Lahntal

10. Augustus 2005
Drei Tage mit dem Fahrrad unterwegs, zwei Nächte in Bad Laasphe. Der Fahrradausflug sollte diesmal von Marburg ausgehen, weil ich noch immer mit der Möglichkeit rechne, dorthin versetzt zu werden. Wollte mir das Umland mal ansehen.
Weil mein schönes, neues Fahrrad kürzlich gestohlen worden war, mußte also das alte noch mal Dienst tun. Weil das nicht so strapazierbar ist, und ich auch nicht mehr, angesichts meines kaputten Knies, war die Strecke ziemlich beschaulich gewählt: das Lahntal. Keine große Ansteigungen, und die Bahn in der Nähe für den Fall eines technischen Absturzes. Natürlich wollte ich auch einige Dörfer in der Umgebung von Marburg auf ihrer Bewohnbarkeit untersuchen.
Erst Marbach angeschaut: das wurde schnellstens ausgemustert. Verkommener alter Dorfskern mit vielen unorganisch gewachsenen, freistehenden Häusern drum herum. Keine Struktur. Unsympathisch wirkt auch die große pharmazeutische Fabrik, die man in einem Waldstuck versteckt hat. Aber als Arbeitgeber wohl unverzichtbar.
Als nächstes kam Dagobertshausen. Das ist schon eine sehr nette kleine Landidylle, aber kann man dort alleine wohnen? Da ist nichts: kein Laden, keine Kneipe, kein Arzt. Trotzdem könnte es schön sein: vorstellbar wäre ein größeres Anwesen, das hier wahrscheinlich gar nicht viel kostet, und dann mit einigen Leuten eine Wohngemeinschaft bilden. Aber vorerst kenne ich noch niemand in Marburg.
Dann kam Caldern: ein Dorf, das mir auf Anhieb gefiel: Es sieht attraktiv aus und wirkt offen. Ob es das auch ist weiß ich nicht; es ist schwer zu sagen, warum es ‘offener’, d. h. fremdenfreundlicher wirkt als z. B. das früher besuchte Cölbe.
Weiter ging es durch das Lahntal, eine gezähmte, ziemlich volle Landschaft, aber doch nett. Ich soll ja dieser braven Landschaft nicht vorwerfen, daß ich nicht mehr so radfahren kann wie früher, als ich die Hügelstrecken nicht vermeiden mußte; im Gegenteil. Schicksal. Es macht mich noch zu oft ein wenig bitter. Die Strecke Marburg-Caldern über Dagobertshausen war in meiner heutigen Verfassung schon anspruchsvoll genug gewesen. Als Kompensation für verpaßte Hügelstrecken gab es Gegenwind.
Biedenkopf hat nette Häuser (nicht fertig, muß jetzt ins Bett.)

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Als ob ich eine Wahl hätte! Ich werde einfach dorthin versetzt. Nicht daß ich das schlimm finde. Ich war eh reif für einen Umzug ins Grüne, und die Uni ist in Ordnung. Aber das Städtchen, das ist schon klein ...
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