stories, tales and nonsense Spaß am geschriebenen Wort

Rotkäppchen und der böse Wolf

Kommentare: 2     Stars : 0

Rotkäppchen Version 1

Als in unserer Stadt wohnhaft ist eine Minderjährige aktenkundig, welche infolge ihrer hierorts üblichen Kopfbedeckung gewohnheitsrechtlich "Rotkäppchen" genannt zu werden pflegt.

Vor ihrer Inmarschsetzung wurde die R. seitens ihrer gesetzlichen Vertreterin über das Verbot betreffs Verlassen der Waldwege auf Kreisebene belehrt. Sie beging durch Nichtbeachtung dieses Verbots eine Ordnungswidrigkeit und stieß beim Übertreten des diesbezüglichen Blumenpflückverbots auf einen polizeilich nicht gemeldeten Wolf ohne festen Wohnsitz. Dieser verlangte in ungerechtfertigter Amtsanmaßung Einsichtnahme in den zum Transport von Konsumgütern dienenden Korb und stellte fest, daß die R. zu ihrer verwandten und verschwägerten Großmutter unterwegs war.

Da bei dem W. Verknappungen auf dem Ernährungssektor vorherrschig waren, beschloß er bei der G. unter Vorlage falscher Papiere vorstellig zu werden. Da dieselbe wegen Augenleidens krankgeschrieben war, gelang dem W. der diesbezügliche Täuschungsplan, worauf er durch Verschlingung der Bettlägrigen einen gleichwohl strafbaren Mundraub zur Ausführung brachte. Der später eintreffenden R. täuschte der W. seine Identität mit der G. vor, stellte ihr nach und durch Zweitverschlingung seinen Tötungsvorsatz unter Beweis.

Der sich auf einem Dienstgang befindliche Förster F. vernahm aus dem Wohngebäude der G. verdächtige Schnarchgeräusche und stellte deren Urheberschaft seitens des Wolfsmaules fest. Daraufhin gab er aus seiner Dienstwaffe einen Schuß auf den W. ab. Dieser wurde nach Infangnahme der Kugel ablebig. Die Beinhaltung des Getöteten weckte in F. die Vermutung, daß der Leichnam Personen beinhalte. Zwecks diesbezüglicher Feststellung öffnete er unter Zuhilfenahme eines Messers den Kadaver zur Einsichtnahme und stieß hierbei auf die noch lebende R. nebst G. Durch die unverhoffte Wiederbelebung bemächtigte sich der beiden ein gesteigertes, amtlich nicht zulässiges Lebensgefühl, das sie durch öffentliche Ruhestörung, groben Unfug und Verstoß gegen diverse Verordnugnen der Ortspolizeibehörde zum Ausdruck brachten.

Der Vorfall wurde von den Gebrüdern Grimm zu Protokoll gegeben und bekinderten Familien in Märchenform zustellig gemacht.

Rotkäppchen Version 2

Es war einmal ein kleines Mädchen, das von allen Rotkäppchen genannt wurde, weil es von seiner Mutter jeden Tag ein rotes Mützchen aufgesetzt bekam. Eines schönen Tages sagte die alleinerziehende und restlos überforderte Mutter zu ihrer kleinen Tochter Rotkäppchen, sie solle doch der vereinsamten Großmutter therapeutische Hilfen für die Überwindung ihrer aktuellen destabilisierenden Disposition, einer Erkältung, vorbei bringen.
"Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!", belehrte die fürsorgliche Mutter das Rotkäppchen und gab ihr einen Korb mit Brot und Wein für die bedürftige Großmutter mit. "Und bleib mir ja auf dem rechten Wege im dunklen Wald", fuhr die Mutter verhaltenstherapeutisch-präventiv fort. "Du weißt ja, was mit solchen unartigen Kindern passiert, die sich nicht an das Gesagte halten."

So ging das Rotkäppchen los. Als es im Wald an einem multisensorisch reizenden Blumenfeld vorbeikam, reagierte es intuitiv und ging hinein. Da trat der Wolf, der einen Aggressor verkörpert, an das Rotkäppchen heran und verwickelte es in einen sprachtherapeutisch einfachen Frage-Antwort-Dialog, in dem er erfuhr, dass es zu der kranken Großmutter geht. Da der Wolf merkte, dass das Rotkäppchen so begeistert von den Blumen und sehr konzentriert mit ihnen beschäftigt war, schlich er sich davon und suchte die Großmutter auf. Er fraß die Großmutter so schnell auf, dass diese überhaupt nicht mehr reagieren konnte, und nahm ihre Familienposition ein.

Als das Rotkäppchen das Haus der Großmutter betrat, stieß ihm die angespannte Atmosphäre im Zimmer auf, und es begann, die Großmutter aus der Reserve zu locken.
"Ei, Großmutter, warum hast du so große Augen?", fragte es zögerlich.
"Damit meine Asthenie des Sehzentrums besser kompensiert wird."
"Ei, Großmutter, warum hast du so große Ohren?", fragte das Rotkäppchen weiter.
"Damit ich Klänge und Geräusche besser unterscheiden kann."
"Ei Großmutter, warum hast du so ein entsetzlich großes Maul?", fragte es immer selbstbewusster.
"Damit ich mein Sprechen besser kinetisch-kinästhetisch kontrollieren kann."

Da machte der böse Wolf auch das Rotkäppchen zu einer eigenen physischen Disposition und legt sich anschließend zum Abbau nervlicher Spannungen schlafen. Er schnarchte so laut, dass der vorbeikommende Jäger gar nicht umher kam, ein schlaffes Gaumensegel zu vermuten. Er verletzte die Privatsphäre der Großmutter und betrat ihr Haus, um dem Wolf die körperliche Belastung aus dem Bauch zu therapieren. Er war etwas verunsichert, was sich in motorischer Unruhe äußerte, aber er machte methodisch exakte Schnitte am Bauch des Wolfs und befreite die traumatisierte Großmutter und das Rotkäppchen. Um einen Placebo-Effekt herbeizuführen legte der Jäger dem Wolf viele große naturbelassene Wackersteine in den Bauch und beendete die Therapie erfolgreich. Als der Wolf erwachte, taumelte er mit unterspannter Körperhaltung zum nächsten Brunnen und fiel hinein. Das Rotkäppchen schwor sich, eine Verhaltenstherapie zu machen, um nicht mehr so impulsiv auf Reize zu reagieren. Alle Bewohner der Umgebung versammelten sich am Hause der Großmutter und gründeten eine Selbsthilfegruppe für von Wölfen geschädigte Menschen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fühlen sie sich noch heute missverstanden.

Rotkäppchen Version 3

Da gab es mal so ein Mädchen mit einer roten Kappe. Die spazierte immer durch den Wald und suchte Blumen. Eines Tages sollte sie zur Großmutter und ging los. Sie traf einen hungrigen - und vermeintlich schlauen - Wolf und fiel auf seine Sprüche herein. So fraß der Wolf  nicht  nur die Großmutter, sondern auch das Rotkäppchen, nachdem er sie gelinkt hatte. Und hier beginnt die Geschichte vom blöden Wolf. Anstatt abzuhauen ließ er sich im Schlaf von einem Förster aufschlitzen und mit Steinen füllen, nachdem Rotkäppchen und Großmutter rausgeklettert sind. Dumm ist auch, wenn man mit dieser Plautze Übergewicht bekommt und voll in den Brunnen abschmiert, weil das Rotkäppchen so scharf war und er mächtig Durst bekommen hatte.

Und nun entscheiden Sie selbst: Ist diese Story besser als der Mist, der Abends im Fernsehn kommt?

Früher war man jedenfalls der Ansicht.

Nilsen am 30. Juni 2005 um 22:22
Ahh, ich sehe schon. Dirk du bist wahrhaftig einer von uns *g*

0 Punkt(e) vergeben    

Janick (Homepage) am 21. März 2006 um 02:06
neues märhen vom janick und dem bösen wolf gibts auf www.janickmusic.de.vu

   

Eintrag kommentieren

Registrierte Nutzer können sich hier einloggen

Name:

E-Mail:

Homepage:


Kommentar eingeben:

   

Zurück zu den Einträgen