So, am Mittwoch wars nach nem ziemlich anstrengenden Arbeitstag ( Preisfrage: Was ist noch schlimmer als zu viel Arbeit? Zu wenig! ) auch mal wieder Zeit, sich in mehr oder minder angemessener Lautstärke und Klangqualität die Lauschlappen freiblasen zu lassen.
Nachdem Tom unsere Karten schon vor knapp 2 Monaten reserviert hatte gings dann auch pünktlich um 20:00 ( kurz aufgehalten durch ne zu rauchende Shisha beim Tom zuhause ) ab in den schönen Steinbruch nach Nieder-Ramstadt um uns für 6 Euronen die volle Breitseite an sage und schreibe 5 regionalen und latent überregionalen Bands zu geben.
Pünktlich um halb neun gingen dann auch die Leuchten aus und nach einer kurzen Ansage ( inkl. Bitte um mehr Kleingeld beim Getränkebezahlen, weil selbiges ausgegangen war^^ ) vom DJ auch schon wieder an um die Bühne zu erhellen, auf der sich inzwischen auch schon "Saevitia" aus Aschaffenburg ( also Feindesland ) eingefunden hatten. Geboten wurde mehr oder minder innovativer Black Metal mit stark norwegischem Einschlag und eher suboptimalem Sound: Irgendwie war alles zu laut und verdammt schwammig. Die Bühnenpräsenz des Sängers beschränkte sich meist darauf, dass er anwesend war und auch der Gesang ( typisch nordisch-kreischend ) klang streckenweise eher wie die verdammt wütende Variante von Kermit dem Frosch. Alles in allem ein recht mässiger Opener...
Als nächste Band ( inzwischen hatten wir uns stilecht mit "Abandoned"-Shirts versorgt und ein bisschen Blödsinn mit ein paar Bandmitgliedern gequatscht ) betraten nun "Fenfire" aus Darmstadt die Bretter, die die Welt bedeuten ( können ). Die Combo um Toms Ex-Klassenkamerad Herb am Schlagzeug zockte ziemlich melodischen Black Metal eher schwedischer Prägung, der streckenweise ein wenig an Dissection erinnerte. Hier zeigte sich dann meiner Meinung nach auch schon der Klassenunterschied zu "Saevitia": Die Band zockte tighter und vor allem der Sänger konnte mich mit seiner eher an Death Metal-Vocals angelehnten Stimme deutlich mehr überzeugen. Sonderlich "evil" sahen die Jungs allerdings nicht aus, auf Corpsepaint wurde fast gänzlich verzichtet, es herrschte eher ein bunter Mischmasch aus Thrash-, Death-, Normalo- und sogar Grunge-ähnlichen Stilen.^^ Der einzige der wirklich locker das Prädikat "komplett durchgeknallt" einheimsen konnte war der Bassist, der mit seiner stilistischen Mischung irgendwo zwischen Goth, Punk, Black Metal und Country total abgefahren rüberkam. Zusätzlich war er der einzige mit dezentem Corpsepaint; rote Kontaktlinsen und eine zerbissene Kunstblutkapsel trugen auch dazu bei, dass er bei einer Liste potentieller Schwiegersöhne garantiert der einzige wäre, der sich im Minusbereich wiederfinden würde.^^
"Everfest" schenkten wir uns dann komplett und liessen uns lieber mit einem frisch gezapften Pils im gemütlichen Biergarten nieder und verfolgten die Fussballübertragung im Fernsehen. Lustig war es, zu sehen, dass sich zwischen die ganzen bösen Metaler auch eine stinknormale Familie mit Hund und Kind gemischt hatte, die offenbar nochmal nen kleinen Zwischenstopp auf ihrer Radtour einlegen wollte. Krasse Sache das, zumal auch im Biergarten heftigste Mucke gespielt wurde.
Zum Beginn der Show von "Dead Eyed Sleeper" ( ex-Legacy ) aus dem Odenwald begaben wir uns dann auch wieder in den Club. Die Musik der Band, die mir vorher vom Merchandiser als "technischer, komplexer und brutaler Death Metal" beschrieben wurde, konnte uns allerdings nicht wirklich mitreissen; zumindest nicht an dem Abend. Sorry, aber wenn ich ne Thrash-Band sehn will, dann brauch ich einfach kein ultraabgefahrenes Geschrubbe àla Cannibal Corpse zur "Auflockerung". Also waren wir dann doch recht schnell wieder im Biergarten anzutreffen.
Als endlich "Abandoned" die Bühne betraten zeigte der Zeiger der Uhr auch schon 0:15 Uhr an. Frenetisch bejubelt legten die Jungs aus Darmstadt und Mühltal los wie die Feuerwehr und feuerten eine Old-School-Thrash-Granate nach der anderen ins Publikum, das auch sofort steil ging. Leider machte sich bei meiner Wenigkeit ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt endgültig die extreme Müdigkeit bemerkbar. Zu "Meat" wurde zwar nochmal richtig schön steilgegangen, aber den Rest der ( wie immer verdammt spassigen und musikalisch erstklassigen ) Show musste ich mir dann vom Rand des Pits aus anschauen - da ging nix mehr. Das Publikum hatte weiter seinen Spass und feierte zu alten und neuen Tracks, sowie den kultigen Ansagen von Fronter Kalli ( "Mir sin ja net nur hier zum spiele. Mir wern also jetz en klaanes Verkaufsgespräsch führn. Unsern Endstudent, Neuvadder un Bald - Ehemann Konny will sei alt Moped verkaufe. Wer hat'n Interesse?" ) eine fette Party. Um 1:15 Uhr war dann für uns auch Schluss und sichtlich geschafft traten wir den Heimweg an.
Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei ( dann auch ausgeschlafen ), wenn es wieder heisst "Hut ab vor der Deutschen Bäckerinnung!"^^
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Grinsend