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Dienstag, 18. April 2006

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gebloggt von: Saphira



Einige Gedanken (an die, die mir Hilfe anbieten und an andere.)
Rauchte ich,  würde sich niemand so sehr um mich kümmern. Würde ich mich jedes Wochenende zusaufen, wie es so viele in meiner Alterstufe tun, würden vielleicht einige Kommentare von wegen "Das ist halt die Jugend" und "Trink doch nicht so viel" kommen. Nähme ich Drogen,  würden sich vielleicht schon mehr sorgen, und mich ermahnen, mir vielleicht einige Dinge verbieten und mich kontrollieren. Würde ich fressen, wie ich es jahrelang getan habe, würde niemand etwas sagen, ausser "willst du nicht vielleicht mal etwas abnehmen?".

Vielleicht erkennt jemand das Muster hinter all diesen Aktionen. Es sind alles Dinge, die Leute tun, um mit ihren Problemen klarzukommen. Es sind alles Dinge, die vor allem junge Leute tun, um mit Dingen klarzukommen, die sie beschäftigen. Die ihnen wehtun. Die ihnen nicht gut tun und die sie traurig machen. Es sind alles Dinge, die der Gesellschaft mehr oder weniger egal sind.
Es sind Problembewältigungsstrategien, die alle eins gemeinsam haben. Sie sind nicht gut. Sie sind nicht wirklich Problembewältigung sondern eher Problemverdrängung. Sie tun dem Körper nicht gut, sie zerstören einem auf kurze oder lange Zeit.

Und sie interessieren niemanden wirklich. Kommt schon, gesteht es euch doch ein. Klar, ihr würdet euch sorgen machen, und macht es euch auch teilweise, wenn eure Kinder/Verwandten/Freunde solche Dinge tun. Aber was tut ihr dagegen? Die meisten von euch ncihts. Und wenn, dann auf die falsche Art und Weise. Ihr verbietet oder kontrolliert, ermahnt und kritisiert, erlasst Gesetze. Und zuhause trinkt ihr gemütlich eure Flasche Wein zum Abendessen. Ihr merkt nicht, dass etwas tieferes dahinterliegt. Vor allem bei Jugendlichen. Und oft auch bei Erwachsenen.
IHR, wer ist das? All diejenigen, die sich angesprochen fühlen. Und wohl auch noch viele andere, die sich nicht angesprochen fühlen, es doch sind. Es ist nicht schlecht so zu handeln. So zu reagieren. Das behaupte ich nicht. Ich glaube zwar, manchem Jugendlichen tut es gut, wenn sich jemand um seine wirklichen Probleme kümmert und nicht nur um die Erscheinungsformen, doch manchmal ist es auch gut, wenn man in Ruhe gelassen wird.

Auf was will ich hinaus? Ich will darauf hinaus, dass mir in den letzten 3 Wochen ein paar Mal intensiv Hilfe angeboten wurde. Und zu meinem und vielleicht auch dem Erstaunen einiger, die das hier lesen, macht mich das total wütend.
Dies hier ist vor allem an meine Verwandten und Freunde gerichtet, von  denen noch nicht viele wissen, dass ich es tue. Aber alle, die es erfahren, sollen dies hier bitte lesen. Ich habe jahrelang um Hilfe geschrieen. Sagt nicht, ihr hättet es nicht gemerkt. Ich habe nicht geraucht, nicht gesoffen und nicht Drogen genommen, obwohl ich das alles ausprobiert habe. Ich habe gefressen. ich wog am Schluss 96 kg. Ich war krank, und ich bin es immer noch.
Niemand, fast niemanden hat es gekümmert. Und deswegen macht es mich so wütend und vor allem traurig. Jetzt, wo ich halt, anstatt zuviel zu essen, mich selbst verletze, jetzt kommen sie, jetzt kommen sie gekrochen aus allen Löchern. Wollen mir helfen.
Das ist ja schön und gut. Aber es macht mich unendlich traurig, dass ich zuerst zu solchen Mitteln greifen muss, dass mir überhaupt jemand helfen will. (Ich will damit nicth sagen, dass ich es nur tue, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wer meine früheren Einträge dazu gelesen hat, weiss, dass das nur bedingt so ist.)
Ist denn Fressen nicht genausoschlimm wie SVV? Ist Saufen nicht genauso schlimm wie SVV? Haben diese Probleme nicht genausoviel Aufmerksamkeit verdient? Wieso ist man erst dann ein "Problemfall", wie das meine ehemals beste Freundin  ausdrückte, wenn man sich verletzt? War ich nicht schon immer so ein Problemfall?

Und wenn ich meine Verwandschaft anschaue, sehe ich soviele Probleme, die auf die eine oder andere Art genauso schlimm sind wie SVV.
Ich sagte damals an Weihnachten, mir sei schlecht und ich habe Kopfweh, als ich um 8 Uhr nach Hause gekommen bin.
In Tat und Wahrheit war ich angewidert. Nciht von meinen Verwandten  als Personen, sondern von diesem Essen und Alkohol trinken, dass mir so hart vor Augen geführt hat, wie ich war, wie ich immer sein werde in meinem Geist. Dass mir vor Augen geführt hat, dass es wohl kaum jemandem in dieser Familie wirklich gut geht. Weshalb würden wir sonst soviel konsumieren? .Würden wir uns sonst so sehr auf Essen und Geschenke fixieren? Zum Glück raucht niemand in dieser Familie, aber soviel getrunken und gegessen wird wohl in den wenigsten Familien. Und wie schon die kleinsten, meine Cousins nur noch an Geschenke  denken, tut es mir weh.

Jetzt bin ich schon wieder abgeschweift. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass es mich enttäuscht hat, dass von so vielen Problemen die der Mensch hat/haben kann, ritzen als besonders schlimm und problematisch angesehen wird. Ich mag SVV  nicht verteidigen, es IST schlimm, so etwas zu tun. Aber es ist genauso schlimm, zu rauchen, zu trinken usw. Denn es macht den Körper unter Umständen kaputter als SVV.
Es macht mich traurig, Hilfe erst dann angeboten zu bekommen, wenn ich eine Problemaufschiebungsstrategie habe, die mir äusserliche Wunden zufügt, mich aber teils von inneren Wunden befreit.

Und deshalb lehne ich eure Hilfe ab. Ich danke euch für das Angebot, aber ich lehne es ab. Und es tut mir nicht leid. Ich mag euch weiterhin als Personen, ich mag gerne mit euch sprechen, euch begegnen. Aber ich möchte nicht, dass sich jemand speziell um mich kümmert. Mit mir Problembewältigungsstrategien anschaut, womöglich einen Therapie oder sowas organisiert. Ich will es einfach nicht.

Denn so seltsam es sich anhört. Mir geht es besser als auch schon. Ich verletze mich  zwar, aber ich bin mit meinem jahrelangen Problem, dass sich wirklich in meine Seele gefressen hat, und mich unendlich verletzt hat, fertig geworden. Ich beherrsche es. Ich habe abgenommen udn fühle mich sehr gut, viel besser in meiner Haut. Weiter kann ich auch mehr udn mehr nicht mehr mein Übergewicht an allem Schuld machen, dass mir schlecht geht. Mehr und mehr realisiere ich, dass ICH es bin. Und keine äusseren Umstände oder mein Gewicht. Ic h denke, dass ist sehr gut für meine Entwicklung.
Es geht mir besser. Ich arbeite an mir. Auf meinem Weg gibt es zwar Rückfälle, ich laufe drei schritt, und falle zwei wieder zurück, aber es geht vorwärts.
Und wie ich es meiner Mutter einmal gesagt habe: Helfen kann mir niemand, wenn ich nicht will. Und im Endeffekt bedeutet dass, dass nur ICH mir selbst helfen kann.

WENN ihr etwas für mich tun wollt, dann zeigt einfach, dass ihr mich so akzeptiert, wie ich bin und mich ja nicht anders behandelt, wie früher, als ihr es noch nicht wusstet. Und für die Personen, denen ich auch Dinge anvertraue, die wissen schon, dass die beste Art mir zu helfen einfach ist, dazusein, wenn ich mal reden will/muss. Sich mit mir zu unterhalten, Dinge zu erzählen, mich abzulenken.

Trotz dieses vielleicht ernüchternden Textes danke ich euch für euer Angebot. Denn dadurch habt ihr mir immerhin gezeigt, dass ich euch nicht ganz egal bin. Ich bitte euch auch, nehmt diesen Text nicht zu persöhnlich. ICH MAG EUCH SEHR! ich mag einfach nicht spezielle Hilfe haben, speziell behandelt werden. Ich bin Saphira. Und die möchte ich bleiben. Ich möchte kein Problemfall sein, und auf gar keinen Fall so behandelt werden.. Das wäre für mich das Schlimmste..


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gebloggt von: Saphira


Montag, 17. April 2006

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gebloggt von: Saphira





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