Blutdurst?

Ein roter Schimmer.
Dunkelbraune bis schwarze Schlieren zieren meine Stirn, meine Schläfe, meine Kopfhaut.
Flecken auf den Armen. Kratzer? Schürfwunden? Druckstellen?
Meine Hände dunkelrot, als hätte ich in frischem, weichem, blutigem Fleisch gewühlt. Pranken eines Blutdürstenden?
Entspannung unter der Dusche. Rote Flüsse fliehen meinen nackten Körper hinunter.
Das trübe Wasser sammelt sich unter mir und ich bin rein. Rein von Schuld?
Ich beginne zu verstehen -
Mir wurden gestern die Haare RotSchwarz gefärbt.
 
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Himmel

Auf einer Wolke sitzend denken ein blondes, glückliches und strahlendes Mädchen, der Sonnenschein, und ein schwarzhaariger, schwermütiger und traurig blickender Junge, der Regenfall, über die Zeit nach.

R: Ich fühl' mich grässlich.
S: Es wird besser!  Glaub mir.
R: Das glaubst du doch wohl selbst nicht.
S: Natürlich. Es kann immer besser werden. Viel schöner!
R: Ich bitte dich. Wie soll das funktionieren?  Es ist schrecklich.
S: So schlimm ist es auch wieder nicht.
R: Ich bin am absoluten Tiefpunkt angekommen!  Es ist so verdammt trüb.
S: Siehst du!
R: Was soll ich sehen?  Dass alles verhangen ist?
S
: Wenn es jetzt angeblich am schrecklichsten ist, dann kann es ja nur besser werden.
R: Hör auf mit diesem elenden Gelaber. Es kann immer noch schlimmer kommen.
S: Nein, es wird klarer werden.
R: Hör endlich auf damit, ich stehe so schon kurz vor dem Ende.
S: Es ist ein neuer Morgen, ein neuer Anfang, kein Abend oder Ende.
R: Ich kann es nicht mehr hören. Es hat ein Ende!

Da stieß der Regenfall den Sonnenschein von der Wolke, setzte sich wieder hin & beobachtete das Weltgeschehen.

 
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Gelöscht

Deleted. Erased. Destroyed.
Ich weiss nicht mehr. Fort? Ich versteh's einfach nicht.
Entweder man vesteht mich nicht und schafft es nicht, sich so zu verhalten, dass ich nicht gleich ausflippe, oder man verschwindet.
Personen, die mich nicht verstehen, nie verstanden haben oder werden.
Verlangen und Wollen. Integrationsprobleme. Ich-will!-Situationen. Spontanität.
Ich halte das nicht mehr aus. Dafür bin ich einfach nicht geschaffen. Viel zu unterschiedliche Vorstellungen.
Dementgegen: Freude. Spaß. Verständnis. Jemand, der mir zuhört, der kommunikativ ist und auf mich achtet. Und dennoch...
Jetzt nicht mehr existent?!
Verschwunden wie Tinte, nach einer Killerattacke.
Aufgelöst wie Rauch, der in der Luft zarte Wirbel tanzte.
Weg wie Papier, das in der Tonne landete.
Einfach gelöscht. Zwar nicht aus meinem Leben, nicht aus seinem gerissen. Aber dennoch zu weit weg.
Was soll ich noch denken?!
 
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Disharmonie

Ein letzter Funke Optimismus ausgelöscht. Wieder in mein uraltes Verhalten abgedriftet.
Kein giftiges Anschreien, kein hinterrückses Lächeln, kein belustigendes Gerede. Die drei Hauptadern meines abnormen Routineverhaltens versagen.
Trauer macht sich breit, dieser kleine schwarze Tropfen im Meer aus harmonierenden Gefühlen.
Oder ist diese Emotion eher mit einem wuchernden, rankenden Efeugestrüpp zu vergleichen, welches die klaren Konturen meines Verhaltens überzieht? Könnte es sich gar doch um ein wesentliches Mosaikstück meiner Wesensskulptur handeln?
Passiv agierender Pessimismus durchzieht mich derweil. Der Glaube an Optimismus zerfallen. Märchen bleiben doch immer Märchen.
Ich lass mich indes treiben.

 
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Zerrissen

Du bist so scheiße! Du verstehst mich nicht! Mir geht's so schlecht - mach was für mich!
Du bist nie für mich da! Du bist so ein Arsch!
Was soll ich für euch sein? Ein Engel? Ein Heiliger? Ein lieblicher süßer kleiner Typ?
Ich bin nicht aller Welt Seelentröster. Ich bin kein perfektes Wesen. Man kann mich nicht nach seinen Vorstellungen umerziehen. Man kann & wird mich nie beugen.
Warum reißen alle an mir?
Sie zieh'n an Stahlketten getrieben durch das blanke, rote, freie Fleisch.
Sie greifen. Sie zerren. Sie wollen mich für sich ohne Gedanken daran, was ich will.
Ich bin nicht da, um zerstückelt zu werden.
 
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