Vertreibung
|
Es ist passiert ! Die Langweile ist über mich hereingebrochen. Schon seit Wochen hing sie wie schwere Wolken über meinem Kopf und es war nur eine Frage der Zeit, wann sich über mich absenken wird. Diese düstere Wolke läßt sich weder abschüttleln noch ausweichen, ich muß durch sie hindurch Sie haftet sich über dem Kopf und folgt mir so wie mein Schatten. Mein Blick schaut auf schon 1000 mal Gesehenes, meine Ohren hören Wiederholungen zum 1000 sten mal. Die Wolke ist weit und Neues ist nicht in Sicht. Die Langeweile ist ein Gewässer, auf dem es weder frischen Wind noch Wellengang gibt. Die Wellen plätschern gleichförmig am Ohr vorbei und ermüden den Geist bis zur Schläfigkeit. So weit das Auge reicht, nur kleine winzige Wellen ohne wirkliche Bewegungen. Die Sonne hat sich hinter der Wolke verkrochen und läßt den Horizont so grau wie das Wasser erscheinen. Kein Übergäáng, kein Kontrast, kein Reiz, nur die Wiederholungen der Wiederholungen. Das Leben kopiert sich dabei von selbst und vervielfältig sich so auf diese simple Weise. Eifrig produziert es von Tag zu Tag ein Einerlei , das wie feiner Staub unter den Beinen festsetzt. Täglich, stündlich, ohne Unterbrechung und ohne Unterscheidungsmerkmale. Täglich eine neue Lage, täglich eine neue Schicht, eine Schicht trägt sich auf die andere auf und läßt so die unsichtbaren Klötze an den Beinen wachsen. Die Langweile ist über mich hergefallen und zerfetzt genüßlich den Tag in Sinnlosigkeiten. Mit dem ersten Augenaufschlag beginnt sie ihr SinnlosWerk und hält mich damit schon unter der Decke fest. Wer geht schon freudig in den Tag, wenn das programmatische Einerlei wie ein Uhrwerk abläuft. Tick - Tack - Tick - Tack - Tick - Tack - immer der selbe Rhythmus, immer der selbe Takt, ohne Dynamik und ohne Spannung. Einzig das Kopiergerät, es läd sich auf, schnurrt und kopiert den heutigen Tag von der Vorlage von gestern und der heutige Tag wird die Vorlage für morgen sein. Tick - Tack - Tick - Tack - Tick - Tack - ohne Unterbrechung zieht das Einerlei weiter durch den Tag und verlangt unerbittlich nach seinem Platz mit großem Raumanspruch. Das Einerlei ist unkreativ und langweilig, produziert Tage ohne Sonne, ohne Regen, ohne Wind. Das Einerleii, es schafft ein reizloses Klima, das das Gefühl ertauben läßt.... |
||
|
| ||
Kommentare: 0
: 0
Bisher keine Kommentare vorhanden.