Musicals
Ich find's so amüsant. Alle meinen immer, ich bin voll "hardcore". Nichts übrig für "schöne" Musik. (Ja, definiert das einmal.) Und wenn ich ihnen dann meine Musicalsammlung zeige, dann lachen sie immer. Und das liebe ich. Sie können nicht verstehen, dass ich mich nicht mit der Musik identifizeiren muss. Ich liebe es Klavier zu spielen und damit meine ich Klassik. Ich liebe die Melodien von Beethoven, er war ein Künstler! Und genauso genieße ich es, jetzt einmal ein bisschen ins Jazz eingeführt zu werden, auch wenn ich mir den Rhythmus einfach nicht angewöhnen kann und sehr verzweifle. Doch es passt schon, wie es ist. Man muss sich ja auch einmal etwas anderes gönnen. Immer Klassik ist auch langweilig. Und die Poplieder, die mir angedreht werden, gehen mir auf die Nerven. Robbie Williams ~ Angels. Wäh ... kein Wunder, dass ich das Stück nicht kann, ich mag's ja nicht einmal. -lacht- Aber Queens ~ Angie, das ist irgendwie kuhl, auch wenn ich es trotzdem nicht üben will. Ich will Klassik. Ich will etwas, was mich aus dieser Welt hinausbringt, mich irgendwo hineinleben lässt! Da soll mir der Lehrer mal lieber seine komponierten Lieder vorsetzen, würd' mich mal interessieren, was der da so zusammenbastelt, hat mir noch nichts vorgestellt. Schade eigentlich, ich glaube, er ist ziemlich gut. Tut mir auch Leid, dass er davon nicht leben kann und Unterricht geben muss. Aber so ist das Leben. Musik ist ein brotloses Genre.
Nun, ich weiß nur, dass ich ständig meine Flugtickets nach Berlin ansehe. Ich glaub's einfach nicht, dass ich am 25.12.o7 in Berlin stehen werde. Ich werde es in Weihnachtsrausch sehen und ich wollte doch schon immer einmal eine Hauptstadt, eine große Stadt, zu Weihnachten betrachten. Doch natürlich ist das wichtigste der Termin am 27.12.o7 ... Endlich, endlich ist es mir möglich Tanz der Vampire in der Vollfassung zu sehen. -seufzt- Thomas Borchert, ein Künstler für sich. Habe ihn schon in der Rolle des Grafen von Krolocks gesehen; damals, in Wien, als das 1o jährige Jubiläum gefeiert wurde. Leider wurde da nicht das ganze Musical aufgeführt. Musical in Concert war es. Wusste damals nicht, was es bedeutet, nun schon. Auf jeden Fall hat dies dazu beigetragen, dass ich das Musical noch mehr liebe. Es fährt mir unter die Haut. Ich liebe die Melodien, ich liebe die Stimmen, ich liebe die Texte, ich liebe die Darstellung. Ich liebe sogar den Film davon, auch wenn der ganz anders als das Musical rüberkommt. Doch das zählt nicht. Es geht um die Geschichte. Es geht darum, dass es einfach eine Parodie auf den Vampirwahn ist. Okay, ich bin selber so ein Vampirfanatiker, aber gerade deswegen ist es doch interessant. Und mir egal, ob das Musical nicht wie eine Parodie erscheint. Nein, ganz im Gegenteil. Ich wünscht', ich könnt' am Ende dann Thomas Borchert sehen ... doch wie stellt man sowas an? Gar nicht, weiß ich auch. Trotzdem, vielleicht ist es mir ja vergönnt? Ich würde mich schlagen, hätte ich es nicht einmal gewagt.
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