Erinnerungen
An komische Dinge in meiner Zeit, in der mich alles angekotzt hat und jeder nur wüste Beschimpfungen von mir an die Ohren geworfen bekommen hat. Zeiten, die - Gott sei Dank - vorbei sind. Zeiten, in denen ich aber auch oft eifnach am Fluss gesessen bin. Vor vier Jahren noch eine recht geheime Stelle. Mittlerweile haben sie schon so viele gefunden, dass es kein Zufluchtsort mehr ist. Schade. Ich mochte sie sehr. Aber ständig dann von saufenden Jugendlichen belästigt zu werden - darauf kann ich verzichten. Und wie oft ich vor zwei Jahren dort noch mit Zigaretten belästigt worden bin: "Ah komm schon, rauch mit." Obwohl sie mich nicht kannten ... Ah, das ist aber nicht der Punkt. Sondern der, dass ich für das Fach "Darstellende Geometrie" eine Kirche zeichnen muss - natürlich nach existierendem Vorbild, wie könnte es anders sein? Ich hab mir natürlich die einfachste Kapelle ausgesucht, die mir in den Sinn gekommen ist. Heute morgen bin ich mit dem Fahrrad hingefahren. Ich war eh schon, nach neuer Zeit, um 7:30 wach, also konnte ich die Zeit auch gleich nutzen. Nach drei Kaffees war ich auch fit genug dafür. (Ich bin echt schon Koffeeinsüchtig.) Ich hos ab mich auf die Mauer vor der Kapelle gesetzt und mir meine Skizzen gemacht. Die Straße war zwischen mir und der Kapelle und ab und an fuhren einfach die Autos vorbei. Aber das war die ruhige Stunde, nach der ich so lange gesucht habe. Es war so angenehm still. Fast wie damals, als der Fluss noch mein Zufluchtsort gewesen ist. Auch wenn die Autos ständig vorbeifuhren. Ich fühlte mich erinnert, als ich am Ufer saß, den Block auf dem Schoß, die Cola links, und in der Hand ein Bleistift und an meiner Geschichte weiterschrieb. (Die habe ich letztens auch wieder mal gelesen. Was für eine geniale Fantasie ich doch gehabt habe. -lacht-) Das waren so tolle Stunden. Mom hat immer gemeint, dass das meine Pubertätszeit wäre und sie mich dann schon wieder öfters zu Gesicht bekäme. Gut, meine Launen waren wirklich ein sehr großer Ausraster der Pubertät, aber ich bin ja schon allgemein ein launischer Mensch, da ist es ja klar, dass mir die Pubertät noch mehr zusetzt. Aber die Tatsache, dass ich am liebsten meine Ruhe habe, wird sich nie ändern. Das ist meine Persönlichkeit. Auch wenn ich selber lange gebraucht habe, um das zu akzeptieren. Seit ich das aber weiß, geht es mir um einiges besser, weil ich die Zeit mit mir alleine zu schätzen weiß und andere Personen besser aushalte. Ich habe gelernt zu sagen: "Nein, ich habe heute keine Lust." oder: "Tut mir Leid, aber macht es dir jetzt was aus zu gehen?" Noch vor 1 1/2 Jahren wäre das für mich undenkbar gewesen. Ausreden wie: "Ich muss lernen." oder: "Meine Eltern sind nicht Zuhause, ich muss bei meiner Schwester bleiben." waren an der Tagesordnung. Durchaus stimmten sie oft, aber ich hätte immer was dazwischen quetschen können, oder die Leute zu mir nach hause holen. Ich war / bin ein dummes Kind. Und dann sagt man zu mir: "M. hat kaum Selbstbewusstsein. Wenn sie nur den Bruchteil von dem deinen hätte, müsste ich sie nicht ständig aufmuntern." Ich habe gelacht. "Keiner hat so ein Selbstbewusstsein wie ich." Was stimmt, weil es Fassade ist. Aber es soll eine bleiben. Immerhin hat sich mein Selbstbewusstsein sehr gesteigert, darauf kann ich schon stolz sein. Und die Leute wollen doch eh nur Personen sehen, die stark sind, die wissen, was sie wollen ... und sei es nur gelogen. Aber damit kann ich leben. Erinnert mich auch daran, dass ich mich dazu entschlossen habe, Deutsche Philologie zu studieren. Und das auf einen Kindertraum beruhend. Eigentlich dämlich. Ich schaff's doch sowieso nie, ein Buch zu publizieren. Aber ich hab beschlossen, dass ich es probieren werde. Ich werde es versuchen. Außerdem finde ich, hätte ich auch keine Probleme damit Lektorin, Deutschproffesorin zu werden oder in einem Museum oder einer Bibliothek zu arbeiten. Es hat alles seinen gewissen Reiz. Nur Journalistin käme für mich nicht in Frage. Aber ein Beruf von vielen wegstreichen? Ich denke, dass wenige das können. Ich denke, bei vielen hat das Studium nur ein Endziel. Meines ist breit gefächtert, auch wenn das Hauptziel in den Sternen steckt. Aber hey: Ich kracksle gerne da rauf und hol mir den Stern.
Boah, und meine Gedankensprünge sind wieder einmal einmalig.
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