Neverending Days

Die ereignisreichsten Tage auf Hawai'i liegen hinter mir. Montag wurde ich bereits drei Uhr morgens unsanft aus den Träumen gerissen. Über den stockfinsteren Highway Mauis führte uns der Weg zum Haleakala Krater. Gute zwei Stunden waren wir unterwegs, als wir 5:30 Uhr den Gipfel auf 3055 Metern erreichten. Der steilste Anstieg der Welt lag bereits hinter uns. Nirgendwo sonst kommt man in weniger Kilometern auf diese Höhe. Umringt von zahlreichen Schaulustigen wurden wir Zeugen, wie die Sonne aus den Wolken entstieg und den vor uns liegenden Krater langsam in morgendliches Licht färbte. Der Blick auf Maui und die Inseln Molokai und Big Island war grandios. Nach einem gemütlichen Frühstück auf 2000 Metern konnten wir uns der langen Sachen wieder entledigen und die Traumstrände der Westküste erkunden. Big Beach, mit grellgelbem Sand und türkisblauem Wasser, war zum Baden ob der gut vier Meter hohen Wellen leider ungeeignet. Nach 20 Stunden auf den Beinen nahm ich um Elf die letzte Maschine nach Honolulu und zugleich Abschied von meinen Eltern.

Honolulu diente Dienstag nur zum Besuch der Vorlesung. Um Sechs brachte mich Hawaiian Airlines in 50 Minuten nach Hilo, Big Island, wo Vivi & Doktor mich standesgemäß in einem 3,6 Liter starkem Cadillac in Empfang nahmen. Dieses, für die Insel gänzlich ungeeignte Geschos, war fortan vier Tage unser ständiger Begleiter. Den Mittwoch verbrachten wir im Volcano National Park. An unzähligen Lookouts bieteten sich phänomenale Ausblicke in den Krater, auf erkaltete Lavaströme und das gewaltige Bergland der Insel, überzogen mit grüner Natur und Überresten der Vulkanausbrüche. Die Natur änderte sich so schlagartig, dass eine direkte Verarbeitung der Eindrücke nicht mehr möglich war. Am Meer bewanderten wir den Lavastrom von 1992, der den Highway unter sich begraben hatte. Eine Rauchwolke in der Ferne belegte die Lava, die an dieser Stelle ins Meer fließt und neues Land entstehen lässt.

In gut zwei Stunden fuhren wir anschließend nach Kona, um für zwei Tage ein Hostel zu beziehen. Auf eher gastunfreundliche Weise wurden wir hier elf Uhr ins Bett zitiert. In der zweiten Nacht wurde ich zudem auf übelste Weise von Moskitos zugerichtet. Mit etwa 50, teils daumengroßen Stichen wurde ich über Nacht in einen Streuselkuchen verwandelt. Schmerzlindernd war der vormittagliche Schnorchelausflug nach Kahaluu Bay, wo beim Entern des Wassers höchste Vorsicht geboten war, keine Schildkröten zu ertreten. Über die Saddle Road ging es anschließend landeinwärts. Die Befahrung des 4205 Meter hohen Mauna Kea legten wir auf 2800 Metern ad acta, da unser Auto diesen Begebenheiten nicht gewachsen war. Hauptsache die Lederausstattung ist bequem.

Heute mittag ging es für mich zurück nach Honolulu, während Vivi & Doktor noch Kauai bereisen. Nicht zuletzt die Besetzung der Reisegruppe hat diese letzten Tage zu unvergesslichen Erlebnissen gemacht. Diese Schönheit und Vielfalt der Natur ist Moment nur schwer zu realisieren. Eine Rückkehr an diese Plätze in den nächsten Wochen ist damit unabdingbar.

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Gespanntes Warten auf den Sonnenaufgang auf 3055 Metern. Nur 5°C zeigt das Thermometer.

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5:38 Uhr, die Sonne ist da. Nicht mit Visa zahlbar, dafür mit wenig Schlaf.

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Road Closed. Seit 1992 keine Durchfahrt mehr im Volcano NP.

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Lavastrom in selbigem National Park. Unglaubliche Natur!

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Rauchender Krater, immernoch Volcano. Die Gefahr des Ausbruchs besteht.

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Die USA nahe ihres südlichsten Punktes auf Big Island, HI.

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Der Mauna Kea erhebt sich links des Highways. Der feine Cadillac wollte leider nicht nach oben.

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