So, nun ist schon der dritte grössere Konzerttermin für dieses doch noch recht junge Jahr abgehakt und man muss sagen: Es war mal wieder einfach nur G-E-I-L!^^
Am Freitag um kurz nach 15 Uhr starteten Tom und meine Wenigkeit in Ober-Ramstadt um nach knappen 2 Stunden, einigen Merkwürdigkeiten ( ohne ersichtlichen Grund, wie bspw Ampeln oder ein Unfall, ein 2 km Stau kurz nach dem Autobahnende nahe Fulda, der sich nach 5 Minuten in wohlgefallen auflöste ) aber trotzdem noch mit guter Laune in der Jugendherberge in Fulda aufzuschlagen.
Direkt beim einchecken wurde uns dann auch recht schnell klar, dass das Haus übers Wochenende fest in Langhaar-Hand war. Vom Herbergsvater wurden wir dann auch gleich darauf aufmerksam gemacht, dass zwei Mädels noch eine Mitfahrgelegenheit zum Konzert suchten, woraufhin wir uns natürlich sofort bereit erklärten, die Damen mitzunehmen ( wer jetzt sowas wie "typisch Jungs" denkt, dem sei gesagt, dass die Mädels erstens doch nen ganzen Zacken älter als zumindest ich waren und nebenbei bemerkt auch nur zu 50% ansprechend aussahen^^ - aber beim Metal gehts ja um die Musik und nich ums aussehen... ).
Nachdem wir in Rekordzeit ( 3 min ) unser Zimmer bezogen hatten, gings auch schon wieder ab ins Auto und auf ins eine halbe Autostunde entfernte Angersbach zum Veranstaltungsort, dem wirklich exzellenten Wartenberg-Oval. Dort gab es dann für alle Mitfahrer jeweils eine überraschende Neuerung: Unsere beiden Damen wunderten sich, dass die Leute in Hessen so ordentlich in der Schlange vor der Halle warteten und die beiden Südhessen bekamen endlich mal zu sehen, dass es auch Hallen gibt, die pünktlich öffnen können und so verhindern, dass man sich auf gut deutsch den Arsch abfriert ( da könnte sich die Stadthalle Langen locker mal 15 Scheiben abschneiden... ).
In der Halle angekommen ging dann der übliche Konzertalltag los: Warten, sich den Merchandise Stand angucken, warten, kurz die Blase erleichtern, warten, was trinken. warten - bis dann endlich zum ersten Mal das Licht ausging und Doro die Bühne enterte.
Die altgediente deutsche "Metal-Queen" ( o-Ton vom Basser ) bot dann auch eine solide, wenn auch leicht kitschige Show, erzeugte beim Verfasser dieser Zeilen immer wieder ein leichtes Grinsen ob der im besten Mix aus Deutsch und Englisch dargebotenen Ansagen ( generell fand Frau Pesch das ganze Wochenende "supertoll" ), überzeugte aber mit einer guten Setlist, die auch alten Klassikern mehr als genug Platz einräumte. Zum obligatorischen Kitschfetzen "Für Immer" kam dann "special guest" Chris Caffery ( etatmässiger Gitarrist seiner Soloband, des Trans Siberian Orchestra und natürlich der absoluten Götterband schlechthin - Savatage ) auf die Bühne, um den Sound für die folgenden drei Songs ( u.a. auch "All We Are" ) nicht nur um zusätzliche Gitarrenpower, sondern auch um einige geniale Soli zu bereichern, die wieder einmal zeigten, dass dieser Mann nicht von dieser Welt ist. Nach einer guten Stunde war dann Schluss mit Frau Pesch und alles wartete gespannt auf den Headliner.
Nach einer angenehm kurzen Umbaupause ( Doros Set wurde schon auf dem Edguy Schlagzeug gezockt, bei dem dann nur noch zwei "Kuhfell" Tomms ausgetauscht wurden ) wurde dann ein Edguy-typisches seeehr spassiges Schlager-Intro eingespielt ( dieses Mal wars irgendein spanisch/mexikanischer Siesta Kram^^ ) und nach dem obligatorischen "Ladies and gentlemen - welcome to the freakshow!!" stürmte Deutschlands beste Metalband die Bühne und legte los wie die Feuerwehr. Geboten wurde ein guter Mix aus neuerem und älterem Material, wobei der Fokus eindeutig auf den letzten drei Scheiben "Mandrake", "Hellfire Club" und "Rocket Ride" lag. Zu meiner grossen Freude packte die Band auch ein paar Songs aus, die sie schon länger nicht mehr live dargeboten hatte. So kamen wir bspw zum ersten Mal in den livehaftigen Genuss der "Mandrake" Single "Painting on the Wall" und auch "The Headless Game" fand endlich wieder Beachtung in der Setlist. Ansonsten bat der Abend weniger Überraschungen, es wurde hauptsächlich ein Best of Programm geboten. Tobi war wie immer super aufgelegt und auch das kultige Schlagzeugsolo ( eingeleitet von einem wohlbekannten, röchelnden Atem, gefolgt von dem ultracoolen Zitat "Lord Vader." - "Yes, Master?!" - "RISE!!" ) zum "Imperial March" aus Star Wars war wieder äusserst unterhaltsam. Insgesamt also wieder ein klasse Gig von Hessens bekanntester Band.
Der Samstag wurde dann von uns hauptsächlich auf dem Zimmer mit wahlweise lesen, schlafen ( in exakt passenden Betten - kein Centimeter Luft an Kopf und Fussende^^ ) oder lernen verbracht, nur unterbrochen von einem kurzen Ausflug zu dem wohlbekannten Schnellrestaurant mit dem grossen "M" im Logo.
Abends ging es wieder zum Oval, wo dann auch der Merchandise Stand grössere Beachtung erhielt.
Nachdem Doro eine fast identische Setlist geboten hatte ( abgerundet nur vom finalen "Hellbound", das schon am Abend vorher vehement gefordert worden war ) fieberten alle dem zweiten Auftritt von Edguy entgegen. Vorfreude mischte sich auch bei mir mit der Befürchtun, dass eine nahezu identische Setlist geboten werden könnte. Doch weit gefehlt:
Edguy griffen zwar immer noch auf unverzichtbare Klassiker zurück, aber auch mindestens genauso tief in die Schatzkiste. So mischten sich zum regulären Programm Perlen wie das noch nie live gespielte "Nailed to the Wheel", der "King of Fools"-EP Kracher "Holy Water" und auch "Tears of a Mandrake" wurde schliesslich gespielt. Zusammen mit dem Übersong "The Piper Never Dies" von der "Hellfire Club" ( für den man allerdings auch am zweiten Aben gerne wahlweise "Theater of Salvation" oder "The Pharaoh" hätte spielen können ) und bewährten Krachern wie "Vain Glory Opera", "Lavatory Love Machine", "Spooks in the Attic" und natürlich auch dem Ausflug zu Tobis Nebenprojekt "Avantasia" in Form des Titelsongs steckte der zweite Abend den ersten eindeutig in die Tasche. Kultig zudem Tobis Reaktion auf den Mikro-Soundcheck eines Roadies, der dabei massiv Werbung für das DFB-Pokal-Viertelfinale heute Abend betrieb ( "Ich sage für Dienstag nur: Nur der OFC!" ): In einer Songpause verschwand Herr Sammet kurz neben der Bühne um beim folgenden Stück mit einem OFC-Schal wedelnd über die Bühne zu stolzieren.^^ Ganz grosser Sport!!
Insgesamt also ein mehr als würdiges 15jähriges Bühnenjubiläum für die sympathischen Jungs aus Fulda, die nicht nur von Fans aus ganz Deutschland, sondern auch von Anhängern aus Frankreich, der Tschechei und sogar Japan (!!) gnadenlos abgefeiert wurden. Bleibt also nur zu konstatieren, dass Edguy auch beim inzwischen 6en mal gucken nicht langweilig werden.^^
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