Der Infekt - Das Flakschiff

Der Infekt - Das Flakschiff

.............Mit einem heißen Schwindelgefühl  im Kopf schickte ich Emma und Mark in das Wohnzimmer, in dem die anderen schon fröhlich plaudernd saßen.

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Rita hatte grade wieder einen ihrer zahlreichen Männerwitze zum besten gegeben. Der letzte Witz war auch für Mark nicht zu überhören. Rita fragt in die Runde: "Was ist der Unterschied zwischen einem Mann und einem Q?"  Die anderen sehen Rita fagend an, sie gaben sich gar keine Mühe, nach einer Antwort  zu sinnen. Sie wissen, Rita platzt gleich brüllend mit der Antwort heraus. Als Rita der Runde entgegen gröhlt " Da gibt es keinen! Männer sind auch Nullen mit einem Schwänzchen!" betraten  Emma, Mark und ich grade das Wohnzimmer.

Mark stand im Wohnzimmer und stimmte im Gelächter mit ein. Die Frauen sahen sich erschrocken um.

Was, eine Männerstimme? Hatten sie sich hier nicht für Männerabstinez ausgesprochen?

Zurückhaltend freundlich wurde Mark in unserer  Frauenrunde  aufgenommen. `"Endlich wieder mal ein  Mann in der Nähe, endlich mal wieder Themenwechsel" dachte ich mir und lies mich von den vorwurfsvollen Blicken von Gisela nicht beeindrucken. Sie war  unsere Hartlinerin  in der Männerabstinenz.  Seit einiger Zeit hatte sie mit den Männern abgeschlossen. Die letzte Enttäuschung hatte für Leben gereicht, sagte sie uns. 

Themenwechsel? Erst eimal hörte ich nur ein paar zaghaft plapperde Gesprächsbrocken. Hilflos stammelten sie sich durch die Unterhaltung. Wo blieben die schrillen Lacher von Rita?  Ist in der Gegenwart von Mark ihr Lachen in Halse stecken? Rita riß gern Witze über die Männer und lachte sich dann anschließend fast selber tot. Sind ihr heut die Witze ausgegangen?

Mark setzte sich mit auf die Chouch, direkt neben Rita und Gisela. "Ich gehe jetzt in die Küche und mache den Kaffee fertig" sage ich noch schnell, bevor ich in die Küche verschwinde.

Mein erster Blick in der Küche galt der Zigarettenschachtel, die auf den Tisch lag. Es waren Rita´s Zigaretten. Ich hatter vor ein paar Wochen das Rauchen aufgegeben. Aber die Schachtel war größer als mein Wille und ohne es wirklich zu merken zog ich schon an der Zigarette. Mit einem tiefen Atemzug entspannte ich mich erst einmal.

"Was war denn das?" die Frage stellte ich mir selbst. Die Frage bleib unbeantwortet, solange der Schwindel im Kopf noch wirkte. Ich hatte seit Mark meine Wohnung betrat das Gefühl, als stünde ich auf einem großen Schiff, dass bei Sturm auf Reise ist. Meine Füße, die traten ins Leere, weil der Boden unter ihnen versank.

Mit dem nächsten Zigarettenzug besann ich mich wieder auf meine Kraft. Im Grunde ging es mir ja auch nicht anders, als Rita und Gisela.  Weil ich von den Männern enttäuscht wurde, wollte ich im Grunde von ihnen bis zum Lebensende nicht mehr von ihnen wissen.

Ich demonstrierte nach außen Stärke, darin lag meine Stärke, in der Demonstration. 

Ich entwickelte mich zu einem starken Flakschiff, dass Mann sich ansehen kann, aber nur aus der Ferne bitte schön. Kam Mann näher ran, dann hätte er die Rohre sehen könne, die ich auf allen Etagen eingerichtet hatte. Kam mir ein Mann zu nah ans Herz, dann gab ich erst einen Warnschuß ab. Nur so aus Profilaxe.  Konnte ich den Mann damit nicht abschrecken, dann schoß ich aus allen Rohren und zog mit rauchenden Rohren ab.

Aufgeregt, wie ein Baby sog ich an meiner Zigarette wie an einem Nuckel.

Mein Flakschiff schaukelt auf dem hohen Wellengang, den Mark ausgelöst hatte.

 

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