Migration
Im nächsten Jahr werde ich also wahrscheinlich doch nach Marburg ziehen. Es fühlt sich fast an wie eine zweite Migration, in ein Deutschland der anderen Geschwindigkeit und der dünneren Geldströme. Die Straßen sind nicht so ausgebaut, so daß es länger dauert bevor man wo anders ist. Zum ersten Mal habe ich das auf Malta kennen gelernt. Dort sind die Straßen so schlecht und voll, daß man im Schnitt 20 Km die Stunde fährt. Das macht diese klitzekleine Insel auf einmal viel größer. Wohin man auch fährt, man ist lange unterwegs.
In der Umgebung von Marburg besteht die Eisenbahn hauptsachlich aus Nebenstrecken und stillgelegten Gleisen. Ein neues Auto muß also doch her. Ein Toyota vielleicht?
Die Pampa, das gefürchtete Nord-Hessen, wo die Kannibalen wohnen, arm und rückständig; so habe ich Marburg und sein Umland beschreiben hören. Andere verkaufen Marburg noch als Mittel-Hessen, um das N-Wort zu vermeiden. Viele Leute sagen mir, sie möchten dort nie im Leben hinziehen. Aber ich schon; mir gefällt's. Mitten in diesem Nest und seinem endlosen Umland ist ja diese reiche Uni, die wirklich eine ist. Ich freue mich darauf, und auch auf das weite, neue Fahrradland drum herum. Überdies wird es so sein: gerade weil dort nicht viel urbanes in der Nähe ist, werden die Leute versuchen, das Beste daraus zu machen. Langweiliger als Princeton oder Cornell wird es nicht sein.
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