Das Leben.

Ein ständiges Hin und Her. Wir rennen permanent von A nach B. Lassen uns scheuchen. Lassen uns hetzen.

Lassen uns von der Eile des Leben mitreißen.

Doch wieso nicht mal eine Minute inne halten & nachdenken? Wieso?

Nein. Die Angst ist zu groß, etwas zu verpassen.

Man muss überall dabei sein, darf nichts verpassen. 

 

Menschen, die sich diesem Alltagstrott entgegen stellen, denen gehört meine Bewunderung. ;)

 

Poor Thing ||

Einsam sitzt sie auf der Treppe.

Wartet auf ihr Zurückkommen.

Tag für Tag, Nacht für Nacht.

Der einzige Besitz den sie ihr Eigen nennen kann, ist nichts von Welt.

Zuversicht.

Hoffnung.

Sie würde sie nicht allein lassen...

Tags darauf sah sie sie das letzte Mal.

Ihre Silouhette, die zur Tür heraus verschwand.

Auf Ewig sollte ihr dieses Bild bleiben.

Schmerzlich eingebrannt.

"Mami...komm zurück..."

 

Poor Thing |

Ein kleines Mädchen.

Die Mutter kehrt ihm den Rücken zu.

Voller Liebe und Zuneigung ihr Blick.

So ehrlich wie es die Unschuld eines Kindes zulässt.

Ihr großen Augen blicken starr zur MUtter.

"Mami..." fleht ihre kindliche Stimme.

Die Arme zu ihr gestreckt.

So verharrt sie und wartet.

Wartet nur auf diese einzige Umarmung.

 

 

Schwäche

Zuneigung lässt uns schwach sein.

Schwäche macht uns verletzlich.

Und der Schmerz ist das Resultat aus der Verletzlichkeit.

| Die Liebe. |

 

Unentbehrlich.

Du warst und bist es.

Immer warst du da. Deine Anwesenheit war selbstverständlich. Ich kam nach Hause und du warst da, hast gewartet. Ich ging schlafen und du warst da. Ich war traurig, allein und unverstanden. Du warst da.

Ich kam nach Hause. Doch wo bist du? Wo steckst du? Ich geh schlafen. Wo bist du? Ich weine. Wo bist du? Ich bin einsam. Wo bist du? Ich schlafe allein. Bin allein. Wo bist du? Mein Herz?

Das ist eben das Gefährliche am täglichen Leben. Das was uns am meisten bedeutet, was wir schätzen wie nichts vergleichbares, eben dies ist es was für uns selbstverständlich wird. Erst wenn uns dies fehlt, bemerken wir die enorme Kluft, die uns danach im Herzen klafft. Unüberwindbar. Unersetzlich.

Wo bist du?

Bitte macht es besser. Achtet jeden Tag auf das was ihr habt. Ehrt es, liebt es, würdigt das was es euch gibt. Und lasst es nie zur Selbstverständlichkeit werden.

Ist es einmal weg, so verlierst du es für immer. Lasst dies niemals zu.

Mit dir ging mein Herz.

"Er wird schon wieder kommen, wart nur ab, morgen steht er wieder vor der Tür." Achja? Nun, 3 Jahre und 8 Monate warte ich darauf.

Nun, wo steckst du? Mein Herz...

 

Mir ist unverständlich wie man sich jedes Mal aufs Neue so in etwas hinein steigern kann.

Da fehlt die Vernunft und der Verstand. 

 

 

Fiktive Illusionen.

Erwartungen sind so instabil wie ein Kartenhaus.

Sie zefallen leicht. Brechen in sich zusammen. Und dann steht man wieder am Anfang.

Ebenso verhält es sich mit dem Verliebtsein. Mit dem Schwärmen. Es kommt und geht. Man macht sich Hoffnungen. Ja baut sich gar utopische Fantasien auf, die am Ende drohen enttäuscht zu werden. Oft beruhen diese Gefühlsausbrüche in einseitiger Manier. Werden nicht erwiedert. Und wenn man dann erfährt, was man eh schon wusste, dass der Andere nur in unsere grenzenlosen Fantasie unsere kleinen Liebelein erwiedert, dann beginnt der Schmerz.

Aber wozu? Nur weil unsere hübsche Utopie den Untergang geweiht ist?

Es ist eh nur alles Fiktion!

 

 

Das Schreiben.

Ist es nicht so das wir aus einen innersten Drang heraus oftmals einfach das Bedürfnis haben uns alles von der Seele zu schreiben? Und dies nicht ohne Grund. Es ist ein natürlicher Trieb. Oft geht es dem Einen oder Anderen danach besser.  Wir tun dies gewiss nicht unbedacht. Wir verfolgen sogar Ziele damit. Niemand schreibt etwas einfach so ohne besondere Absichten.

Ja, wir wollen es quasi, dass unser eigenproduziertes Jemand liest. Wir schreien förmlich nach Wertung des Geschriebenen. Es ist eine Weise sich zu präsentieren. Das bin ich, lest wer ich bin, erfahrt wie ich bin. Somit steckt in jedem einzelnen Wort ein tiefer Sinn. Es will gelesen werden. Es will wissen was Du darüber denkst. Über es und seine Kumpanen.

 

 

Gefangen.

Mein Blickfeld ist Tag ein Tag aus nur von ein und dem selben Bild geprägt.

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und auch jede Sekunde. Wo ich auch hinblicke. Immer das Gleiche.

Mein Blickfeld beschränkt sich auf den Raum hinter sowie vor den Gittern. Das ist meine Welt. Meine Zelle.

Sie ist klein. Man tritt sich gegenseitig auf die Füße. Hockt schon aufeinander. Was soll’s? Ich kannte nie etwas anderes. Soweit mein Gedächtnis mich nicht trügt.

In Gruppen von 7 bis 10 sind wir hier eingepfercht. Privatsphäre, Platz und Zufriedenheit. Sagt mir was das ist? Ich bezweifle, dass dies hier je ein Zelleninsasse gehört hat.

Wir sind lediglich darauf getrimmt unsere Arbeit zu machen. Gute Arbeit, gute Mahlzeit. Einer unsere Zellennachbarn war arbeitsunfähig. Es war ihm unbewusst. Er verhungerte. Wen kümmert dies hier schon?

Gelegentlich befällt einen Manchen hier die Panik. Platzangst und die Angst bis zum Lebensende hier zu verenden. So einiges eben. Man hat viel Zeit darüber zu grübeln. Man macht eben nichts anderes als zu arbeiten. Arbeit. Arbeit, denkt an die Arbeit. Vergesst nie wozu ihr hier seid. Jedenfalls, tritt Panik auf, geht sie schnell die Reihe rum. Hysterisch rennen sie in den Zellen rum, so weit dies der mangelnde Platz zu lässt. Trampeln sich fast zu Tode. Sofern dies geschieht, geschieht es halt. Niemand schenkt dem je Beachtung. Es ist der Alltag, die Routine, die sie alle abstumpft. Gelegentlich hallt ein Klagen durch die Zellen, dennoch ist dies der Ausnahmefall. Bald verhallt das Klagen, denn wer klagt, verrichtet keine Arbeit. Die Konsequenz kennt man hier nur allzu gut.

Der Geruch von den eigenen Ausscheidungen liegt in der Luft. Einhergehend mit dem allgegenwärtigen Geruch von toten Fleisch.

Oft hab ich mich gefragt wie es wohl außerhalb dieses Gefängnisses aussieht. In meinen Kopf formen sich dann immer Bilder. Ich wüsste es gern, den Geruch und das Erscheinungsbild der anderen Welt.

Mein Kind, nehmt mir nicht mein Kind.

Nicht selten schallen diese Rufe durch die Hallen. Dennoch vergeblich. Es gab nie Kinder. Es kam jedoch immer für die Gegangen ein Ersatz. Sofort. Jeder hier schien austauschbar. Doch nie waren es Kinder. Auch keine Mütter.

Es gibt Nahrung. Ich habe gute Arbeit geleistet. Das ist gut.

Morgen kommen die Neuen. Wir müssen enger zusammen rücken. Wir müssen mehr produzieren. Doch ohne mehr Platz zu verbrauchen. Wir müssen enger zusammen rücken. Die Zelle wird voller. Die Luft wird knapper. Die Leistung zählt. Behaltet dies im Kopf.

Gegen die Gitterstäbe gedrängt lausche ich den Gesprächen der Neuen.

Warum ich? Es kommt mir in den Sinn.

Und wo zum Teufel bin ich?

 

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