Eigendlich

Eigendlich

Eigendlich ist "eigendlich" immer ein Einschränkung, denn eigendlich wollte ich heut wieder über Kinder..Kinder schreiben. Ich wollte schreiben, wie die Vorschulklässler mir mit einem strahlenden Lächeln engegenliefen und mir ihre frisch entstandenen Zahnlücken zeigten.

Wieder ein Milchzahn weniger, oben oder unten im Gebiß, sie waren stolz wie die Ritter auf ihre Zahnlücken.

Ja, darüber wollte ich eigendlich heut schreiben, weil es so lustig war. Und wie kann ein Tag schöner enden, als mit einer lustigen Geschichte, die beim Niederschreiben noch einmal ein Schmunzel hervorruft.

Aber dann endete der Tag doch noch einwenig anders.

"22.00 Uhr, es klingelt an meiner Wohnungstür. Routinemäßig schicke ich meinen Sohn zur Tür, es sind sicher wieder seine Freunde. Etwas verkniffen schaue ich ihm in die Augen, gebe ihm damit ein Zeichen, dass es zu spät für Kumpelbesuche ist.

Seine Freunde hatten ihn heut schon den ganzen Tag bestürmt und einen Bock auf Besuch hatte er zu dieser Stunde auch nicht mehr. Aber er geht zur Tür und schaut nach, mal sehen, wer da ist.

Es tuschelt an der Tür. Sein kleiner Freund, 12 Jahre und meine Sohn, sie bereden etwas, was ich nicht verstehen kann. Dann werde ich zu den beiden gerufen. Der Kleine hat seinen Schulrucksack auf und fragt mich, ob er bei uns übernachten könnte.

Ich frage ihn, warum er denn nicht zu Hause schlafen möchte. In einen gebrochenem Deutsch antwortet er mir."Mein Papa hat meine Mutter geschlagen" verstehe ich aus seinen Worten. "Meine Mama hat sagt, geh und schlaf bei Freunde und da bin ich gegangen. Meine Mama ist auch weggelaufen, bei Onkel. Aber da kann ich nicht mit."

Ich bitte den Kleinen in die Wohnung und mein Sohn macht ihm sein Bett. "Hat dein Papa Stress und trinkt dein Papa auch mal was?" frage ich eher zurückhaltend nach. Der Kleine erzählt etwas von Stress und wenig Geld. "Immer wenn Papa von Casino kommt. Hat er was gewonnen, ist er ganz aufgeregt und hat er nichts gewonne, dann auch"

"Casino" ist ein Schlüsselwort für mich und ich frage den Kleinen nicht mehr, was los ist.

Er möchte bei uns nur übernachten und morgen zum Kindernotdienst gehen. Das ist einfach traurig für den Kleinen. Ich gebe ihm ein Bett.

Weder Mutti noch Papa können ihren Sohn schützen.

Der Kleine läuft verloren durch die neblige Novembernacht und das Kasino frißt seine Eltern auf .........

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