Unterkunft

Eine Wohnung gefunden, die mir gefallt. Unter den Brücken muß ich also nicht schlafen. Sie ist noch fast neu, die Wohnung: modern und komfortabel, mit Tiefgarage, unter am Ortenberg gelegen, aber noch mit Fahrrad befahrbar. Wenn man die Straße weiter läuft, geht es schon steil hoch. Fünfzehn Minuten zur Innenstadt, zu Fuß; da darf man sich nicht beklagen. Trotzdem das Gefühl, ein wenig außerhalb zu sein. Es war dort auch ganz schön neblig, und Schneereste gab es auch noch. Eine etwas andere Welt; sie ist mir wilkommen. Von der Autostraße und der Eisenbahn habe ich kein Geräusch gehört, was ich eigentlich erwartet hatte. Wenn es nicht neblig is, soll man ab dem Balkon die Altstadt sehen. 
 

Obdachlos?

Hmm, die Oberhessische Presse hat heute überhaupt keine ansprechende Wohnunganzeigen, und Immobilienscout auch nicht. Soll ich allmählich in Panik geraten? Wenn daß so weiter geht, muß ich noch unter einer Brücke schlafen. Aber die Lahnbrücken sind wenig beeindrückend.
 

Archiv "Ortswechsel" (aus einem früheren Blog)

Dienstag, 26. September 2006, Iglesias, Sardinien
Acht Jungs um die 15 Jahre spielten Fußball im Stadtpark. Dann geriet der Ball in einen Baum. Die Acht hielten Rat, warfen vergebens mit Gegenständen, liefen weg und blieben weg. Keiner kam auf die Idee, in den Baum zu klettern. Der Ball steckte auf 4, 5 Meter Höhe, mehr nicht, und der Baum sah gut erkletterbar aus. Fast hätte ich ihnen angeboten, das Ding zu holen. Aber so etwas habe ich seit vierzig Jahren nicht mehr getan, und ich fürchte, daß der Körper nicht mehr mitwirkt.
Der deutsche Faschismus hat meines Wissens nur häßliches hervorgebracht. Beim italienischen Faschismus war das aber anders. Das Eingangstor des Campo Sportivo Monteponi in Iglesias sieht schon appetitlich aus. Finde ich wenigstens. Vielleicht haben ältere Italiener schlimme Assoziationen an diesem Stil. Aber wenn man dem Ding an Sich unbedarft gegenüber stehen kann, muß man sagen: lecker! Ich hatte diesen Stil zum ersten Mal in Tripoli (Libyen) kennen gelernt.

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Montag, 25. September 2006, Cagliari, Sardinien
Zum ersten Mal mit so einer Billigfluglinie geflogen, ab Stuttgart. Ich muß sagen, es war in Ordnung. Die Befürchtung, daß der ganze Flieger voller johlenden Badetouristen sein wurde, mit Mützchen und so, hat sich nicht bewahrheitet. Etwas weniger Beinraum und kein Brötchen. Nun, auf das Lufthanseatische Brötchen kann ich gerne verzichten. Alles andere nimmt man gerne hin, in Anbetracht des lächerlich niedrigen Preises. Die gängigen Fluggesellschaften fliegen nämlich nicht direkt nach Sardinien, und bei Umsteigen in Mailand oder Rom geht der Koffer garantiert verloren.
Cagliari ist eigentlich das Bratislava des Mittelmeers, also der Inbegriff einer Stadt wo ich nun wirklich nichts zu suchen habe. Und gerade deshalb bin ich nicht gleich nach Nordsardinien, wo ich etwas zu tun habe, sondern wollte ich diesen kleinen Umweg machen. Seit meiner Kindheit suche ich immer nach Sinnfreies.

Mittwoch, 13. September 2006, Jetlag
Die Gedanke, nach San Francisco fliegen zu müssen, wo ich für eine Konferenz eingeladen bin, und dann wieder zurück, ist mir zuwider. Ohne Zweifel werde ich nach so langem Flug kaputt sein, besonders nach der Zurückreise.
Aber nein, darum geht es doch gar nicht. Wie wäre es denn, wenn ich nach Bangkok oder Kuala Lumpur eingeladen worden wäre? Das ist auch zehn, zwölf Stunden fliegen, und der Jetlag würde mich kein Augenblick beschäftigen!
Im Grunde genommen sind es die Vereinigten Staaten, die mich anekeln. Ich will nicht nach Amerika. Dieser Kontinent hätte von mir aus unentdeckt bleiben können.
Kommentar:
Bin nicht hingeflogen, 4.2.2007

Sonntag, 2. April 2006, Neckar
Ein bißchen mit Freunden am Neckar gewandert.
Schöne Augenblicke:
- Überfahrt mit Fähre (Ruderboot) bei Neckarhausen
- Dilsberg, liebliche kleine Ortschaft innerhalb von Mauern. Ausblick.
- Schönes Essen in Gasthof Linde in Dilsberg. Gasthof ohne den Anspruch der ‘gehobenen’ Küche, aber hervorragend! Auch der Wein und der Kaffee prima.

Sonntag, 4. September 2005, Babenhausen
Babenhausen (Hess). Ein Städtchen, das vieles hat: Stadtmühle, Teile der Stadtmauer, Reste von Türmen, viele Fachwerkhäuser und ein Schloß. Das Schloß ist schön, aber verfallen: man riecht die verfaulten Fundamenten; eine Grundsanierung ist nötig. Das Übrige ist in guter Verfassung. Aber was fehlt in diesem Städtchen ist Selbstvertrauen, der Wunsch zur Selbstdarstellung. Mit diesen Attributen hätte es doch viel mehr aus sich machen können?

Sonntag, 28. August 2005, Amsterdam
Als ich vor neun Jahren nach Deutschland kam, fiel mir als negatives Merkmal auf die deutsche Neigung, im Gespräch alles persönliche auszuklammern. Wo ich jetzt in Amsterdam gerade das Gegenteil erlebt habe, ist aber das wieder gewöhnungsbedürftig. Es fing schon an im Hotel, wo der freundliche und aufmerksame Frühstückskellner mir allerhand persönliches abgefragt hat. Beim Verleger war es noch ausgeprägter. Er hatte mich gestern nicht in sein Büro, sonder abends bei sich zu Hause eingeladen, zum Abendessen, das er selbst kochte. Seine Frau war auch da und noch ein Fachbruder/Übersetzer. So aßen wir zu viert; inzwischen wurden noch zwei junge Teenager betreut. Das roséweinübergossene Tischgespräch war ein zunehmend heiteres Gemisch aus persönlichem und ... nein, geschäftlichem noch nicht; das mit dem Vertrag wird noch separat kommen. Aber in verspielter Weise wurde auch das Buch entworfen, das ich ihm bieten könnte und das er haben will. Leichter und lustiger als ich es mir vorgestellt hatte darf es werden; die Idee, die letztendlich ich vorgeschlagen habe, als ich meine Scheu etwas abgelegt hatte, ist dann doch nicht eine Sammlung Aufsätze, sondern eine Art Pseudo-Enzyklopädie über arabisches, nahöstliches und islamisches. Als Muster schwebte mir eine schweizerische Zeitschrift vor Augen, ‘du’ hieß die glaube ich; eine Nummer von zwei, drei Jahren her, die ich natürlich nicht mehr habe. Ist auch egal; es muß ja nicht genau so aussehen. Es soll ein überraschendes, austricksendes Ding werden, eine Entschärfung, mit viel zum Lachen. Nicht noch mal dasselbe, was schon in den Islameinführungen steht, die auch in Holland haufenweise in den Läden liegen (übrigens dort auch auf Englisch). Aber schon sehr gut untermauert natürlich, denn kontrovers wird es fast selbstverständlich. Über den Kopftuch/Schleier, ein Thema, das mich allmählich wirklich ankotzt, gedenke ich zur Abwechslung mal ein Lemma über den Schleier als Männertracht anzubieten; den hat es ja auch gegeben. Das Ding müßte ja eh öfter von Männern getragen werden; und von Frau Merkel natürlich. 250 Seiten darf ich vollschreiben, in zwei Spalten. Es darf sogar illustriert sein. Na also.
Es gibt auch schlechtes in Holland: die Bausubstanz, das Brot, die Enge, die U- und Straßenbahnen. Aber die Menschen, die ich jetzt getroffen habe, sind frei, offen, konstruktiv. Sehr angenehm.
Über Holland sollte das Buch dann eventuell nach Deutschland importiert werden. Ich hatte ja kürzlich ein hohes Verlagstier in Frankfurt gefragt, ob ein leichtsinniges Buch über islamisches usw. hier in Deutschland überhaupt eine Chance hätte. Die Antwort kam prompt: nein, wenn es von einem Deutschen geschrieben ist nicht; aber schon wenn es aus einer anderen Sprache übersetzt wird!

Samstag, 27. August 2005, Amsterdam, noch etwas
Holland sieht momentan reich aus, alles glänzt und ist oder wird gerade erneuert und erfrischt und erweitert. Auch hier gibt es das Problem der stagnierenden Binnennachfrage, aber die Regierung will 2.5 Milliarden zur Verfügung stellen um etwas daran zu tun. Nach deutschen Verhältnissen hochgerechnet wären das 12,5 Milliarden! So etwas kann man sich in Deutschland gar nicht mehr vorstellen.
Inzwischen sind die Preise sehr hoch; es ist schon fast Norwegen.

Samstag, 27. August 2005, Zandvoort, NL
Ein herzhaftes, lebensfrohes Licht herrscht hier am Meer, aber kritisch ist es auch: es vertuscht kein Verfall, keine Armseligkeit. Kurvige Wolken zum Reinbeißen, in schneller Abwechslung vorbeikommend.
Meinen alten Freund W. besucht, der Zandvoort als sein Alterssitz gewählt hat. 82 Jahre alt ist er jetzt und von mehreren Qualen geplagt. Er meinte selbst, daß es jetzt schon sehr deutlich abläuft. Aber welch eine Lebenslust noch! Sein Buch will und wird er wohl noch zu Ende schreiben; danach kommen, wenn es nach ihm geht, noch persönliche Memoiren. Sexuell ist er auch noch aktiv, wie er mir anvertraute.
Bin mit W. mit einkaufen gegangen. So kamen wir in einen Gemüseladen, wo mindestens zwanzig Behälter mit Gemüse und Obst standen, die mehr oder weniger vorbereitet waren. Die Kartoffeln waren geschält, die grünen Bohnen waren gereinigt und geschnitten, Salate und Obstsalate waren fertig, verschiedene Eintöpfe standen Mikrowellefertig, und so weiter. Hier hat wohl niemand Lust, selbst in der Küche tätig zu werden.

Samstag, 12. Februar 2005, Zittau
Heute regnet es stark, und es wird nicht mehr aufhören. Es gibt so Tage. Was soll ein Tourist dann machen? Jawohl, ich habe trotzdem mit Regenschirm einen Stadtspaziergang gemacht, aber es war richtig kalt. Lange Kaffee getrunken. Läden und Kaufhaus geguckt. Das ist Unsinn, denn die gibt es zu Hause auch. Idee: eine Zugfahrt! Also nach Zittau, das ist mal was anderes.
Ein kleiner privater Zug, modern, tadellos, warm. Die Landschaft ist nicht spektakulär, aber es macht mir noch immer Spaß, die Welt aus einem Zugabteil zu beobachten. Und interessant wurde es dann doch noch: die Trasse wechselt zwei Mal den Ufer. Die Neiße ist nicht breit, aber Uferwechsel bedeutet, daß man in Polen ist. Dort gibt es gleich mehr Schnee, so scheint es, mehr Schmelzwasser auch. Riesige Schlammfelder bei den Gehöften, die an russische Romane erinnern, wenn sie das Tauwetter beschreiben. Die Landschaft ist wilder, nicht so gekämmt. Zusammengesackte Höfe und Scheunen; eine evangelische Kirche, die nur noch Skelett ist. Insoweit Wohnungen neu angestrichen worden sind, hat man Farben gewählt, die wir uns gar nicht vorstellen können. Dunkelminz? so in etwa.
Ein Halt: Krzewina Zgorzelecka, bitte sehr. Es ist nichts anders als der Bahnhof des deutschen Dorfes Ostritz, das ganze 50 Meter weiter am Westufer liegt. Auf dem Bahnsteig stehen ein deutscher Soldat und eine polnische Soldatin und kontrollieren den Ausweis des achtzehnjährigen Mädchens, das hier aussteigt.
Dann Wald, und dann kommt schon Zittau. Vor der eigentlichen Stadt erst mal viele DDR-Wohnblöcke der besseren Sorte.
Bei diesem unglaublichen Sauwetter reicht mir ein Stadtrundgang von einer Stunde, und das ist verrückt genug. Um 15.07 werde ich wieder zurückfahren. Das Ende der Welt, oder wenigstens Deutschlands; obwohl kleine Dampfzüge (ja, wirklich!) die Existenz noch entlegener Welten andeuten.
Zittau hat eine lange Bahnhofsstraße und das ist sichtlich ein Problem bei der Sanierung der Stadt. Bahn fahren hat keine Konjunktur, in dieser Ecke schon gar nicht; darunter leidet auch die Bahnhofsstraße. Sie ist längst nicht mehr Toplage. Görlitz hat dasselbe Problem, aber nicht ganz so schlimm.
Die kleine, aber attraktive Innenstadt ist besser daran, wenn auch einige gaffende Lücken und bankrotte Läden, sogar am Hauptplatz, zeigen, daß sie sich noch nicht ganz in die Zukunft hinüber gerettet hat. Die Reliefbuchstaben ‘Singer’ an dem Nähmaschinenladen sehen so aus, als ob sie dort in den Dreißigern eins für allemal angebracht waren.
Auch hier wird der Erneuerungsimpuls von der Lage an der Grenze ausgehen müssen, diesmal nicht nur mit Polen sonder auch mit Tschechien. Dreiländereck, der Kanzler hat es ja bei der Osterweiterung besucht. Aber was liegt jenseits dieser Grenzen? Wenn es nur Wälder und Bergen sind, bringt es auch nichts.
Hier gibt es tatsächlich einige Grenzdebilen, die mich gereizt angaffen. Aber die sind schon älter und werden nicht handgreiflich werden. Alle starken Jungs sind wohl beim Dreiländer-Boxturnier, das laut Plakaten gerade jetzt stattfindet. Mit den slawischen Nachbarvölkern findet man schon noch eine gemeinsame Sprache.
Wer in Zittau mal pinkeln muß, und wer muß das nicht bei dieser nassen Kälte, findet verrottete Ruinen und Innenhöfe zuhauf, wo er mal reingehen kann. Ein schöner Ort für eine geile Nummer wäre das, so eine alte Schmiede, aber niemand da.
Das Wetter ist heute nicht mehr zu retten. Warum nicht einfach zurück nach Görlitz ins Hotel, die Badewanne vollaufen lassen, mir einen herunterholen und den Rest des Mittags mit Coetzee, Waiting for the Barbarians verbringen? Abends dann ein feines Essen im Hotel, was wohl auch das beste Restaurant der Stadt hat. Luxe, calme et volupté, jedoch in umgekehrter Reihenfolge.

Samstag, 12. Februar 2005, Görlitz
Görlitz ist schön! Das fängt schon beim Bahnhof an, aber die ganze Stadt ist sehenswert. Ein Ensemble richtig schöner Häuser, nicht alles Prachtbauten, auch normale Wohnhäuser von früher. Das sonnige Wetter hilft, mich zu verführen. Wenn ich Arbeit oder sonst einen Vorwand hätte, würde ich hier sofort einziehen.
Sehr niedrige Mieten und sonstige Preise, verführerische Luxusgüter sind nicht vorhanden, einkaufen in Polen: Da lebt es sich gut in Görlitz, auch mit Ostgehalt!
Keine Spur von Reserve Ausländer gegenüber. Nur altmodische Freundlichkeit gespürt, die wohltuend mit der abgebrühten Gleichgültigkeit im Westen kontrastiert.
Wenn ich aus meinem Hotelfenster schaue kann ich den Neißefluß selbst nicht sehen, aber eine Schlucht und dann gleich den anderen Ufer, noch nicht mal 50 Meter weg. Dort ist Polen, das will ich auch noch sehen. Ein Drama für die Stadt, diese Zweiteilung.
Görlitz will sich bewerben als Kulturelle Hauptstad 2010, zusammen mit Zgorzelec an der polnischen Seite. Die Stadt ist vielleicht etwas klein um das zu tragen, aber die Idee dahinter ist hervorragend, denn richtig europäisch! Hier liegen natürlich die Chancen für diese Gegend: die Eröffnung der polnischen und tschechischen Grenze. Wie die Broschüre es sagt: From the middle of nowhere to the middle of Europe. Die Losung stimmt, aber man soll rhetorisch sehr vorsichtig sein. Tatsächlich lag Görlitz früher an der Hauptstraße von Kiew nach Santiago; na, schau mal an. Die Assoziation mit Europakarten in Annoncen für neue Gewerbegebiete soll aber vermieden werden; man kennt sie: Unterhammelbach genau in der Mitte, und von daraus Pfeile nach London, Paris, Rom und Sankt Petersburg.
Ist das ganze nur die Idee eines klugen Oberbürgermeisters? Nein, es sieht so aus, ob die Bevölkerung auch stolz ist auf ihre Stadt.
An die kulturelle Hauptstadt glaube ich weniger, seitdem ich auch die polnische Seite gesehen habe. Kultur, wieso? Ganze drei Stunden habe ich es dort ausgehalten. Leichter Ärger an der Grenze, obwohl ich doch voll überschreitungsberechtigt bin.
Aber dort auch gesehen: Ein Vater mit Töchterchen will zu Fuß nach Polen. Offensichtlich hat er für das Mädchen keine gültigen Papiere. Er will aber nur ganz kurz herüber, um Zigaretten zu holen. Er fragt ob er das Kind kurz bei dem Zollbeamten lassen kann. Der Beamte läßt sie ganz freundlich in sein Häuschen; der Mann rennt herüber und kehrt in wenigen Minuten mit Zigaretten zurück.
So ein Europa mag ich.

Zgorzelec ist nichts anderes als Görlitz-­Ost. Die mindere Seite der Stadt, so wie das oft der Fall ist bei Städten, die an einem Fluß liegen: ein Ufer ist der richtige, der andere verloren. Unkaputtbare deutsche Vorstadthäuser, 1890–1940, aber arg verkommen. Wer jetzt noch einen Film über die DDR drehen möchte, muß nach Polen. Polnische Handwerker haben halb Deutschland renoviert; wenn sie dann endlich nach Hause kommen, sind sie bestimmt zu müde, noch mal bei sich selbst anzufangen. Das einzige gründlich sanierte und gut aussehende Haus das ich gesehen habe, ist ein Bordell.
Jämmerlich ist der Anblick mißratener sozialistischer Wohnblöcke aus den Siebzigern(?). So schlimm war die DDR nie.
Zgorzelec hat kein Herz; kein Wunder, das Herz war ja Görlitz. Jedes Haus in der Nähe des Grenzübergangs ist ein Laden. Weil alles dort billiger ist als in Deutschland kaufen die Deutsche dort ein. Tabak, Waschpulver, Benzin; weiterhin gibt es viele Frisöre und Zahnärzte. EDV-Dienstleistungen, wahrscheinlich auch sexuelle Dienstleistungen, aber die sieht man tagsüber nicht.
Die vulgäre Stimmung des Einkaufens bei großem Preisgefälle. Nach einigen Jahren EU werden die Preise sich angleichen, wie in Südeuropa, und dann ziehen die Zahnärzte wieder weg. Aber davon wird Zgorzelec auch nicht besser. Aus polnischer Sicht ist es wahrscheinlich eh ein Kaff, ein Exil am Rande der äußersten Finsternis.
Kurzum, zur kulturellen Hauptstadt hat Zgorzelec wenig beizutragen. Die Bewohner haben aber wunderbare Chancen. Wo sie früher in eine toten Ecke wohnten, leben sie jetzt neben einer größeren deutschen Stadt, an der sie sich bereichern können, sowohl finanziell als sonstwie.
Es gibt auch viele Sprachschulen. Kluge Zgorzelecker lernen jetzt Deutsch, selbstverständlich. Ich bin aber gespannt, wieviel Görlitzer jetzt Polnisch lernen. Viele werden es nicht sein. Polnisch ist bei weitem keine Prestigesprache, und sogar Englisch halten Deutsche für kaum zumutbar.
Die polnischen Frauen sehen schick oder sexy aus, oder beide; die Männer dagegen proletarisch. Vielleicht sind sie nicht alle Proletarier; es kann eine Sache der Selbstgestaltung sein, ein Trend im life style: Macho-Verhalten nach Arbeiterart. Nicht das Penner und/oder Gangster-Modell, das im Westen grassiert.
Wohlig müde, nach noch einem überlangen Stadtspaziergang könnte ich so einschlafen. Vielleicht soll ich das einfach machen; ich habe doch auch das Recht, mal ganz nichts zu tun?
Warum finde ich Görlitz so schön? Weil es schön ist natürlich, Idiot! Viertausend denkmalgeschützte Häuser, das ist nicht wenig. Und dazu noch die wunderbaren Straßen aus der Gründerzeit.
Der tiefere Grund ist wahrscheinlich, daß ich schon alt bin und hier die fast perfekte Bürgeridylle zurückfinde. Ein schickes Städtchen ohne Häßlichkeit. Alles sieht so aus wie früher, so wie meinesgleichen es gerne hat: keine DDR-Baukatastrophen, kein MacDonald oder andere Mißtöne kapitalistischer Natur. Sogar das Kaufhaus sieht gut aus. Aber es ist doch nur ein Dekor? Da drinnen wohnen Menschen mit schmerzhaften postbürgerlichen Erinnerungen, mit Internet, Handy, VW, Reizwäsche aus Polyester und Topflappen von Tschibo.
Eine Illusion aus 1912 oder 1928, ‘als alles noch gut war’? Vergiß es!

Freitag, 11. Februar 2005, Bautzen
Im Zug. Der Zug fährt schnell, aber Deutschland ist groß, es dauert Stunden bevor ich in Sachsen bin. Es sind nicht viele Reisende da, gerade was ich zum Übergang brauche. Der Zug ist wie ein Tunnel, in dem der Reisende nirgendwo ist. Schön aussehende, aber für mich bedeutungslose Landschaften schieben vorbei; auch Kaffee kommt vorbei. Beim vorigen Besuch an Ostdeutschland, fünf Jahre her, war es noch die Kunst, genau festzustellen wo die alte Grenze war. Jetzt geht das nicht mehr; wahrscheinlich ist sie nur für Eingeweihte noch sichtbar. Die Frage hat auch seine Relevanz verloren.
Ein Nickerchen gefällig? Dann klappe doch mal die Lehne zurück. Alles ist erlaubt, es ist Urlaub, wenn auch mein Kopf noch nicht abschalten kann und sich fragt ob ich nicht mal eine andere Stelle brauche. Bin ich dafür wirklich schon zu alt? Irgend jemand kann vielleicht noch meine Kenntnisse brauchen, und ich reiche sie auch gerne weiter. Aber der Unterricht belastet mich allmählich zu schwer. Es müßte etwas ruhigeres sein.
Ich bin hier ganz allein, und ich will und muß das sein, diese paar Tage. Eventuelle Gespräche an einer Bar oder ein Telefonat werden das allein sein nicht unterbrechen.
Der Wunsch allein zu sein hat auch mir der Arbeitsdruck zu tun. Immer bin ich mit Menschen beschäftigt, so daß in meiner Freizeit der Wunsch aufkommt, mal keine Menschen zu sehen. Oder nur ganz wenige Menschen, der eigenen Wahl.
Dekadent, westlich? Wahrscheinlich. Im Nahost muß man Tag und Nacht zur Verfügung der Familie, der Freunde, derjenigen von denen man sicht etwas erhofft stehen, und Stippvisiten gibt es nicht. Das Beste in Westeuropa ist nicht die Freiheit des Konsums, darauf pfeife ich, sondern die Freiheit des nicht abgezwungenen Umgangs.
Der Mann der im Zug reinemacht ist ein junger Sachse, solide, fröhlich, offensichtlich zufrieden in seinem Job. Im Westen wäre das wohl ein Ausländer gewesen.
Daß H. mich anruft, tut mir gut. Es gibt immer wieder Aussichten auf Erneuerung, wenigstens im privaten Bereich. H. hat angerufen, ein nettes, warmes Gespräch. Purer Luxus; ich kann auch ohne, aber es war nett.
Ob es mit einem anderen Job noch klappen würde? Irgend etwas mit Terrorbekämpfung vielleicht, aber nicht im Außendienst. Das erste Mal seit zehn Jahren lese ich die Stellenannoncen in Der Zeit durch. Viel steht nicht drin; das war früher mal anders.
Oh la la, Bautzen hat es in sich. In Prinzip. Was für ein schönes Städtchen! Im Westen wäre das längst ein ‘Ausflugsziel’ geworden. Aber hier? Der berühmte Dom hat auf von 11–12 Uhr, ‘nach Voranmeldung’. Die Kneipen und Läden sehen einladend aus, aber Kundschaft haben sie nicht. Gut, das Wetter ist miserabel. Und die Einwohner haben bestimmt andere Sorgen als die Förderung des Tourismus. Inzwischen ist doch die Stadt recht schön restauriert; in der Innenstadt brauchen nur noch einige größere Häuser Sanierung. Und ein paar Nebenstraßen.
Von Ausländerhaß oder Skinheads keine Spur. Die Sächsische Zeitung schreibt politisch sehr korrekt. Die Preise sind recht niedrig; mit einem Ostgehalt läßt es sich hier doch gut leben?
Das meiste Leben findet man hier in der zweistockigen, überdachten Ladengalerie, groß und gut. Es war wohl ein Planungsfehler, die 50 Meter von der Altstadt zu errichten, die selbst auch ein recht großes Einkaufsareal hat und jetzt ausgelaugt wird. In dieser Modernität einkaufen und Kaffee trinken, das will man offensichtlich. Wenn das den Leuten wirklich gefällt, dann sei es so; aber diese ganze Galerie kann auch die Aufdringlichkeit eines Projektentwicklers gewesen sein, in einer Zeit, daß man der Bevölkerung noch alles andrehen konnte.
Aber vielleicht mögen die Bewohner diese alten Gebäude gar nicht. Das war nämlich der Fall in Quedlinburg. Ein monumentales Städtchen, Weltkulturerbe, aufwendig restauriert; wohl mit viel Geld vom Bund. Einzug von Kunstgalerien und Antiquariaten, schicke Cafés usw., aber die Bevölkerung paßte nicht so dazu; sie war verärgert und hatte keine Lust, sich verdenkmalschützen zu lassen.
Kommentare
Julia am 4. Juli 2005 um 17:45
Sehr toll geschrieben und ziemlich auf den Punkt gebracht. Echt fettes Lob.
am 9. Juli 2005 um 02:58
Danke, Julia!


 

Archiv "Schreiben" (aus meinem ältern Blogg)

Donnerstag, 13. Oktober 2005, Tippfehler
Wenn ich einen Text eingebe oder einfach nur so vor mich hinkritzele, mach ich unendlich viele Tippfehler. Die Sekretärin korrigiert die dann später. Weil ich keine habe, spiele ich meine eigene Sekretärin. Das ist auch eine Arbeit, aber eine leichtere als das eigentliche Schreiben.
Meinen ersten Computer kaufte ich 1986. 9000 DM hat das Biest damals gekostet. Seitdem hat die Zahl meiner Tippfehler stetig zugenommen. Ist es bereits das Alter? Ich glaube nicht; es ist vielmehr ein großes Freiheitsgefühl.
Als das Tippen noch mit der Schreibmaschine ging, kam es darauf an, so wenig Fehler wie möglich zu machen. Eine falsche Buchstabe, oder auch zwei, das war noch korrigierbar mit dem Korrekturband. Wenn aber ein ganzes Wort vergessen war, mußte man die ganze Seite neu tippen. Das war eine schwere Strafe, besonders wenn die Texte mehrsprachig waren und auch Kursivschrift enthielten, was ein stetes Auswechseln der IBM-Buchstabenkugel erforderte. Man tippte also lieber fehlerlos. Aber der Preis dafür war ein gewaltiger Arbeitsstreß. Der ist ganz abwesend beim PC, wo Fehler ja völlig unwichtig sind. Fehlerlos tippen könnte ich wahrscheinlich noch immer, aber ich will nie mehr diese Anspannung spüren. Die spätere kleine Korrekturrunde ist dabei ein Kinderspiel.

Freitag, 30. September 2005, Schreibgerät
Noch immer bietet die Elektronikindustrie nicht an, was ich haben möchte. Ich wünsche mir eine kleine, einfache elektronische Schreibmaschine für unterwegs. Zwar habe ich einen Laptop, aber der wiegt glaube ich fast drei Kilo. Es gibt auch Laptops zu anderthalb Kilo, aber das ist mir noch zu schwer. 365 Gramm bin ich bereit mitzuschleppen. Überdies können die Laptops zu viel. Ich will unterwegs nur tippen; kein Internet, kein Office, kein Bill Gates. Wenn ich wieder zu Hause bin, pumpe ich meine Texte gerne per Kabel oder Gartenschlauch in den großen Computer herüber; das muß ja gar nicht über Funk geschehen. Es gibt Handies (nein, Handys; sprich Händüs?) mit vollständiger Tastatur; das geht in die Richtung, nur ist die Tastatur so klein, daß man sie für mehr als ein Paar Sätze nicht benutzen kann. Ein Ding in der Größe von einer Fünferpackung große Zigarren will ich, das in die Länge ausgeklappt werden kann. Eine brauchbare Tastatur hat nun mal eine gewisse Breite. Zederholz muß nicht sein.
Früher habe ich immer mit dem Füller geschrieben, aber der Computer hat mich verändert. 

Montag, 5. September 2005, Schreiben, neu
Jetzt gibt es etwas Eigenartiges. Ich arbeite an dem neuen Buch, plane, ordne, schreibe ab und zu Teile, es geht gut. Da plagt mich aber das Gefühl, daß ich nicht arbeite. Diese Art von Arbeiten war doch immer leiden? Aber ich leide jetzt nicht; es macht mir sogar Spaß.

Donnerstag, 1. September 2005, Schreibangst, noch/wieder?
Der Artikel, den ich schreiben mußte und der mich so lange beschäftigt und gelähmt hat, ist längst weggeschickt. Vielleicht ist es nicht gut geworden, was weiß ich. Im September bekomme ich Druckbogen; dann habe ich noch die Gelegenheit, die schlimmsten Schwachstellen auszubessern.
Aber das Schreiben geht weiter, und eine bescheidene neue Lähmung macht sich schon bemerkbar, obwohl die jetzt noch als Urlaub zu tarnen wäre.
Was steht jetzt an? Ein Paar kurze Beiträge für das Literatur Lexikon, auf Deutsch sogar. Das werde ich schon noch hinkriegen.
Dann aber das Buch, das ich dem holländischen Verleger versprochen habe. Darauf habe - hatte? - ich richtig Lust.
In den nächsten sechs Wochen habe ich dafür Zeit, also schreibe es jetzt! Habe doch schon wieder einige Zeit verplempert. Die Arbeit ist längst nicht so schwer wie der Artikel; sie sollte sich eher wie die am Weblog anfühlen, was gar keine Arbeit ist!
Ich habe nun mal Schreibangst, oder nennen wir es allgemeiner: Leistungsangst. Die soll irgendwo hin, und die Gefahr besteht, daß sie sich an ein neues Projekt haftet, egal welches. Andere Beschreibung: ich habe auf etwas Lust, verwandle die Lust dann in eine Pflicht, die ich darauf dringend sabotieren muß. Hauptsache, ich bringe nichts zu Stande. Schön wäre es, wenn ich mich diesmal austricksen könnte. Z.B. indem ich dieses ganzes Ding nicht an mein Lustprojekt kupple, sondern an etwas anderes, an eine andere Pflicht.

Montag, 16. Mai 2005, Versagt?
Es ist 9.45 und ich habe gerade unaufgefordert einen 550 Wörter langen Beitrag für eine Tageszeitung geschrieben und eingeschickt. Er wird wohl gedruckt werden, weil man mich dort kennt.
Warum? wo ich doch heute meine letzte Kräfte hergeben soll für den anderen Artikel, den ich wirklich schreiben muß, und der noch immer nicht fertig ist? Wahrscheinlich gerade deshalb. Die Pflicht kotzt mich so an, daß ich mir eine Prise Freiheit genommen habe. Weil ich schon seit Tagen schreibe, war ich richtig in der Stimmung und kam das Ding für die Zeitung schnell voran. Wenn ich es jetzt durchlese, find ich es gut.
Der Liefertermin für meinen großen Artikel, also heute Abend, ist nicht mehr erreichbar. Ich muß noch vier DIN A4 Blätter voll machen, und dann noch die Schlußredaktion, Englisch-Korrektur usw.
Also muß ich, sobald Amerika aufwacht, Jane anrufen. Ich vertraue, daß sie als erfahrene editor klammheimlich noch einen extra Termin hinter der Hand hält. Wenn nicht, dann sitze ich in der Bredouille, was immer das auch sei; oder ich muß (wie die Deutschen zur Zeit der Kohlenheizung?) Asche auf mein Haupt streuen. Das wäre jetzt Schade, denn der Artikel wird doch recht gut.
Sei mal ehrlich: findest du es nicht herrlich, Jane dein Versagen mitteilen zu müssen? Dann kann sie dir wieder vergeben.

Sonntag, 15. Mai 2005, Schreibangst, Reste
Es mußte noch ein Artikel gelesen und eingearbeitet werden. Gestern schien das eine Riesenaufgabe, weil der Stoff mir äußerst schwierig vorkam. Heute morgen jedoch habe ich das Ding beim Frühstück gelesen; es war weder besonders schwer noch wichtig. Also, hier hatte keine Schreibangst vorgelegen, sondern ein plötzlicher Verlust des Selbstvertrauens. Aber das war schon der Punkt gewesen, wo die Stagnation einsetzte.
Andauernd hüpfe ich von Absatz zu Absatz. An einer gewissen Stelle wird die Spannung zu groß, oder das Selbstvertrauen schrumpft. Dann schreibe ich an einer anderen Stelle schnell weiter. Oder es ist wieder die Sache mit der Pflichtarbeit. Jetzt ‘muß’ ich Absatz X zu Ende schreiben; das ist meine Pflicht und daher  unerträglich. Also überrasche ich mich und gönne mir auf einmal das Weiterarbeiten an Absatz Y, der in dem Augenblick nicht wie eine Pflicht anmutetet.
Alles Selbstbetrug, aber so lange es funktioniert…
Kommentare  Helen Berg: am 17. Juli 2005 um 13:17
Das ist eine der interessantesten Seiten, die ich je im Netz gefunden habe.
Ich habe aus Spielerei „Schreibangst“ eingegeben, weil ich spüre, dass ich Geschichten schreiben muss, wenn ich nicht innerlich zugrunde gehen will und es aber nicht tue, wahrscheinlich weil ich Angst davor habe, das Ergebnis könnte schrecklich sein.
Mir gefällt die Ehrlichkeit dieser Seiten und gefallen auch viele Gedanken, wie z.B. dass Europa auf den dritten Rang (oder wer weiß schon genau wohin) wirtschaftlich gesehen rutschen wird . ich nehme an, du hast eher einen globalen Blick auf die Dinge, den ich oft in meiner Umgebung vermisse.
Und ich finde es interessant so eine seite zu gestalten. Machst du das selber?Was für eine Bedeututng hat so ein Sicherheitscode? 
Ich: am 20. Juli 2005 um 01:53
Bei Schreibangst ist gerade ein Weblog ideal. Es passiert nichts, daß man befürchten muß; zur gleicher Zeit kann man ein bißchen probieren, wie es wäre, wenn man in die Öffentlichkeit treten würde. Das fühlt sich doch anders an, als auf dem eigenen Notizblock zu kritzeln.
Und sollte das Ergebnis tatsächlich schrecklich sein: einfach wieder aufhören. Nichts gewesen, niemand zu Schade gekommen. Aber nicht zu schnell aufgeben; man soll sich schon eine längere Testperiode gönnen.
Die Gestaltung eines Weblogs wird größtenteils von dem Anbieter vorgegeben. Mann kann aus verschiedenen Mustern wählen und bloß noch seien Texte in die Vorgabe „gießen”; es ist ein Kinderspiel, und dazu kostenlos.
Die Frage über die „Sicherheitscode” verstehe ich nicht. 


Samstag, 14. Mai 2005, Schreibangst?
Gibt es sie noch, die Schreibangst? In den letzten Tagen weniger, unter dem absurden Termindruck verdrückt sie sich. Keine Zeit für Angst. Was aber noch immer nicht gelingt, aber vielleicht ist das gar nicht schlimm, ist morgens früh gleich mit der Arbeit anzufangen. Eigentlich fange ich erst um zwölf Uhr Mittags richtig an. Ich stehe früh genug auf, daran liegt es nicht. Der Morgen ist aber für mich, nicht für die Pflichtarbeit. Zeitung lesen, Korrespondenz, herumlungern, gedankliche Vorbereitung auf das, was ich heute schreiben soll, aber ich schreibe gelegentlich auch Sachen die ich nicht schreiben muß, sondern will. Gerade heute früh ein Miniaufsatz über Kolonialpolitik; vielleicht ist es nichts wert, aber mir war danach. Der Morgen ist für mich, ob das nun erlaubt ist oder nicht. Erst wenn das Ich ausreichend gestärkt und gepflegt worden ist, kann ich mich mit etwas Selbstvertrauen an die Pflichtarbeit setzen. Das Ergebnis ist, daß ich dann bis Mitternacht daran sitzen muß, aber das stört mich nicht.
Pflichtarbeit ist ein lästiger Begriff. Weil niemand mir Befehle erteilt, hat jede Pflichtarbeit einmal als freiwillige Arbeit angefangen. Eine Redaktion, ein Verlag fragt, ob ich etwas schreiben will. Ich stimme zu, wenn das Thema mich interessiert, und freue mich auf die Arbeit. Wenn ich aber eine Zeit lang daran/darauf sitze, wird es eine Pflicht. Es gibt einen Liefertermin, es gibt Erwartungen und Bedingungen. Dann will ich nicht mehr; aber dann muß es.
Gestern wollte ich um sieben Uhr mit einigen Leuten essen gehen. Es ist klug, an Arbeitstagen wie diesen eine angenehme Ablenkung zu organisieren. Der Mensch ist ja keine Maschine; etwas Erfreuliches muß sein; um so mehr weil noch einige weitere Tage Hausarrest folgen. Kurz vor sieben geriet ich in einen Arbeitsrausch, natürlich gerade weil ich diesen Termin hatte. Dann wurden in ganz kurzer Zeit einige Absätze fertig, über die ich recht zufrieden war. Als ich sie nach dem Essen jedoch wiedersah, fand ich sie nicht gut. Wenn ich nun wirklich ein Grübler wäre, würde ich darunter heftig leiden; tue ich aber nicht. Einfach wo anders anfangen; ich hüpfe ja eh von Thema zu Thema, von Absatz zu Absatz, und irgendwann gibt es mit Gottes Hilfe ein Ganzes.

Sonntag, 8. Mai 2005
21.30. Die Schreibangst hält sich momentan in Grenzen. Ich kann sie mir auch kaum noch leisten, denn der Liefertermin steht fest. Dann habe ich noch Glück, daß nächste Woche Pfingsten ist, dann kommt noch Pfingstmontag dazu. Vielleicht bin ich am Dienstag krank ... .
Ein zentraler Teil des Artikels wird heute fertig werden. Allerdings nicht in Schlußredaktion, denn der ganze Abschnitt ist brandneu. Typisch ich: ich hatte total vergessen, diesen Abschnitt zu schreiben! Aber es wird.
Merkwürdig, wie immer, der Tagesverlauf. Erst mal bis 12.00 Uhr vertrödelt, eingekauft, Kaffe getrunken, in einem Roman geblättert. Dann am Nachmittag ein langsamer Start, mit anfangs dünnen Ergebnissen. Jetzt aber läuft es gut. Und wie immer: die Struktur kreiert sich selbst. Es wird um 1.00 fertig werden schatze ich. Oder vielmehr: dann gehe ich ins Bett. Der Rest läuft unter Schlußredaktion.

Sonntag, 1. Mai 2005, Angst vor dem Vollenden
Am 15. Mai muß ich endgültig meinen großen Artikel abliefern. Weil ich den gestrigen Tag völlig verplempert habe und die Zeit jetzt dringt, hat die Seele sich offensichtlich entschieden, mir einen Traum zu senden. Im Traum bot mir meine gute Freundin und Kollegin R. an, mir zu helfen mit dem „Aufbau und der Fragestellung des Artikels“; ja, in genau diesen Wörtern.
Eine Frau, die sich in meine Arbeit einmischt kann ich generell gut gebrauchen. Aber wie kann die Seele so daneben liegen? Denn mit Aufbau und Fragestellung habe ich überhaupt kein Problem! Mein Text ist kristallklar durchstrukturiert und weist eine Fülle von Problemstellungen und Vorschläge zu Lösungen auf. Auch die Angst vor dem Weltpodium, die ich anfangs schon hatte, ist längst verblaßt. Welches Problem bleibt dann noch übrig?
Vielleicht hat der Traumlieferant, der natürlich mit meinem wahren Problem vertraut ist, mir absichtlich einen irreführenden Traum geschickt, damit ich noch mal richtig nachdenke.
Jeden Abschnitt schreibe ich fast zu Ende, das heißt: alles steht darin, was darin stehen muß, und noch etwas mehr, sodaß ich nur noch streichen und etwas schärfer strukturieren muß. Der Feinschliff fehlt, das ist alles. Pro Abschnitt brauche ich dazu ungefähr eine halbe Stunde, mehr nicht, und so eine Schlußredaktion vornehmen kann ich eigentlich gut. Es gibt nur wenige Abschnitte, die noch gar nicht geschrieben worden sind.
Das Problem ist also nicht all zu riesig; warum dann wieder so ein Tag wie gestern? Das war eine Hängepartie: Ziel war erst mal, einen fast fertigen Abschnitt zu Ende zu bringen. Als ich um 20.15 fast so weit war, damit anzufangen, rief C. an: wollten wir nicht irgendwo ein Glas trinken gehen? Ich habe ja gesagt, denn allein zu Hause sitzen und unglücklich sein ist auch ungesund.
Der Grund dieser Lähmung ist: meine beiden Eltern haben mir von Kindesbein an eingetrichtert, daß ich nichts kann und zu nichts tauge. Deshalb kann ich „nie“ etwas zu Ende bringen, etwas fertig schreiben. Daß es manchmal doch noch gelingt, hat mir wenigstens eine halbe Karriere beschert, aber diese hätte erheblich glänzender sein können.
Ich weiß das mit den Eltern schon lange, dank einem Therapeuten. Aber das Wissen ändert nichts an diesem Patt. Oder doch: es ermöglicht mich, letztendlich Gedankengänge wie diese zu haben, die mich wieder für eine Weile retten. Aber diese frühe Programmierung werde ich wohl nie mehr richtig los werden.
Nun, für heute ist wenigstens die Luft geklärt.

Sonntag, 24. April 2005, Druck
Also, endlich. Jane hat böse angerufen, wo doch mein Artikel bleibt, und wenn es jetzt nicht bis Mai kommt, könne ich es überhaupt irgendwo hinstecken usw. So geht es gut. Jetzt werde ich es dann zu Ende schreiben. Es sieht so aus, ich brauche diesen Druck.

Sonntag, 17. April 2005, Geschmack der Leser
Wenn ich für die Öffentlichkeit schreibe, korrigiere ich rigoros: Inhalt, Sprache, Stil, sogar die Kommaschreibung. Und dann kommt noch ein Lektor oder eine Redaktion, die dasselbe noch mal machen. Aber in diesem Weblog filtere und korrigiere ich nicht was ich schreibe; das ist doch gerade der Spaß daran. Dazu kommt noch, daß Deutsch für mich eine Fremdsprache ist. Die Folge ist, daß die Qualität meiner Herzensergießungen nicht gleichmäßig ist: mal was gutes, mal Schwachsinn; das sehe ich selbst natürlich auch, wenn ich es noch mal durchlese. Nun habe ich mal die Seite „Statistik” aufgeschlagen. Dort gibt es u.a. eine Rubrik, in der man sehen kann, welche Seiten die Leser am meisten abgerufen haben. Und siehe da: die Texte, die ich selbst die besten finde, lesen auch die Leser am liebsten!

Montag, 11. April 2005, Frauen und meine Arbeit
Die zähe Aufgabe, einen lästigen Text noch mal umzukrempeln machte mich fast krank. Bis Frau C. sich bereit erklärte, ihre geschultes Auge mal darüber gleiten zu lassen. Wir hatten einen flotten und angenehmen Arbeitskontakt. Ich arbeite jetzt weiter quasi für sie. Eine grundfalsche Motivierung, ich weiß; es wird mir aber Wurst sein. Es funktioniert mal wieder; der Text wird jetzt echt gut, er kommt jetzt flott voran und wird bald fertig sein.
Auch den lange Artikel, an dem ich sitze, schreibe ich, weil eine Frau, die Redaktorin einer Zeitschrift, mich darum gebeten hatte. Ich mache es für sie. So hätte ich noch mehr Beispiele. Es sind oft Frauen, die mich in Gang bringen, meine Kräfte entfesseln. Das war mir längst bewußt, aber ich hatte es nicht weiter durchdacht.
Jetzt ist wieder etwas mit Frau und Arbeit. Frau L. hat drei Wochen Urlaub genommen, davon sind jetzt zehn Tage vorbei. Sie hat das seit Jahren nicht getan; bis jetzt war sie eine richtige Urlaubsmuffel. Ich vermisse sie, obwohl ich nichts Privates mit ihr habe. Aber Frau L. ist die Seele unseres Instituts. Das fühlt sich jetzt entseelt an, wie früher mein Elternhaus wenn meine Mutter nicht da war. Frau L. spielt für mich offenbar die Rolle der Mutter in dem „Haus”, das das Institut ist. Aber nur in dieser Hinsicht; sonst überhaupt nicht. Frau und Haus.
So kommt jetzt die Frage auf, ob die anderen Frauen nicht auch meine Mutter sind. Meine richtige Mutter hat mir oft gesagt, ich soll dies oder das tun, aber das sagte sie rein mechanisch, ohne Interesse in dem, was ich wirklich tat oder nicht. Die Ergebnisse interessierten sie nie. Sie war ja eh fest davon überzeugt, daß ich nichts gut tun würde, und so war das dann auch. Von dieser Lage ist mir offensichtlich geblieben die Figur der befehlenden, Frau, der ich gefallen soll; jedoch jetzt bringe ich schon etwas zustande. Aber würde ich das ohne Frau auch schaffen?
Ich bin wohl nicht der einzige. Die ganze Chose erinnert mich an P., die hinter einander zwei Fachkollegen geheiratet hatte. Von dem ersten hat sie sich nach einigen Jahren scheiden lassen; der andere ist verstorben. Aber diese Kollegen haben in der Zeit, daß sie mit ihr zusammen waren, arbeitsmäßig eine richtige Blütezeit gehabt.
Kommentar von Stolle. 
Schade, ich hätte gerne Deinen Eintrag zur Rolle von Frauen in Deinem Berufsleben kommentiert - das kenne ich nämlich.
Einer hat mich mal so kommentiert:
Du hast da eine Fähigkeit, Frauen für Dich arbeiten zu lassen....
Das fand ich doch sehr ambivalent. 

Sonntag, 3. April 2005, Rückblick
Also, drei Monate habe ich jetzt Blog geführt, und es gefällt mir. Ich sage was ich denke, was ich sonst nicht überall darf, wenigstens nicht schriftlich. Natürlich, die Sprache und Gestaltung bleiben rudimentär. Anfangs dachte ich noch, daß ich eines Tages alles korrigieren würde; tue ich aber nicht. Und der Gehalt von dem was ich schreibe ist auch nicht das allerhöchste; aber das gilt für das Internet generell. Es ist interessant, was es zu bieten hat, aber die Welt des gedruckten Wortes kann es keineswegs ersetzen.

Mittwoch, 2. März 2005
Der geneigte Leser hat es längst durchschaut: Ich labere und labere, nur weil ich eigentlich etwas anderes, seriöses niederschreiben soll, und das nicht fertig bringe. Stimmt! Aber heute war ein guter Tag: ziemlich viel am Artikel geschrieben. Nach Abzug von überflüssigem Kram und Komprimierung bleiben davon übrig: 500 Wörter pure Wissenschaft. Das ist ein Zwanzigstel des ganzen Artikels.
Nebenbei am Weblog kritzeln lenkt ab. Ja, es kostet etwas Zeit, aber es nimmt auch den Druck vom Kessel, so daß ich letztendlich doch besser arbeite.
Jane hat noch nicht angerufen. Aber sie hat eine freundliche mail geschickt: ob es vielleicht am 1. März geliefert werde könnte?
Nun war Februar ein unerwartet kurzer Monat. Der 7. März wird wohl auch noch gehen, oder?

Wäre nicht das Weblog, ich würde das alles nicht niederschreiben. Die Welt wäre davon nicht ärmer geworden; aber ich! Der Gewinn ist bescheiden, aber real.

Sonntag, 6. Februar 2005, Schreibangst 2
19.25 Uhr. So schnell geht das auch wieder nicht. Erst mal Inventar gemacht von dem was ich schon geschrieben hatte. Vieles davon ist einfach brauchbar.
20.45 Uhr. Mit dem Abspecken wird es so nichts werden. Gerade die ganze Wohnung leer gegessen und zwei Gläser Rioja getrunken. Gott sei Dank hatte ich nichts zum rauchen da.
21.55 Uhr. So, die Spannung ist gebrochen. Von einem gar nicht üblen Abschnitt, der schon existierte, die Schlußredaktion vorgenommen, und das Englisch korrigiert, in  soweit ich es selbst kann. Fertig. 285 Wörter, von den 10.000 die es groß werden soll. So werde ich gleich noch eine Seite machen. Das ist natürlich nicht arbeiten im eigentlichen Sinne; es ist ziemlich sekundär, eher Büroarbeit. Aber es muß eh geschehen und es führt mich wenigstens wieder in die Thematik hinein. Der große Wurf kommt vielleicht erst nach dem Kurzurlaub.
22.25 Uhr. Microsoft Word fing auf einmal an, meinen Text rückwärts auf zu essen, Buchstabe nach Buchstabe. Der Prozeß ließ sich nur durch schließen der Datei stoppen. So mußte ich einige Sätze nochmals eingeben; zum Glück wußte ich sie noch. Vielleicht ist mein Artikel nicht so ganz wunderbar, aber Mr. Gates soll sich daraus halten!
23.07 Uhr. Noch einen Passus endredigiert, 275 Wörter. Für heute reicht es. Ich bin wieder ganz drin, das ist erst mal das wichtigste.
Es ist klar, wenn so ein Weblog im Hintergrund mitgeschrieben wird, ist das eine Unterstutzung für die wankelmütige Seele. Bei Gedichten funktioniert es wohl nicht, aber bei einem Artikel schon.
Ja, darum dreht sich doch das ganze Gezappel und Gegrübel: Wankelmut,  Mangel an Selbstvertrauen bei der Arbeit. Aber das gehört sich wahrscheinlich so: jemand der das nicht hat, der selbstgefällig schreibt, produziert wohl unlesbares.

Samstag, 5. Februar 2005, Schreibangst
Also dann. Bis Montag nichts für die Universität zu tun. Das Arbeitszimmer aufgeräumt. Nachschlagewerke und Sekundarliteratur bereit gelegt. Eine Kanne Ingwerwasser gekocht, zum feucht bleiben. Eine Fluchtroute vorbereitet: wenn die Spannung zu hoch wird, werde ich mir kurz den Liebesroman Aschwâk von Sayyid Qutb ansehen. Mal sehen, ob auch dieses Werkchen meine Vermutung bestätigt, daß Fundamentalismus auf Sexualangst zurück zu führen ist. Oder mindestens immer damit einhergeht.
Aber das Hauptanliegen bleibt: an meinem Artikel über die Verbindung zwischen Koran und Prophetenbiographie zu arbeiten. Sonst wird Jane böse, und noch abgesehen davon, ich würde mich schämen. Bis morgen 13.00 habe ich Zeit; dann steht ein Waldspaziergang mit N. an.

Dienstag, 1. Februar 2005
Sex gehabt. Darüber darf ich jedoch nicht unbefangen schreiben, denn in den Nutzungsbedingungen wird obszönes und pornographisches verboten. Wo ich jetzt besser verstehe was Weblogs sind und wie durch Suchmaschinen die Inhalte in die ganze Welt kommen, leuchtet das auch ein.
Ich hätte schon das Bedürfnis, ein erotisches Tagebuch zu führen. In der Wohnung meines Freundes W., der verunglückt ist, wurden nach seiner Beerdigung  Tagebücher entdeckt, 12 Bände von je 365 Seiten, größer als DIN A4. Zwölf Jahre lang hatte er jeden Tag sein Sexualleben beschrieben. Mal mehr, mal weniger natürlich. An manchen Tagen war soviel da, daß er ganz klein schrieben mußte, denn er hatte sich als Aufgabe gestellt, nie mehr als eine Seite zu füllen. Von diesen 365 x 12 = > 4000 Seiten habe ich einige Hunderte  gelesen. Es war faszinierend. Mal eine Wichsfantasie, mal eine spannende ‘Verfolgungsjagd’, oder auch einfach Frust. Nicht alles Weltliteratur, aber über ein Gebiet, von dem wir so wenig wissen als das menschliche Sexualverhalten, muß man einfach etwas zu lesen haben.  Aber welcher Verlag würde je so etwas drucken? Sex ist uns allen sehr wichtig, das ist bekannt, aber unpornografisch, unbefangen und vollkommen ehrlich darüber schreiben und es dann veröffentlichen scheint immer noch schwer zu sein.

Ich habe in Zeitschriften und Tageszeitungen veröffentlicht (nein, nicht auf Deutsch natürlich), bin dafür sogar bezahlt worden, wenn auch nicht fett, und ich könnte weiter machen so. Aber Zeitschriften und Zeitungen haben wohl nicht die Zukunft. Es ist also wirklich an der Zeit, das Bloggen auszuprobieren. Es ist die neue Öffentlichkeit. Neben viel Unsinn könnte hier auch wunderbares, erstklassiges gedeihen. Allmählich verstehe ich ein wenig, wie es funktioniert; obwohl es schwieriger ist als ich dachte. Liest die CIA gleich mit oder erst später?
Allerdings verstehe ich nicht alles. Einige Weblogs, die laut Statistik zu den allerbesten gehören sollen, finde ich total uninteressant, wenn ich auch zugeben muß, daß sie die technischen Möglichkeiten sehr gut ausnutzen.
In einer Hinsicht ist das Weblog nicht das bessere Medium. Bis jetzt ist es so, daß gute Bücher, aber auch Spitzenprodukte der Journalistik (aus Le Monde oder New York Review of Books zum Beispiel) in viele Sprachen übersetzt und in vielen Ländern zugänglich gemacht werden. Weil es dafür einen Markt gibt. Ein Weblog wird wohl nie übersetzt werden, bleibt also innerhalb der Sprachgrenzen, trotz weltweiter kostenloser Verfügbarkeit in Sekunden. Good-bye, Rest der Welt! Oder wir müßten alle auf Englisch oder gar, die Zukunft vorwegnehmend, auf Chinesisch schreiben.


 
Über mich
Als ob ich eine Wahl gehabt hätte! Ich bin einfach dorthin versetzt worden. Nicht daß das schlimm ist. Ich war ohnehin reif für einen Umzug ins Grüne, und die Uni ist in Ordnung. Aber das Städtchen, das ist schon klein ...
Nein, es ist keine Faulheit, daß ich das vorgegebene Foto nicht ersetzt habe. Es gibt nämlich genau wieder, wer und was ich bin.
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