Fetzen

Es ist
Zerrissen,
Geknickt,
Verschlissen,
Bespickt
Mit Worten seines Lebens.
Vergebens
Will es raus.
Hinaus
Aus
Der Dunkelheit, die es umgibt.
Verzweifelt sucht es zu erfragen,
Ob es jemand ihm kann sagen,
Warum es hier alleine sei.
Es erblickte einen Lichtschein.
Klein,
Gar fein.
Wird er wahr sein?
Fluten über Fluten
Sich zu ihm hin sputen.
Es wird nasser und nasser
In den reißenden Flüssen aus Wasser.
Verletzt,
Zerfetzt,
Aufgegeben,
Nicht mehr am Leben.
Verwaschen
Mit den Maschen
Meiner Hosentaschen.
So liegt es hier,
Mein Stück Notizpapier.

 
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Gegen jede Erwartung

Ich hätte nie gedacht, wie sehr es doch wehtun kann.
Ich hab gewusst, dass es nicht geht. Und doch muss ich jetzt erst Tränen vergießen?
Ich will nicht theatralisch rumheulen.
Ich will kein verdammtes Herz brechen, aber ich muss es mir selbst zuschreiben.
Ich hab es einfach nicht erwartet.
Warum muss ich bloß weinen? Lieber denk ich an Gutes zurück...
 
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Trägheit

Das Jahr neigt sich dem Ende zu,
und doch seh noch keine Ruh'.
Alle schrien: ''Sofort! Los! MACH!!''
Und trotzdem bin ich einfach
Müde.
 
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Herzen

Ein Herz aus Fleisch liebt, verletzt & wird bluten.
Ein Herz aus Stein liebt nicht, verletzt immer & zerbricht nie.
Ein Herz aus Glas liebt unendlich, verletzt nie & zerbricht bei dem kleinsten Schmerz.
Ein Herz aus Eis kann verletzt werden, doch spürt es nicht.
Eingeschlossen in einem Nebel aus Kälte spürt es auch nicht, wenn es zusticht.
Es will nicht lieben, sonst beginnt es zu schmelzen.
 
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Fensterwand

Hohe Decken – Entfaltungswille!
Ausstrecken, breitmachen, festhalten – frei sein!
Wände als Schranken, gemauert zu massiven Grenzen.
Nur ein Weg sichtbar.
Draußen ein Meer der Möglichkeiten.
Der Wunsch der Flucht schreit lauter.
Lichtschein von Außen.
Ein gespanntes Netz aus Glas und Rahmen.
Geschaffen, um einzuengen, einzufangen.
Wie nur hindurch?
Lücken zwischen den Maschen sind versperrt durch Hebel.
Kein Helfer, keine Stütze, keine Leiter in Sicht.
Die Erde greifbar, der Himmel unerreichbar.
– zu klein, um Grenzen zu sprengen.

 
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