Und wieder mal stehen wir vor dem Wochenende. Eine ereignisreiche Woche geht zu Ende - jedenfalls für Deutschland. Daniel Kübelböck bei Big Brother, Freispruch für Türk und die Bundestagswahl am Sonntag in einer Woche wird sich wohl ein wenig in die Länge ziehen.
Aber ehrlich gesagt, wie dramatisch das auch alles ist - jedenfalls wenn man den Zeitungen im Lidl glauben mag, die ich bei jedem Einkauf an der Kasse lese - ich finde, es gibt schlimmeres. Sein Haus in einem neu entstandenen, kleinen See zu verlieren, weil man zum falschen Zeitpunkt am falschen Ende der Welt wohnt.
Wobei wir ja vor kurzem gesehen haben, das auch wir hier nicht sicher sind vor der Natur. Obwohl hier in München im Vergleich zu anderen kleinen Gemeinden nicht viel passiert ist, sah die Isar schon furchterregend aus, wie sie Tag für Tag weiter anstieg.
Jetzt ist ja zum Glück bei uns alles vorbei, an der Isar wird wieder gebadet, die Medien beschäftigen sich mit wichtigerem. Jedenfalls mit dem, was für die wichtig scheint. Was ja auch bei jeder Zeitung anders ist.
Zum Beispiel war vor einiger Zeit in der BILD zu lesen, das der Weltuntergang nah ist. Ein riesen Steinbrocken wird auf die Erde stürzen, und wir werden alle sterben wie damals die Dinos. Und das ist sicher, kein entkommen.
In der AZ las sich das ein wenig anders. Ja, da ist wohl ein nicht grad kleiner Himmelskörper, der unserer Erde so nah kommt wie kein anderer zuvor - aber er ist immer noch weit genug weg, das wir uns keine Sorgen machen brauchen. Nur die Wissenschaftler freun sich wie Schnitzel, das sie endlich mal wieder was zum staunen und forschen haben.
In der Süddeutschen Zeitung dagegen mußte man schon sehr lange suchen, um überhaupt irgendwas über dieses nach BILD-Zeitung todbringende Steinchen zu finden.
Da merkt man eben die Prioritäten. Meine Priorität zum Beispiel ist jetzt gemütlich Abend zu essen, mich vor den Fernseher zu hau´n, weil ich morgen erstmal einen riiieeeesen Garten in Ordnung bringen muß. Riesige Haufen Laub, Tausende Hecken zu schneiden und eine mega Terasse zu fegen.
Na gut - ein wenig übertrieben. Es sind vielleicht fünf Hecken, und soviel Laub liegt da auch nicht. Noch dazu hab ich mich freiwillig dazu gemeldet. Ist für den guten Zweck. Ich hoffe nämlich, das mich die nächste göttliche Naturkatastrophe wieder verschont, wenn ich versuche, mich für andere einzusetzen. Bisher hat´s funktioniert.
Vielleicht sollt ich mal ne Mail an Mr. Bush schicken. In Amerika finden sich sicher viele Gärten, die er umgraben könnte, um seine Sünden zu begleichen. Aber ob die United Staates da reichen?