Leber, Zwiebeln und andere Dinge

Am Freitag gab es Neuigkeiten was die Leber angeht, das Labor hatte seine gesonderten Tests gemacht und konnte Hep. A, B und C klar ausschließen, allerdings auch eine direkte toxische Schädigung wie durch Medikamente etc. also ist da wieder mal irgendwas im Busch bzw. in Bauchraumnähe, was der Medizin Rätsel aufgibt...und wie das so ist, wenn es nicht durch toxische Schädigung entstanden ist, wird das Leberproblem sicher etwas wesentlich ungünstigeres sein...mein Tipp an dieser Stelle wäre PSC, mal gespannt ob ich Recht behalte. ^^ 
Mein Arzt bespricht am Dienstag nochmal alles mit mir und dann gehts die Tage auch in die Klinik, wo man wahrscheinlich gerne biobsieren möchte ( lange Hohlnadel durch den Unterleib in die Leber und ansaugen...Juhuuuu ^^ ), aber das wäre halt der verläßlichste Weg den Dingen auf den Grund zu kommen.
Beiläufig erwähnte mein Arzt ( wir sprachen kurz über meine mittlerweile 9 Jahre zurückliegende Paracetamolvergiftung -35g- ), daß ich damals wohl auch 3 Tage auf einer Transplantationsliste stand, allerdings dürfte in 9 Jahren alles auch wieder einigermaßen regeneriert sein.....ich solle mir dennoch nicht viel Zeit lassen, obwohl wir bis zu einer soliden Zirrose noch sicher 2 Jahre Zeit hätten....aber warum es drauf ankommen lassen. ^^

Mich hat das alles bisher irgendwie noch gar nicht berührt, mein erster Gedanke ging sogar eher in die Richtung, daß das vielleicht eine Lösung bzw. einen Ausweg für viele Probleme darstellen könnte, im Gegensatz zu meinem Umfeld mache ich mir jedenfalls keine Sorgen, zumindest noch nicht...man weiß ja nie.

Vor kurzem habe ich mit Kater "Karamell" Freundschaft geschlossen, durch eine Scheibe Salami und intensives Bauchkraulen...nur mal so am Rande erwähnt. =^.^=

Ansonsten hat sich der Herr Stoiber nochmal angekündigt, was sicher für einen stimmungsaufhellenden Start in die Woche sorgt.

Die überwiegend vegetarische leberschonende Kost zeigt übrigens erste Erfolge....ich habe noch nie so geruchsarm gestuhlt. ^^
 
Current mood:abschließend gleichmütig mit negativer Grundhaltung

es geht noch immer weiter...zumindestens bergab ^^

Sooo, zurück vom Arzt gibt es eher bescheidene Neuigkeiten, ein Leberwert hat sich ganz leicht verbessert, dafür haben sich 4 weitere radikal verschlechtert und die übrigen gehen auch den Bach runter. Ein Teil meines Blutes geht jetzt nochmal in ein Labor und am Freitag wird dann der volle Leberüberblick gemacht und wenn man anhand der Untersuchung nicht erklären kann woran es liegen könnte, geht es in der Woche darauf ins Krankenhaus zum Begutachtetwerden.....jippie ^^

Ich hatte schon das Gefühl, daß da was im Busch ist, weil mein Arzt gruselig ruhig und humorlos war, was eigentlich nicht seine Art ist, für ein Scherzchen ist ja immer Zeit.
Aber na ja, da macht man nix...eine reizvolle Veränderung, die mich wieder davon abhält Probleme zu überdenken, man wird sehen wie es weitergeht.

Einziger Nachteil, ich darf jetzt praktisch kein Fett mehr zu mir nehmen, weil die Leber das alles nicht mehr so geregelt bekommt und mein Cholesterinwert schon in den Wolken hängt. ^^
Man wird halt alt. :O)

 

Tristesse

Heute ging es erstmal zum Arzt um etwas Blut zu lassen. Empfangen wurde ich von einer Arzthelferin die nur noch morgens die Blutabnahme macht ( mein Arzt muß sparen und führt den Laden mit seiner Frau ) und die ich bestimmt seit 12 Jahren nicht mehr gesehen habe, aber sie erkannte mich direkt, nahm sich nicht diese Grausigkeit heraus mich zu siezen, und behandelte mich genauso wie damals. An mein Blut kam sie aber schwer, trotz Abbinden keine Venen in Sicht, die Narben waren sicher nicht so irritierend, dann wurde jedoch eine längere, dünnere Nadel geholt und eine Leitung gefunden die was hergab. Mal schauen was morgen für Ergebnisse vorliegen und ob die Leber immer noch Zicken macht.
Jedenfalls hat mich die Tatsache, daß die Frau mit mir und meinem Namen nach so vielen Jahren sofort etwas anfangen konnte so erschüttert und berührt, daß ich fast geheult hätte, überhaupt war mir den Morgen über nur nach Heulen zumute, gestern eigentlich auch schon. Alles tut so weh, das Gute wie das Schlechte, alles reißt und verletzt irgendwie.
Ich denke nicht, daß sich noch irgendetwas tun wird mit mir bzw. daß ich etwas machen werde, ich habe es bisher immer noch nicht geschafft mir darüber klar zu werden was ich will, wo ich hin will, was ich haben möchte, wie es mir gehen soll oder was aus mir werden soll, ich weiß nicht was ich will.
Tja, wie das sicher so ist, kommt einem die Klarheit darüber was man möchte sicher erst einen Herzschlag bevor man auf dem Asphalt auftrift und sich dann denkt "Hm, Mist... schon blöd jetzt.".

Nach der Blutabnahme bin ich dann zum Schwanensee und habe altes Brot unter das gefiederte Volk gebracht.
Ich mußte mich nur auf den Steg setzen, da platschen ( bis dahin gut versteckt ) vom anderen Steg schon nacheinander die Baby-Enten und schwammen ihrer Mutter nach die direkt auf mich zuhielt. Nach 2 Scheiben hatten die Rüpelenten die Aufmerksamkeit der Schwäne geweckt, welche im Familienverband auf mich zuhielten, Die Eltern + 3 wuschelig, flauschige Graupuschel-Schwanenbabys. Unter dem wachsamen Blick des Vaters, der mir fauchend immer wieder versuchte die Schuhe auszuziehen, bekamen dann auch die Schwäne was zu futtern und nur kurz darauf war ich umgeben von Enten, Schwänen und Karpfen, die alle untereinander schubsten, scheuchten und ums Brot kämpften...
Auf dem Heimweg bemerkte ich, daß die regelmäßigen Begegnungen mit dem knurrenden Hund der Therapeutin meine Angst vor großen dunklen Hunden doch arg reduziert hat.
 

Piranha-Enten und sonstige Ereignisse von lauwarmem Interesse

Tja ja, mal wieder die letzten Tage zusammenfassen. :O)
Am Freitag bin ich etwas ziellos im Wald umhergewandert, habe den Schwanensee dann angesteuert und versucht meine 1,5 Scheiben Brot an das Schnabeltier zu bringen. Die Schwäne waren auf Abstand, aber eine Entenmutter in Begleitung ihrer 6 PuschelWuschels war eine dankbare Abnehmerin meines Backgutes. Das Wasser spritzte, es wurde gestoßen, gedrängelt und geplanscht und schon war all mein Brot verköstigt. Schnuffige Entenbabys. ^^
Danach mußte ich mal dringend und dachte mir, vielleicht haben die 6 Jahre Therapie ja was gebracht, es wurde also ein stilles Örtchen im Wald gesucht ( man will ja niemanden erschrecken ) und dann überraschenderweise in hohem Bogen ohne viel Verkrampfung die Natur gegossen. ^^

Das Wochenende war den Depressionen vorbehalten. Am Montag ging es zur Zahnärztin, wo ich meine halbjährliche "Alles in Ordnung, aber sie sollten anfangen Zahnseide zu benutzen"-Ansprache erhielt. Peinlicherweise fiel mir ein verdächtiger Fleck auf meiner Hose auf, der sich nach kurzer optischer männlicher Analyse als Ejakulatfleck herausstellte, so daß ich ihn während der Untersuchung mit einer Hand zudeckte und in recht kreativer Körperhaltung im Zahnarztstuhl lag. Peinlich, peinlich, aber lustig. ^^
Nur die große Frage....wo kam der denn her? Und wann hatte ich die lange Hose bei dem Wetter zuletzt an? ....ein Fall für das Ministerium für Unmöglichkeiten und somit für die Spezialagenten T-Cool McGraw und Lazyness Pimperton, die gerade erst wieder von ihrer Suche nach dem geheimnisumwobenen Entminimizer ( allein der Gedanke! ) zurückgekehrt sind. Man wird sehen.

Am selbigen Abend kam Herr R. vorbei und nachdem wir zu zweit 3 Pizzas eliminiert hatten zog ich mir nach einem wunderbaren Abend einen Lachmuskelkrampf zu und fand später als ich in meinem Bett lag und Herr R. in seinem Lager auf meinem Teppich einen neuen Rekord im Holzfällerschnarchen aufstellte heraus, daß eine Flasche Bier genügt um die Wirkung der Medikamente enorm zu verstärken...eine interessante aber verzichtbare Erfahrung. ^^
Jedenfalls war die Zeit mit R. wie immer super klasse, ein dufter Freund. :O)......*mal feste und männlich den virtuellen Raum drück*

Tjoa, mal sehen was der Rest der Woche noch bringt....an dieser Stelle übrigens mal ein "Buuuhhhhh" für die Deutsche Nationalmannschaft. ^^........MUT ZU MEHR ANTIPATRIOTISMUS!!!
 

...als die Amsel den Garten verlies...

... und sich das Genick an unserer Fensterscheibe brach.
So fangen traurige Tage an. Ein lauter Knall lockte mich ins Wohnzimmer, ich dachte jemand hätte einen Ball gegen eine der Scheiben geschossen, und auf den Terrassenfliesen sah ich die Amsel auf dem Rücken liegen, dabei noch ein wenig strampeln, mit dem Kopf wackeln, und dann schloß sie auch schon die Augen und die Krallen zeigten angewinkelt zum Himmel. Immerhin ging das schnell. Ich wußte erst nich so recht was ich machen sollte, mein erster Impuls war wieder in mein Zimmer zu gehen und die Katzen sich der Sache annehmen zu lassen, aber nach einem dramaturgisch einwandfreien, mehrere Sekunden währenden Moment der Verharrung habe ich dann doch etwas Küchenpapier geholt, bin in den beginnenden leichten Regen, habe den Vogel auf das Papier gelegt und ihn mir genau angesehen in der Hoffnung, daß er vielleicht nur verletzt sei, aber seine Füße waren schon etwas kühler als der Rest und der Kopf baumelte hin und her, als ich den Vogel aufgehoben hatte. Bei der Amsel handelte es sich um Frederike ( ich nenne alle weiblichen Amseln so...und alle männlichen Frederik ), brauner Schnabel = Weibchen, das lernt man ja in der Grundschule.
Weil der Rücken noch so warm in der Hand lag bin ich mit Frederike erstmal in die Küche, habe ihr ein Tuch auf den Bauch gelegt, und weil ich vorher mit den Fingern nichts spüren konnte, habe ich zur Vorsicht noch mein Ohr an ihren Bauch gehalten, aber da war nichts mehr. Wir sind dann in den Keller und ich habe ihr einen Karton rausgesucht, sie mit dem Küchenpapier vorsichtig reingelegt und zurechtgerückt ( wie unsinnig, sie ist ja tot ), nochmal ganz vorsichtig mit einem Finger den weichen flauschigen Bauch und die Brust gewuschelt, übers Köpfchen gestreichelt, und nun wartet der frühere Aldi-Asia-Suppenschüssel-Karton darauf unter einem schweren Blumentopf verbuddelt zu werden, man kennt ja die grabungsaktiven Katzen hier.

Hmm, irgendwie sehr bedrückend....und irgendwie geht mir Leid und Tod von Tieren immer viel näher als von Menschen.
 
Current mood:etwas angerührt

...der Tag an dem die Füße den Boden nicht mehr berühren und die Zehen ins Leere greifen...

So viel auszudrücken, aber keine Ahnung wie es in Worte zu fassen ist...
Die letzte Zeit, wann auch immer das schleichend seinen Anfang genommen haben mag, bemerke ich eine stete Entrückung meinerseits aus allen Gefügen. Das beginnt mit scheinbaren Kleinigkeiten wie morgens aufstehen, das Bett nicht mehr machen, alles so liegen lassen, dem reduzieren der ehemals so geliebten RSP-Sammlung, der Mißachtung des Fernsehers, der Bücher, bis hin zum Lösen von all den Trivialitäten die man aus der Kinderzeit und frühen Jugend aufbewahrt hat...und dann diese seltsame Neigung über mich so neutral zu schreiben, die inflationäre Verwendung des "man", unpersönlich und weit weg.
Innen drin fühlt sich alles so leer an, da fehlt eine wichtige Sache, vielleicht ein Mensch, ich weiß nicht.
Morgen früh gehe ich mal nach den Schwänen gucken.
Der Kontakt zur Dame aus Bavaria wird auf ihren Wunsch hin erstmal reduziert.

Neben dieser Leere ist da eine immer größer werdende Wut, ohne daß sie sich benennen ließe, dieser brennende Drang zu schädigen und geschädigt zu werden, das Fleisch pochen und brennen zu spüren.

...und diese quälende Sehnsucht nach einer Frau....und die dazugehörigen Minderwertigkeitsgefühle, Ängste und Unwürdigkeit der eigenen Person im Angesicht der Weiblichkeit.

Immerhin etwas positives, am Freitag konnte ich mich nach fast 2 Wochen überwinden mal wieder die Dusche zu beehren. ^^

Falls es zu kalt wird ist der Schal nicht fern, aber der Sommer wird wohl quälend warm werden, sich einem auf die Brust knien und den schweißgetränkten Boden zum dampfen bringen.
 
Current mood:hmm? - mmh.

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