Einträge "Laut oder Leise - Die Welt der Musik":

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Traurige Nachricht

So nun kommt auch endlich mal wieder ein Eintrag in der "Laut oder Leise"-Rubrik, wenn auch zumindest fuer mich, kein wirklich froehlicher.

Heute wurde von Seiten Jon Oliva's bekannt gegeben, dass sich auf Grund des nach wie vor sehr erfolgreich laufenden Trans Siberian Orchestras und der damit verbundenen Unabkoemmlichkeit aller anderen Bandmitglieder Savatage nun endgueltig in die ewigen Jagdgruende verabschiedet haben.

Damit verlaesst eine der besten, wenn nicht sogar die beste Band, die der amerikanische Metal jemals hervorgebracht hat nach mehr als zwanzig Jahren nun endgueltig die Buehne. Was sich schon nach der letzten Tour zum "Poets and Madmen"-Album angedeutet hat, ist nun traurige Wahrheit. Meine Lieblingsband gibts nicht mehr!!

Da ich leider nie die Chance hatte, mir diese einzigartige Band einmal unter dem wahren Banner livehaftig anzuschauen, geht dieses Los jetzt auf die quasi Nachfolgeband "Jon Oliva's Pain" ueber, die mit ihrem Sound gluecklicherweise immer noch sehr nahe an den alten Savatage ( bis einschliesslich "Streets" ) liegen. Diese Band wird weiter touren, ihr neues Album Mitte April veroeffentlichen und dann hoffentlich auch fuer mich zu sehen sein, wenn ich wieder nach Hause komme. Ich weiss auf jeden Fall schon jetzt, dass ich mir kein Konzert entgehen lassen werde, denn der Mountain King bringt auch nach ueber 20 Jahren und mit ein paar guten Kilo mehr immer noch absolute Hammerleistungen auf der Buehne.

Bleibt nur noch zu sagen: Danke Jungs fuer die vielen absolut grossartigen musikalischen Momente, die unbeschreibliche Magie eurer Musik und einfach nur eure absolute Genialitaet. Rest in Peace Savatage.
And still the Orchestra plays......

PS: Falls ihr mehr ueber die Band erfahren wollt, lest euch einfach den entsprechenden Eintrag in dieser Rubrik durch...

Currently playing: Savatage - Edge of Thorns
Current mood: ein wenig geknickt...trotz tollem Wetter

Dienstag, 7. August 2007

Bands, die ich live gesehen hab

So, ich hab mir gedacht ich mach einfach mal ne kleine Auflistung von den ganzen Bands, die ich bis jetzt live gesehen hab, auch um mal mein Gedächtnis in der Beziehung wieder aufzufrischen. Ich hab auch versucht, möglichst alle Vorbands zu berücksichtigen, allerdings wollte mir auf Teufel komm raus nicht mehr der Support für Grave Digger auf der Rheingold-Tour einfallen und auch an einen Grossteil der Bands, die jeweils Ektomorf und Abandoned im Bruch supportet haben kann ich mich nich mehr erinnern - auch wenn das nix mit übermässigem Alkoholkonsum zu tun hat.^^

 

So, here we go

  1. In der Halle

 

- HammerFall 2x

- Edguy 6x

- Nighwish 1x

- Iron Maiden 1x

- Grave Digger 2x

- Ektomorf 3x

- Children of Bodom 3x

- Abandoned 3x

- Destruction 1x

- Masterplan 2x

- Dream Evil 1x

- The Poodles 1x

- Krokus 1x

- Brainstorm 1x

- Sabaton 1x

- Dragonforce 1x

- Nocturnal Rites

- Blind Guardian 1x

- Astral Doors 1x

- Sonata Arctica 2x

- Timo Rautiainen ( oder wie auch immer der sich schreibt )1x

- Funeral for a Friend 1x

- Jon Oliva's Pain 1x

- Saidian 1x

- Verdict 1x

- Kayser 1x

- Blinded Colony 1x

- Doro 2x

- HIM 1x

 

  1. Auf Festivals

 

- In Extremo 1x

- Motörhead 1x

- Machine Head 1x

- Rose Tattoo 1x

- Böhse Onkelz 2x

- JBO 2x

- Accept 1x

- Samael 1x

- Unleashed 2x

- Pretty Maids 1x

- Heaven Shall Burn 1x

- Ensiferum 1x

- Amon Amarth 1x

- Wolf 1x

- Sentenced 1x

- Mystic Prophecy 2x

- Legion of the Damned 1x

- Nevermore 1x

- Sodom 1x

- Randalica 1x

- Bolt Thrower 1x

- Evergrey 1x

- Finntroll 1x

- Soilwork 1x

- Fates Warning 1x

- DIO 1x

- Gods of Blitz^^ 1x

- Cradle of Filth 1x

- Gamma Ray 1x

- Threshold 1x

- Freedom Call 1x

- Norther 1x

- Keep of Kalessin 1x

- Vader 1x

- Hatesphere 1x

- Korpiklaani 1x

- Kreator 1x

- U.D.O. 1x

 

 

Currently playing: Candlemass - Destroyer
Entry modified
Geändert am 7. August 2007 um 13:47

Donnerstag, 2. August 2007

We shook the Hallenboden: Earthshaker Fest vom 19.-21.07. in Rieden/Kreuth

Nachdem wir dieses Jahr auf Grund des in unseren Augen nich ganz so prickelnden Billings unser bisheriges "Stammfestival", das Rock Hard in Gelsenkirchen,  links liegen haben lassen blieben nach diversen Umentscheidungen, Abwägungen und sonstigen Schwierigkeiten drei Konstanten übrig: Tom, meine Wenigkeit und das Earthshaker Fest im  bayrischen Kreuth.

Da wir uns  kurzfristig dazu entschlossen hatten nicht schon Mittwochabend zu fahren und so zwar einen schlechteren Zeltplatz aber geschonte Nerven in Kauf nahmen ging die ganze Sause eben erst am frühen ( für Tom wars sogar scheisse früh ) Donnerstagmorgen los. Punkt acht saßen wir im Auto und nach einem letzten Stop bei meiner werten Oma um die Styroporbox abzuholen und an der nächstbesten Tanke gings auch schon ab Richtung Dieburg und auf die Autobahn.

Nach ein paar kleineren Staus und ziemlich viel Geschwitze erwartete uns dann auf dem letzten Teilstück kurz vor dem Festivalgelände das erste "Großereignis" des Wochenendes: Eine wunderbare Polizeikontrolle. Nachdem die drei vor uns fahrenden Wagen nach einem kurzen Blick ins Fahrerfenster weitergewunken wurden, durften wir uns schön brav ( der Penner hat noch nicht mal "guten Morgen" gesagt ) auf den mit Provinzcops nur so zugepflasterten Kontrollplatz begeben. Dort ging dann das volle Programm ab: Papiere kontrollieren, Leibesvisitation ( Tom musste die Hosen runterlassen, mir wurde in meine schön pervers miefenden Schuhe geschaut - haha!^^ ) und die Kontrolle des Kofferraums. Dazu muss gesagt werden, dass unsere Freunde und Helfer hierbei lediglich den Kofferaumdeckel kurz aufgemacht haben, ein Blick rein und wieder zu das Ganze. Hätten wir also wirklich gewollt, die grob geschätzt 4 Tonnen "feinstes Marihuanah" ( Insider für den Herrn Pirker^^ )  wären nicht gefunden worden und wir hätten uns das ganze Festival seelig schwebend von Wolke 7 aus angucken können. Naja...

Der Campingplatz selbst gestaltete sich dann sehr einladend; auf kleinen Hügeln liegend konnte man sich wunderbar breit machen - zumindest solange bis die Security in rekordverdächtigen 1 1/2 Stunden das komplette Areal um unser Zelt ( inkl. dem von mir dafür gehaltenen Rettungspfad ) mit Autos, Leuten und Zelten zugepflastert hatte. Glück für uns, dass unsere Nachbarn mit ihrem grossen Pavillon quasi nen Weg freihielten.
Nachdem wir in kürzester Zeit ( wir werden eben von Jahr zu Jahr besser^^ ) unser Zelt aufgebaut hatten kam dann auch erstmal das Festival-Pflichtprogramm für den perfekten Einstieg dran: Musik ( aus der Umgebung; irgendne krude Mischung aus Grave Digger, Iron Maiden und mit Akkustikgitarre begleiteten, selbstgesungenen Iced Earth-Songs ), ein kühles Dosenbier ( 5,0 rult ) und ner amtlichen Shisha. 

Donnerstag, 19.07.07

Bei wenig angenehmen Temperaturen ( zumindest wenn man keinen Schatten hat ) saßen wir dann die Zeit bis zum ersten für uns relevanten Gig des Tages ab. Am späten Abend machten wir uns dann an der Straße entlang auf zum Eingang auf das Festivalgelände und bemerkten schnell, dass unser Zeltplatz gar nich so schlecht gewählt war. Statt dem üblichen Hardcore-Programm aus sacklauter Dauerbeschallung und Party all night long hatten wir ein relativ ruhiges Eckchen mit humanen Leuten erwischt. Auch das wir vom Zelt bis zum Einlass gerade mal 10 Minuten gebraucht haben sprach für uns.
Nach einem relativ laschen Sicherheitscheck ( meine Gürteltasche wurde erst am Samstag entdeckt... ) gings dann übers recht kleine Gelände zur Ostbayernhalle, in die das Festival auf Grund einer Unwetterwarnung kurzfristig verlegt worden war.
Die wirklich große Halle, die wohl sonst wie das gesamte Gelände für Reitsport genutzt wird, bot eine gute Sicht auf die große Bühne und auch die Akkustik war über die gesamten 3 Tage eigentlich immer sehr gut.

Beim betreten der Halle bekamen wir dann noch die letzten paar Songs von VADER mit, die aber ausreichten um dem polnischen Death Metal-Quartett einen absoluten Dampframmensound und eine sehr tighte Performance zu attestieren.

Das eigentliche Highlight des Abends stellten dann aber für uns GRAVE DIGGER da, die pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk zu den Klängen von "The Brave" die Bühne enterten und mit "Scotland United" den perfekten Einstieg in ein meiner Meinung nach absolut gigantisches Set schafften. Die Stimmung im Pulk ging sofort von 0 auf mindestens 120 und von da an ging eine einzige Party ab, die nicht nur mir ein fettes Grinsen ins Gesicht zauberte. Egal ob neuere Stücke wie "Silent Revolution" oder eben die komplette Klassikerpalette, bestehend aus "The Grave Digger", "Excalibur", "The Dark of the Sun" und "Knights of the Cross", die Meute ging nur noch steil. Die Mannen um "Onkel Reaper" Chris Boltendahl legten eine arschtighte Performance aufs Brett, fuhren einen optimalen Sound und böllerten ohne Ende. Lustig zu erwähnen, dass Keyboarder H.P. Katzenburg auch mal ohne Reaper-Kostüm auf die Bühne durfte, dann aber auch aussah wie ein Ripper Owens-Klon.^^ Als dann gegen Ende des Sets mit "Rebellion" der absolute Killer gezündet wurde konnten auch wir nicht mehr an uns halten und so war ne deftige Runde Crowdsurfen angesagt. Und beim finalen Rausschmeisser, dem unvermeidlichen "Heavy Metal Breakdown", brachen dann im Publikum nochmal alle Dämme und die Kuh flog ein letztes Mal - und zwar richtig! Einziger Wermutstropfen dieses ansonsten rundum perfekten Gigs war das Fehlen von Songs des "Rheingold"-Albums und vor allem meines persönlichen Faves "The Roundtable". Aber wer dafür so ne geile Sause bekommt, der verschmerzt auch das.^^

Anschliessend gabs ein quasi Heimspiel: Als Franken hatten J.B.O. ohnehin schon nen fetten Stein im Brett und wer dann auch noch so herrlich blöde Songs wie "Walk with an Erection", "Verteidiger des wahren Blödsinns" oder "Bolle" im Gepäck hat, der kann eigentlich nichts mehr falsch machen. Und so stürmte die "Rosa Armee Fraktion" dann auch mit enormer Spielfreude die Bühne und entfachte ein ( meist rosa gehaltenes ) Feuerwerk der guten Laune. Da wurden riesige rosa Luftballons ins Publikum geworfen, über Nazis hergezogen ( richtig so, die sehen wirklich aus wie Britney Spears!! ) und den Fans das "Glaubensbekenntnis" zum Heavy Metal abgenommen. Leider waren nur 50% von uns  ( in dem Fall Tom ) wirklich Textsicher und auch noch recht fit, so dass wir den Gig nach ungefähr der Hälfte abbrachen und uns SEPULTURA schenkten, die zwar laut Augenzeugen eine Pavarotti Version von "Roots" ( mit J.B.O. )  brachten, aber ohne Max Cavalera einfach nicht mehr das selbe sind.

 Freitag, 20.07.07

 Nachdem wir in der Nacht zum Freitag nochmal recht unsanft von ein paar besoffenen und offenbar hormonell übersteuerten Jungspunden geweckt worden waren, die auf Teufel komm raus mit unseren Zeltnachbarinnen in die Kiste wollten, kamen wir zumindest so am nächsten Tag ins Gespräch. Hatten wir uns am Tag vorher noch ziemlich gelangweilt, weil wir mit zwei Mann eben einfach nicht den Spass hatten, den man mit einer größeren Gruppe hat, so war das jetzt doch im ziemlich schnell vergessen weil wir ab sofort mit knapp 8 Mann unterwegs waren. Jede Menge Fun und dumme Sprüche für die nächsten Tage waren also garantiert. ^^

Die erste Combo des Tages, von der wir noch die letzten Töne zu hören bekamen, waren dann HATESPHERE. Die Dänen brachten die Halle mit ihrer verdammt brutalen Mischung aus Death und Thrash ordentlich zum kochen und sorgten für einige ausgerenkte Nackenwirbel. Auf jeden Fall ein amtliches Pfund, das da in den Zuschauerraum gepfeffert wurde.

Danach war allerdings erst mal gepflegte Party an. Die irren Finnen von KORPIKLAANI enterten die Bühne und versetzten die Meute vor der Bühne für eine Stunde in ausgelassene Feierstimmung. Zu der unwiderstehlichen Mischung aus harten Gitarren und extrem tanzbaren Folkmelodien ( hier dargeboten durch Fiedel und Akkordeon ) kann aber auch kein Bein still stehen. Das sich die sympathischen Jungs auch von ein paar kleineren Problemen nicht aus der Ruhe bringen lassen bewies Fronter Jonne bei seiner akrobatischen Einlage am Mikroständer als dessen Halterung den Geist aufgab und er gemeinsam mit dem Mikro langsam zu Boden sank - und dabei fröhlich und ohne Fehler weitersang und Gitarre spielte. Einmalig!

Die nächste Band wurde von uns mit eher gemischten Gefühlen erwartet, waren wir uns doch nicht sicher ob wir wirklich Bock auf „Happy Metal" hatten. Doch FREEDOM CALL stellten auf der Bühne unter Beweis, dass sie live in einer ganz anderen Liga als auf Platte spielen. Unterstützt von einem wirklich satten Sound  ( der den auf CD um Längen schlägt ) brachten sie ihre eingängigen Melodien mit einer satten Extraportion Härte rüber und sorgten so für ausgelassene Stimmung im vorderen Hallendrittel. Egal ob der Opener „Warriors", „United Alliance", „Metal Invasion" oder der famose Schlusspunkt „Land of Light" - FREEDOM CALL haben sich mit dieser Show mehr als nur einen Achtungserfolg verdient. Das das ganze auch noch äusserst sympathisch rüberkam ist da nur die Kirsche auf dem feinen Power Metal-Sahnehäubchen. Sehr spassig!

Leider entgingen uns dann durch die anschliessend ausgegebene Unwetterwarnung und die damit verbundene Bitte der Veranstalter, doch bitte alles nötige zu sichern, GOD DETHRONED, auf die ich mich eigentlich schon gefreut hatte. So wurde es dann leider nichts mit der amtlichen Portion melodischen Death Metals aus Holland. Schade.
Auch von MASTERPLAN bekamen wir lediglich noch die letzten Minuten des finalen „Kind-Hearted Light" mit, doch dafür wurden wir im Anschluss ( mittlerweile in voller Mannschaftsstärke angetreten ) mit einer wirklich genialen Show bedient.

GAMMA RAY enterten unter tosendem Applaus die Bühne und starteten mit „Rebellion in Dreamland" gleich mit einem absoluten Kracher in ihr Set. Kai Hansens Truppe bot eine gigantische Show, die vom Spaßfaktor eindeutig den Höhepunkt des Freitags markierte und in der wirklich kein, aber auch gar kein Klassiker fehlte. Mit „Land of the Free", „Anywhere in the Galaxy" und "Heavy Metal Universe" ( inkl spassigem aber auch überflüssigem Mitsingspielchen ) wurde eine Granate nach der anderen gezündet und als die Hanseaten dann auch noch zu einem oberamtlichen Helloween-Medley, bestehend aus "Ride the Sky", "Future World" ( beide angespielt ) und dem komplett dargebotenen "I Want Out", ansetzten kochte die gesamte Halle bereits ÜBER dem Siedepunkt! Nach dem wiederum sehr geilen „Somewhere out in Space" wurde das Eingangs zu zwei dritteln gezockte „Rebellion" wieder aufgegriffen und beendete so einen wirklich bärenstarken Auftritt der sympathischen Truppe. Leider kann ich mir die für den Winter angekündigte „GammWeen" Tour ( Helloween und Gamma Ray als Doppelheadliner ) nicht anschauen, aber so ist das nun mal im Leben. Trotz allem ganz klar der Höhepunkt des Freitags!

Im Anschluss konnten dann KREATOR das vorgelegte Stimmungslevel zumindest halten. Die deutsche Thrash-Institution legte mit „Violent Revolution" auch gleich ein oberamtliches Pfund vor und beschoss die gierige Meute im Anschluss mit einer blendend zündenden Granate nach der anderen. Unterstützt von einem wirklich äusserst schicken Bühnenbild ( das hauptsächlich auf den Artworks zum aktuellen Output „Enemy of God"  bestand ) bombte man einen Killersong nach dem anderen in den Pit. „Betrayer", „Enemy of God", „Suicide Terrorist", „Phobia" oder auch „People of the Lie" wurden von der Menge gierig aufgenommen und sorgten für einen der härtesten, wenn nicht sogar den härtesten Pit des Festivals. Milles wunderbar spitze Ansagen ( „Guten Abend Earthshaker...Open Air! Ich bin sicher das Unwetter kommt noch..." oder auch das an unsere allzeit gegenwärtigen Freunde in grün gerichtete „Die denken immer Metalfans wären aggressiv - lasst uns denen mal zeigen WIE aggressiv wir werden können!!" ) trugen ihr übriges zu einem genialen Auftritt bei. Das abschliessende „Flag of Hate" sorgte dann noch mal für total austickende Fans ( unter anderem bildete sich vor uns eine Menschenpyramide, deren „Spitze" wild headbangend mitfeierte ) und beendete eine gepflegte Stundenportion Gemetzel. Ganz gross!

Den Headliner TESTAMENT schenkten wir uns dann wegen stark geschwundener Kräfte komplett. War aber auch mal genug irgendwann.^^

Samstag, 21.07.07

Am Samstag hiess dann die erste Band des Tages für uns KEEP OF KALESSIN, die uns von unseren Nachbarn Jacko und Benny wärmstens empfohlen worden war. Die Norweger boten dann auch ein recht ansehnliches Packet melodischen Black Metals, dass allerdings zu dieser frühen Stunde kaum Banger in die Halle gelockt hatte. Dennoch ein recht starker Auftritt, der sogar einen für diese frühe Zeit äusserst amtlichen Sound vorweisen konnte.

Weiter gings dann direkt im Anschluss mit NORTHER. Die finnischen Children of Bodom-Soundalikes ( wenn auch auf den letzten beiden Alben mit erhöhter Thrash-Schlagseite ) boten einen leider eher weniger überzeugenden Auftritt. Sicher, das Material ist nicht schlecht und mir persönlich gefällt vor allem die „Mirror of Madness" ( von der immerhin „Blackhearted" und „Midnight Walker" geboten wurden ) ziemlich gut, aber die uninspirierte Performance und vor allem der grauenvolle Cleangesang sorgten mehr für gerunzelte Augenbrauen als für ein seeliges Grinsen. Zudem war der Sound für die auf vielen Soli fußende Mucke einfach zu breiig abgemischt. Schade drum...

Doch dann folgte nicht nur für mich das absolute Highlight des ganzen Festivals. Mit THRESHOLD enterte die rein spieltechnisch definitiv beste Band des Festivals die Bühne und startete mit „Light and Space" in einen absolut grandiosen Gig. Führt man sich die Tatsache vor Augen, dass der hauptamtliche Sänger Mac die Band eine Woche vor dem Gig verlassen hatte und der Ersatzmann Damian Wilson  ( der die letzten vier Alben nicht kannte ) erst 3 Tage zuvor zur Band gestoßen war und hier eine absolut geniale Performance lieferte, so konnte man einfach nicht anders als der Band allergrössten Respekt entgegenzubringen. Das ultrasympathische Auftreten der Band ( keinerlei Starallüren; ich glaube THRESHOLD waren die einzige Band, die ihr komplettes Equipment selbst aufbaute! ) tat sein übriges, um den Auftritt zu etwas ganz besonderem zu machen. Da störte es dann auch nicht das Damian die neueren Songs wie „Hollow" oder „Slipstream" mit einem Textblatt bestreiten musste. Und als die Band dann auch noch quasi ihm zuliebe den uralten Longtrack „Sanity's End" vom Debüt „Wounded Land" auspackte hatte sie ohnehin schon gewonnen. Bezeichnend, dass sich die Halle beim Auftritt immer mehr füllte und am Schluss das gesamte erste Hallendrittel den bärenstarken Auftritt der britischen Progger bejubelte. Ganz großes Tennis!!!

Danach war erst mal Pause für uns angesagt. Zwar zog Tom am Nachmittag noch mal kurz zur Halle um sich LEGION OF THE DAMNED anzuschauen, doch ansonsten war mehr kollektives Chillen bei Bier und Shisha angesagt.

In die Halle gings erst wieder zu UNLEASHED, von deren Show wir uns allerdings nur einen kleinen Teil zu Gemüte führten und uns anschliessend zur Autogrammstunde von Threshold verkrümelten. Allerdings haben wir wohl aus unserer Sicht nichts elementares verpasst, da sich zumindest meiner Meinung nach der zwar wirklich solide dargebotene Death Metal auf CD einfach besser macht als live. Das hat nichts mit der Qualität zu tun sondern einfach damit, dass er mir für ein Livekonzert zu wenig Abwechslung bietet, bzw einfach nicht genug Stimmung macht. Da denkt man doch wehmütig an den alles killenden Gig von Bolt Thrower auf dem letzten Rock Hard zurück...

Bei U.D.O. waren wir dann allerdings wieder in der Halle vertreten und wurden mit einem klasse Gig der deutschen Kampfmaschine aus Solingen belohnt. Neben neueren Tracks wie „Mastercutor" oder „Thunderball" begeisterte der kleine Mann auch mit diversen Klassikern seiner ehemaligen Hauptband Accept. So sorgten vor allem „Metal Heart" und „Restless and Wild" für Stimmung, bevor man mit der Zugabe „Balls to the Wall" im Publikum alle Dämme brechen liess und sich eine einzige riesige Party in der ganzen (!!) Halle ausbreitete. Klasse Gig von einem ganz Großen aus der Szene.

CRADLE OF FILTH legten danach erst mal mit grottenschlechtem Sound los, der sich im Verlauf des Gigs dann auch nur leicht ändern sollte ( oftmals kam Danis Mikro viel zu spät zum Gesamtsound dazu, so dass etliche Gesangspassagen auf der Strecke blieben ). Erwartungsgemäß wurde in Form von „Dirge Inferno" und „Tonight in Flames" auch einiges Material vom aktuellen „Thornography"-Output geboten. Das vordere Hallendrittel, das zu diesem Zeitpunkt fast ausschliesslich aus Pseudo-Blackies und Goth-Girls bestand ging erwartungsgemäss völlig steil. Wir begutachteten die Show aus angenehmer Entfernung und erfreuten uns an „älterem" ( „Her Ghost in the Fog", „Nymphetamine", „Gilded Cunt" ) und ganz altem ( „Ebony dressed for sunset", „The Principle of Evil made Flesh" ) Material. Meiner Meinung nach hätte es zwar auch gerne noch ein Song vom „Damnation and a Day"-Album sein dürfen, aber man kann eben nicht alles haben. Hervorzuheben wäre auch noch die Performance des neuen ( mir namentlich noch nicht bekannten ) Schlagzeugers, der sich im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch abspielte und an jeder nur möglichen Stelle in einem Song Fills einstreute, dass die Felle nur so krachten. Total krank, aber seehr fett. Der Rest der Bande übte sich dagegen meist in gepflegtem rumstehen und haareschütteln und trug so leider nicht dazu bei, den Ruf als nicht gerade überragende Liveband zu revidieren. Alles in allem trifft es ein „o.k." wohl ganz gut.

WITHIN TEMPTATION schenkten wir uns dann, denn noch einen doofen Nightwish-Klon brauchten wir dann nicht wirklich.
So gings dann auch zurück zum Zelt, wo wir dann leider von Regen überrascht wurden und uns erstmal in selbiges zurückzogen. Da der Himmel sich aber auch um 23:30 weiterhin fröhlich auskotzte mussten wir dem leider Tribut zollen und verpassten so leider mit MOTÖRHEAD auch noch den dritten Headliner. Etwas, dass uns wirklich etwas geärgert hat, waren die anderen beiden doch aus unserer Sicht verzichtbar gewesen.

Am Sonntag morgen gings dann auch recht früh schon nach Hause und um 12 Uhr konnten wir dann auch endlich wieder eine ( bei manchen von uns^^ ) dringend nötige Dusche nehmen.

Bleibt festzuhalten, dass der Spassfaktor vom letzten Jahr auf dem Rock Hard was die Zeit auf dem Campingplatz angeht leider nicht erreicht wurde, dafür aber der bei den Konzerten konstant hoch war ( Gerstensaft sei dank^^ ). Bei entsprechendem Billing sind wir dann auch in Zukunft gerne wieder im Polizeistaat Bayern dabei!
Currently playing: Dimmu Borgir - The Chosen Legacy

Dienstag, 12. Juni 2007

Bands, die der Basti mag - Teil 5: Iron Maiden

Heavy Metal. Hart, schnell und meistens auch ziemlich laut. Ein Musikgenre, dass Menschen auf der ganzen Welt eint und das aufrund seiner zahllosen Subgenres und Schattierungen eine schier unerschöpfliche Quelle an grandioser Musik bietet.

Es gibt tausende verschiedene Bands und viele von ihnen spielen einen äusserst eigenständigen Stil. Aber egal ob man sich nun eine topmodern produzierte Metalcore-Scheibe ( von Bands wie bspw Killswitch Engage oder Caliban ) oder aber eine Power Metal-CD ( etwa von Edguy oder Blind Guardian ) in den Player wirft: Alle diese Bands und ihre Stilistiken speisen sich ( auf das wesentliche - den Heavy Metal - reduziert ) aus einer relativ überschaubaren Quelle, aus einer kleinen Anzahl an Bands, die vor über 20 Jahren einen kreativen Stein ins Rollen brachten, der nachfolgende Bands mal stärker, mal weniger stark beeinflusste, aber doch überall seine Spuren hinterliess, bevor er zu dem musikalischen Massiv geworden ist, dass Heavy Metal heute ist. 

Sucht man nach den Ursprüngen des heutigen Heavy Metal ( die Ursprungsbewegung wurde bereits massiv von Bands wie Black Sabbath, Led Zeppelin und Deep Purple beeinflusst ), so stößt man auf eine Ende der 70er/Anfang der 80er stattfindende Bewegung namens "Ne Wave of British Heavy Metal", kurz NWOBHM und damit auch zwangsweise auf die wohl einflussreichste und wichtigste Band der damaligen ( definitiv ) und der heutigen ( noch definitiver ) Zeit: Iron Maiden.

Iron Maiden werden 1975 von Bassist Steve Harris, damals noch ohne Namen, gegründet. Harris kommt jedoch bald danach auf den Trichter und die "Eiserne Jungfrau" ist geboren. Die Band startet in einer äusserst ungünstigen Zeit für Heavy Metal und Hardrock; in der Besetzung Steve Harris ( bass ), Paul Mario Day ( vocals ), Dave Sullivan ( guitar ), Terry Rance ( guitar ) und Ron Matthews ( drums ). Auf Druck der Plattenfirma bewegte man sich in den Anfangstagen musikalisch eher im damals gerade schwer angesagten Punk.
Die erste Maiden-Show fand am 1. Mai 1976 in London statt. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Gitarren bereits von Dave Murray und Bob Sawyer übernommen worden und auch am Mikro fand sich mit Dennis Wilcock ein Neuzugang. Doch auch diese Besetzung sollte nicht lange Bestand haben.
Sawyer stieg machte sich recht schnell wieder aus dem Staub, Doug Sampson kam für Ron Matthews auf den Drumhocker und auch der Fronter wurde nochmals gewechselt: 1978 griff sich ein Typ namens Paul Di'Anno das Mikro und sollte es so schnell nicht mehr aus der Hand geben. Nachdem 1979 Rod Smallwood Manager der Band geworden war ( und es bis zum heutigen Tage bleiben sollte ) unterzeichnete die Band auch den ersten richtigen Plattenvertrag mit der EMI. Noch einmal gab es einen Besetzungswechsel zu vermelden, so fand sich mit Dennis Stratton ein neuer zweiter Gitarrist und mit Clive Burr rührte ein neuer Mann die Kessel. Von nun an sollte die Erfolgskurve für Maiden steil nach oben zeigen.

 1980 bricht sich eine neue Sensation aus England ihre Bahn ins restliche Europa. Iron Maiden haben soeben ihre selbstbetitelte Debütscheibe von der Leine gelassen und erobern mit ihrer heftigen Mischung aus Hardrock, Punk, sowie etlichen eigenen Stilmitteln ( so auch hier schon die mittlerweile berühmten Twin-Leads ) die Herzen aller Metalfans des Kontinents. Songs wie "Prowler" und "Running Free" walzen mit ihrer nie gekannten Power und Agression alles platt, was sich ihnen in den Weg stellt. Paul Di'Anno verkörpert perfekt den Rowdy, dem man besser nicht nachts auf der Strasse begegnen sollte und prägt die erste Maiden-Veröffentlichung mit seiner stark vom Punk beeinflussten Stimme. Die Szene ist vollkommen aus dem Häuschen. Eine Revolution hat begonnen.

Bereits ein Jahr später, 1981, schieben Maiden mit "Killers" ihr zweites Album nach ( inzwischen ist mit Adrian Smith ein neuer Gitarrist an Bord ), welches genauso heftig einschlägt wie das Debüt. Die Songs sind noch ausgefeilter, haben aber nichts von ihrer Kraft verloren und können so der Band einen weiteren Popularitätsschub bescheren. Auch das wieder auf dem Cover zu sehende, inzwischen liebevoll "Eddie" getaufte, Bandmaskottchen ist wieder mit von der Partie und leistet seinen Teil zum völlig eigenen und unverwechselbaren Gesicht der Band.
Auf der anschliessenden Tour räumen Maiden nach allen Regeln der Kunst ab, wenn - ja wenn sie es denn schaffen aufzutreten: Paul muss auf Grund seines immer bedenklichere Züge annehmenden Alkoholkonsums vor allem in Deutschland zahlreiche Shows absagen. Die Tatsache, dass er das pure Rock'n'Roll--Leben führt, fordert ihren Tribut und gipfelt in Di'Annos Rausschmiss aus der Band.

Was damals in vielen Fankreisen als Ende der Band angesehen wurde ( man war sich sicher, dass niemand Paul ersetzen könnte ), sollte sich kurze Zeit später als wahrer Glücksfall erweisen. Als Nachfolger verpflichtete die Band niemand anderen als "Samson's" Bruce Dickinson, der bereits auf dem Album "Shock Tactics" seine exzellente Stimme unter Beweis stellen konnte.

Mit Dickinson zusammen enterte man das Studio, um neue Songs aufzunehmen. Die 1982 veröffentlichte "Run to the Hills"-Single liess alle Kritiker sofort verstummen und stellte doch nur einen winzigen Vorgeschmack auf das, was da noch folgen sollte, dar.
Anfang 1982 erschien mit "The Number of the Beast" ein absolutes Monster von einem Album, das die Band in Bestform präsentierte und ausnahmslos Klassiker ( u.a. "The Prisoner", "Hallowed be thy name" und das legendäre Titelstück ) enthielt. Das Album setzte sich auf Anhieb auf Platz 1 der britischen Charts fest und war dort auch so schnell nicht wieder wegzubekommen. Metalfans in ganz Europa standen Kopf, die Band rannte alle nur erdenklichen Türen ein und trat eine Lawine los, die die ganze Welt überrollte. Iron Maiden hatten es mit ihrem 3en Album geschafft, den Heavy Metal schlagartig überall in der Welt zu etablieren! Es folgte eine ausverkaufte Tournee und überall hinterliessen Maiden restlos begeisterte Fans. Nichts konnte die Band jetzt noch aufhalten.

Ende 1982 erfolgte erneut ein Besetzungswechsel als Clive Burr die Band Richtung "Trust" verliess und im Gegensatz dazu der nun Arbeitslose "Trust"-Drummer Nicko McBrain bei den Jungfrauen anheuerte. In dieser Besetzung entstanden in der Folgezeit weitere erstklassige Alben wie "Piece of Mind" ( 1983 ) und "Powerslave" ( 1984 ).
Im Dezember 1983 spielte die Band auf dem legendären "Rock/Pop in Concert" gemeinsam mit Größen wie Scorpions, Ozzy Osbourne, Def Leppard, Judas Priest, Krokus, MSG und Quiet Riot ( das Konzert wurde später gekürzt vom ZDF gesendet und sollte bis heute der einzige Kontakt des Senders mit Heavy Metal bleiben ). Nach der gigantischen "World Slavery Tour" veröffentlichte man 1985 den Livemittschnitt "Live After Death", sowohl als Vinyl, als auch als Kaufvideo. 

Auf dem 1986 veröffentlichten "Somewhere in Time" experimentierte die Band erstmals mit Gitarrensythesizern und veränderte ihren Sound ein wenig, was nicht nur positive Reaktionen unter den Fans hervorrief, aber für die weitere Entwicklung der Band enorm wichtig war. Nach dieser Veröffentlichung legten Maiden zum ersten Mal eine längere Pause zwischen zwei Releases ein.
1988 erschien mit "Seventh Son of a Seventh Son" das bis dato progressivste Maiden-Album. Auch dieses Konzeptalbum fand anfangs nicht den grössten Zuspruch von Seiten der Fans, gilt heute jedoch als eines der besten Werke der Band. 

Ein Jahr später, 1989, verliess Adrian Smith die Band, da er nicht den von Steve Harris angestrebten Weg "back to the roots" mitgehen wollte. Er wurde durch Jannick Gers ersetzt, welcher mit der Band 1990 "No Prayer for the Dying" veröffentlichte. Als erste Veröffentlichung musste sich dieses Album durch die Bank herber Kritik stellen und gilt auch heute noch als einer der schwächeren Releases.
1992 folgte mit "Fear of the Dark" ein weiterer zwiespältig aufgenommener Release, der allerdings mit dem Titelsong einen DER Maiden-Songs schlechthin enthielt. Trotz allem hielten die Fans der Band die Treue, konnten sie ja noch nicht wissen, was für ein schwerer Schlag auf sie zukam.

Nachdem er bereits mit "Tattoed Millionaire" Solopfade beschritten hatte, verkündete Sänger Bruce Dickinson Ende 1992 seinen Ausstieg aus der Band, um sich intensiver seiner Solokarriere zu widmen. Nun sollte das dunkelste Kapitel in der Maiden-History beginnen. 

1994 präsentierte die Band mit Blaze Bayley einen neuen Sänger, der sein Können 1995 auf "The X-Factor" unter Beweis stellen konnte. Vielen Fans  war diese Platte allerdings deutlich zu schwach und austauschbar geraten, zumal sich mit "Sign of the Cross" und "Lord of the Flies" nur 2 sehr gute Songs auf über 70 min Spielzeit tummelten. Zudem konnte ( auch mich ) Bayley nicht wirklich überzeugen und aus dem übermächtigen Schatten von Dickinson heraustreten. Die Ablehnung der Fans bekam die Band auch auf der anschliessenden Tour zu spüren, auf der man vor teilweise halbleeren Hallen spielte, die ohnehin schon kleiner waren, als die Hallen der vorherigen Touren. Auch live konnte Bayley Dickinson nicht das Wasser reichen, da seine Stimme mit ihrer eher tiefen Tonlage nicht dazu geeignet war, alte Stücke gut genug zu interpretieren. Dennoch versuchte es die Band weiter und zählte auf ihr loyales Following.
So erschien 1998 mit "Virtual XI" das zweite Album der Bayley-Ära, welches allerdings noch deutlicher Unterging als der Vorgänger. Viele Fans befürchteten damals das Ende der Band und sahen keine Chance, dass ihre Helden noch einmal an alte Großtaten anknüpfen könnten. Doch ganz so weit war es dann doch noch nicht.

Am 10. Februar 1999 bestätigten sich die schon lange vorher kursierenden Gerüchte und Adrian Smith UND Bruce Dickinson kehrten zur Band zurück, Jannick Gers blieb der Band trotzdem erhalten, was seitdem in einer dreifachen Gitarrenwand gipfelt.
2000 erschien mit "Brave New World" ein Comeback-Album nach Maß, das Iron Maiden in alter Stärke zeigte und als legitimer Nachfolger von "Seventh Son of a Seventh Son" gewertet wurde. Die Band begab sich auf eine umjubelte Welttournee, welche ihren Höhepunkt im ersten Konzert der Band in Brasilien bei "Rock im Rio" vor 250.000 ausrastenden Fans fand. Die gleichnamige Live-Doppel-CD und DVD erschien 2001 und bietet eine beeindruckende Vollbedienung.

2003 erblickte "Dance of Death" das Licht der Welt, welches jedoch als deutlich schwächer als noch "Brave New World" angesehen wurde. Dennoch begab sich die Band erneut erfolgreich auf Welttournee, auf der sie auch in der Frankfurter Jahrhunderthalle halt macht, wo ich die Chance bekam zu erkennen, das Maiden live ( trotz dem ultrahappigen Preis von 55€ ) eine absolute Macht sind. Wenn eine ganze Halle "Fear of the Dark" singt ist das schon beeindruckend.

Das bislang letzte musikalische Kapitel schlugen Iron Maiden 2006 mit dem Release des mittlerweile 14en Studioalbums "A Matter of Life and Death" auf. Das Album stiess auf breit geteiltes Echo. Vom "schlechten Versuch, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen" bis hin zum "besten Album seit 'Seventh Son'" war alles vertreten. Als sicherlich unkluger Schachzug für die Band erwiess es sich, das ( in meinen Augen wirklich gute ) neue Album auf der folgenden Tour in voller Länge zu präsentieren und dabei bei einer Spielzeit von knapp 1 1/2 Stunden auf etliche Klassiker ( u.a. teilweise auch auf "Number of the Beast" ) zu verzichten. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht als unrühmlicher Abschied von der Bühne in die Geschichte eingeht.

Den Einfluss, den eine Band auf viele weitere Generationen von Nachwuchsmusikern hat, kann man erst nach vielen Jahren erkennen. Bei Iron Maiden ist er heute überdeutlich in der Musik von solch stilistisch vollkommen andersgearteten Bands wie In Flames, Killswitch Engage, Children of Bodom oder auch Edguy zu finden. Vor allem "The Number of the Beast" hat zahlreiche Musiker nachhaltig beeinflusst und gilt nicht umsonst als eines der, wenn nicht sogar das wichtigste Heavy Metal Album. Das sogar die Prog-Kings von Dream Theater auf einer ihrer letzten Touren an manchen Abenden das komplette Album live coverten sollte für sich sprechen. Iron Maiden sind definitiv die wichtigste Heavy Metal Band dieses Planeten.

Anspieltipps zu geben fällt bei einem solch massiven Klassikerfundus natürlich dementsprechend schwer, zwingend sind jedoch "The Number of the Beast", "Run to the Hills", "Fear of the Dark", "Hallowed be thy Name" und "The Trooper". Zieht euch einfach die "Rock in Rio"-CD rein und ihr habt einen perfekten Überblick über das Schaffen dieser begnadeten Band.^^ 

Currently playing: Iron Maiden - The Pilgrim

Freitag, 25. Mai 2007

Bands, die der Basti mag - Teil 4: Sonata Arctica

Sucht man zur Zeit nach einer Band, die es geschafft hat, im Bekanntheits- und grösstenteils auch Beliebtheitsgrad zu Szenegrößen wie bspw. Blind Guardian oder Stratovarius aufzuschliessen, so fällt zwangsläufig fast immer der Name Sonata Arctica. Auch meine Wenigkeit zählt sich zu der ständig wachsenden treuen Anhängerschar. Kaum eine andere, grössere Band ist derzeit so unverwechselbar wie Sonata Arctica, was nicht zuletzt am prägnanten Organ von Sänger Tony Kakko liegen dürfte, dass für diese Art von Musik geradezu prädestiniert ist. Das der Kerl laut eigener Aussage in seinem Leben noch nicht eine Gesangsstunde absolviert hat sollte für sich sprechen...

 Die Geschichte von Sonata Arctica beginnt im Jahr 1996 als sich Tony Kakko ( der damals neben dem Gesang auch noch für die Keyboards zuständig ist ), Jani Liimatainen, Tommy Portimo und Pentti Peura unter dem ( reichlich behämmerten ) Banner "Tricky Beans" zusammenfinden um gemeinsam Musik zu spielen, die angeblich mit Metal nicht allzu viel zu tun hat.
1999 ändert man den Namen dann in das weitaus weniger sinnfreie, dafür aber immer noch recht ordinäre "Tricky Means" und beginnt damit Power Metal zu fabrizieren.
Als dann auch noch ein Vertrag mit Spinefarm Records winkt, setzen sich die 4 Jungspunde nochmals zusammen um diesmal weit mehr als nur einen Buchstaben zu ändern. Der ( nun auch weitaus "metallischere" ) Name "Sonata Arctica" ist geboren und man begibt sich gleich darauf an die Aufnahmen zum Debütalbum "Ecliptica". Da Tony vor allem live die Doppelbelastung Sänger/Keyboarder zu gross wird, gibt er sein Tasteninstrument an Neuzugang Mikko Härkin ab. Fortan kann er sich voll und ganz auf seine nicht gerade simplen und alltäglichen Gesangslinien konzentrieren. Auch das Gesicht hinter dem Viersaiter ist ein anderes, ab sofort bearbeitet Marko Paasikoski die Stahltrossen.
"Ecliptica" schwimmt zwar noch deutlich im Fahrwasser der grossen Vorbilder von Stratovarius und Helloween, offenbart allerdings auch schon einige charakteristische eigene Elemente im Sound, darunter Janis virtuoses Gitarrenspiel und eben Tonys recht ungewöhnliche Vocals. Zudem enthält schon der erste Silberling mit u.a. "My Land", "FullMoon" und "Replica" einige der absoluten Bandklassiker, die auch heute noch regelmässig live zum Zuge kommen.

Im Jahr 2001 wird mit "Silence" ein zumindest ebenbürtiges Zweitwerk nachgeschoben, das zwar nicht mehr mit der ungezügelten Frische, die das Debüt auszeichnete, aufwarten kann, aber doch grosse Fortschritte im Songwriting offenbart. Mit "San Sebastian ( revisited )" hat es auch eine Nummer der kurze Zeit vorher veröffentlichten ( und eher unnötigen ) Mini-CD "Succesor" auf den Silberling geschafft. Auf "Silence" schwimmen sich Sonata Arctica ein weiteres kleines Stück von dem übermächtigen Stratovarius-Schatten frei und versuchen sich mit "The Power of the One" auch erstmals an einem mit über 10 Minuten Laufzeit epischen Track.
Auf der anschliessenden Japan-Tour ( auf der Sonata abgefeiert werden wie Superstars ) schneiden sie dann schon das erste ( und eher unnötige, zumal auch primär für den japanischen Markt veröffentlichte ) Live-Album "Songs of Silence - Live in Tokyo" mit, welches 2002 veröffentlicht wird.

Nach der "Silence"-Tour kehrt Keyboarder Mikko Härkin der Band den Rücken, so dass die Keyboards für das 2003 erscheinende dritte Album  "Winterheart's Guild" wieder von Tony eingespielt werden müssen, der dabei allerdings Unterstützung von Stratovarius-Flitzefinger Jens Johansson ( übrigens Bruder von HammerFall-Drummer Anders ) erhält. Kurz danach kann aber mit Tasten-Wizard Henrik Klingenberg ein vollwertiges neues Mitglied begrüsst werden. "Winterheart's Guild" ist das von der Grundausrichtung bisher schnellste Sonata Album, welches allerdings ein wenig unter der zu schwach produzierten Gitarre leidet. Trotzdem sind mit u.a. "The Cage", "Victoria's Secret" und "Broken" weitere Live-Standards und absolute Klassesongs enthalten. 

Schon 2004 steht mit "Reckoning Night" der nächste reguläre Output auf der Matte, der diesmal stärker im Mid-Tempo angesiedelt ist und so auch um einiges abwechsulngsreicher aus den Boxen tönt. Zudem gelingt es Sonata Arcitca nicht zuletzt dank Nummern, wie dem für die bisherigen Bandverhältnisse recht ungewöhnlichen, aber nichtsdestotrotz erstklassigen "The Boy who wanted to be a real Puppet" einen weiteren grossen Schritt in Richtung eigene Identität zu tun.
Auf der sich an das Album anschliessenden Tour ( auf der ich sie als Special Guest von Nightwish in Nürnberg zum ersten Mal live erleben darf ) werden zwei Konzerte in Tokyo für eine DVD- und CD-Auslese mitgeschnitten. Das Doppel-Live-Packet namens "For the Sake of Revenge" erscheint 2006 und stellt eine rundum gelungene Vollbedienung für den geneigten Fan dar. 

Nach weiteren Auftritten ( unter anderem auf dem Rock Hard Festival 2006, auf dem ich die Band zum zweiten Mal live geniessen konnte )  verschanzt sich die Band wieder im Studio, um an ihrem mittlerweile fünften Studioalbum zu feilen.
"Unia" ( fin. für "Träume" ) erscheint genau heute (25.05.07^^ ) und dürfte einige Fans gehörig vor den Kopf stossen. Sonata sind nämlich genau nicht den "gewöhnlichen" Melodic Power Metal-Weg weitergegangen, sondern folgten eher dem Pfad, den sie bereits mit "The Boy who wanted to be a real Puppet" erfolgreich beschritten haben. Will heissen: Sonata zeigen sich 2007 deutlich vertrackter, verspielter, teils gar progressiver, etwas schwerer zugänglich und teilweise auch recht radikal anders als auf ihren bisherigen Wegen. Dennoch sollte man das Album nicht bereits nach dem ersten Hördurchlauf in die Ecke pfeffern, denn die typischen Trademarks sind nach wie vor präsent, wenn auch ein wenig unterschwelliger als zuvor. Nüchtern muss man Sonata Arctica bescheinigen mit "Unia" ihr ambitioniertestes Werk vorgelegt und endgültig ihre eigene Schublade gefunden zu haben. Hier könnte die neue Marschrichtung aufgezeigt werden, die dem Melodic Power Metal Genre entscheidende kreative Impulse geben könnte. Definitiv eines der Highlights des bisherigen Jahres und mit einer nicht zu unterschätzenden Halbwertszeit ausgestattet. 

Sonata Arcitca kann man uneingeschränkt jedem Fan von härterer Gitarrenmusik ans Herz legen. Die Band besitzt genügend Eigenständigkeit um sich einen ganz eigenen Platz im Kopf des Hörers zu sichern. Einfach erfrischend anders.^^

 Anspieltipps sind: "My Land", "FullMoon", "Unopened", "Replica", "San Sebastian ( revisited )", "The End of this Chapter" ( mit fiesem Text^^ ), "Victoria's Secret", "Broken", "Gravenimage", "My Selene", "The Boy who wanted to be a real Puppet", "Blinded No More", "White Pearl, Black Oceans", "Paid in Full", "For the Sake of Revenge", "Under Your Tree" und "My Dream's but a drop of fuel for a Nightmare".

 

Currently playing: Sonata Arctica - It won't fade