zu Gesicht bekam, sieht sie ganz normal aus! Vielleicht hat sie einfach den falschen Beruf gewählt.
Sonntag, 9. Januar 2005, 14:04
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Werde ich das können, auf Deutsch schreiben? Ach, sogar geborene Deutsche machen jede Menge Fehler, und was soll's. Ich möchte dieses Medium üben, und wenn es nichts wird, höre ich einfach wieder auf.
Sonntag, 9. Januar 2005, 04:58