Joa, gestern wars endlich wieder soweit: Der erste Konzerttermin 2007 stand auf dem Plan und Tom, sowie meine Wenigkeit, waren schon ziemlich heiss drauf, uns endlich mal wieder die Ohren freiblasen zu lassen.
Da wir letztes Jahr um die gleiche Zeit beim Children of Bodom-Gig zum ersten Mal äusserst schlechte Erfahrungen mit dem Einlass an der Stadthalle gemacht hatten ( Türen wurden erst um 19:45 geöffnet und dann auch nur eine von zwei -> Folge war, dass wir den halben Set von One Man Army&The Undead Quartet verpassten und uns ne fiese Erkältung holten ) hatten wir beschlossen dieses Mal erst um kurz vor 19 Uhr loszufahren, um so direkt in die Halle zu kommen. Die erste Vorband The Poodles war uns eh reichlich schnuppe.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Als wir um 19:35 auf den Parkplatz gegenüber der Halle einfuhren war uns schon ziemlich klar, das unser schöner Plan sich gerade in Rauch aufgelöst hatte: Menschen bis auf den Vorplatz. Dementsprechend gelaunt ordneten wir uns in die Reihe der Wartenden ein, um dann auch noch festzustellen, dass WIEDER nur eine von beiden Türen geöffnet war. Die zweite kam dann nach ca. 20 Minuten später dazu und danach ging der restliche Einlass doch recht flott voran. Nen Kommentar zu der total verblödeten Einlasspolititk hab ich mir dann doch verkniffen, dafür sah mir der Security zu unfreundlich aus. Bezeichnend, dass man dann versuchte, die Leute so schnell wie möglich in die Halle zu bekommen und man mich und zig andere nicht mal abgetastet hat....
In der Halle angekommen ging dann der erste Gang wie üblich zum Merchandise Stand, wo sich allerdings ziemlich schnell Ernüchterung breitmachte, da es kein wirkliches Tourshirt ( also inkl aller Daten ) zu erwerben gab, dafür aber jede Menge Shirts mit dem üblichen "True as Steel" Krimskrams. Schade.
The Poodles hatten derweil schon angefangen zu spielen, was uns anfangs nicht weiter störte, einige andere Besucher, die sich die ersten beiden Songs aus der Kälte anhören durften, allerdings wohl ein wenig angesäuert haben dürfte.
Wir stellten jedenfalls gegen Ende des Sets fest, dass die Band und vor allem ihr Sänger aussahen wie ne Kreuzung aus Mötley Crüe, Bon Jovi und Europe, aber doch ganz brauchbare Partymucke spielten. Ganz nett, wenn man einen im Tee hat, aber sonst nix besonderes.
Viel interessanter gestaltete sich da dann doch die zweite Band des Abends: Krokus aus der Schweiz legten gleich mit "Long Stick Goes Boom" los und machten eins klar: Wer zum Geier braucht ne neue AC/DC Scheibe, wenns so geile Bands wie Krokus gibt. Das war zumindest meine Einschätzung nach dem knapp 45 minütigen Gig. Neuere ( "Hellraiser" ) und ältere Stücke ( "Rock City" ) machten einfach verdammt viel Laune und die Stimme von Marc Storace steht der von Brian Johnson wirklich in nichts nach. Klasse Rockshow, die ordentlich Arsch getreten hat und mich restlos überzeugte. Hell fucking yeah!!^^
Nach einer weiteren recht kurzen Umbaupause ( die an diesem Abend ohnehin sehr kurz gehalten wurden ) ging dann auf der Bühne wieder das Licht an - und blieb im Zuschauerraum an. HammerFall legten also mit "Threshold" zu einer etwas anderen Atmosphäre als gewohnt los, gingen aber trotzdem ab wie die Feuerwehr. Das ganze hatte nur einen Nachteil: Der Sound war schlicht und ergreifend beschissen. Auf der linken Seite der Bühne ( wo wir standen ) stellte sich das wie folgt dar: Massigst Bass, extreme Lautstärke, übelste Übersteuerung und Gefiepe bei den hohen Tönen und Sänger Joacim Cans war, wenn er auf der entgegengesetzten Bühnenseite stand gar nicht mehr zu hören.
Das ganze Dilemma legte sich dann auch erst nach den ersten 5 (!) Stücken und danach konnte man auf einen glasklaren Sound zurückgreifen. Gerade noch rechtzeitig, um mich von der Bar aus zurück in den Mittelpunkt des Geschehens zu holen, an die ich mich wegen der Ohrenfolter zurückgezogen hatte. Mit dem 5en Bier intus gings dann wieder zurück zu Tom und ab in die Mitte, wo nicht nur die Sicht, sondern auch der Sound noch ein bisschen besser war. Und ab "Renegade" hatte dann auch ich meinen Spass. Massigst Bangen, mitgrölen und abfeiern war angesagt ( was sich heute morgen auch in eine äusserst schmerzhaften Kämmaktion geäussert hat *aua* ). Ich hatte dann auf jeden Fall ( und seltsamerweise ) auch mehr Spass als beim Blind Guardian-Gig im September an gleicher Stelle ( bei dem allerdings auch der Sound über die gesamte Zeit bescheiden war ). Jedenfalls hätte es für mich nach "Hearts on Fire" noch gut und gerne ne Stunde weitergehen können. Wir haben definitiv dafür gesorgt, dass unsere Stimmen bei der Ausstrahlung des Mitschnitts der Show in irgendnem Radiosender gut zu hören sein werden.^^
Showeinlagen gabs natürlich auch ein paar. So war der enorme Drumriser mit x gefakten Bassdrums ausgestattet die auf gesamter Länge des Risers das HammerFall Logo zeigten, Oscar Dronjak bot sein Solo mit brennender Gitarre dar, Magnus Rosén schenkte sich dankbarerweise sein Basssolo ( zumindest hab ichs nich mitbekommen, war bei einer Instrumentaleinlage grad mal woanders^^ ) und auch bei dem kurzen Schlagzeugsolo gabs Feuer - Anders Johannson setzte seine Becken in Brand. Obendrauf gabs dann noch ne gehäufte Ladung Pyros und fertig war der explosive Cocktail, der für einen äusserst unterhaltsamen "True" Metal Abend sorgte.
Wir hatten definitiv unseren Spass! \m/
)