Der Infekt - haltloser Rückfall

Einträge "Erotisches zur Nacht":
Frieda und Mark..soeben unter der Tastatur geboren, erleben ihren Fortbestand virtuell weiter, wie es weiter geht? Das weiß ich doch auch noch nicht ;-)

Sonntag, 23. Oktober 2005

  Der Infekt - haltloser Rückfall

Aufgeregt, wie ein Baby sog ich an meiner Zigarette wie an einem Nuckel.

Mein Flakschiff schaukelt auf dem hohen Wellengang, den Mark ausgelöst hatte. _____________________________________________________________

Mit jeden Zug hielt ich mich stärker an der Zigarette fest. Sie sollte der Pfahl sein, an dem ich mich festhalten konnte, damit ich bei dem aufkommenden Sturm nicht über die Reeling gehen wollte.

Vergessen war, wie feste der Griff der Zigarettensucht sein kann.

Was nach mir greift, kann mích auch halten.

Was ist schon ein Rückfall in die Sucht gegen eine niederschmetterde Niederlage meiner nach außen zu Schau gestellten Stärke und doch, mit jeden Zug an der Zigarette bröckelte wie meine Widerstandskraft nicht nur gegen die Sucht.

Vergessen meine tönenden Reden gegen das ungesunde Rauchen, gegen die überflüssigen Männer.

Alle Vorsätze lösen sich in den Rauch auf, der nach jedem Lungenzug aus meinem Mund strömte. Für mich war nur noch Halt wichtig.  Halt in der stürmischen rauhen See für mein selbstgeschaffenes Flakschiff finden.

Mit den Kaffeetopf in der Hand und der halb aufgerauchten Zigarettekippe im Mund stehe ich noch immer wie angewurzelt in der Küche, da stürmt Emma in die Küche. Wie aus einem Tiefschlaf gerissen sehe ich Emma verwirrt und erschrocken an. Ich fühle mich in jeder Beziehung ertappt. Mit dem Gefühl, ohne Bekleidung vor Emma zu stehen, suche ich schon nach Erklärungen auf ungestellte Fragen.

 

Emmas trockne Frage: "Du rauchst wieder?" bringt mir etwas meine Nüchternheit wieder zurück. Ich habe das Gefühl, Emma läßt mir taktvoll die Zeit, meine bloßgelegten Schwachheiten wieder zu bedecken. "Ja, leider" antworte ich Emma "ab und zu mal" vertraue ich Emma kleinlaut an.

Emma nahm von meinem Rückfall weiter keine Notiz mehr, für sie war wohl wichtiger zu wissen, was ich von Mark hielt. Und wieder erwischte Emma mich an einer noch bloßgelegten Stelle. "Ganz nett" sage ich so locker wie möglich und hoffe, Emma wird meinen Rückfall in die Nikotinsucht nicht mit Mark in Verbindung bringen.

"Ganz nett?" fragt Emma erstaunt "Mehr hast du zu Mark nicht zu sagen?" löchert sie mich. Ihre Frage geht fast im Scheppern der Kaffertassen unter. Emma sucht nach einer passenden Tasse für Mark im Küchenschrank. "Die passende Tasse findest du im unteren Schrank" helfe ich Emme bei ihre Suche und suche weiter nach meiner Gelassenheit, die sich irgendwie aus dem Staub gemacht hat.

Meine angefangene Zigarette liegt glimmend im Ascher und ich schiele nach ihr, wie zu meiner besten Mitschülerin, die mir die Antwort auf eine schwierige Lehrerfrage zuflüstern soll. Naja, ein Zug ist noch dran und den werde ich mir gönnen, bevor ich sie im Ascher ausdrücke. Wieder wie ein Baby nehme ich nuckeld einen tiefen Zug von der Zigarette.

"Das ist keine Antwort auf meine Frage" tadelt Emma mich.

Verdammt, sie hat sich nicht ablenken lassen. Was soll ich ihr sagen, dass Mark mit einem Blick meine nach festverschlossenen Türen mit samt seiner 5-fach-Verriegelung aus den Angeln gehoben hat? Oder sollte ich ihr sagen, dass der Boden unter meine  Füßen schwankt?

Auch diese Niederlage kleinlaut zugeben?

Oh nein, dass kann  ich mir selber kaum eingestehen und nehme doch noch einen letzten tiefen Zug aus der Zigarette. "Naja, man sieht es, du hast schon lange keine mehr gehabt" sagt Emma so aus dem Zusammenhang zu mir.

Wieder fühle ich mich wieder ertappt "Was sieht man mir an?" frage ich zurück.

"Naja, dass du schon lange keine Zigarette mehr geraucht hast" antwortet Emma und findet endlich die passende Tasse in Unterschrank.

Oh mein Gott, ich glaube, sie meint, man sähe mir an, dass ich schon lange keine Mann mehr hatte, einen weiblichen Samenkoller, oder so.

In der Tat, seit ich vor Monaten das Rauchen aufgab, gab es auch keinen Mann in meinem Leben mehr. Ich hielt mich mit meiner bewährten Selbsthilfe der Selbstbefriedung über Wasser und damit wollte ich meinem Körper ein Schnippchen schlagen. Wozu brauchte ich einen Mann?

Beate Uhse hat alles, was Frauenherz begehrt, Dildos statt Männer, Dildos in allen Farben und Größen. Einer schöner als der andere. Per Katalog suchte ich mir einen schicken aus. Sie kamen in diskreten Päckchen zu mir in die Wohnung, direkt unter meine Bettdecke.

Diese Art Plastikman mußte ich niemanden vorstellen, mußte ihm weder das Essen machen, noch die Socken nachräumen. Er wartete geduldig und ohne quängelnden Blick bis ich ins Bett kam und ihn unter meine Bettdecke steckte.

"Ich rauche höchstens eine Zigarette am Tag" antworte ich "aber warum fragst du?"

Emma zeigt auf den Zigarettenstummel, der zwischen meinen Lippen hängt. "Du rauchst das Filter mit" antwortet Emma trocken.

 Erschrocken nehme ich den Zigarettenstummel aus dem Mund, der schon an der Lippenhaut klebt und drücke ihn aus, bis von dem Filter nicht mehr zu erkennen ist, als ein hellbrauches Häufchen zermaschtes feuchtes Papier.....

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