Verbot

Verbot

"Frau H..., ich hab wieder mein Trinken vergessen" damit gegrüßt mich eine Kleine, als ich sie vom Hort abhole. Sie und noch viele andere Kinder hole ich von Hort und Kindergarten ab und dann folgen sie mir im Entengang.

Wir gehen gemeinsam in die naheliegende Sporthalle und haben 1,5 Stunden Spaß und Bewegung.

Die Tage sind heiß, die Kinder schwitzen und so folgt Trinkpause auf Trinkpause. Die Trinkflaschen sind schnell leer und wer seine vergessen hat. muß dursten. Oder ein Freund oder eine Freundin teilt mit ihnen den letzten Schluck.

Ich weiß, die Kleine hat eine Freundin, sie kommen beide zum Sport. "Vielleicht gibt dir deine Freundin ein Schluck ab, frag sie doch mal" antworte ich in der Hoffnung. dass meine Stimme nicht im Lärm untergegangen ist.

Später dann in der Umkleide kommt die Kleine noch einmal auf mich zu und erzählt mir traurig, ihre Freundin  kann ihr kein Trinken abgeben. "Warum denn nicht?" frage ich erstaut. Ihre Freundin antwortet "Meine Mutti hat mir verboten, das Trinken aus der Sporttasche zu nehmen" ruft sie mir mit großen Augen zu.

`Kleine Trickliese` denke ich mir und hebe sofort das Verbot der Mutter auf.

 

 
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  • von:LaWe

Vertrauen

Vertrauen

Nach 3 Monaten mit ihnen schwitzen und Hampelmann machen habe ich es endlich geschafft. Die Kleinen winken mir nach oder zeigen mir ihr neues Fahrrad.

Manchmal hüten wir auch gemeinsam ein Geheimnis. Ich sage nicht, dass sie einen Bonbon mehr als Belohnung bekommen haben. Sie schweigen auch.

Gemeinsam legen wir zwei Fingerspitzen auf die Lippen und verschließen symbolisch wie mit einem Reißverschluß den gesprächigen Mund, werfen dann symbolisch den Schlüssel weg und mit einem festen Blick in die Augen versprechen wir uns, wir werden schweigen.....


 
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  • von:LaWe

Kampf der Hähne

Kampf der Hähne

Klein aber fein, die kleinen Vorschulklässler. Hand in Hand wandeln sie mit mir die Straße lang. Zehn Stück an der Zahl, die sich statt mit Stimme nur mit Autorität zusammen halten lassen.

Ab und zu entfalten sich kleine Kämpfe zwischen den Jungs und dann sehen sie wie kleine Welpen kein Land mehr.  Meine ermahnenden Zwischenruf gehen in ihrem Lärm unter. Ihre Ohren sind überlastet von ihren eingenen Kampfgebrüll "Du bist doch doof", "Nein, du bist doof".  Sollte ich jemals den Versuch unternehmen und herausfinden wollen, wer wirklich doof ist und angefangen hat, dann hätte ich für den Rest des Tages zu tun, ohne wirklichen einen Schritt weiter zu kommen.

Kampfhähne wollen kämpfen und suchen nicht wirklich nach Gerechtigkeit.

Aber dafür ist keine Zeit. Die Sporthalle für die Kleinen ist gemietet und die Eltern erwarten Kinder, die nach der Sportstunde von Müdigkeit ins Bett fallen. 

Also muß ich in den Kampf der Hähne einschreiten und sie trennen. Das gefällt ihnen gar nicht. Während der eine sich schnell der Situation fügt, ist der andere noch lange nicht so weit. 

Mit zusammengeschlagenen Armen über der Brust, einen Mund zu einer Schüppe verzogen,  die Falten zwischen den Augen zusammengekniffen und fest entschlossen, keinen Schritt mehr weiter zu gehen. So posiert er sich vor mir auf und zeigt mir damit "Ich gehe keinen Schritt mehr weiter".

Ich stehe da und überlege, was soll ich jetzt machen?  Es noch einmal darauf ankommen lassen und darauf hoffen, das sie von dem Hahnenkampf lassen?

Oh nein, die Warnschüsse hatte ich schon im Vorgeplenkel verschossen.

Auf Vernunft hoffen? Oh nein, wer kämpfen will hört nicht auf seine Verunft und ein 5 Jähriger wird es ganz bestimmt noch nicht tun.

Also lasse ich die Kindergruppe stehen und auf ihn warten. Sie machen mit und warten mit mir zusammen. "Wir gehen erste weiter, wenn du auf den Platz gehst, den ich dir gesagt habe" ich weiß, es ist eine kleine Erpressung, aber ich sehe, sie geht nicht spurlos an ihm vorbei. Er arbeitet in seinem Kopf gang gewaltig. Die überschlagenden Arme werden noch fester an die Brust gedrückt und das Gesicht verkniffener.

Die Kindergruppe steht vor ihm und wartet darauf, das der kleine Kampfhahn sich ihnen anschließt.

Er rührt sich nicht von der Stelle. Ich wiederhole meinen Satz: "Wie gehen erst weiter, wenn du dich an den Platz stellst, den ich dir gesagt habe"

Sein Bockgesicht nimmt einen noch schärferen Ausdruck an und ich merke die Spannung zwischen uns, "Jetzt nicht aufgeben" sage ich mir "Halte durch" ermuntere ich mich.

Der Druck zwischen mir und dem kleinen Kampfhahn nimmt weiter zu. Ich halte durch und halte gegen.

Dann gibt er seine Pose auf und schließt sich der Gruppe an. Er und ich, wir folgen zusammen Hand und Hand der Kindergruppe. Nach wenigen Minuten entspannt sich der Kleine und springt wieder herum wie ein Wiesel.

Vergessen der Bock, vergessen der Hahnenkampf.

Oh nein, nicht ganz vergessen. Ab und zu vergaß er sich wieder und suchte der Kampf. Aber er lies sich von mit ganz schnell wieder auf der Kampfsituation herausziehen und strahlte mich später an.

Ja, so sind sie, die kleinen Hahnenkämpfer. Ich liebe sie über alles, sie sind eine Herausforderung für mich. Stets sind sie auf der Suche, der ihnen ihre wildwuchernden Flügel stutzt und als Dank dafür bekommt man ihren strahlenden Blick.

Der Machtkampf zwischen uns beiden war ein Gewinn für ihn. Er hatte es geschafft, seinen Willen der Gruppe unterzuordnen und damit war die Spaß für ihn an dem Nachmittag garantiert.


 
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  • von:LaWe

Verehrer mit Charme

Verehrer mit Charme

Seit ein paar Wochen kennen wir uns schon. Er gehört zur Gruppe der Vorschulkinder und hat ein Auge auf mich geworfen  .

Wenn wir spielen "Hundehütte" und ich als Hund auf allen vieren eine Hütte auf Kommando suchen muß, ruft er nach mir und hält er einen Platz in seiner Hütte für mich frei. Ich muß mir keine Sorgen machen, dass ich im Regen stehen muß.

Ein Kompliment für meinen Rock bekam ich auf dem Weg zur Sporthalle "Sie haben aber einen schönen Rock an" bemerkte er so in Vorbeigehen.

Heut auf den Weg in einen anderen Kindergarten mit anderen Kinder hörte ich meinen Namen schon aus der Ferne "Frau H....." tönte es ganz laut. Den Ruf kannte ich von HundehüttenSpiel.

Der Kleine war´s, mein kleiner Verehrer. Mit seiner Mutter spielte er in der warmen Herbstsonne auf einem Spielplatz. Zwischen uns war ein Zaun, der ihn aber nicht hinterte, zu mir zu kommen.

Stürmisch kletterte er extra für mich über den Zaun und begrüßte mich herzlich mit einer Umärmelung.

Ach, kann das Leben doch schön sein - mit so einem Verehrer sogar noch besser...

 

 
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  • von:LaWe

Stierbändigerein

Stierbändigerein

Spiele im Sport bringen Abwechslung, Spaß und bereichern den Selbsterfahrungsschatz um ein vielfaches.

Schon die Mannschaftsbildung wird zu einer Herausforderung für die Kleinen. Von 20 Kindern heben 20 Kinder die Hand "Ich will die Mannschaft aussuchen dürfen" brüllt es von allen Seiten in meine Ohren. 2 Kinder sind schnell bestimmt und schon donnert es in der Lautstärke eines Raketenstarts an meine Ohren "Das ist ja ungerecht. Ich war noch nie der Kapitän" Ich stelle mich taub und höre so nichts mehr.

Dann suchen die glänzenden Kapitäne sich ihre Favoriten für ihre Mannschaft aus, die in wenigen Minuten Stockhocky spielen wird.

Sie erhalten alle einen Stock. Ein fester Gummiring ist das Objekt, das mit dem Stock auf den  Boden ins Tor geschoben wird. Einer aus der Mannschaft wird zum Torward ernannt und auf Pfiff beginnt das Spiel.

Und schon stürmen die Kleinen wie kleine Stiere durch die Halle. Jeder ist auf den Gummiring und das Tor fixiert, jeder von ihnen sieht ein bißchen rot, wenn Ring und Tor wieder an die gegnerische Mannschaft verloren gehen.

 "Das ist ja ungereeeeecht" donnert es von allen Seiten in meine Ohren. Jeder, aber auch wirklich jeder will den Gummiring in seinen Besitz. Was kümmer der Mannschaftsgeist, was kümmert das Tor. Der Ring wird zur einzigartigen Beute erklärt und verbissen hängt sich jeder dran, so gut er kann.

Dann fallen doch die ersten Tore und mit den ersten  Tränen kommen die kleinen Böcke ins Spiel, sie setzen sich kurzentschlossen auf die Bank  "Ich spiel nicht mehr mit" , "Warum nicht?" frage ich. "Deeer hat mir den Ring weggenommen" erhalte ich zu Antwort. "Dann hole ihn dir wieder zurück" ermuntere ich zum weitermachen.

Aus dem Bock wird wieder ein Stier und der stürzt sich ins Treiben, sieht nur den Ring und dabei wieder rot. Das ein Mitspieler im Wege steht, entgeht dem kleinen Stier und schon ist der andere über den Haufen gelaufen.

Sein Aufschrei ist nicht zu überhören, die Tränen fließen in Strömen. "Der hat mich gestoßen" ein schwerer Vorwurf gegen den Mitspieler. "Das war keine Ansicht und Hockey ist eben ein hartes Spiel" mit den Worten trockne ich dem Kleinen die Tränen.

Nach ein paar Brüllern hat er sich vom Schreck erholt und stürzt sich auch wieder ins Spiel. Der Ring ist fast in seiner Nähe, fast in einem Stock, er sieht das Tor schon vor sich und den Erfolg schon in seinen Augen.

Da kommt aus dem Hinterhalt ein Stock und der entreißt ihm frech den Ring, der schon fast am Ziel war. Der Aufschrei des Kleinen überfordert mein Trommelfell. Schmerzhaft zieht es sich zusammen, ich reagiere sofort und schaffe es im letzten Augenblick. Der Kleine hat seinen Stock schon zum entscheidenden Schlag erhoben. Er wollte seinem Gegner grade einen überziehen, als mein fester Griff seinen Stock festhält.

"Ich spiel nicht mehr mit" schreit der enttäuschte Kleine dann unter Tränen, setzt sich auf die Bank und läßt den Rest seiner Mannschaft Mannschaft sein.

Ich rede ihm ins Gewissen und das nagt doch etwas. Dann entschließt sich der Kleine "Ich mache wieder mit".

Der Torwart läßt sich austauschen, er will auch mal mit Stock und Ring durch die Halle flitzen.

Ein kleines Mädel übernimmt die Torwacht.

Souverän hält sie fast jeden Ring, der durch ihr Tor geschoben werden soll. So, als wäre es nichts besonderes hält sie dann das Objekt der Begierde, den Ring in ihrer Hand  und übergibt es abwechslend jedem männlichen Mitspieler ihrer Mannschaft für das weitere Spiel. Wird sie von ihnen zu sehr bedrängelt: "Ich will den Ring haben" antwortet sie "Nein, du hattest den Ring schon. Jetzt kriegt Paul den Ring, damit der nicht wieder heult".

Mit der Kleinen kommt wieder etwas Ruhe in das Spiel, die kleinen Stiere kämpfen weiter tapfer um jeden Ring und jedes Tor....


 
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