Wohnungsuche, aber jetzt mal im Ernst

Schloßblick
Wenn die Wohnungsanzeigen recht haben tun die Marburger nichts lieber als auf ihr Schloß schauen. Eine Wohnung ist hier oft ‘mit Schloßblick’. Ich habe schon einige gesehen. Die letzte deprimierte mich sogar, gerade wegens des Schloßblicks. Zerschmetternd, dieser massive Steinklumpen. Ich weiß, der Fürst ist längst ausgezogen, aber es kam mir vor als schaute er regelrecht auf meinen etwaigen Balkon. Denn das Schloß hat auch Stadtblick; es blickt Tag und Nacht auf seine Untertanen!

 

Steilhang
Eine wunderschöne Wohnung war das, und schön gelegen auch, etwas abseits der Straße nach Ockershausen. Aber ich könnte dort nicht leben. Sie liegt nämlich an einem ziemlich langen Steilhang: 15% Steigung. Zu Fuß schwer und per Fahrrad (für mich) unmöglich. Auf Dauer nervt das. Alles müßte man dann mit dem Auto machen, und sogar das nervt: die Straße ist zum Teil einspurig. Und Autofahren hat wohl eh keine Zukunft. Dort könnte man nie so mal spontan Brötchen holen gehen, oder ein Stück spazieren.
Brötchen? Woher dann? Das ist das verrückte: der Makler hatte nicht gelogen, die Wohnung liegt wirklich sehr nahe an der Innenstadt, aber ist trotzdem so weit weg. Man kann es auch seinem Besuch nicht antun. Schade.

 

Wohnungsuche

Im April muß ich eine Bleibe in Marburg haben. Aber ernsthaft suchen tue ich noch immer nicht. Vielleicht ist das, weil das Angebot ziemlich groß ist; es scheint keine Urgenz zu geben. Soll ich jetzt ins Südviertel ziehen (teuer, etwas eng und wahrscheinlich viel Lärm) oder doch in einen Vorort, wo Platz ist, wo man das Gefühl der Geräumigkeit hat, wenn auch nur im wortwörtlichen Sinne? Echte Dörfer nehme ich nicht, aber es gibt da so einen Rand, den man noch als halburban betrachten kann. Entscheidend ist wahrscheinlich, ob der Stadtbus dort regelmäßig hinfährt. Nicht daß ich den selbst benutzen würde, aber es entscheidet, ob der Ortsteil noch zur Stadt gehört oder nicht; anderes Publikum usw., und auch für Besucher wäre es bequemer.

Am vergangenen Donnerstag hätte ich mir eigentlich etwas ansehen wollen/sollen, aber das Wetter hat es verhindert, und das hat mich gefreut!

Ach, verehrte Leser, haben Sie vielleicht zufällig eine Wohnung im Angebot? Drei Zimmer zum Beispiel, oder zwei große. Für einen ruhigen, älteren, alleinlebenden, verbeamteten Akademiker.

 
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Als ob ich eine Wahl hätte! Ich werde einfach dorthin versetzt. Nicht daß ich das schlimm finde. Ich war eh reif für einen Umzug ins Grüne, und die Uni ist in Ordnung. Aber das Städtchen, das ist schon klein ...
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