Buntes Auf und Ab

Ein einziger Zirkus.
In der wundervollen überzeugendsten Selbstdarstellungs- und Verbesserungsrolle: meine Eltern. „Wie haben dich so lieb, wie du bist." Eine Familie der oberen bürgerlichen Mittelschicht. Eine Mutter, die oberflächlich gesehen sich nicht mehr anstrengen könnte, um die Beziehung zu ihrem verkorksten jüngsten Sohn ein wenig neu zu formen. Ein schweigender Vater, ein witzelndes ältestes Bruderherz, ein sympathischer erscheinender Studentenbruder. Mitten drin: Ich.
Ich bin der Clown, der lacht und weint zugleich.
Du musst das selbst bezahlen. Du darfst unser Auto später nicht nehmen. Du kriegst keinen neuen Anzug für dein Abitur. Du musst dich verbessern, dein Bruder hatte einen besseren Abschluss. Du musst das aufräumen. Du musst das wegbringen. Du musst da sein, wenn wir dich brauchen. Du musst bescheid sagen, wo du bist. Du musst dich benehmen, du sollst nicht wieder eine Anzeige am Hals haben."
Schon wieder Zukunftsängste und die Erkenntnis, dass ich vor Nichts stehen bleiben könnte. Mein Leben wohl nicht mehr wert als das Sparbuch anderer Jugendlicher.
Der Clown lacht weiter.

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