Heavy Metal. Hart, schnell und meistens auch ziemlich laut. Ein Musikgenre, dass Menschen auf der ganzen Welt eint und das aufrund seiner zahllosen Subgenres und Schattierungen eine schier unerschöpfliche Quelle an grandioser Musik bietet.
Es gibt tausende verschiedene Bands und viele von ihnen spielen einen äusserst eigenständigen Stil. Aber egal ob man sich nun eine topmodern produzierte Metalcore-Scheibe ( von Bands wie bspw Killswitch Engage oder Caliban ) oder aber eine Power Metal-CD ( etwa von Edguy oder Blind Guardian ) in den Player wirft: Alle diese Bands und ihre Stilistiken speisen sich ( auf das wesentliche - den Heavy Metal - reduziert ) aus einer relativ überschaubaren Quelle, aus einer kleinen Anzahl an Bands, die vor über 20 Jahren einen kreativen Stein ins Rollen brachten, der nachfolgende Bands mal stärker, mal weniger stark beeinflusste, aber doch überall seine Spuren hinterliess, bevor er zu dem musikalischen Massiv geworden ist, dass Heavy Metal heute ist.
Sucht man nach den Ursprüngen des heutigen Heavy Metal ( die Ursprungsbewegung wurde bereits massiv von Bands wie Black Sabbath, Led Zeppelin und Deep Purple beeinflusst ), so stößt man auf eine Ende der 70er/Anfang der 80er stattfindende Bewegung namens "Ne Wave of British Heavy Metal", kurz NWOBHM und damit auch zwangsweise auf die wohl einflussreichste und wichtigste Band der damaligen ( definitiv ) und der heutigen ( noch definitiver ) Zeit: Iron Maiden.
Iron Maiden werden 1975 von Bassist Steve Harris, damals noch ohne Namen, gegründet. Harris kommt jedoch bald danach auf den Trichter und die "Eiserne Jungfrau" ist geboren. Die Band startet in einer äusserst ungünstigen Zeit für Heavy Metal und Hardrock; in der Besetzung Steve Harris ( bass ), Paul Mario Day ( vocals ), Dave Sullivan ( guitar ), Terry Rance ( guitar ) und Ron Matthews ( drums ). Auf Druck der Plattenfirma bewegte man sich in den Anfangstagen musikalisch eher im damals gerade schwer angesagten Punk.
Die erste Maiden-Show fand am 1. Mai 1976 in London statt. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Gitarren bereits von Dave Murray und Bob Sawyer übernommen worden und auch am Mikro fand sich mit Dennis Wilcock ein Neuzugang. Doch auch diese Besetzung sollte nicht lange Bestand haben.
Sawyer stieg machte sich recht schnell wieder aus dem Staub, Doug Sampson kam für Ron Matthews auf den Drumhocker und auch der Fronter wurde nochmals gewechselt: 1978 griff sich ein Typ namens Paul Di'Anno das Mikro und sollte es so schnell nicht mehr aus der Hand geben. Nachdem 1979 Rod Smallwood Manager der Band geworden war ( und es bis zum heutigen Tage bleiben sollte ) unterzeichnete die Band auch den ersten richtigen Plattenvertrag mit der EMI. Noch einmal gab es einen Besetzungswechsel zu vermelden, so fand sich mit Dennis Stratton ein neuer zweiter Gitarrist und mit Clive Burr rührte ein neuer Mann die Kessel. Von nun an sollte die Erfolgskurve für Maiden steil nach oben zeigen.
1980 bricht sich eine neue Sensation aus England ihre Bahn ins restliche Europa. Iron Maiden haben soeben ihre selbstbetitelte Debütscheibe von der Leine gelassen und erobern mit ihrer heftigen Mischung aus Hardrock, Punk, sowie etlichen eigenen Stilmitteln ( so auch hier schon die mittlerweile berühmten Twin-Leads ) die Herzen aller Metalfans des Kontinents. Songs wie "Prowler" und "Running Free" walzen mit ihrer nie gekannten Power und Agression alles platt, was sich ihnen in den Weg stellt. Paul Di'Anno verkörpert perfekt den Rowdy, dem man besser nicht nachts auf der Strasse begegnen sollte und prägt die erste Maiden-Veröffentlichung mit seiner stark vom Punk beeinflussten Stimme. Die Szene ist vollkommen aus dem Häuschen. Eine Revolution hat begonnen.
Bereits ein Jahr später, 1981, schieben Maiden mit "Killers" ihr zweites Album nach ( inzwischen ist mit Adrian Smith ein neuer Gitarrist an Bord ), welches genauso heftig einschlägt wie das Debüt. Die Songs sind noch ausgefeilter, haben aber nichts von ihrer Kraft verloren und können so der Band einen weiteren Popularitätsschub bescheren. Auch das wieder auf dem Cover zu sehende, inzwischen liebevoll "Eddie" getaufte, Bandmaskottchen ist wieder mit von der Partie und leistet seinen Teil zum völlig eigenen und unverwechselbaren Gesicht der Band.
Auf der anschliessenden Tour räumen Maiden nach allen Regeln der Kunst ab, wenn - ja wenn sie es denn schaffen aufzutreten: Paul muss auf Grund seines immer bedenklichere Züge annehmenden Alkoholkonsums vor allem in Deutschland zahlreiche Shows absagen. Die Tatsache, dass er das pure Rock'n'Roll--Leben führt, fordert ihren Tribut und gipfelt in Di'Annos Rausschmiss aus der Band.
Was damals in vielen Fankreisen als Ende der Band angesehen wurde ( man war sich sicher, dass niemand Paul ersetzen könnte ), sollte sich kurze Zeit später als wahrer Glücksfall erweisen. Als Nachfolger verpflichtete die Band niemand anderen als "Samson's" Bruce Dickinson, der bereits auf dem Album "Shock Tactics" seine exzellente Stimme unter Beweis stellen konnte.
Mit Dickinson zusammen enterte man das Studio, um neue Songs aufzunehmen. Die 1982 veröffentlichte "Run to the Hills"-Single liess alle Kritiker sofort verstummen und stellte doch nur einen winzigen Vorgeschmack auf das, was da noch folgen sollte, dar.
Anfang 1982 erschien mit "The Number of the Beast" ein absolutes Monster von einem Album, das die Band in Bestform präsentierte und ausnahmslos Klassiker ( u.a. "The Prisoner", "Hallowed be thy name" und das legendäre Titelstück ) enthielt. Das Album setzte sich auf Anhieb auf Platz 1 der britischen Charts fest und war dort auch so schnell nicht wieder wegzubekommen. Metalfans in ganz Europa standen Kopf, die Band rannte alle nur erdenklichen Türen ein und trat eine Lawine los, die die ganze Welt überrollte. Iron Maiden hatten es mit ihrem 3en Album geschafft, den Heavy Metal schlagartig überall in der Welt zu etablieren! Es folgte eine ausverkaufte Tournee und überall hinterliessen Maiden restlos begeisterte Fans. Nichts konnte die Band jetzt noch aufhalten.
Ende 1982 erfolgte erneut ein Besetzungswechsel als Clive Burr die Band Richtung "Trust" verliess und im Gegensatz dazu der nun Arbeitslose "Trust"-Drummer Nicko McBrain bei den Jungfrauen anheuerte. In dieser Besetzung entstanden in der Folgezeit weitere erstklassige Alben wie "Piece of Mind" ( 1983 ) und "Powerslave" ( 1984 ).
Im Dezember 1983 spielte die Band auf dem legendären "Rock/Pop in Concert" gemeinsam mit Größen wie Scorpions, Ozzy Osbourne, Def Leppard, Judas Priest, Krokus, MSG und Quiet Riot ( das Konzert wurde später gekürzt vom ZDF gesendet und sollte bis heute der einzige Kontakt des Senders mit Heavy Metal bleiben ). Nach der gigantischen "World Slavery Tour" veröffentlichte man 1985 den Livemittschnitt "Live After Death", sowohl als Vinyl, als auch als Kaufvideo.
Auf dem 1986 veröffentlichten "Somewhere in Time" experimentierte die Band erstmals mit Gitarrensythesizern und veränderte ihren Sound ein wenig, was nicht nur positive Reaktionen unter den Fans hervorrief, aber für die weitere Entwicklung der Band enorm wichtig war. Nach dieser Veröffentlichung legten Maiden zum ersten Mal eine längere Pause zwischen zwei Releases ein.
1988 erschien mit "Seventh Son of a Seventh Son" das bis dato progressivste Maiden-Album. Auch dieses Konzeptalbum fand anfangs nicht den grössten Zuspruch von Seiten der Fans, gilt heute jedoch als eines der besten Werke der Band.
Ein Jahr später, 1989, verliess Adrian Smith die Band, da er nicht den von Steve Harris angestrebten Weg "back to the roots" mitgehen wollte. Er wurde durch Jannick Gers ersetzt, welcher mit der Band 1990 "No Prayer for the Dying" veröffentlichte. Als erste Veröffentlichung musste sich dieses Album durch die Bank herber Kritik stellen und gilt auch heute noch als einer der schwächeren Releases.
1992 folgte mit "Fear of the Dark" ein weiterer zwiespältig aufgenommener Release, der allerdings mit dem Titelsong einen DER Maiden-Songs schlechthin enthielt. Trotz allem hielten die Fans der Band die Treue, konnten sie ja noch nicht wissen, was für ein schwerer Schlag auf sie zukam.
Nachdem er bereits mit "Tattoed Millionaire" Solopfade beschritten hatte, verkündete Sänger Bruce Dickinson Ende 1992 seinen Ausstieg aus der Band, um sich intensiver seiner Solokarriere zu widmen. Nun sollte das dunkelste Kapitel in der Maiden-History beginnen.
1994 präsentierte die Band mit Blaze Bayley einen neuen Sänger, der sein Können 1995 auf "The X-Factor" unter Beweis stellen konnte. Vielen Fans war diese Platte allerdings deutlich zu schwach und austauschbar geraten, zumal sich mit "Sign of the Cross" und "Lord of the Flies" nur 2 sehr gute Songs auf über 70 min Spielzeit tummelten. Zudem konnte ( auch mich ) Bayley nicht wirklich überzeugen und aus dem übermächtigen Schatten von Dickinson heraustreten. Die Ablehnung der Fans bekam die Band auch auf der anschliessenden Tour zu spüren, auf der man vor teilweise halbleeren Hallen spielte, die ohnehin schon kleiner waren, als die Hallen der vorherigen Touren. Auch live konnte Bayley Dickinson nicht das Wasser reichen, da seine Stimme mit ihrer eher tiefen Tonlage nicht dazu geeignet war, alte Stücke gut genug zu interpretieren. Dennoch versuchte es die Band weiter und zählte auf ihr loyales Following.
So erschien 1998 mit "Virtual XI" das zweite Album der Bayley-Ära, welches allerdings noch deutlicher Unterging als der Vorgänger. Viele Fans befürchteten damals das Ende der Band und sahen keine Chance, dass ihre Helden noch einmal an alte Großtaten anknüpfen könnten. Doch ganz so weit war es dann doch noch nicht.
Am 10. Februar 1999 bestätigten sich die schon lange vorher kursierenden Gerüchte und Adrian Smith UND Bruce Dickinson kehrten zur Band zurück, Jannick Gers blieb der Band trotzdem erhalten, was seitdem in einer dreifachen Gitarrenwand gipfelt.
2000 erschien mit "Brave New World" ein Comeback-Album nach Maß, das Iron Maiden in alter Stärke zeigte und als legitimer Nachfolger von "Seventh Son of a Seventh Son" gewertet wurde. Die Band begab sich auf eine umjubelte Welttournee, welche ihren Höhepunkt im ersten Konzert der Band in Brasilien bei "Rock im Rio" vor 250.000 ausrastenden Fans fand. Die gleichnamige Live-Doppel-CD und DVD erschien 2001 und bietet eine beeindruckende Vollbedienung.
2003 erblickte "Dance of Death" das Licht der Welt, welches jedoch als deutlich schwächer als noch "Brave New World" angesehen wurde. Dennoch begab sich die Band erneut erfolgreich auf Welttournee, auf der sie auch in der Frankfurter Jahrhunderthalle halt macht, wo ich die Chance bekam zu erkennen, das Maiden live ( trotz dem ultrahappigen Preis von 55€ ) eine absolute Macht sind. Wenn eine ganze Halle "Fear of the Dark" singt ist das schon beeindruckend.
Das bislang letzte musikalische Kapitel schlugen Iron Maiden 2006 mit dem Release des mittlerweile 14en Studioalbums "A Matter of Life and Death" auf. Das Album stiess auf breit geteiltes Echo. Vom "schlechten Versuch, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen" bis hin zum "besten Album seit 'Seventh Son'" war alles vertreten. Als sicherlich unkluger Schachzug für die Band erwiess es sich, das ( in meinen Augen wirklich gute ) neue Album auf der folgenden Tour in voller Länge zu präsentieren und dabei bei einer Spielzeit von knapp 1 1/2 Stunden auf etliche Klassiker ( u.a. teilweise auch auf "Number of the Beast" ) zu verzichten. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht als unrühmlicher Abschied von der Bühne in die Geschichte eingeht.
Den Einfluss, den eine Band auf viele weitere Generationen von Nachwuchsmusikern hat, kann man erst nach vielen Jahren erkennen. Bei Iron Maiden ist er heute überdeutlich in der Musik von solch stilistisch vollkommen andersgearteten Bands wie In Flames, Killswitch Engage, Children of Bodom oder auch Edguy zu finden. Vor allem "The Number of the Beast" hat zahlreiche Musiker nachhaltig beeinflusst und gilt nicht umsonst als eines der, wenn nicht sogar das wichtigste Heavy Metal Album. Das sogar die Prog-Kings von Dream Theater auf einer ihrer letzten Touren an manchen Abenden das komplette Album live coverten sollte für sich sprechen. Iron Maiden sind definitiv die wichtigste Heavy Metal Band dieses Planeten.
Anspieltipps zu geben fällt bei einem solch massiven Klassikerfundus natürlich dementsprechend schwer, zwingend sind jedoch "The Number of the Beast", "Run to the Hills", "Fear of the Dark", "Hallowed be thy Name" und "The Trooper". Zieht euch einfach die "Rock in Rio"-CD rein und ihr habt einen perfekten Überblick über das Schaffen dieser begnadeten Band.^^
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Hallo Bastian,
deine Homepage ist nicht schlecht.
Klicke sie gelegentlich mal an und Schmöckere ein bisschen.
Wieter so !
Gruß Peter