Wenn weinen zum Alltag gehört

Vergesst den letzten Post! Weg damit, hau ab! Nein, es ist nicht toll, ich liebe Wien, die Menschen, ich liebe das Ausgehen hier, aber ich hasse, ich hasse das Studentenleben. Ich kann mit dem, was ich angefangen habe mal gar nichts anfangen. Noch komm ich mit dem ganzen Unisystem klar. Ich finde alles lächerlich und dumm und will nur aufhören. Jetzt fahr ich nach hause und hoffe, das meine Eltern das akzeptieren. Ich höre zwar schon die Wort: "Es ist doch gerade erst eine Woche, wart noch, das kannst du nicht jetzt entscheiden." Und ob ich das kann! Ich find's nicht mehr lustig, wenn ich weinend in der Vorlesung sitze, weil ich weiß, dass es mir nicht gefällt und ich find's nicht mehr lustig, wenn ich nur noch Kopfweh habe, weil ich mich so anstrengen muss, dass ich nicht ständig heul. Ich brauch nur noch einen Alternativ Plan. Der jetzige ist echt nicht so toll, aber genau das, was ich - glaub ich - brauche. Ein Jahr verschwenden und in bestimmten Sachern schmöckern, schnuppern und mal schauen was mir gefällt. Ja, ich habe das Abi, aber das soll mich nicht daran hindern eine Ausbildung zu machen, nicht wahr?
 

Uni-Leben

Langsam verstehe ich, warum man es als die beste Zeit des Lebens betitelt. Ich vergess jetzt schon mit wem ich wann was mache, habe Termine zur gleichen Zeit und weiß nicht, wie ich sie koordinieren soll, weil alles gleich toll anhört. Ich liebe dieses Leben!
 

Umzug

Hm, heute um 8:00 Uhr angekommen und seit 9:00 Uhr leb ich in diesem Studentenheim. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich wohne im Neubau, dort leben anscheinend die wenigsten Studenten. Ich bin niemand, der einfach auf andere zugehen kann. Am geschicktesten wäre es, wenn ich den Gemeinschaftsraum endlich gründlich suchen würde. Es gibt nur im Altbau Etagenküchen. Ich vermute, dort wird auch der Gemeinschaftsraum sein, aber da trau ich mich nicht rüber. Ich finde es sowieso schade, dass man so hart trennt. Nur weil im Neubau solche "Appartments" sind ... ja, ähm ... schön ... ich habe eine eigene Küche, ein eigenes Bad ... aber lern niemanden kennen. Kann es nicht auch hier einen Raum geben wo alle sein können? Mit Fernseher, etwas gemütliches? ...
 

Der Weg der Melancholie ist oft nur die Rutsche zur Traurigkeit.

 

 

"Du wirst bei meinem Tattoo mithelfen. Ich lass mir ein Tribal machen und meine besten Freunde, also meine engsten Vertrauten, sollen ein kleines Stück dazu basteln. Es kommt auf meine linke Brust und soll für die unzertrennliche Freundschaft zwischen mir und den Menschen stehen."

<3 

 

Vermissen zerdrückt

Ich weiß noch, als vor 10 Jahren mein Cousin nach Wien zog war meine erste Reaktion "Ich will mit!". Seitdem gibt es für mich nichts anderes als Wien. "Wenn ich dann mal mein Abi hab, zieh ich auch nach Wien." Wäre hätte gedacht, dass es so weh tut? Wenn die beste Freundin von einem Wochenurlaub zurückkommt, in mein Zimmer schreitet und, obwohl 4 andere Personen anwesend sind, nur sagen kann: "Du hast ja schon gepackt ..." und fast schon voller Entsetzen auf die Waschkörbe sieht und ich nur sagen kann "Ne, das kommt weg ... aber DI in einer Woche geht's los ..." Und dann ... hm ... stillschweigen. Was soll man großartig sagen? "Hey, ich hab keine Ahnung wie ich das ohne dich packe!", wäre das wahrste. Doch mir jetzt eine Schwäche zugestehen, kann und will ich nicht. Ich mein, es sind nur 8 Stunden mit dem Zug. Ich hätte es schlimmer machen können, ich wollte ja immer nach Kanada. Pech, dass jetzt meine 3 Optionen da schief gelaufen sind, aber was wäre dann? Ich wäre über dem Atlantik ... nun, Wien sind nur 8 Stunden. Trotzdem. Vermissen zerdrückt Organe.
 

Studium

Uff! Ich hab gedacht, ich bin vom neuesten Trend der Unis verschont geblieben - falsch gedacht. Auch Deutsche Philologie ist überlastet. Gut, kann man ja noch akzeptieren. Aber ich mus meine Lehrveranstaltungen e.r.s.t.e.i.g.e.r.n.?!?!?!? Sonst geht's denen aber gut ... nicht, dass ich mich schon allgemein wegen Studium überfordert fühl, nein, nun muss ich mein Konto von 1000 Punkten auch noch so verteilen, dass ich in die Stunden, die ich brauche reinkomme. Ein Witz ist das.
 

Pff!

Ich fühl mich wie der ... lächerlichste, erbärmlichste, idiotischste Mensch auf dieser Welt. Das schlimmste: ich kann's, will's, sollt's keinem Menschen erzählen und vielleicht einfach nur schlucken und denken: Typisch Du! Und irgendwann würde es dann gehen, wie immer. Nun, es ist ja an sich kein Problem Internetbekanntschaften bzw. -freundschaften zu haben. Früher, vor vier Jahren, war diese Freundschaft ziemlich eng, dann ging sie auseinander weil jeder sein eigenes Leben lebte, weniger online war und irgendwann war es dann ganz zunichte. Man riss sich trotzdem zusammen und hielt per Mail Kontakt. Ich find's auch nicht schlimm, dass da mal eine Schwärmerei da war, so eine kleine: ja, er ist so toll, lieb, nett, sieht gut aus, ist immer für mich da, lacht und weint mit mir, sorgt sich, etc. Was ich aber schlimm finde: man trifft sich zufällig online, schreibt 2 Stunden, verabredet sich, weil's so toll war für den nächsten Tag auch noch für 2 Stunden und dann fängt das ganze wieder an. Es gibt viele Erklärungen: ich habe schon Ewigkeiten nicht mehr geflirtet. Ich habe mir selbst einfach schon so einen Selbstschutz gebaut, dass es für ihn einfach nur Spaß ist, da ein wenig rumzunagen und wie sagt man so schön: der stete Tropfen hölt den Stein. Es ist einfach wieder der Wunsch, gemocht zu werden auf eine andere Art und Weise. Ich drehe komplett ab. Die letzte Lösung gefällt mir am besten, weil ich denke, sie ist die, die der Wahrheit entspricht. Eigentlich ist es ja ganz einfach: jetzt, wo ich vor Panik bezüglich Umzug, Uni, & allgemein neuem fast schon sterbe, es nicht mal schaffe, die Angstzustände mal irgendwie zu fassen zu kriegen, um sie mir selbst zu erklären, muss ich ja dankbar sein, wenn mich jemand so zum Lachen bringt, selbst wenn es nur geschriebene Worte sind - und wenn man mir dann auch noch das Gefühl gibt, toll zu sein, etwas besonderes ... wenn man mir schmeichelt und genau das trifft, was ich hören will, dann gibt's eben manchmal ... Und ich verstrick mich in Erklärungen, die keinesfalls wahr sind.
 

wolken od. film

Es ist momentan so, als berührt mich mein Leben nicht mehr. Ich fand es raus, als ich anfing ein Buch zu lesen. Normalerweise finde ich mich schnell ein, bin mit den Charakteren dabei und fühle mit ihnen oder gegen sie. Aber jetzt sind sie mir gleichgültig. Ja, es könnte nur am Buch lesen, aber seitdem finde ich, dass es fast überall ist. Ich geh arbeiten und es berührt mich nicht. Ich fühl mich weder gelangweilt, noch glücklich, noch genervt oder sonst was. Es ist einfach. Als ob sich Wolken über mich gelegt haben, oder ein dünner Film mich selbst umgibt, der mir die Sicht trübt. Mir wären die Wolken lieber, die sind in meiner Phantasie weich und geeignet um mir ein Bett zu machen.

Apropos Bett: wer zur Hölle empfindet schlafen langweilig? Ich muss mein Leben lang was langweiliges machen ... bäh. Ich hasse schlafen.

 

Ferienjob

Ich sag nicht, dass ich keinen Ferienjob will. Ich weiß, dass ich das Geld brauch, und ich weiß, dass sie gut zahlen. Aber können diese Menschen nicht einmal alles richtig machen? Nicht dass es schon im Mai hieß, man habe meine Unterlagen verschlampt, ich werde eine Zusage zugeschickt bekommen und werde dann erst am 4.8 anfangen können zu arbeiten (es war 1.7 geplant). Nein, jetzt, nach dem Abi, als ich endlich wieder Mal Zeit für etwas anderes als Lernen habe, renne ich der Personalabteilung schon ewig hinterher, weil ich meine Unterlagen immer noch nicht bekommen habe. Ich wollte nur eine schriftliche Absicherung! Ja, jetzt darf ich schon am 14.7 anfangen. Ich KANN sowas nicht. Ich muss mich fix auf etwas einstellen können. Aber entweder ich fang jetzt an oder erst gegen Ende August. Das kann ich noch weniger gebrauchen. Aber es macht mich fertig. Gut, ich bin ein Kontrollfreak, na und? Das geht immer gut, aber nicht dann, wenn andere Menschen ihre Arbeit nicht erledigen können. Wie können die zwei Mal meine Unterlagen verschlampen?! Das ist doch echt ... knurr! Und meine Sommerpläne sind auch dahin! Ahja, ich komme noch in eine komplett neue Abteilung, weil "meine" Abteilung schon voll ist. Aber das ich da schon zwei sehr gute Führungszeugnise bekommen habe ist egal. Jaja ... komm schon, langsam wird's mir zu blöd. -.-' Der Wunsch, mich dort von einem Stapler überfahren zu lassen, wird mit jedem Tag größer.
 
Über mich
Jetzt tu ich was ich will,
jetzt will ich was ich fühl. Und
ich fühl den Hunger nach Glück
und den Durst auf das Leben.
Ich will Musik, ich will tanzen
und schweben!

Schrankenlos frei wie ein Engel,
der durch Wolken fliegt. Schwerelos
leicht wie das Licht, das sich
im Wasser wiegt.

Die Versuchung will,
ich soll ihr ganz gehör'n.
Und sollte sie mich auch ganz
zerstör'n, ich kann mich
sowieso nicht wehren!

~ Michael Kunze <3
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