Kitty Hunter Queerly Swabian!

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Meine Schwester, die Yoga-Esther...

Meine Lieben: Es gibt eine neue Frau in meinem Leben und sie heißt Esther. Ich möchte sie heiraten! Ich möchte den ganzen Tag lang Yoga mit ihr machen. Okay, sie ist eine Hete und hat einen Gatten - aber das ist mir egal. Esther makes me feel so wonderful, wenn ich ihre Yoga-Videos anschaue, mit diesem entzückenden Holländisch-Irisch-Englisch. Das Leben erscheint mir dann wieder so hell und nett. Mit Esther werde ich zu einem neuen Menschen, ich werde die volle Yoga-Kanone werden und bin sehr bald stark und geschmeidig und schön und ausgeglichen. Ach, ein Leben ohne Esther Ekhart kann ich mir nicht mehr vorstellen... (Und ihre Katze, watch the cat...!)

 

 
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Google-Krake krallt sich Stuttgart

Das verdammte Google-Mobil! Es jagt mir einen Schauer über den Rücken. Das Monster ist dieser Tage in Stuttgart unterwegs und fuhr an mir vorbei - und hat mich womöglich geknipst mit seinen Bigbrother-Augen. Ich bin ja nicht direkt paranoid - aber ehrlich gesagt: lustig find ich das nicht. Selbst wenn, wie ich las, die Gesichter der Menschen auf den Bildern unkenntlich gemacht werden, das find ich nicht richtig, dass mein Haus - und womöglich auch ich - so detailliert für alle Welt zugänglich gemacht wird. Gerade in diesen Tagen, wo von gigantischem Datenhandel die Rede ist, wo man einen klitzekleinen Eindruck davon bekommt, dass Gesetze zum Schutz der Privatsphäre weitgehend wirkungslos sind oder gar nicht vorhanden, da möchte ich mich eigentlich am liebsten sofort vom Internet abkoppeln, mein Telefon abmelden, die Kreditkarte schreddern, meine Bank wechseln und still und leise für mich Karotten sähen und Hühner züchten. Mein Altersprojekt: Eigenbrödlerische Ökoschlampe in Schwäbisch Sibirien. Aber glücklich und unbehelligt.

An die Oberschlauen unter Euch, sagt jetzt nicht: Kitty, du bist doch auch öffentlich im Web unterwegs mit deinem Blog! Nein meine Lieben, Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein aber... ich heiße in Wirklichkeit gar nicht "Hunter". Ich heiße nämlich Hinz. Oder Kunz. Oder, ah, das hab Ihr Euch gedacht, gell: Rumpelstilzchen.

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Das junge Glück...

Ellen DeGeneres hat Portia di Rossi geheiratet. Neulich (ich hinke hinterher mit der Berichterstattung, sorry). Es gibt Fotos (Ellen Blog), aber bei den Amerikanern will ich lieber keine Bilder klaun, die schicken gleich das Terrorkommando. Oder Obama. Wie dem auch sei, das einzige, was ich wirklich bemerkenswert fand bei der Angelegenheit ist, dass Ellen SO ALT geworden ist (siehe hier: Spiegel online)! Himmel! Ich war ein großer Ellen-Fan früher. Als ich nun die Fotos der beiden im Web anschaute dacht ich: Hammer, die Alte ist alt geworden! Komisch - ich bin mit der Lindenstraße groß geworden. Dort werden die Leute "älter": siehe Klausi - früher ein Dreikäsehoch, jetzt ein fetter Sack, aber selbst die Pavarotti ist einfach nur - älter. Doch Ellen DeGeneres ist ALT. Und macht immernoch auf jung. Da passt irgendwie was nicht, da hab ich ein ganz komisches Gefühl dabei. Die spinnen, die Amis, einmal mehr muss man der bitteren Wahrheit wieder ins (runzlige) Auge blicken.

Ob Kitty Hunter in Würde altern wird...? Ach, aber natürlich. Nie wird ein einziges Fältchen mein makeloses Antlitz durchfurchen. Das ist der Vorteil eines Pixel-Stars! ;-)

 

in: gelebt

Das junge Glück...

Ellen DeGeneres hat Portia di Rossi geheiratet. Neulich (ich hinke hinterher mit der Berichterstattung, sorry). Es gibt Fotos (Ellen Blog), aber bei den Amerikanern will ich lieber keine Bilder klaun, die schicken gleich das Terrorkommando. Oder Obama. Wie dem auch sei, das einzige, was ich wirklich bemerkenswert fand bei der Angelegenheit ist, dass Ellen SO ALT geworden ist (siehe hier: Spiegel online)! Himmel! Ich war ein großer Ellen-Fan früher. Als ich nun die Fotos der beiden im Web anschaute dacht ich: Hammer, die Alte ist alt geworden! Komisch - ich bin mit der Lindenstraße groß geworden. Dort werden die Leute "älter": siehe Klausi - früher ein Dreikäsehoch, jetzt ein fetter Sack, aber selbst die Pavarotti ist einfach nur - älter. Doch Ellen DeGeneres ist ALT. Und macht immernoch auf jung. Da passt irgendwie was nicht, da hab ich ein ganz komisches Gefühl dabei. Die spinnen, die Amis, einmal mehr muss man der bitteren Wahrheit wieder ins (runzlige) Auge blicken.

Ob Kitty Hunter in Würde altern wird...? Ach, aber natürlich. Nie wird ein einziges Fältchen mein makeloses Antlitz durchfurchen. Das ist der Vorteil eines Pixel-Stars! ;-)

 

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Erinnerungen an eine dahinscheidende Dame im Westen

Meine Lieben, das Jenseitz schließt Ende dieser Woche. Das Jenseitz und ich, wir kennen uns schon so lange, da war ich noch ein junges Landei. Ein schwuler Gardinenverkäufer von Hertie und ein Freddy Mercury-Fan waren meine ersten Jenseitz-Kumpels. Später feierte ich meinen 21. Geburtstag mit meinen neuen RosaLie-Freunden dort. Und mit wie viel netter Damenbegleitung habe ich in den folgenden Jahren verweilt an diesem Ort der Freude und der Freunde. Und wie viele schwäbisch-schwule Lebensgeschichten erzählte uns Kurt, der Wirt. Und wie lustig war es, als der Andrès sich auf die Bar schwang, um lauthals Barbra Streisand mitzuschmettern. Und wie lange war das Café Queerellas und mein Wohnzimmer. Und dort habe ich auch dear Mrs Lesbian zum ersten Mal gesehen! Und dann ging es den Berg hinab. Und dann ging es überraschend nochmal ganz kurz bergauf. Und jetzt schließt es für immer. Da geht sie dahin, die schwule alte Dame des Westens, nach fast einem viertel Jahrhundert. R.I.P. Ich sag zum Abschied leise servus...

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Halber Zwilling

Vor einem Jahr etwa hab ich hier über die „Wigs“ berichtet: zwei ältere Damen, Zwillinge, die sehr distinguiert auftreten, Kette rauchen, Perücken tragen – und den lieben halben Tag im „Trollinger“ abhängen. Seit diesem Sommer ists nur noch ein Zwilling. Sie sitzt nun auch an einem anderen Tisch. Das ist sehr irritierend, jeden Mittag und Nachmittag, wenn ich an ihr vorbei laufe – die andere „Wig“ fehlt einfach! Ich nehme mal an, auf Grund ihres hohen Alters, vielleicht war sie schon immer der zartere Zwilling, sitzt Wig Nr. 1 allein daheim, in Wig Castle, in der Reinsburgstraße oder wo auch immer, und raucht dort ihre Zigaretten, wobei Wig Nr. 2 im Trollinger-Biergarten weilt und ihre Zigarillos schmokt. Vielleicht auch – nach so vielen Dekaden des ununterbrochenen Zusammenlebens – können sich die beiden Schwestern nicht mehr ausstehen und gehen getrennte Wege. Oder Wig 1 wandelt auf FeierInnenfüßen, während Wig zwo schmollend und allein an jahrzehntealten Gewohnheiten festhält. Wobei nein, unglücklich sieht der übrig gebliebene Zwilling eigentlich gar nicht aus. Tatsächlich eher... zufrieden. Ich würde gerne mal nachfragen nach dem Verbleib und dem Befinden der zweiten Dame, aber ich bin sicher, man würde, eine blasierte Rauchwolke ausstoßend, mich von oben nach unten und von unten nach oben mustern und schweigend an mir vorbei sehen: A Wig never loses her contenance. Noblesse oblige!

 

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Skandal beim CSD

… gab es einen? Nein, leider keinen richtigen, großen. Nur kleinere. Zum Beispiel.: Ein schwuler Herr in Chaps – mit Zellulitis! Meine Herren, ich bitte Sie! Der Anblick blieb mir persönlich göttinseidank erspart, Informantinnen trugen mir das zu, aber wie auch immer: Gibt’s da nicht was von Ratiopharm oder von Nivea, auch für den Herrn? Unsereins, wo die Haut ab 35 ja auch nicht überall mehr so pfirsichstraff sitzt, bedeckt die Problemzon(en) wenigstens züchtig. Vielleicht sollte der Abseitz-Verein eine Bauch-Beine-Po-Gruppe „Men only“ aufmachen? Wir leben schließlich im Jahrhundert der Gleichberechtigung!

Ihr seht schon, meine Lieben, außer den christlichen Taliban am Marienplatz, dem fehlenden Grußwort der Regierung zum CSD und einem ganz entsetzlich grauenhaften Musikprogramm auf der Marktplatzbühne gibt es gar nicht wirklich Skandalöses zu berichten. Wenn man mal davon absieht, dass ich an beiden Tagen nüchtern war (das Alter?!). Aber eine Sache erregte meine Aufmerksamkeit und meine Irritation: Horden, ja HORDEN, von heterosexuellen Jungesell(inn)enverabschiedlern. Ich zählte fast zehn verschiedenuniformierte Gruppen. Was tun die auf der Schwulenhocketse? Haben die den Henkersplatz nicht gefunden? Oder suchten die den Extrakick? Eigentlich ist mir das ja Wurst, wenn die Peripherie-Stuttgarter sich unters Regenbogenvolk mischen, um den letzten Tag in Freiheit eines ihrer Gruppentiere zu feiern. Aber wenn sie dann anfangen schwulenfeindlich zu pöbeln (das rosa Mannerschnittenfräulein geriet in ihre Schusslinie), dann finde ich das – ja genau – skandalös! Ob sie auf einem rechtsradikalen Dorffest auch so fesch die Gosche aufreißen würden, wenn ihnen der Kleidungsstil oder der „Lifestyle“ eines Festteilnehmers nicht passt? Ich hab da meine Zweifel.

Ansonsten aber war es einfach mal wieder richtig schön: Alte Freunde getroffen, neue Freunde getroffen, hier einen Plausch und dort einen Schwatz und viel zu Gucken gab’s auch – da hätt ich fast vergessen können, dass dear Mrs Lesbian mich heuer allein gelassen hat beim fröhlichen Fest der „Family“, sie weilt in Barcelona und hat einen triumphalen sportlichen Sieg bei den Eurogames errungen, weniger Medaillentechnisch als persönlich. Nächstes Jahr CSD dann hoffentlich wieder mit der lieben Gattin – und mit der Hoffnung auf neue Geschichten und Skandale im Sperrbezirk.

 

in: gelebt

Das Jenseitz gibt auf

Meine Lieben, im Schatten des Stuttgarter CSDs spielt sich eine kleine Tragödie ab: Das älteste Homo-Café der Stadt, das Jenseitz, schließt in Kürze für immer. Schuld ist, paradoxerweise, nicht Misserfolg, sondern im Gegenteil: Es scheint, dass gerade der neue Zulauf, den das Jenseitz unter dem neuen Inhaber Emir Bakir erfahren hat, das Todesurteil bedeutet: Unter den Nachbarn, denen die schwule Bar schon lange ein dorn im Auge war, tut sich besonders eine Person besonders hervor im Kampf gegen den schwulen "Club": die Inhaberin von Calla Music, deren Geschäftsräume sich im Haus befinden. Hauptargument, neben Lärm- und Rauchbelästigung, erzählt Bakir, sei der sinkende Wert von Eigentumswohnungen durch das Homo-Café. Was für ein Hohn, wo das Haus doch direkt an einer vierspurigen Kreuzung mit Stadtbahnhaltestelle steht. Fest steht, dass damit nicht nur unserer homosexuellen Kultur ein großer Schaden zugefügt wird, sondern auch dem Stuttgarter Westen als ganzem. Gerade der Westen gibt sich mit seinen Künstlern und Lebenskünstlern, den kleinen neuen Läden und Cafés, als "Wohnzimmer" Stuttgarts. Gerade durch diese Mischung erfährt der Stadtteil seinen Run auf Wohnungen. Dass ausgerechnet eine "Künstlerin" daran arbeitet, dieses Konzept zu unterbinden, ist traurig. Da könnte es beinahe eine Genugtuung sein, dass nun ein Wettbüro in die Räume des Jenseitz einziehen wird. Ob das den Wert der Eigentumswohnungen steigern wird? Es mag bezweifelt werden. Schade jedenfalls, dass, nachdem vor Jahren schon der schwule Buchladen Erlkönig (zur linken) wegzog, und später auch die von Lesben gern besuchte Pizzeria "Azzuro e" (zur rechten) sich eine neue Bleibe suchte, nun, nach einer Ära, das Café Jenseitz für immer seine Türe schließt. Ein ganz ganz kleiner Trost bleibt: Emir wird ab Oktober in der Stadt ein neues Homo-Café eröffnen. Aber der Westen hat für uns sein "Wohnzimmer" verloren. Und dieser Verlust wird nicht zu ersetzen sein.
in: berichtet

Lesbianer versus Lesben

 Und so ging der Streit aus - Kitty Hunter berichtete:

"Bewohner der griechischen Insel Lesbos sind mit ihrer Klage gescheitert, Lesben zu verbieten, sich Lesben zu nennen. Ein Athener Gericht urteilte, dass der Antrag gegen die Nutzung des Inselnamens gegenstandslos sei. Drei Bewohner hatten eine einstweilige Verfügung beantragt, weil sie es als "beschämend" empfanden, dass ihre Heimat als Bezeichnung für homosexuelle Frauen verwendet werde. "Dass sind provinzielle Gedanken," sagte Renate Rampf vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland. "Wir haben nie daran gezweifelt, lesbische Frauen Lesben zu nennen."
(TAZ, 23.07.2008)
in: berichtet

+ + + Eilmeldung + + +

Wie heute u.a. in den Stuttgarter Nachrichten zu lesen ist, hat das Kommunale Kino in Stuttgart Insolvenz angemeldet. Ab Donnerstag werden keine Filme mehr gezeigt. D. h. womöglich, dass auch der Film zum CSD East/West-Sex&Politics, den die Starfrucht Filmgruppe am 24.07. zeigen will, nicht laufen wird. Falls es Neuigkeiten gibt, berichte ich hier.

East/West-Sex&Politics: Jochen Hicks neue, aufschlussreiche und interessante Dokumentation über den politischen Kampf und die Lebenssituation von Moskaus Homosexuellen.Dauer: 97 Min. Russ./engl./dt. Originalfassung mit engl. Untertiteln. Ein Publikumsliebling der Berlinale 2008.

Aktualisisierung: Der Film findet wie geplant statt!

Do, 24.07., 20.00 Uhr
Filmhaus
Friedrichstr. 23a

 

in: berichtet