Wirrwarr

Ohja, mehr ist das nicht mehr. Normalerweise habe ich halbwegs geordnete Gedanken. Das heißt nicht, dass die unbedingt ein logisch nachvollziehbarer Reihenfolge aufweisen, sondern dass sie für mich klar und deutlich sind und einen Zusammenhang haben. Momentan ist alles sehr sprunghaft. Ich kann mich nicht konzentrieren und alles geht drunter und drüber. Ich spüre sogar die Lust, mich anderen Menschen anzuvertrauen. Etwas, was mir zutiefst zuwider ist, weil ich keinen Bock habe: "Oh, armes Ding, tut mir so Leid!" etc. etc. zu hören. Bin weder arm, noch ein Ding. Aber andererseits möchte ich einfach nur ein: "Ich verstehe." hören. Das ist alles. Ist das zu viel verlangt? Ohne das ganze melodramatische Zeug drumherum.

Als ich mit meiner Mom am Aufräumen war, haben wir uns die Arbeit geteilt und nebeneinander gearbeitet. Sie hatte zuvor einen Streit mit meinem Dad. Eigentlich nichts Neues, aber dieses Mal ist er sehr ... ausgeartet. Nicht in der Länge oder Lautstärke. Ich glaube, es war der kürzeste und leiste und wahrscheinlich auch der zivilisierteste. Aber die Tatsache, dass Mom von Dad verlangt hat, er solle ihr sagen, dass sie ausziehen solle, hat mich erschüttert. Vor allem, weil sie haar genau wusste, dass ich alles höre, weil ich mich natürlich nicht von der Stelle bewegt habe. Es war eine offene Tür zwischen uns. Nunja, auf jeden Fall haben wir beim Arbeiten geredet und ich wollte halt doch ncoh auf das Thema ansprechen, weil es mir ein bisschen Unbehagen bereitet. Fühle mich nicht ganz wohl bei der Sache. Nicht, weil ich Angst vor einer Scheidung in dem Sinne habe, dass meine Eltern getrennt sind - damit finde ich mich schon seit Jahren ab, mittlerweile würde ich es fast schon begrüßen - aber die Scheidung würde uns in den Ruin treiben. Das ist keine Untertreibung. Wir haben ein Riesenhaus, das nicht abgezahlt ist. Ein Auto, das nicht abgezahlt ist. Mussten erst neulich das Badezimmer und den Keller wegen einem Wasserschaden komplett renovieren und Mom konnte es nicht lassen, das Bad natürlich hochmodern einzurichten. (Neue Fließen, Dusche.) Ich glaube, das war der Kontra auf die Wohnzimmereinrichtung, die Dad natürlich veranstaltet hat (riesen Dolby Suround Anlage). Ich mein, wir sind nicht arm, aber die Behinderung meiner Schwester zieht an unseren Geldreserven. Deswegen haben wir auch den Hausbau gebraucht, um alles behindertengerecht zu haben. Das war ja keine Spontanaktion. Und das neue Auto brauchen wir auch zum Transport meiner Schwester. (Das hat jetzt so 'ne tolle Rollstuhlintegrierung, das die da nur noch reinfahren muss und fixiert ist. Das macht jetzt mir sogar das Abholen möglich, finde ich toll!) Naja. Auf jeden Fall würde uns die Scheidung in den Ruin treiben, dessen bin ich mir sicher.

Und dann, das war ja das "tolle", kritisiert sie mich, weil ich anscheinend immer alles in mich hineinfresse. (Dabei erzähle ich ihr ziemlich viel.) Sie erlebe zu oft, dass ich sauer, wütend und angefressen nach hause komme und dann schreie ich eben nur: "Lass mich in Ruhe! Geh raus! Hau ab!" Ich darf doch auch meine schlechten Tage haben? Und wenn ich ihr was erzähle, bekomme ich oft genug zu hören, dass ich übertreibe, blablabla. Ich meinte darauf, ich erzähle ihr jetzt, warum ich in letzter Zeit immer sauer bin. Und fange an und noch ehe ich in der Hälfte angelangt bin, wechselt sie das Thema. Und dann wundert sie sich. -.-'

Im übrigen habe ich keinen Bock zum Lernen. Gar keinen Bock. Ich werde die Mathe Arbeit in Sand setzen und den Geschichtest gerade noch dazu. Mein Ehrgeiz, der mich normalerweise antreibt, existiert wohl nicht mehr. -.-' Dabei dachte ich, dass mich der nie in Stich lässt. Anscheinend verschwinden nützliche Eigenschaften immer und die negativen lassen sich nicht vertreiben. Ich will meine guten, nützlichen Eigenschaften aber behalten und sie nicht davonfliegen lassen. Die Faulheit, die könnte abhauen.

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Über mich
Jetzt tu ich was ich will,
jetzt will ich was ich fühl. Und
ich fühl den Hunger nach Glück
und den Durst auf das Leben.
Ich will Musik, ich will tanzen
und schweben!

Schrankenlos frei wie ein Engel,
der durch Wolken fliegt. Schwerelos
leicht wie das Licht, das sich
im Wasser wiegt.

Die Versuchung will,
ich soll ihr ganz gehör'n.
Und sollte sie mich auch ganz
zerstör'n, ich kann mich
sowieso nicht wehren!

~ Michael Kunze <3
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