Suizidversuch.
Der Tag fing heute langweilig an. Aufstehn - Duschen - Essen - und mal wieder nichts tun. Aber wenn ich darüber nachdenke wie sich heute alles entwickelt hat, dann bin ich jetzt schon froh wenn ich in zehn Minuten in meinem Bett liegen kann, nochmal über alles nachdenken werde und dann endlich schlafe... Nachdem heute Vormittag und am frühen nachmittag ausnahmslos nichts passiert ist, kam gegen abend der Shock. Ein guter Kumpel hat mit seiner Freundin schluss gemacht. Jeder war wohl schonmal in der Situation das eine Beziehung in die Brüche geht weil es nun einfach nicht klappen will, aber soetwas wie heute hatte ich lange nicht erlebt, und so etwas will ich nie wieder erleben. gegen den späten nachmittag erhielt ich eine sehr lange SMS von der verlassenen Freundin, in der sie schrieb das es ihr Leid tut nicht zu meiner Abschlussparty kommen zu können, weil ihr Freund schluss gemacht hat. Es klang schon ziemlich komisch als sie mir schrieb "Ich hätte dich gern nochmal gesehn". Sie schrieb wie verzweifelt sie sei, und das sie gerade mit dem letzten Bus in die Stadt fährt und nicht weiß was sie dort macht, ihre beste Freundin ist gar nicht zuhause, dass wusste sie.. Irgendwie war mir sofort bewusst das das ein Hilfeschrei war. Was will sie jetzt allein in der Stadt? Ich muss dazusagen das diese Stadt bekannt ist für eine bestimmte Brücke, von der sich jährlich mehrere Menschen hinunterstürzen, die einfach nicht mehr wissen wie es weitergehen soll. Ich hab ihr dann sofort geschrieben das sie nichts unüberlegtes tun soll, und habe gesagt, dass ich die Polizei informieren werde wenn sie mir nicht verspricht das sie sich nichts antut. Hätte ich nicht persönlich schon Erfahrungen mit dem Thema Suizid gemacht, dann hätte ich wahrscheinlich ganz anders reagiert... "Die wird schon wissen was sie macht". "Die hat doch Freunde dort bei denen sie bleiben kann". "Die macht das doch nur zur Erpressung damit ihr Freund ihr noch ne Chance gibt.." Alles Gedanken die mir kurz durch den Kopf geschossen sind. Es stellte sich jedoch als richtig heraus, dass ich anders darauf reagiert habe... Mit ihrem (Ex)Freund sind war dann in die Stadt gefahren und ich hab sie am Telefon bequatscht wie ein blöder das sie sich irgendwo hinsetzen soll, ich hole sie ab. Das ihr (Ex)Freund mitkommt wusste sie nicht und hat sie geschockt, (und natürlich war es unfair von mir ihr das nicht am telefon zu sagen), aber in meinem Auto is kein Sprit mehr und ich wäre nichtmal bis in die Stadt gekommen... Als wir sie sahen war sie total aufgelöst und mit den Nerven am Ende, absolut verständlich. Wir stiegen ins Auto, sie konnte es aber nicht aushalten neben ihm zu sitzen und wollte wieder raus, da haben wir eine Pause gemacht in der ich mit ihr reden konnte. Sie konnte nicht wissen wie ich auf ihre SMS reagiere da sie mich viel zu kurz kennt, aber mein Nachbar und guter Freund hat vor ein paar Jahren Selbstmord begangen. Noch heute weiß niemand wieso es dazu kam, er war voller Energie und Lebensfreude, und immer freundlich und gut gelaunt. Von einem Tag auf den anderen war er weg. Er hat die Fäden selbst in die Hand genommen. Noch heute sehe ich seine Mutter oft traurig und mit Tränen in den Augen, den Schmerz, ein Kind zu verlieren mit dem man solang gelebt hat, den überwindet man nie. Und auch der Suizid einer guten Bekannten die ich nie richtig kennenlernen durfte stieg in mir wieder hoch. Sie meinte dann sie hätte dem falschen geschrieben und entschuldigte sich das sie das alles wieder aufgewühlt hat, aber das war egal. Lieber denke ich noch einmal über geschehenes nacht, als das ich noch eine Todesanzeige lesen muss von einer guten Freundin. Sie merkte wie ernst ich ihre Situation nahm als ich selbst anfing zu heulen und weggehen musste weil ich es einfach nicht mehr anders konnte, und wie sich herausstellte war meine Sorge nicht um sonst. Denn später sagte sie mir dann, dass sie sich wirklich das Leben nehmen wollte und schon auf der Brücke stand als wir telefonierten. Und als sie zum Abschied "Danke" gesagt hatte, wusste ich das es all diese Tränen wert waren..
Es ist so einfach seinem Leben ein Ende zu setzen, aber was bewirkt man damit? Die eigenen Schmerzen werden nur aufgeteilt an die Angehörigen, die Verwandten, die Freunde. Und wäre sie jetzt tot, hätte ihr das ihren Ex auch nicht zurückgebracht. Schon wenn der Versuch misslungen wäre, sie wäre dumm aufgekommen und wäre nun querschnittsgelähmt, was wäre da dann für ein Leben? Was ist das nur für ein Leben das man selbst nicht Leben will. Ich war noch nie in der Situation und ich kann es nicht beurteilen wie ein Mensch darüber nachdenken kann, wahrscheinlich weil ich ein viel zu optimistischer Mensch bin.. aber geht das Leben denn nicht immer irgendwie weiter? Und sie ist doch gerade mal 20..
Kann denn das Leben so beschissen und grau sein, das man es einfach wegschmeißen will?
Für Heute bin ich froh das wir einer guten Freundin helfen durften, denn ihr war es wirklich ernst. Und hätten wir es nicht auch so ernst genommen, dann könnten wir übermorgen ihren Namen in der Zeitung Lesen. Und dann hätte sie nicht nur ihr, sondern unser aller Leben zerstört...
Wir dürfen dieses Leben nur einmal leben - und dort ziehe ich wieder den Kreis zum vorigen Eintrag.
Wir Leben das Leben in wachsenden Ringen, die sich über alle Dinge ziehn. Auch wenn wir den letzten vielleicht nicht vollbringen - versuchen sollten wir ihn.
(Sie ist so ein nettes Mädchen, hat so ein tolles Lachen. Und sie wollte ihr Leben, was sonst so voller Farben und Lachen war, wegen eines schwarzen Momentes wegwerfen. Ich freue mich, das wir sie wiedersehen werden, und vielleicht ist in einem halben Jahr die Trennung überstanden, sodass wir auch wieder ihr Lächeln sehen werden... Denn auch ein Leben ist nichts ohne ein Lächeln)
Ich wünsche euch eine Gute Nacht! ^^
Es ist so einfach seinem Leben ein Ende zu setzen, aber was bewirkt man damit? Die eigenen Schmerzen werden nur aufgeteilt an die Angehörigen, die Verwandten, die Freunde. Und wäre sie jetzt tot, hätte ihr das ihren Ex auch nicht zurückgebracht. Schon wenn der Versuch misslungen wäre, sie wäre dumm aufgekommen und wäre nun querschnittsgelähmt, was wäre da dann für ein Leben? Was ist das nur für ein Leben das man selbst nicht Leben will. Ich war noch nie in der Situation und ich kann es nicht beurteilen wie ein Mensch darüber nachdenken kann, wahrscheinlich weil ich ein viel zu optimistischer Mensch bin.. aber geht das Leben denn nicht immer irgendwie weiter? Und sie ist doch gerade mal 20..
Kann denn das Leben so beschissen und grau sein, das man es einfach wegschmeißen will?
Für Heute bin ich froh das wir einer guten Freundin helfen durften, denn ihr war es wirklich ernst. Und hätten wir es nicht auch so ernst genommen, dann könnten wir übermorgen ihren Namen in der Zeitung Lesen. Und dann hätte sie nicht nur ihr, sondern unser aller Leben zerstört...
Wir dürfen dieses Leben nur einmal leben - und dort ziehe ich wieder den Kreis zum vorigen Eintrag.
Wir Leben das Leben in wachsenden Ringen, die sich über alle Dinge ziehn. Auch wenn wir den letzten vielleicht nicht vollbringen - versuchen sollten wir ihn.
(Sie ist so ein nettes Mädchen, hat so ein tolles Lachen. Und sie wollte ihr Leben, was sonst so voller Farben und Lachen war, wegen eines schwarzen Momentes wegwerfen. Ich freue mich, das wir sie wiedersehen werden, und vielleicht ist in einem halben Jahr die Trennung überstanden, sodass wir auch wieder ihr Lächeln sehen werden... Denn auch ein Leben ist nichts ohne ein Lächeln)
Ich wünsche euch eine Gute Nacht! ^^
Zurück zu den EinträgenEintrag kommentieren
Kommentare: 2
Punkte
: 0
: 0
am
9. September 2007
um
11:20
0Punkt(e) vergeben
'Kann denn das Leben so beschissen und grau sein, das man es einfach wegschmeißen will?'
Ja, kann es.
Und es liegt immer im Auge des Betrachters. Von außen betrachtet wirkt es vielleicht oft gar nicht so, aber könnte man reinblicken, wüsste man mitunter, was dort für Leere herrscht.
Und auch wenn das von deiner Freundin in dem Moment eine Überreaktion war, weil die Welt zusammengebrochen ist, kann es trotzdem immer noch schlimmer kommen.
Lebenswerte Momente werden leiden immer seltener.
Ja, kann es.
Und es liegt immer im Auge des Betrachters. Von außen betrachtet wirkt es vielleicht oft gar nicht so, aber könnte man reinblicken, wüsste man mitunter, was dort für Leere herrscht.
Und auch wenn das von deiner Freundin in dem Moment eine Überreaktion war, weil die Welt zusammengebrochen ist, kann es trotzdem immer noch schlimmer kommen.
Lebenswerte Momente werden leiden immer seltener.
am
12. September 2007
um
23:54
0Punkt(e) vergeben
Leider hast du recht, mit den Lebenswerten Momenten. Wobei man sich manchmal das leben auch selbst mitunter lebenswert machen kann/muss, Und natürlich liegt es auch im Auge des Betrachters, jeder steckt schließlich in einer anderen Haut und jeder ist in einer anderen Situation, das ist wahr. Ich wollte mit diesem Text niemanden zu nahe treten, er sollte nur meine Meinung zu diesem Thema verdeutlichen. Ich möchte weißgott niemanden zu einem Suizid raten, weil es IMMER bessere Lösungen gibt, denn jeder Mensch ist - meiner Meinung nach - wertvoll, egal wie wertlos man sich fühlen mag. Das Leben ist ein Geschenk, was man nicht so einfach zurückgeben sollte. Danke für deinen Kommentar, es ist gut mal einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Liebe Grüße!