Ruhe vor dem Start


Die Sonntagsruhe hält sich noch in meinen Räumen auf. Die Schlafenden liegen noch fest in ihren Betten, die Munteren schleichen sich leise durch die Wohnung, die Spaziergänger sitzen noch am Frühstückstisch,  ja, sogar das Wetter läßt sich Zeit und entwickelt sich zu nichts aussagefähigem und läßt die Stöner noch warten.

Das Tempo der Woche hat sich jetzt auf ein Minimum reduziert. Der Mensch regeneriert für die kommende Woche. Erst morgen stürzen sich alle wieder in das WochenTheate. Dann spielen sie ihre unzähligen und zielstrebigen Rollen, die sich jeder sel´bst wie ein Kleidungsstück ausgesucht und sich für das Leben auf den Leib gezogen hat.

Die Rollen der Mutter oder des Vater, der Partners, des Freundes, des Kollegen,  des Vorgesetzten,  des Angestellten. Sie alle kombinieren sich mit den Rollen  des Starken oder des Schwachen, der Schutzsuchenden oder Beschützers, des Hilfesuchenden oder Hilfreichen, des Unnachgiebigen oder des  Unterwürfigen, des Beherrscher oder des Schleimes. Jede Rolle verfolgt sein Ziel, sie soll über die Beeinflussung des Anderen offene oder geheimse individuellen Interessen im Laufe des Tages unter Dach und Fach bekommen.

Das Leben des einen ist auf Rosen gebettet und wird getragen. 

Der andere watet grade durch den Schlamm, um vorwärts zu kommen. 

Einige bauen sich Schutzräume wie Bunker im Krieg. So hat der eine sich eine Insel erschaffen und wenn er sich bei einem Sturm auf dieser nicht mehr halten kann, dann treibt er schwerelos durch das All. 

Der  nächste hat seinen fundamenten Turm bis in die Wolken gebaut und schaut von dort auf die Welt herab.

Die Arrangements sich so vielfältig und beweglich, wie die Menschen sind.

Solange wir da sind, wird es Erwartungen an die Rollen geben und die Suche nach neuen Konzepten und Kombinationsfähigkeit der Rollen wird nicht enden. Die schwierigeste Rolle ist jedoch die wahre Rolle....

"Es gibt verschiedene Arten von Freiheit - da herrschen viele Mißverständnisse... Die wichtigste F r e i h e i t ist die, der zu sein, der d u wirklich bist. Du verkaufts deine Wirklichkeit für eine Rolle. Du verhöckerst deine Sinne für einen Akt. Du gibst deine Fähigkeit auf, zu fühlen und setzt statt dessen eine Maske auf. ..... manche Leute geben ihre Freiheit freiwillig her, andere werden gezwungen. Gefangenschaft beginnt mit der Geburt. Die Gesellschaft, die Eltern - sie verweigern dir, die Freiheit zu behalten, mit der du geboren bist...... sie verlangen, daß wir nur die Gefühle haben, die sie uns genehmigen, und die sie von uns erwarten. Sie verlangen dauernd, daß wir ihnen Gefühle vorführen. Wir sind wie Schauspieler-Wanderer, losgelassen in dieser Welt......" Jim Morrison


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