stories, tales and nonsense Spaß am geschriebenen Wort

Das Leben und wie es uns fertig macht.

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Ich wache auf, wie immer viel zu spät, schwinge mich mehr oder weniger elegant aus dem Bett und renne zum Badezimmer und was ist? Natürlich, schon jemand drin. Ich rüttel an der Tür und tobe innerlich "SCHEIßE MAN", ich trete gegen die Tür, da teilt mir der Schmerz, der soeben meinen Fuß erfasst hat mit: "Hehe, die Tür ist härter als dein nackter Fuß".
Ich unterdrücke einen multikulturell-verständlichen Fluch und hüpfe auf einem Fuß im Flur vor dem Klo auf und ab, die Tür geht schwungvoll auf und erwischt meinen bisher unverletzten Fuß. "SHIT, AHH, DU ARSCH" brülle ich und lasse mich auf den Boden fallen um meine Füße kurz zu reiben, in der Hoffnung, dass dies mein derzeitiges Schmerzempfinden schmälert. Falsch gedacht, hilft nicht.
Ich schaue auf, um zu sehen, wem ich da gerade diese Misere zu verdanken habe. Von schräg unten sehe ich meine Mutter. Sie sieht mich mit dem Blick an, den jedes Lebende Wesen hasst und wie ihn nur Mütter zur Perfektion bringen können. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Mitgefühl und Schadenfreude. "Warum musst du auch immer die Nacht durchmachen und verschlafen?!"
stellt sie die obligatorische, natürlich rein retorische Frage, aber ich höre sie gar nicht während ich aus meiner Kauerhaltung durch die Badezimmertür springe und die Tür hinter mir zuwerfe. RUMS, die Tür ist zu. ich schnappe mir meine Zahnbürste und will mir gerade die Zahnpasta auf die Bürste drücken, das Problem dabei ist nur, sie ist leer. "AHH SHIT, Was ist hier los?", ich drücke und quesche
wie bekloppt, nehme zu guter letzt beide Hände und schaffe es ein bisschen des reinigenden Sekrets heraus zu drücken, als ich eine Hand löse um kurz nach der Zahnbürste zu greifen passiert es, die Zahnpasta wird von der Anziehungskaft des Tubeninneren zurück in die Dunkelheit gerissen. "Ich hab keine Zeit für solche Spielchen" denke ich mir und beiße auf den Stiel der Zahbürste. Das ganze
geht von Vorne los. ich streng mich an was das Zeug hält und schaffe es schließlich ein wenig auf die Zahnbürste zu drücken. Da das krampfartige Drücken sich allerdings auf den gesamten Körper überträgt und schließlich auch meinen Kiefer erfasst passiert es, die Bürstenfläche mitsamt ihrem frisch aufgetragenen Säuberungsfluid schnellt nach oben und klatscht mir zwischen die Augen. "AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH"
entfährt es mir und meine Augen sind blind vor Tränen aufgrund der Minzdämpfe, die sich dicht zwischen ihnen ausbreiten. Ich wische die Reste des Fluids mit einem Finger weck, und schmiere es wieder auf die Zahnbürste. "Jetzt aber genug der Faxen" denke ich mir, und putze meine Zähne in einer Bestzeit. Jetzt aber schnell unter die Dusche. Beim Ausziehen passiert nichts ungewöhnliches, zum Glück.
Auch das Wasser wurde ziemlich schnell auf eine leicht kühle, aushaltbare Temperatur gebracht und es wird sich schnell eingeseift und einshampooniert. Mein Duschvergnügen wäre auch soweit bestimmt reibungslos verlaufen, wenn meine liebe Mutter nicht nebenan Wasser für ihren Kaffe abgezapft hätte. Das Wasser wird schlagartig zu einem Guss aus kochender Lava. Ein derber Schmerzensschrei erschüttert,
verstärkt durch den Hall im gefließtem Bad, unser Refugium.
Ich spinge in der Dusch-Badewanne zur Seite und verliere aufgrund meines eingeseiften Körpers fast den Halt. Schlagartig wird das Wasser wieder kalt, "Jetzt schnell die gekochte Haut abkühlen" denke ich mir und drehe extra das kalte Wasser stärker auf, ich friere und zittere, aber die "Verbrennung" muss einfach gekühlt werden. Ich springe aus der Wanne auf den Vorläger und rutsche, mit gerade jenem, armwedelnder Weise durch das Badezimmer, immer bemüht meine  Ballance zu halten. Ich kralle mir das erste Handtuch welches in greifbare Nähe gerückt ist und danke dem Herren beim Abtrocknen, dass niemand meine nackte Schlitterpartie beobachtet hat. Da ich vergessen habe Unterwäsche mit ins Bad zu nehmen, flitze ich nackt zurück in mein Zimmer und hinterlasse dabei kleine feuchte Abdrücke in Barfußform auf dem Holzfußboden.
Zurück im Zimmer angekommen reiße ich meinen Kleiderschrank auf und stelle mir in Rekordzeit ein Standard-Ensemble zusammen. Jetzt nur noch alle wichtigen Dinge zusammensammeln.

Handy: Check
Schlüssel: Check
Uhr: Check
Ringe:Check
Rauchbares: Check
Feuerzeug: Check
Portmonnaie: Nicht da

NICHT DA!!!!!!
"Verdammter Mist" entfährt es mir, "Ich hab nurnoch 50 Sekunden bis meine Scheiß-Bahn kommt". Wie ihr euch bestimmt denken könnt befindet sich mein Monatsticket in dem Portmonnaie. Was bei einer möglichen Kontrolle ziemlich blöd und auch peinlich sein kann. Ich durchwühle alles, was mir in die Finger kommt. Taschen, Jacken, Schubladen, Schränke und so weiter.
Meine Ohren registrieren die vorbeifahrende Bahn. "Na toll, jetzt werde ich 15 Minuten zu spät kommen, das ist ja herrlich" denke ich mir. Als ich mich nun endlich mit meinem Schicksal abgefunden habe und mich in meinen Schreibtischstuhl fallen lasse, trfft mein Blick auf das aufgeklappte schweren Skizzenbuch auf meinem Schreibtisch. Das oberste Blatt zeigt eine Zeichnung, die ich am Abend zuvor gezeichnet hatte. ich nehme das Skizzenbuch in die Hand und betrachte mein Werk kurz und kritisch. "Wo ist nur mein blödes Portmonnaie?" frage ich mich lautlos als ich das Buch zuklappe und auf den Tisch zurücklegen will. Da fällt mein Blick auf mein Portmonnaie, welches sich unter dem Buchdeckel zu verkriechen wagte.
"Du mieses kleines Drecksding!" beginne ich es zu beleidigen, als mir auffällt, dass es absolut zwecklos ist ein Portmonnaie anzukeifen.

Aber irgendwie bleibt mir das Gefühl, dass es das extra gemacht hat

ICH WERDE DICH IM AUGE BEHALTEN DU MISTVIEH, DAS SCHWÖRE ICH.

PS: Habt ihr nicht auch manchmal das Gefühl, dass euch manche Maschienen, Gegenstände etc. an der Nase herumführen?

vanini am 6. Juli 2005 um 03:14
... manchmal schon. Ansonsten war diese Geschichte ein gelungenes Flashback: "und täglich grüßt das Murmeltier". Vor allen Dingen die Episode mit der Dusche ist irgendwie "heiß". Denn jedesmal wenn ich drunterhüpfe -mit einem Stoßgebet- bete ich, dass nicht irgendwo in diesem gottverdammten Haus mit seinen 5 Klos einer auf die Idee kommt genau dann abzuziehen wenn ich meine Runkel mit dem kleinen lichten Kranz in der Mitte satt unter dem Strahl platziere.
Oh mann ... wie ich das hasse.
Wir können Löcher mit Kühlschränken in Kometen jagen, die Millionen von Kilometern entfernt ihre Bahnen ziehen, aber 20 Meter Warmwasserrohre und Mischbaatterien unfallfrei in Häuser zu bauen scheint ein Ding der Unmöglichkeit.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen lauwarmen Strahl ... ciao

   

Legolars am 6. Juli 2005 um 04:31
Und just, nachdem du deine Geldbörse ausgeschimpt hast, hast du gemerkt, dass es schon 4 Uhr Nachmittags ist. Aber mach dir nix drauss, wenn du in Holland studierst, nimmt dir die 15 Minuten Verspätung eh keiner mehr krumm, gell Dirk? *g*
Ich stell dann Morgen bei mir erstmal meine Glosse zur Klassenfahrt rein und werd noch ne Kritik schreiben. Soll ich erst Anhalter, Batman oder Episode 3 nehmen (gut, das sind alles schon veraltete Filme, aber es ist zumindest schon mal ein Anfang)?

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sarmia am 6. Juli 2005 um 04:41
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Legolars am 6. Juli 2005 um 04:57
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sarmia am 6. Juli 2005 um 22:41
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