Circle Island

Zunächst Episode IV von: Studieren auf der Insel. Donnerstag fand eigentlich nur eine Fragerunde zum Midterm Test statt, den wir uns netterweise eine Woche mit nach Hause nehmen durften. Trotzdem wurde eine Vorlesung angeschlossen, die nach zwei Stunden ihr jähes Ende fand. Ernesto Lucas, betagter Dozent, bekam einen fürchterlichen Niesanfall, in dessen Folge er entnervt kapitulierte und die Vorlesung wegen übertriebenem Einsatz der Air Condition für beendet erklärte. Kältefrei - kennt man sonst nur aus Sibirien.

Das vergangene Wochenende wurde mal wieder für einen Trip an die North Shore genutzt. Mit dem Bus fuhren meine Gäste und ich nach Popukea, wo wir uns zunächst in einem Hostel einquartierten. Per pedes ging es gen Sunset Beach, wo wir... na ihr wisst schon. Am nächsten Morgen erwartete uns bestes englisches Wetter. Dauer- und Starkregen ließen den Plan, zu Waimea Beach zu fahren, buchstäblich in Wasser fallen. Eine halbes Pfund Shrimp bei Romys besserte unsere Laune. An der Ostküste verließen wir den Bus noch für eine Naturbrücke im Meer und den Drehort von Jurassic Park. 

Seit letzter Woche bin ich auch wieder stolzer Besitzer eines Surfboards. Euphorisiert und wagemutig warfen wir uns in die Wellen. Bemerkenswert war Doktors Longboard, auf das er ohne Probleme zwei Mal drauf gepasst hätte. Billanz der sechs Stunden in Waikiki: zwei feuerrote Waden, Muskelkater, 80 gepaddelte Kilometer und etwa drei surfbare Wellen. Poseidon meinte es nicht gut mit uns an diesem Tag.

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Mein Zimmer im 31. Stock des Kukui Plaza. Zitat meines Vaters: Wir haben uns davon überzeugt, dass es unserem Sohn gut geht. Stimmt, es könnte schlimmer sein.

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Blick auf die Berge. Das Gebäude rechts ist der Zwilling des von mir bewohnten Hauses.

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Blick auf Downtown und Pacific. Das rote Gebäude in der Mitte ist die Uni. Eine Seilbahn wäre nicht schlecht.

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Doktor beim Barbeque im 4. Stock. Kritisch beäugt von Frausky. 

 
Current mood:Kurze Woche (1 Arbeitstag!)

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  • von:Oalex

Life changed

48 Tage und 30 verschiedene Betten. Vielleicht 300 verschiedene Zimmergenossen. Diese Zeiten haben seit Freitag ein Ende. 31 Etagen über dem Straßenlevel wohne ich jetzt endlich in meinen eigenen vier Wänden. Zum Glück dieses Mal mit Fahrstuhl! Direkt gegenüber der Uni in Downtown gelegen, bin ich jetzt auch dem Rummel in Waikiki entkommen. Ein Park mit Bächen und Pool im vierten Stock macht die Entscheidung zwischen ebendiesem und Strand nicht leicht.

Seit letztem Mittwoch verweilen auch meine Eltern, Dante und Onkel einige Tage in Honolulu. Meine Reiseführerqualitäten wurden so erstmals in Anspruch genommen. Freitag tauchten wir in die Historie ein und besichtigten Pearl Harbour, der nur wenige Meilen östlich von Honolulu liegt. Die Hauptatraktion war das Arizona Memorial, welches direkt über der versenkten USS Arizona errichtet wurde. Ein denkwürdiger Moment war es, über 1.100 toten Menschen herzulaufen. Anschließend wurde ein Militärschiff erkundet und eine kleine Stadtrundfahrt durch Honolulu angeschlossen.

Samstag haben wir mit einem Mietwagen Oahu umrundet. Entlang der wunderschönen, aber auch dicht besiedelten Ostküste ging es mal wieder an die North Shore. Kleine, vorgelagerte Inseln und der Drehort von Jurassic Park hatten uns vorher bereist verzückt. Das Baden in der starken Strömung der North Shore endete dank Bademeister Jürgen ohne Verluste der Teilnehmer. Ausgestattet mit kühlem Bier verabschiedeten wir dann noch die Sonne auf ihrem Weg gen Osten.

Nachdem wir Sonntag an der Westküste einen 6 Meilen Marsch ans Kap hinter uns brachten, war gestern zunächst wieder Hanauma Bay angesagt. Tageshighlight war der folgende Walk auf Diamond Head, einen Krater mitten in Waikiki. Auf gut 150 Metern Höhe hatte man einen fantastischen Ausblick auf die Stadt und die umliegende Berglandschaft.

Dieser Tage geben sich die Besucher auch die Klinke in die  Hand. Während meine Eltern nach Big Island weiterziehen, erwarte ich Vivi & Doktor heute Abend am HNL Airport. Immerhin habe ich den Reiseleitertest bereits bestanden.

 
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  • von:Oalex

Studieren auf der Insel

Der Mai neigt sich dem Ende entgegen und mit ihm der erste von vier Monaten auf Hawaii. Die letzte Woche war vor allem Literatur über die amerikanische Wirtschaft und Investitionsrechnungen gewidmet. Der Anblick des Whiteboards im Vorlesungssaal hätte mir am Donnerstag eigentlich Tränen in die Augen treiben müssen. Formeln und Gleichungen, deren Gesamtlänge sicher einmal den Waikiki Beach entlang gereicht hätte, zierten das Tafelbild. Das ich diesen Senf jetzt zusätzlich auch noch auf Englisch verstehen muss, trieb mir stattdessen ein fast kapitulierendes Grinsen ins Gesicht.

Trotz alledem bin ich in den vergangenen Tagen auch Aktivitäten nachgegangen. Mittwoch besuchte ich den Campus in den Bergen, der ebenfalls zur HPU gehört. Gelegen in einem herrlich grünen Tal, eingeschlossen von mächtigen Bergwänden, bietet er den Studenten einen Park und zahlreiche Sportplätze. In ruhiger und relaxter Atmosphäre konnte ich mich hier meiner Prosa widmen. Freitag nahm ich gemeinsam mit einem Iren und einem weiteren Deutschen den ersten Bus zur Hanauma Bay. Eine naturgeschütze Bucht im Osten Honolulus, deren glasklares Wasser ein Korallenriff beherbergt. Vor dem großen Besucheransturm konnten wir die Unterwasserwelt erkunden, unzählige bunte Fische wunderten sich über drei Herren mit komischen Schnorchelmasken im Gesicht. Der schöne Strand war zum Mittag unsere Bleibe, ehe wir ihn gegen einen, mir bis dahin unbekannten Abschnitt des Waikiki Beach eintauschten. Mit freundlicher Unterstützung von BudLight hatten wir einen netten Abend im Hostel mit all seinen internationalen Gästen.

Ein kurzes, aber intensives Vergnügen hatte ich mit meiner Neuerrungenschaft, Alfred dem Zweiten. Das Zweirad sollte mir hier ähnlich treue Dienste leisten wie einst sein motorisierter Gegenpart in Australien. Leider ist, nach gefühlten 20km, bereits die Kette gerissen, sodass für die Fahrt zum Strand  nun wieder TheBus herhalten muss.

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Hawai'i Loa Campus. Entspanntes Arbeiten.

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Eines der vielen Sportfelder. Hier Tennis und Basketball in der grünen Hölle.

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Hanauma Bay und sein Korallenriff. Noch fast menschenleer.

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Deutsch-Irische-Schnorchelvereinigung. Sören, Ryan und Alex in Hanauma Bay.

 
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  • von:Oalex

West Coast Story

Erneut nutze ich vier freie Tage, um dem Trouble in Waikiki zu entgehen. Eigentlich waren es sechs Tage, doch wer kann schon ahnen, dass der Professor die dreistündige Vorlesung verschläft, die gemeinserweise zur Siesta angesetzt ist!

Per Bus ging es also für mich westwärts, das Ende des Highways als Ziel. In Makaha hatte ich mir ein vielversprechendes Hostel ausgesucht, wo mich die nächsten Tage meinem Studium widmen wollte. Wie immer kam alles anders. Das Hostel, mehr Baustelle und Vision als Unterkunft, hatte in seinem Besitzer schon den Hauptschuldigen für die Misere. Dieser permanent Bier trinkende Mittfünfziger versorgte seine Gäste - bestehend aus drei Peruanern und mir - den Abend über mit BudLight und seiner Lebensgeschichte. Am nächsten Tag blieb uns somit nur noch die Flucht in den Norden. In einem 60iger Jahre Chevrolet, der sich bis auf die Frontscheibe sämtlicher Fenster entledigt hatte, ging es durchs Gebirge an die North Shore. Am altbekannten Sunset Beach waren wir dieses Mal mit Surfboards bewaffnet. Die Rückfahrt findet in diesem Blog Erwähnung, da es Aufgabe der Beifahrer war, in Rechtskurven die Fahrertür vor dem Aufgehen zu hindern. Nach 40 Jahren streiken wohl auch die besten Scharniere.

Der Sonntag startete mit einem ausgiebigen Schnorchelerlebnis am Strand von Makaha. In kristallklarem Wasser grüßten neben diversen Korallen auch Delfin und Schildkröte um die Wette. Stets mit Bierdose in der Hand chauffierte uns anschließend der Hostelbesitzer noch an der Westküste entlang, die ein sehr konträres Bild zur North Shore abgab. Kahle, bis ans Meer reichende Bergketten prägten das Bild. Touristenleer, aber umso amerikatypischer waren die wenigen Orte.

Schön, aber wenig produktiv war dieser Trip. Um den Anschluss im Online Kurs nicht zu verlieren, bleibe ich die nächste Woche in Honolulu. In 10 Tagen beziehe ich mein Zimmer im 31. Stock in Downtown. Bis dahin streife ich durch weitere Hostel. Sollte das mit der Logistikkarriere schief gehen, kann ich sicher mit einem Hostelguide Oahu&Waikiki groß herauskommen.default

Der Chevi, der uns an die North Shore brachte. Einsteigen auch ohne Türöffnung möglich. Regnet ja zum Glück selten auf Hawaii!

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Makaha Beach. Mehr Delfin als Mensch.

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Makaha Downtown. Fuchs und Hase kommen später zum Gute-Nacht-Sagen.

 
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  • von:Oalex

Hawaiianische Tiefkühltruhen

Am Freitag endet mein Kurztrip an die North Shore, anders als gedacht, mit der Rückfahrt durchs Landesinnere. Eine Mitfahrgelegenheit in einem klimatisierten Auto reduzierte die Reisezeit auf bescheidene 50 Minuten. Danach nahmen die Umstände jedoch weniger paradisische Züge an.

Zunächst traf ich meine designierte Vermieterin, die mir mein neues Apartment in Downtown, das ich bis dato nur von Fotos kannte, zeigen wollte. Der Schlag traf mich, als ich das etwa 4 m² große Zimmer betrat, in dem das Drehen um die eigene Achse schon eine Herkulesaufgabe darstellte. Durch die Fotos und vorherigen E-Mails getäuscht, stand ich nun diesbezüglich wieder bei Null.

Nach einer Nacht in einem überteuerten Hostel suchte ich am Samstag eine Bleibe auf, die mir ein alter Hawaiianer im Bus nahe gelegt hatte. Dies entpuppte sich als sein eigenes "Hostel", bestehend aus seinem Keller, in welchem diverse Betten platziert waren, die Einen nutzbar, die Anderen nicht. Mangels Alternativen schlug ich hier also für die nächsten drei Nächte meine Zelte auf.

Am folgenden Tag genoss ich zu später Stunde ein gekühltes Bier, im Geiste Pläne schmiedend, wie ich Rudi, dem besagten Eigentümer, an diesem Abend aus dem Weg gehen könnte. Das Schicksal begann sein Treiben, als er just in diesem Moment den Garten betrat. Was folgte war ein nächtlicher Streifzug durch nachbars Gärten auf der Suche nach Biotonnen, um seinen Gartenmüll zu entsorgen. So kam ich schließlich auch seiner Aufforderung nach, mit Flipflops todesmutig in die Tonnen zu springen, um Platz für "all the garbage" zu schaffen. Diesen Teil abgeschlossen folgte der nächste Akt im Wohnbereich. Ein Gang durch meterhoch gestapelte Zeitungen, Briefe und Stofftücher führte in sein Arbeitszimmer (Fotos hiervon hätte ich gewinnbringend an RTL verhökern können, um für abendliche Sendungen wie Zwegat & Co. zu werben). Die folgenden zwei Stunden verbachte ich damit, mit ihm alte Fotos von deutschen Chanson Sängern einzuscannen und diese anschließend nach Österreich zu mailen. Das Ende war selbst dann nicht erreicht, als ich mich zähneputzend in meinem Kellerreich befand. Zum erneuten Senden einiger Mails wurde ich zurück ins Arbeitszimmer zitiert. Rückblickend ein eher skurriler Abend.

Heute, mittlerweile in ein seriöses Hostel umgesiedelt, erlebte ich meine erste Vorlesung. Verschlagen hat es mich in Investition und Finanzierung. Jeder der mich kennt, wird dies mit einem Schmunzeln zur Kenntniss nehmen. Fazit: es wird nicht der von einigen (inklusive mir) erwartete Spaziergang durchs Semester, zumal die auf gefühlte 10°C abgekühlten Räume die Konzentration auf andere Dinge schwenken lassen (z.B. den 4km entfernten, 30°C warmen Waikiki Beach).

Soviel aus dem hawaiianischen Alltag, in dem wider erwartend nicht alles rosa-rot daherkommt.

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Blick vom Diamond Head Lookout auf die Ostküste. Immernoch Honolulu

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Die Skyline Waikikis nebst der sich anschließenden Bergkette.

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Doch noch ein Sonnenuntergang, bevor der Ernst des Lebens startet! 

 
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