stories, tales and nonsense Spaß am geschriebenen Wort

Einträge "lustige Geschichten":

Mittwoch, 6. Juli 2005

Das Leben und wie es uns fertig macht.

Ich wache auf, wie immer viel zu spät, schwinge mich mehr oder weniger elegant aus dem Bett und renne zum Badezimmer und was ist? Natürlich, schon jemand drin. Ich rüttel an der Tür und tobe innerlich "SCHEIßE MAN", ich trete gegen die Tür, da teilt mir der Schmerz, der soeben meinen Fuß erfasst hat mit: "Hehe, die Tür ist härter als dein nackter Fuß".
Ich unterdrücke einen multikulturell-verständlichen Fluch und hüpfe auf einem Fuß im Flur vor dem Klo auf und ab, die Tür geht schwungvoll auf und erwischt meinen bisher unverletzten Fuß. "SHIT, AHH, DU ARSCH" brülle ich und lasse mich auf den Boden fallen um meine Füße kurz zu reiben, in der Hoffnung, dass dies mein derzeitiges Schmerzempfinden schmälert. Falsch gedacht, hilft nicht.
Ich schaue auf, um zu sehen, wem ich da gerade diese Misere zu verdanken habe. Von schräg unten sehe ich meine Mutter. Sie sieht mich mit dem Blick an, den jedes Lebende Wesen hasst und wie ihn nur Mütter zur Perfektion bringen können. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Mitgefühl und Schadenfreude. "Warum musst du auch immer die Nacht durchmachen und verschlafen?!"
stellt sie die obligatorische, natürlich rein retorische Frage, aber ich höre sie gar nicht während ich aus meiner Kauerhaltung durch die Badezimmertür springe und die Tür hinter mir zuwerfe. RUMS, die Tür ist zu. ich schnappe mir meine Zahnbürste und will mir gerade die Zahnpasta auf die Bürste drücken, das Problem dabei ist nur, sie ist leer. "AHH SHIT, Was ist hier los?", ich drücke und quesche
wie bekloppt, nehme zu guter letzt beide Hände und schaffe es ein bisschen des reinigenden Sekrets heraus zu drücken, als ich eine Hand löse um kurz nach der Zahnbürste zu greifen passiert es, die Zahnpasta wird von der Anziehungskaft des Tubeninneren zurück in die Dunkelheit gerissen. "Ich hab keine Zeit für solche Spielchen" denke ich mir und beiße auf den Stiel der Zahbürste. Das ganze
geht von Vorne los. ich streng mich an was das Zeug hält und schaffe es schließlich ein wenig auf die Zahnbürste zu drücken. Da das krampfartige Drücken sich allerdings auf den gesamten Körper überträgt und schließlich auch meinen Kiefer erfasst passiert es, die Bürstenfläche mitsamt ihrem frisch aufgetragenen Säuberungsfluid schnellt nach oben und klatscht mir zwischen die Augen. "AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH"
entfährt es mir und meine Augen sind blind vor Tränen aufgrund der Minzdämpfe, die sich dicht zwischen ihnen ausbreiten. Ich wische die Reste des Fluids mit einem Finger weck, und schmiere es wieder auf die Zahnbürste. "Jetzt aber genug der Faxen" denke ich mir, und putze meine Zähne in einer Bestzeit. Jetzt aber schnell unter die Dusche. Beim Ausziehen passiert nichts ungewöhnliches, zum Glück.
Auch das Wasser wurde ziemlich schnell auf eine leicht kühle, aushaltbare Temperatur gebracht und es wird sich schnell eingeseift und einshampooniert. Mein Duschvergnügen wäre auch soweit bestimmt reibungslos verlaufen, wenn meine liebe Mutter nicht nebenan Wasser für ihren Kaffe abgezapft hätte. Das Wasser wird schlagartig zu einem Guss aus kochender Lava. Ein derber Schmerzensschrei erschüttert,
verstärkt durch den Hall im gefließtem Bad, unser Refugium.
Ich spinge in der Dusch-Badewanne zur Seite und verliere aufgrund meines eingeseiften Körpers fast den Halt. Schlagartig wird das Wasser wieder kalt, "Jetzt schnell die gekochte Haut abkühlen" denke ich mir und drehe extra das kalte Wasser stärker auf, ich friere und zittere, aber die "Verbrennung" muss einfach gekühlt werden. Ich springe aus der Wanne auf den Vorläger und rutsche, mit gerade jenem, armwedelnder Weise durch das Badezimmer, immer bemüht meine  Ballance zu halten. Ich kralle mir das erste Handtuch welches in greifbare Nähe gerückt ist und danke dem Herren beim Abtrocknen, dass niemand meine nackte Schlitterpartie beobachtet hat. Da ich vergessen habe Unterwäsche mit ins Bad zu nehmen, flitze ich nackt zurück in mein Zimmer und hinterlasse dabei kleine feuchte Abdrücke in Barfußform auf dem Holzfußboden.
Zurück im Zimmer angekommen reiße ich meinen Kleiderschrank auf und stelle mir in Rekordzeit ein Standard-Ensemble zusammen. Jetzt nur noch alle wichtigen Dinge zusammensammeln.

Handy: Check
Schlüssel: Check
Uhr: Check
Ringe:Check
Rauchbares: Check
Feuerzeug: Check
Portmonnaie: Nicht da

NICHT DA!!!!!!
"Verdammter Mist" entfährt es mir, "Ich hab nurnoch 50 Sekunden bis meine Scheiß-Bahn kommt". Wie ihr euch bestimmt denken könnt befindet sich mein Monatsticket in dem Portmonnaie. Was bei einer möglichen Kontrolle ziemlich blöd und auch peinlich sein kann. Ich durchwühle alles, was mir in die Finger kommt. Taschen, Jacken, Schubladen, Schränke und so weiter.
Meine Ohren registrieren die vorbeifahrende Bahn. "Na toll, jetzt werde ich 15 Minuten zu spät kommen, das ist ja herrlich" denke ich mir. Als ich mich nun endlich mit meinem Schicksal abgefunden habe und mich in meinen Schreibtischstuhl fallen lasse, trfft mein Blick auf das aufgeklappte schweren Skizzenbuch auf meinem Schreibtisch. Das oberste Blatt zeigt eine Zeichnung, die ich am Abend zuvor gezeichnet hatte. ich nehme das Skizzenbuch in die Hand und betrachte mein Werk kurz und kritisch. "Wo ist nur mein blödes Portmonnaie?" frage ich mich lautlos als ich das Buch zuklappe und auf den Tisch zurücklegen will. Da fällt mein Blick auf mein Portmonnaie, welches sich unter dem Buchdeckel zu verkriechen wagte.
"Du mieses kleines Drecksding!" beginne ich es zu beleidigen, als mir auffällt, dass es absolut zwecklos ist ein Portmonnaie anzukeifen.

Aber irgendwie bleibt mir das Gefühl, dass es das extra gemacht hat

ICH WERDE DICH IM AUGE BEHALTEN DU MISTVIEH, DAS SCHWÖRE ICH.

PS: Habt ihr nicht auch manchmal das Gefühl, dass euch manche Maschienen, Gegenstände etc. an der Nase herumführen?

Currently playing: Die Ärzte - Für immer
Current mood: Grinsend
von: Nilsen
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Geändert am 6. Juli 2005 um 05:09

Montag, 4. Juli 2005

FREIHEIT DEN HAUSFRAUEN!!!!!

Ich hatte heute morgen eine interessante Unterhalung Mit Sarah

Hier der kurze Ausschnitt der mich zu folgendem Text inspirierte:

Nilsen (02:01 AM) :

Sklavinnentreiber, ist das ein Innungsberuf, kann man eine Ausbildung darin machen?

Sarah (02:02 AM) :

ne, ist noch nicht ganz so legal :-D

Nun, die Sklaverei ist verboten und das ist auch gut so. Was mich ohne großes Zögern zu folgender Überlegung getrieben hat:

Was ist mit der Sklavin daheim, hat sie nicht auch ein Recht auf Freiheit?

Die Antwort lautet JA, FREIHEIT für die geplagte Hausfrau.

Ich möchte hiermit eine Petition zur Abschaffung der gesetzlich geduldeten Minisklaverei ins Leben Rufen. Also zur endgültigen Abschaffung der Ehe. Diese Form der Sklaverei wird nicht nur von Kirche und Staat geduldet, nein, sie wird sogar gefördert und subventioniert. Steuerliche Vergünstigungen, kirchlicher Segen, Kindergeld.

Bei so einem Anreiz bleibt den meisten Frauen doch keine andere Möglichkeit als sich freiwillig in die Gefangenschaft zu begeben; bevor sie von ihren Eltern, die sie zuvor als kostengünstige Arbeitskraft sahen, aufgrund des schlechten Kosten-Nutzen verhältnisses (nachdem die Zahlungen des Kindergeldes mit 27 aufhören), auf die Straße gesetzt wird.

Wenn man die meisten lange verheirateten Frauen fragt, ob sie zufrieden seien mit ihrer Situation, würden sie vermutlich sagen, es macht mir nichts aus. Hätte man dies früher einen Sklaven gefragt, hätte er vermutlich genau das Selbe gesagt. Und? Woran liegt das? Natürlich nur daran, weil sie es nicht besser wissen können.

Ja es liegt Gold am Ende des Regenbogens meine Damen, auf zur Revolution, es ist soweit.

WE SHALL OVERCOME, WE SHALL LIVE IN PEACE

Macht euch klar, dass ihr mehr Wert seid, als das Essen, welches Ihr für einen miefenden Pantoffelmacho kochen müsst.

In diesem Sinne...Zieht euch warm an Pantoffelmachos und lernt schonmal kochen!!!!!

Current mood: Grinsend
von: Nilsen
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Geändert am 4. Juli 2005 um 07:41

Donnerstag, 30. Juni 2005

Das Trauerspiel in Kansas

 

Slin Daddy: „Hier ist Slin Daddy mit einer Live-Reportage.

Auch wenn sie es noch nicht glauben können, aber soeben hat ein Wirbelsturm die nördlichen Bereiche von Kansas erfasst und ein kleines Mädchen mit roten Pumps samt ihrem Bauernhaus mitgerissen. Vermutlich... jaaa, man kann es ganz deutlich sehen, der Twister schleudert das Bauernhaus fort und es landet auf einer alten Frau die niemanden auch nur ein Haar gekrümmt hat....

HALT...

soeben haben wir von der Polizei in Erfahrung bringen können, dass die alte Dame mehrfach des Kannibalismus angeschuldigt wurde und auf den Namen Hexe-des-Ostens hört.

Nun ja... was für ein Zufall.“

.....

Die Rettungskräfte sind soeben eingetroffen...

 

Slin Daddy: „Hallo mein Name ist Slin Daddy ich bin Reporter für die Bravo-Girl, können Sie mir etwas über den Zustand des Mädchens berichten?“

 

Feuerwehrmann: „Nun, sie hat mehrfache Knochenbrüche und ein schweres Hirntrauma hinter sich. Die einzigen Wörter die sie von sich gibt sind gelbe Ziegelsteinstraße,

Toto und OZ. verwirrend nicht wahr?“

 

Slin Daddy: „Ja, ja sehr verwirrend das ganze, haben sie vielleicht eine Erklärung dafür? Nun, im moment lässt sich nur feststellen, das Toto wohl der Hund des Mädchens ist.

Und woher ziehen Sie Ihre Schlussfolgerungen?

Nun das Mädchen lag auf einem platt-gedrückten Terrier-rüden, der ein Namensschild um den Hals trug.

 

Autor: „Na ja, die Geschichte gibt nicht viel her, vielleich schreib ich sie um und verkaufe sie als Drehbuch an Disney oder so.

 

Slin Daddy: „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, dass war Nilsen mit einer Livereportage für den Playgirl...ääähh

ich meine natürlich für Bravo-Girl *g*“

Nilsen

 

Trauerrede vom schaf:

Liebe Angehörige,
liebe Trauergäste,
Liebe Vogelscheuche, die sich Verstand wünscht,
Lieber Mann aus Blech, der gern ein Herz hätte
Lieber furchtsamer Löwe, der unbedingt mutiger sein möchte.
Wir haben uns heute in tiefster Trauer vereint, um den reudigen Köter zu gedenken, dessen Leben ein jähes Ende fand auch nehmen wir heute gemeinsam Abschied von der kleinen Dorothy Gayle.
Wir alle sind zutiefst erschüttert und bestürzt über dieses Unglück. Uns erfüllt eine große Trauer. Die kleine Dorothy war ein lebendiges Mädchen dessen einzige Freunde ihre roten Schuhe waren, welche sie für den Straßenstrich beötigte. Doch viel schmerzlicher ist der Tod des kleinen TOTO. Schock, Trauer, Entsetzen, Fassungslosigkeit. Bittere Tränen fließen. Welch grausam dicker Hintern kann solch eine unfassbare Tat vollzogen haben?
Doch wollen wir uns an Toto erinnern, bevor seine gedärme zerquetsch wurden. Wer war Toto? Er war ein treuer einzelgänger, voller schmutziger Phanatsien. Das bellen bereitet ihm ggroße Freude und auch das reiben seines geschlechtsteiles an wurzelartigen gegenständen. Toto erfüllten seine 2 Stripclubs mit großen stolz und seine unehelichen Kinder trauern heute mit uns, welch großer verlust und welch große Lücke Toto, von seinen Freunden Tobi, das Goldene Kalb genannt, in uns hinterlasst...
nun Toto wird jetzt bei uns im Herzen und somewhere under the rainbow sein, gemeinsam mit dorothy, adolf hitler, martin luther king und jesus.

Sarah

Current mood: Grinsend
von: Nilsen

... nur so am Rande des Wahnsinns

... kann man nicht beschreiben, muss man lesen (gefunden von Gratisdesigner):

http://www.stophiphop.com/modules/news/article.php?storyid=184

ICH HACK DISCH ... oder der kurze Weg ins Nirvana

Current mood: Grinsend
von: vanini
Entry modified
Geändert am 30. Juni 2005 um 07:14

Rotkäppchen und der böse Wolf

Rotkäppchen Version 1

Als in unserer Stadt wohnhaft ist eine Minderjährige aktenkundig, welche infolge ihrer hierorts üblichen Kopfbedeckung gewohnheitsrechtlich "Rotkäppchen" genannt zu werden pflegt.

Vor ihrer Inmarschsetzung wurde die R. seitens ihrer gesetzlichen Vertreterin über das Verbot betreffs Verlassen der Waldwege auf Kreisebene belehrt. Sie beging durch Nichtbeachtung dieses Verbots eine Ordnungswidrigkeit und stieß beim Übertreten des diesbezüglichen Blumenpflückverbots auf einen polizeilich nicht gemeldeten Wolf ohne festen Wohnsitz. Dieser verlangte in ungerechtfertigter Amtsanmaßung Einsichtnahme in den zum Transport von Konsumgütern dienenden Korb und stellte fest, daß die R. zu ihrer verwandten und verschwägerten Großmutter unterwegs war.

Da bei dem W. Verknappungen auf dem Ernährungssektor vorherrschig waren, beschloß er bei der G. unter Vorlage falscher Papiere vorstellig zu werden. Da dieselbe wegen Augenleidens krankgeschrieben war, gelang dem W. der diesbezügliche Täuschungsplan, worauf er durch Verschlingung der Bettlägrigen einen gleichwohl strafbaren Mundraub zur Ausführung brachte. Der später eintreffenden R. täuschte der W. seine Identität mit der G. vor, stellte ihr nach und durch Zweitverschlingung seinen Tötungsvorsatz unter Beweis.

Der sich auf einem Dienstgang befindliche Förster F. vernahm aus dem Wohngebäude der G. verdächtige Schnarchgeräusche und stellte deren Urheberschaft seitens des Wolfsmaules fest. Daraufhin gab er aus seiner Dienstwaffe einen Schuß auf den W. ab. Dieser wurde nach Infangnahme der Kugel ablebig. Die Beinhaltung des Getöteten weckte in F. die Vermutung, daß der Leichnam Personen beinhalte. Zwecks diesbezüglicher Feststellung öffnete er unter Zuhilfenahme eines Messers den Kadaver zur Einsichtnahme und stieß hierbei auf die noch lebende R. nebst G. Durch die unverhoffte Wiederbelebung bemächtigte sich der beiden ein gesteigertes, amtlich nicht zulässiges Lebensgefühl, das sie durch öffentliche Ruhestörung, groben Unfug und Verstoß gegen diverse Verordnugnen der Ortspolizeibehörde zum Ausdruck brachten.

Der Vorfall wurde von den Gebrüdern Grimm zu Protokoll gegeben und bekinderten Familien in Märchenform zustellig gemacht.

Rotkäppchen Version 2

Es war einmal ein kleines Mädchen, das von allen Rotkäppchen genannt wurde, weil es von seiner Mutter jeden Tag ein rotes Mützchen aufgesetzt bekam. Eines schönen Tages sagte die alleinerziehende und restlos überforderte Mutter zu ihrer kleinen Tochter Rotkäppchen, sie solle doch der vereinsamten Großmutter therapeutische Hilfen für die Überwindung ihrer aktuellen destabilisierenden Disposition, einer Erkältung, vorbei bringen.
"Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!", belehrte die fürsorgliche Mutter das Rotkäppchen und gab ihr einen Korb mit Brot und Wein für die bedürftige Großmutter mit. "Und bleib mir ja auf dem rechten Wege im dunklen Wald", fuhr die Mutter verhaltenstherapeutisch-präventiv fort. "Du weißt ja, was mit solchen unartigen Kindern passiert, die sich nicht an das Gesagte halten."

So ging das Rotkäppchen los. Als es im Wald an einem multisensorisch reizenden Blumenfeld vorbeikam, reagierte es intuitiv und ging hinein. Da trat der Wolf, der einen Aggressor verkörpert, an das Rotkäppchen heran und verwickelte es in einen sprachtherapeutisch einfachen Frage-Antwort-Dialog, in dem er erfuhr, dass es zu der kranken Großmutter geht. Da der Wolf merkte, dass das Rotkäppchen so begeistert von den Blumen und sehr konzentriert mit ihnen beschäftigt war, schlich er sich davon und suchte die Großmutter auf. Er fraß die Großmutter so schnell auf, dass diese überhaupt nicht mehr reagieren konnte, und nahm ihre Familienposition ein.

Als das Rotkäppchen das Haus der Großmutter betrat, stieß ihm die angespannte Atmosphäre im Zimmer auf, und es begann, die Großmutter aus der Reserve zu locken.
"Ei, Großmutter, warum hast du so große Augen?", fragte es zögerlich.
"Damit meine Asthenie des Sehzentrums besser kompensiert wird."
"Ei, Großmutter, warum hast du so große Ohren?", fragte das Rotkäppchen weiter.
"Damit ich Klänge und Geräusche besser unterscheiden kann."
"Ei Großmutter, warum hast du so ein entsetzlich großes Maul?", fragte es immer selbstbewusster.
"Damit ich mein Sprechen besser kinetisch-kinästhetisch kontrollieren kann."

Da machte der böse Wolf auch das Rotkäppchen zu einer eigenen physischen Disposition und legt sich anschließend zum Abbau nervlicher Spannungen schlafen. Er schnarchte so laut, dass der vorbeikommende Jäger gar nicht umher kam, ein schlaffes Gaumensegel zu vermuten. Er verletzte die Privatsphäre der Großmutter und betrat ihr Haus, um dem Wolf die körperliche Belastung aus dem Bauch zu therapieren. Er war etwas verunsichert, was sich in motorischer Unruhe äußerte, aber er machte methodisch exakte Schnitte am Bauch des Wolfs und befreite die traumatisierte Großmutter und das Rotkäppchen. Um einen Placebo-Effekt herbeizuführen legte der Jäger dem Wolf viele große naturbelassene Wackersteine in den Bauch und beendete die Therapie erfolgreich. Als der Wolf erwachte, taumelte er mit unterspannter Körperhaltung zum nächsten Brunnen und fiel hinein. Das Rotkäppchen schwor sich, eine Verhaltenstherapie zu machen, um nicht mehr so impulsiv auf Reize zu reagieren. Alle Bewohner der Umgebung versammelten sich am Hause der Großmutter und gründeten eine Selbsthilfegruppe für von Wölfen geschädigte Menschen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fühlen sie sich noch heute missverstanden.

Rotkäppchen Version 3

Da gab es mal so ein Mädchen mit einer roten Kappe. Die spazierte immer durch den Wald und suchte Blumen. Eines Tages sollte sie zur Großmutter und ging los. Sie traf einen hungrigen - und vermeintlich schlauen - Wolf und fiel auf seine Sprüche herein. So fraß der Wolf  nicht  nur die Großmutter, sondern auch das Rotkäppchen, nachdem er sie gelinkt hatte. Und hier beginnt die Geschichte vom blöden Wolf. Anstatt abzuhauen ließ er sich im Schlaf von einem Förster aufschlitzen und mit Steinen füllen, nachdem Rotkäppchen und Großmutter rausgeklettert sind. Dumm ist auch, wenn man mit dieser Plautze Übergewicht bekommt und voll in den Brunnen abschmiert, weil das Rotkäppchen so scharf war und er mächtig Durst bekommen hatte.

Und nun entscheiden Sie selbst: Ist diese Story besser als der Mist, der Abends im Fernsehn kommt?

Früher war man jedenfalls der Ansicht.

Current mood: Grinsend
von: vanini