Hawaiianische Tiefkühltruhen

Am Freitag endet mein Kurztrip an die North Shore, anders als gedacht, mit der Rückfahrt durchs Landesinnere. Eine Mitfahrgelegenheit in einem klimatisierten Auto reduzierte die Reisezeit auf bescheidene 50 Minuten. Danach nahmen die Umstände jedoch weniger paradisische Züge an.

Zunächst traf ich meine designierte Vermieterin, die mir mein neues Apartment in Downtown, das ich bis dato nur von Fotos kannte, zeigen wollte. Der Schlag traf mich, als ich das etwa 4 m² große Zimmer betrat, in dem das Drehen um die eigene Achse schon eine Herkulesaufgabe darstellte. Durch die Fotos und vorherigen E-Mails getäuscht, stand ich nun diesbezüglich wieder bei Null.

Nach einer Nacht in einem überteuerten Hostel suchte ich am Samstag eine Bleibe auf, die mir ein alter Hawaiianer im Bus nahe gelegt hatte. Dies entpuppte sich als sein eigenes "Hostel", bestehend aus seinem Keller, in welchem diverse Betten platziert waren, die Einen nutzbar, die Anderen nicht. Mangels Alternativen schlug ich hier also für die nächsten drei Nächte meine Zelte auf.

Am folgenden Tag genoss ich zu später Stunde ein gekühltes Bier, im Geiste Pläne schmiedend, wie ich Rudi, dem besagten Eigentümer, an diesem Abend aus dem Weg gehen könnte. Das Schicksal begann sein Treiben, als er just in diesem Moment den Garten betrat. Was folgte war ein nächtlicher Streifzug durch nachbars Gärten auf der Suche nach Biotonnen, um seinen Gartenmüll zu entsorgen. So kam ich schließlich auch seiner Aufforderung nach, mit Flipflops todesmutig in die Tonnen zu springen, um Platz für "all the garbage" zu schaffen. Diesen Teil abgeschlossen folgte der nächste Akt im Wohnbereich. Ein Gang durch meterhoch gestapelte Zeitungen, Briefe und Stofftücher führte in sein Arbeitszimmer (Fotos hiervon hätte ich gewinnbringend an RTL verhökern können, um für abendliche Sendungen wie Zwegat & Co. zu werben). Die folgenden zwei Stunden verbachte ich damit, mit ihm alte Fotos von deutschen Chanson Sängern einzuscannen und diese anschließend nach Österreich zu mailen. Das Ende war selbst dann nicht erreicht, als ich mich zähneputzend in meinem Kellerreich befand. Zum erneuten Senden einiger Mails wurde ich zurück ins Arbeitszimmer zitiert. Rückblickend ein eher skurriler Abend.

Heute, mittlerweile in ein seriöses Hostel umgesiedelt, erlebte ich meine erste Vorlesung. Verschlagen hat es mich in Investition und Finanzierung. Jeder der mich kennt, wird dies mit einem Schmunzeln zur Kenntniss nehmen. Fazit: es wird nicht der von einigen (inklusive mir) erwartete Spaziergang durchs Semester, zumal die auf gefühlte 10°C abgekühlten Räume die Konzentration auf andere Dinge schwenken lassen (z.B. den 4km entfernten, 30°C warmen Waikiki Beach).

Soviel aus dem hawaiianischen Alltag, in dem wider erwartend nicht alles rosa-rot daherkommt.

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Blick vom Diamond Head Lookout auf die Ostküste. Immernoch Honolulu

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Die Skyline Waikikis nebst der sich anschließenden Bergkette.

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Doch noch ein Sonnenuntergang, bevor der Ernst des Lebens startet! 

Trosi
am  14. Mai 2009  um  19:39

Der perfekte Plot für eine neue Vorabendserie - wobei, das hat schon eher Prime-Time Niveau! Großartig! :D Und das unterste Foto ist ein Traum!!! Soooo wunderschön!!! Sehr gut für unsere Bilderreihe geeignet!!! ;-) In großer Erwartung auf Hawaii! Deine Trosi!

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