dummes Geschwätz
Das war ja kein berauschender Tag gestern, der Abend war zumindest die Hölle, deprimiert, frustriert, und so viele grausige Dinge im Kopf. Immerhin konnte ich später am Abend noch positiv in lebensberatender beistehender Funktion einer Freundin per icq helfen.
Die Entzündung im Kiefer ist derzeit ruhig, nur der Fleck brennt warm vor sich hin, zwickt ab und an mal und erfüllt den Mund mit einem menschenabwehrenden Geruch. ^^
Auf dem Weg zum Kühlschrank lief ich heute versehentlich in Besuch ( Freunde der Großmutter ). Die Frage nach meinem Befinden stürzte Anwesende in tiefes Bedauern und Traurigkeit und die ansatzweise versuchte Vorstellung, wie es wohl sein muß so zu leben, keine Ziele, keine Motivation mehr zu haben etc. begleitet von der Erkenntnis, daß es klar ist, daß nichts passiert, ohne Ziele, Bedürfnisse oder Wünsche gibt es ja auch keinen Antrieb, während die Großmutter freundlich lächelnd Kaffee serviert und von dem kleinen Nachbarskind erzählt.
Aber stimmt schon, ohne Ziele wird sich nichts ändern, und abgesehen von einem Sexualleben gibt es auch keine Bedürfnisse die mir einfallen, aber da muß es doch eigentlich was geben, nur kann ich leider bei allen Dingen die mir einfallen sagen, daß ich sie eigentlich nicht brauche oder kein Interesse daran habe.
Ich muß mehr und intensiver darüber nachdenken, irgendwas finden, sofern Frust und Selbsthaß das in Ansätzen zulassen, sonst muß man ganz klar und bewußt sagen, daß es zum Tod führen wird.
Aber Frust und Selbsthaß und die ganzen anderen negativen Hirnrisse haben sich zumindest bei dem Gedanken daran schon zurechtgelegt, mich das Nachdenken auf morgen oder übermorgen verschieben zu lassen, es hat ja eh keinen Sinn.
Immerhin konnte ich mit dem Mann ( es war ein Paar Anfang50 ) fast 2 1/2 Stunden über dies und jenes Reden.
Ist es nicht schon zu spät? Von den Möglichkeiten her nicht, aber der Kopf will nicht mit den ganzen letzten Jahren und dem Rest in die Zukunft gehen, das kann er nicht ertragen.
Die Anschaffung eines Gummihammers zur Korrektur von Kopffehlern sollte überlegt werden.
Der Anblick des Fenstermädchens und der anderen weiblichen Wesen die hier rumlaufen tat heute besonders weh.
Gestern habe ich beim Zähneputzen plötzlich geweint, einfach so, ich habs nicht verstanden wieso, aber dazu gab es wahrscheinlich einen Grund den mir keiner sagen will.
Jetzt schon wieder, liegt wohl jetzt an der Erwähnung der weiblichen Wesen eben. Ich fühle mich zu alt um noch zu weinen.
Polen ist leider nur 4. bei der Volleyball-WE geworden, Italien hats diesmal geholt.
Grausig. ^^
Current mood:völlig zerrisses und verwirrt und keine Ahnung mehr wohin und wie weiter und war
Ponchorella
Mittlerweile ist der bereits sehr populär gewordene Fleck wieder gereizt und hat hinterrücks eine solide Entzündung ausgebrütet, die sich dieses Mal zwar wieder im Kiefer, allerdings nun an einer anderen Stelle befindet, etwas tiefer und weiter in Richtung Ohr, nicht wie sonst in Richtung Nase.
Der Spaß findet kein Ende. ^^
Gestern durfte ich 2x des Fenstermädchens gewahr werden, im Herbst trägt man Poncho, Dutt und Schal....und das sieht sogar recht schick aus.
Das Stimmungsbarometer hat den Gipfel des Negativbereichs erreicht.
Der Schlaf ist auch wieder weg. Wie ich rückschließend sagen kann, konnte ich wohl nur durch die Schmerzmittel so gut schlafen, komisch, jedenfalls ist um kurz vor 4 Uhr morgens vor dem Fenster noch nicht viel los und fast 2 Stunden Telefonsexwerbung machen einen irgendwie sehr weich in der Birne.
Gegen 6 hab ich dann den Fernseher ausgemacht und bis nach 7 aus dem Fenster gesehen und vor mich hingegrübelt...der langsam ergrauende Morgen war sehr angenehm anzusehen.
Was der Tag bringt? Man wird sehen. ^^
Ein zum verrecken beschissener Start in den Tag...
das mußte mal festgehalten werden.
28
Ich wage es noch nicht optimistisch zu sein, aber seit 2 Tagen ist die Wange nun ruhig, der Eiter und die Entzündung bilden sich zurück, und sogar der Fleck wird etwas blasser und ist nicht mehr so warm...wahrscheinlich nur wieder ein Trick um Hoffnungen zu wecken, die dann um so sadistischer wieder von der zornigen Zahnfee zerstört werden.
Denn man wisse: Die Zahnfee macht Zähne zu Geld...und sie ist ein geldgieriges Miststück.
Ansonsten ist die Stimmung schwer gedrückt, immerhin konnte ich meine Verlustängste in Bezug auf K. in den Griff bekommen. Heute habe ich mal Putzteufel gespielt und zumindest 75% meiner Räumlichkeit entstaubt, nach 3 Monaten war das mal wieder nötig, zudem passierte das Fenstermädchen mein Fenster während, ich das Regal von seinem grauen Flaum befreite, und ich kam sogar in das Vergnügen ihre Stimme zu hören ( den nachzügelnden Hund anmeckernd ^^ ).
Einsamkeit, das Gefühl zuviel verpaßt zu haben, die brennende Sehnsucht nach Körperlichkeiten, Frustration, der karge Anblick beim Zurückschauen auf die letzten Jahre, der Wunsch alles fallen zu lassen...all das im Schatten der unerträglichen 28, der ich nicht ins Angesicht blicken möchte.
Current mood:depri
Fleck-Update
Schon wieder knapp ne Woche her, wird mal wieder Zeit für ein paar Zeilen.
Um erst mal das Neugierzentrum diverser Interessenten zu befriedigen, es stellte sich heraus, daß sich hinter dem schmerzhaften nicht klein zu bekommenden Fleck eine Kieferhöhlenentzündung verborgen hatte. Da mein Kieferchirurg in Urlaub ist und sein Vertreter ein wenig irritiert schien über meine oralen Verhältnisse, schlug er Antibiotika vor, gepaart mit Abwarten. Am Montagabend hatte ich noch grausige Schmerzen ( man stelle sich ein stechendes Pulsieren vor, das durch Zähne, Wange, Nase und Stirn zieht und geschätzt alle 2-3 Sekunden pocht....nicht fein ^^ nein nein ), aber bis Donnerstag, dem Tag der Kontrolle, hatte sich die Entzündung schon beruhigt, zumal meine Antibios von der Größe her wohl eher für Pferde entwickelt wurden. Am Montag schauen wird dann noch mal wie es sich entwickelt hat, auf dem Röntgenbild ( das 12. Mal dieses Jahr schon bestrahlt ^^ ) sah es auch recht angenehm aus, eine Operation ist nicht auszuschließen, aber einen minimalen Hoffnungsschimmer gibt es angeblich laut Chirurg.
Auf dem Heimweg traf ich dann eine Mitschülerin aus der Realschulzeit. Eigentlich wollte ich weitergehen und sie ignorieren, aber irgendwas hat mich dann doch geritten, mit ihr zu sprechen. Sie hatte erstaunlich viele Infos über die meisten Leute aus der alten Zeit...und wer hätte es gedacht, ich fahre mit meinem recht verpfuschten Leben noch sehr gut ^^, denn grob ein Drittel der Leute ist ziemlich gestrandet, Drogenprobleme, verpfuschte Ehen ( erschreckender weise sind fast alle schon verheiratet ), und in Scheißjobs geendet ^^....na ja, zwei Leute haben schon ne eigene Firma, aber das betrachte ich auch mal als gescheitert. *g*
Danach fühlte ich mich recht gut....Schadenfreude, weil einer der Typen der mich jahrelang gequält hat derzeit in seinem 4. Entzug ist und alles im Leben verloren hat?..... :O) vielleicht ein wenig. ^^
wilde Nacht
Guten Morgen, ich lebe noch, wer hätte das gedacht?! ^^
Da geht man gegen 23 Uhr ins Bett, liegt ein paar Minuten auf der Wange und schon schießen einem Schmerzen durch den ganzen Kiefer, die in ein kontinuierliches Pochen übergehen, die linke Wange hinaufziehen, und bis in die Stirn und die linke Brust nachhallen. Die Lidokainsalbe betäubt nicht mehr und die 2 Aspirin brauchen natürlich erstmal ein wenig. Nach etwas mehr als einer Stunde wird der Schmerz langsam etwas schwächer, man fühlt sich dennoch an 1999 erinnert, als man in Blut und Erbrochenem lag und dachte "schlimmere Schmerzen kann es nicht geben"....na, das kam doch schon nahe dran diese Nacht. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen, aber um kurz vor 2 saß ich wieder aufrecht im Bett, da das Herz beschlossen hatte einen eigenwilligen Rhythmus an den Tag zu legen, ein rasendes unregelmäßiges Stottern und Pumpen, dann schwitzt man auch noch wie im Hochsommer und die linke Wange begleitet dies mit einem eigentlich recht beunruhigend klingenden Blubbern und Brodeln...ach ja, und die lieben Zähne haben sich bewaffnet und stoßen unermütlich Nadeln durchs Gesicht bis hinauf ins Gehirn. Der Puls versucht Eindruck zu schinden und aus dem Handgelenk zu springen und irgendwie bildet sich da der verführerische Gedanke doch einfach die Nachttischlampe auszustecken, das Kabel durchzuschneiden, jenes abgeschnittene Ende in den Mund zu nehmen und mal zu sehen was passiert, wenn man den Stecker wieder in die Buchse stöpselt...damit würde man dem Kiefer sicher eins auswischen. ^^ ......aaaaber man ist ja tapfer und konzentriert sich auf alles Mögliche ( letztlich dann doch auf Erinnerungen an Sex ^^ ) um die Schmerzen auszublenden, was glücklicherweise nach einiger Zeit funktioniert....obwohl man die Lampenidee einfach mal zur Sicherheit im Hinterkopf behalten sollte, das Jahr ist ja noch lang.
Gegen 7 Uhr grüßt der neue Morgen und die Schmerzen sind weg, dafür ist allerdings das linke Nasenloch dicht und die danebenliegende Wange ist taub. Gut, daß ich gestern schon einen Termin für nächste Woche gemacht habe, leider ist mein Arzt in Urlaub, aber der Kollege wird sich, denke ich, mal meinem Kiefer annehmen, eigentlich wäre ich am Mittwoch dran, aber ich werde die Praxis wohl doch lieber schon am Montagmorgen mit meiner Anwesenheit belästigen. Innerlich bemühe ich mich schon mich mit dem Verlust wenigstens eines Zahnes abzufinden und erneut operiert zu werden.
...eigentlich der perfekte Ausklang für diesen absolut grausamen Tag gestern. ^^
Current mood:nicht so prächtig
Schweizerkäse-Gefühl
Der berühmt berüchtigte Zahnfleischfleck ist wieder voll in Aktion getreten und beschert den Tag über so ein abenteuerliches Brennen und Ziehen im Zahnfleischbereich, daß sich bis in die Wange hochzieht. Als unvernünftiger Patient mit der Einstellung „Vielleicht wird es ja besser, wenn ich noch etwas warte." werde ich das Wochenende abwarten, bevor ich wieder meinen Kieferchirurgen belästige, denn wer weiß, vielleicht wird es ja besser, wenn ich noch etwas warte.
Ansonsten ist da ein Schweizerkäse-Gefühl, gemächlich zerfressen und durchlöchert von Sehnsüchten und Einsamkeit.
Derzeit werde ich von glücklich verliebten Menschen umzingelt ^^, was mich zwar für die Leute freut, vor allem weil es schön ist, daß selbst die zur Tristesse neigenden so sonnig sein können, aber ein wenig nachdenklich macht es schon, zumal ich leider nicht sagen kann, daß ich jemals glücklich verliebt war, es war bislang immer nur einseitig und aus der Distanz, und es ist nie etwas daraus geworden, von stillem Leiden mal abgesehen, aber mit der Zeit wird man diesen Gefühlen gegenüber immer abgestumpfter und gleichgültiger, nur bleibt die Sehnsucht leider bestehen. In meinem Alter könnte man da durchaus schon von einem Lebensmißerfolg in dieser Hinsich sprechen, die 28 Jahre wären ein Argument.
Seit dem interessanten, äußerlich unspektakulären, kleinen Zusammenbruch vor 2 Wochen hat sich mein Schlafproblem irgendwie erledigt, ich gehe seitdem meist so gegen 23 oder 0 Uhr ins Bett, schlafe kurz darauf ein, wache nachts 2-3 mal kurz für ein paar Minuten auf und dann ist es auch schon gegen 6, dann döse ich noch etwas vor mich hin oder stehe auf. Ich habe seit Jahren nicht mehr so lange am Stück so viel geschlafen, auch wenn der Schlaf sehr seicht ist, oder eher leer, aber ok.
Ich kann auch wieder ein wenig lesen, nachdem die letzten Jahre sehr literarisch waren, hat es mir doch leid getan, daß ich dieses Jahr bisher nur 4 oder 5 Bücher gelesen haben, ich bin mir bei der Zahl nicht mal sicher.
Zudem wächst das Gefühl hier irgendwie nicht hinzugehören, an diesen Ort, in diese Zeit, die Welt, Realität, wie auch immer, irgendwas stimmt hier nicht, oder mit mir, irgendwas ist falsch.
Gelbsucht und Volklore
Wieder mal was länger her, aber nun ist es wieder mal Zeit des Lesers Augen zu beleidigen. ^^
Der Mittwoch begann mit einem Besuch beim Kieferchirurgen, mittlerweile bin ich bekannt, als eine der wechselnden Bürokramdamen an der Aufnahme mich nach meinem Namen fragte, meinte meine vorbeihuschende Lieblingsarzthelferin mit den Rehaugen „Das ist doch der Herr X."...da hat sich mein kleines Ego, das am Boden des ausgetrockneten Brunnens unter einem alten rostigen Eimer geduckt vorsichtig hervorlugt, sogar ein wenig gestreichelt gefühlt. Als ich dann auf dem Stuhl saß und auf meine Behandlung wartete, betrat der Arzt mit den Worten „Herr X, was ist los, sie schauen ja so traurig..." den Raum, ( meine Mimik kann ich auch nicht mehr verbergen, jener Ausdruck scheint ein Dauerzustand geworden zu sein, zudem sehe ich mich in stillen Momenten - wie eben auf jenem Stuhl auf den Arzt wartend - oft aufgehängt an einem Schal, eine zwanghafte und beängstigende Vorstellung, die ich irgendwie wieder aus dem Kopf bekommen sollte, aber derzeit ist es ein Streßabbaubild, wie die Gewißheit einer Escape-Taste ) ein schnelles Abwimmeln meinerseits und dann wurde auch schon die OP-Stelle begutachtet und siehe da, ein kleines Stück des Flecks feiert sein Comeback ( nebenbei, gerade während ich schreibe ist er angenehm warm, wieder etwas größer wie mir scheint und auch farblich etwas herbstlicher als am Mittwoch ). Abwarten müsse man jetzt, meinte der Arzt, wenn der Fleck wieder richtig aufblüht, dann sähe es sehr übel aus.
Tjoa, sieht wohl übel aus. ^^
Der Rest der Woche wurde mit unsinniger Fresserei vertan, was aber morgen wieder beendet wird, der Körper verlangt nach etwas Entbehrung, der Geist aber noch viel mehr.
Dann habe ich mir sogar noch etwas geleistet, die 3. Staffel von Farscape, dem Punk unter den SciFi-Serien. ^^
Die Gute K will mir die Tage auch eine Lieferung aus dem hohen Norden schicken, mit Gelbsucht und Volklore, es sei ihr auf den Knien gedankt! :O)
Zu K wollte ich auch noch ein paar Sachen sagen, aber das mache ich wohl eher beim nächsten Mal, ich merke wie mir die Stimmung entgleitet, was zum einen an diesem ereignisreichen Abend und zum anderen an jenem Zahnfleischfleck liegt, der gerade die Temperatur hochgefahren hat und sich so anfühlt als würde er glühen. ^^
Noch kurz zum ereignisreichen Abend: Als Mann im Haus *würg* konnte ich eben einer kleinen Kröte auflauern, die es sich in der Küche hinter der Heizung gemütlich machen wollte, glücklicherweise verstanden wir uns recht gut, so daß ich sie ein paar Minuten später an unserem Spießer-Gartenteich abgesetzt habe. Schon lange nicht mehr so viel erlebt an einem Samstagabend. ^^
knifflig derzeit
Der Start in die Woche begann mit einem Besuch bei meiner Psychologin. Auf dem Hinweg beschmiere ich so gerne die Naziaufkleber, welche die Laternenpfeiler um meine alte Schule zieren, aber diesmal ist mir jemand zuvorgekommen, was mich doch sehr freut, es gibt wohl doch noch den ein oder anderen vernünftigen Mensch.
Der Termin war wie immer sehr ernüchternd. Meine Psychologin hat mich irgendwie schon abgeschrieben ( wer kann es ihr verdenken, es ist immer nur eine Frage der Zeit bis die Menschen vernünftig werden ), sie stellt keine wichtigen Fragen mehr, bietet nichts an, nur noch ein kurzes Geplänkel, die Frage ob ein Rezept nötig ist, und dann ein freundliches machen sie es gut. Immerhin hat es auf dem Heimweg geregnet, dann begegnen einem wenigstens nicht so viele Menschen.
Es ist schon komisch wie leicht man in alte Gewohnheiten verfällt, nur 2 Tage ohne nennenswerte Nahrungsaufnahme und ich mußte mich regelrecht zwingen etwas zu essen.
Der Verdacht, daß es kein normales Tief ist, das am Wochenende begann, erhärtet sich, aber mal sehen wie es in ein paar Tagen aussieht.
Heute war ich erst mal morgens bei der Therapie, eines dieser sehr besorgniserfüllten ernsthaften Gespräche in Bezug auf das Wochenende, die Feststellung der Ärztin, daß es sehr schlimm aussehen mag, aber vieles vielleicht noch zum Guten zu wenden sei, daß es möglich wäre manches loszulassen und mit den Dingen leben zu können...und und und, viele vernünftige aber für mich kaum zu erfassende Worte. Am Ende der Stunde kam die bitte, daß ich nachmittags noch mal wiederkommen sollte, was bisher noch nie vorkam, weil sie doch wohl etwas besorgter war...aber das habe ich dann abgesagt, weil ein weiteres Gespräch zu anstrengend gewesen wäre, so viele Dinge zu erkennen und sich wirklich klar zu werden wo man steht und wie wenig Spielraum man sich noch eingesteht, das eigene Versagen, das Wollen und die Unfähigkeit dazu, das dröhnt den Rest des Tages noch durch die Gedanken und die gutgemeinten Worte der Ärztin, daß man es gar nicht hätte schaffen können die letzten Jahre etwas zu ändern, weil man sehr krank wäre und dafür schon erstaunlich viel hinbekommen hat, kann das Dröhnen auch nicht mildern.
Morgen gehts dann zum Oralmetztger, hoffentlich das letzte Mal für dieses Jahr, man wird sehen was er sagt.
oh
So oft meint man am Ende zu sein oder daß alles gelaufen ist, aber dann geht doch noch immer irgendwas, tief drin gibt es da dieses "vielleicht, wer weiß, wenn..." ...und man erwartet ein dröhnendes Krachen aus der Nackengegend, daß einem die Beine wegbrechen, oder man mit überwältigender Wucht gegen eine Wand läuft und fällt und immer weiter fällt, wenn es letztlich so weit ist, aber dann ist da einfach nur ein stilles "oh.", man schaut durch das Fenster, über die Terasse, über den Zaun, ins Nichts, man ist von Ruhe umgeben, die Schritte sind eindrucklos und die Worte klingen nicht mehr richtig und man stellt fest, daß plötzlich etwas nicht mehr da ist, einfach so, kein Schock, kein Lärm, kein Drama, nur ein stilles Bemerken, das sich in einem ausdrucklosen Laut äußert.
Na ja. Der Tag zog sich heute qualvoll lange hin, immerhin konnte ich die Nahrungsreduktion aufrechterhalten, werde aber morgen wieder etwas zu mir nehmen, da ich die körperlichen Probleme schon langsam bemerke.
Morgen geht es zur Psychologin, übermorgen zur Therapeutin und am Mittwoch zur Kontrolle zum Kieferchirurgen.
Ich bin in ein paar Monaten 28 Jahre alt, eine befremdliche Zahl, eigentlich bin ich gerade mal 14 oder 15, im Spiegel sehe ich jedenfalls keinen Mann, und wenn ich lange genug hinschaue ist da auch nichts mehr, nichts das Eindruck macht auf mich. Es ist sehr schade, daß die letzten 12,13 Jahre einfach so vorbeigezogen sind, während ich hier in den 4 Wänden saß, aber ich kann sie leider nicht zurückbekommen und nachholen läßt sich nichts, dafür müßte ich mir klar sein, was ich überhaupt nachholen will, und ich weiß es nicht. Das Erleben, leben, findet im Moment statt, aber dazu fehlt mir die Wahrnehmung, ich habe oft versucht das Jetzt zu spüren, aber da ist nichts, die verlorene Zeit vergiftet alles. Ich würde gerne mehr fühlen können, wie die anderen, aber mehr als so tun als ob passiert leider nicht.
Vielleicht ist das heute auch nur wieder ein Absturz, verstäkt durch den Nahrungsentzug, oder ein Lösungsprozess von Aufgestautem auf den bald Entspannung folgt, aber vielleicht ist jetzt auch alles anders.
Ich habe heute meine Großmutter gefragt, warum sie all die Jahre nie etwas gesagt hat, weil sie im Gespräch meinte sich immer Sorgen gemacht zu haben, was aus mir werden soll, aber nie etwas gefragt oder gesagt hat, nie ihre Sorge all die Jahre geäußert hat und immer zugesehen hat während alles immer schlimmer wurde...und dann wird dieser Mensch in meinen Augen zu einem kleinen verängstigten, verunsicherten Häufchen Elend, daß vor Jahrzehnten schon kaputt ging und meint einfach nur "Ich wollte nicht, daß es Streit gibt." mit der Erklärung, daß sie es nicht möchte, daß man diskutiert, streitet oder dergleichen, sie kann so etwas nicht und hat es auch noch nie gekonnt. Früher als ich klein war, war sie oft grausam und herrisch, heute erscheint sie mir in der Erinnerung eher unsicher und ängstlich in diesen aggressiven Momenten. Vorwerfen möchte ich ihr nichts deshalb.
Während des ganzen Gesprächs hat sie mich natürlich kaum angesehen, sondern immer nur den Fernseher, und während ich da so stand und versuchte zu erklären, daß es vielleicht nicht unwichtig gewesen wäre all die vielen Jahre nur immer daneben zu stehen, während mit mir so viel schief lief und zumindest mal etwas zu sagen, weil ich mich immer mit allem alleingelassen gefühlt und sie als teilnahmslos empfunden habe, da habe ich ganz unvermittelt dieses "oh." wahrgenommen.
Eigentlich hat niemand Schuld, viele Kleinigkeiten wurden nur zu einem unüberwindbaren großen Ganzen denke ich, ich weiß auch nicht genau.
Am Ende meinte sie noch, daß sie jetzt vielleicht mal etwas sagen würde, wenn etwas ist oder sie sich um mich sorgt, aber alles was ich da nur noch zu sagen konnte war, daß ich jetzt 27 bin und eigentlich schon alles gelaufen ist.
Samstagabend, Totoro, FKK-Rauchen, und Psychopharmaka
Neben dem Freitagabend ist der Samstagabend immer der schlimmste der Woche, generell ist der Samstag ein Tag an dem man kontinuierlich von morgens an ganz langsam in die Knie gezwungen und erdrückt wird, bis man abends keine Luft mehr hat und jeder Mensch, jeder Gedanke, jedes Wort weh tut und die Zeit unüberwindlich scheint.
Heute habe ich ein paar Schubladen aufgeräumt, mein Zimmer ist zu voll, etwas mehr Leere würde gut tun, ich besitze zuviel.
Die Medikamentenschublade brachte eine beeindruckende Kollektion an Psychopharmaka der letzten Jahre hervor...nichts hat geholfen, vieles nur noch mehr geschadet.
da hätten wir folgende Schachteln ( und Wirkstoffe ):
Elmendos ( Lamotrigin )
Solvex ( Reboxerinmesilat )
Citalopram ( Citalopramhydrobromid )
Promethazin ( Promethazinhydrochlorid )
Doxepin ( Doxepinhydrochlorid )
Trimidura ( Trimipraminhydrogenmaleat )
und das aktuelle Edronax ( Reboxetinmesilat )
Die Nebenwirkungen muß ich denke ich nicht aufzählen, wer schon mal das ein oder andere konsumieren durfte kennt ja den Spaß....obwohl ein paar zu erwähnende Highlights: Brennendes Jucken der Haut, Angstzustände, Wahrnehmungsstörungen, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Ejakulationsstörungen, Schwindel, manische Zustände, schwere Entzugserscheinungen beim Absetzen, Panikattacken, Schlafstörungen ( 3-4tägiger Schlafentzug beim Absetzen ), Verstopfung...das sind so meine Erfahrungen, alles schon dagewesen, manches viel zu oft.
Geholfen hat bisher noch nichts...und vielleicht hätte ohne schon längst alles vorbei sein können.
Es mag an dem bedrückenden Samstagabend liegen, aber die letzten Jahre kommt es mir so vor als hätte ich mehr und mehr die Fähigkeit zu fühlen verloren, alles ist so dumpf, nichts berührt mehr richtig, was sich auch auf die Schreiberei ( nennen wir es mal mein einziges Argument zur Rechtfertigung meines Daseins ) ausgewirkt hat, bis dann letztlich nichts mehr ging. Schade, ich war gerade dabei erträglich schreiben zu können, vielleicht ja sogar irgendwann mal gut.
Obwohl eigentlich ist das auch nicht wichtig.
Was mich öfter beschäftigt ist, ob diese Taubheit durch die Medikamente kommt, durch die "Krankheit", oder ob es eine normale Entwicklung ist, wenn das Leben überstrapaziert in die Länge gezogen wird.
...und wie mir das Durchdenken dieser Zeilen in ihrem übermäßigen Unsinn belegt, werde ich auch zunehmend dümmer. ^^
Die letzten beiden Tage habe ich viel zu viel gegessen, die Zeit ging dabei besser rum, dafür habe ich dann heute fast gänzlich auf Nahrung verzichtet, was ich morgen fortsetzen werde, ich denke das gleicht es wieder aus.
Etwas Positives, eine Ebaynachricht einer netten Japanerin der ich eine DVD verkauft habe. Manchmal, wenn die Leute vor dem Versand den persönlichen Kontakt suchen und kurz sagen, daß sie sich schon auf die Sachen freuen, lege ich ein Tütchen Gummibärchen oder dergleichen dazu, schreibe ein paar Worte und sehe zu, daß alles möglichst schnell auf die Reise geht, einfach mal so, um das alles etwas menschlicher zu gestalten, aber die kurze Nachricht die ich bekam nachdem die DVD ( Totoro - ein sehr schöner Film ) ankam hat mich schon fast zum weinen gebracht ( wobei ich generell in einem sehr fragilen Zustand bin derzeit ^^ ). Ich werde sie mal unten einfügen....ich glaube ein Zerfallsprozess ist schon im Gange, anders kann ich mir die Rührung meinerseits nicht erklären. ^^
Der Schlaf ist die letzten Tage sehr stabil, immer gute 5 Stunden am Stück, nur leider ohne jedes Gefühl der Erholung, als wäre ich gar nicht ins Bett gegangen, das Leben hat nur schnell mal vorgespult und 2-3 Stunden vor Sonnenaufgang läuft wieder alles im normalen Tempo.
Alle paar Tage habe ich eine Nacht in der ich gar nicht schlafen kann, man glaubt gar nicht wie langweilig das ist. Auf DSF kann man jetzt oft nachts nackten Damen beim rauchen und pokern zusehen, Poker ist ja schon belanglos genug, aber nichts ist für mich unerotischer als eine nackte Frau die raucht. ^^
Der Anblick einer nackten Frau tut mittlerweile so unendlich weh.
Dann doch lieber dumm da sitzen und die Festplatte ausmisten oder sonst einen belanglosen Mist finden.
Die wunderbare K setzte mir diese Woche ein Wort in den Kopf an das ich oft denken mußte und daß sich immer wieder zum schmunzeln bringt "Knutschflittchen".
Das Zahnfleisch ist übrigens gut verheilt, nur ist es noch sehr empfindlich, mal sehen was der Arzt am Mittwoch sagt, egal was noch kommt, es war die letzte Erhaltungs-OP an dem Zahn, meinte er, das nächste mal müsse man ihn extrahieren. Ich kann an meiner Wange die kleine Fläche fühlen wo Knochen fehlt, in 6 Monaten sollte er sich regeneriert haben, bis dahin werde ich wohl dieses merkwürdige Gefühl im Gesicht behalten, vor allem spüre ich es, wenn ich nachts auf der linken Seite liege.
Aber egal, hier die vorhin angesprochene kurze Mail:
Vielen vielen vielen Dank !!!
Sie haben mir soooo schoene Freude geschenkt.
Vielen Dank fuer Ihre Warmherzlichkeit.
Love
kako
Ich und warmherzig - eine Vorstellung die weh tut, faßt könnte ich sie greifen.
Dem entspreche nicht, aber es ist schmerzhaft schön zu lesen, daß jemand mich so sehen könnte.
Das erinnert mich, auch wenn es da eigentlich keine Verbindung gibt, gerade an den Morgen 1993 als mein Großvater beerdigt wurde und meine Großmutter mir vorwarf kaltherzig zu sein, weil ich nicht die entsetzlich häßliche Jacke anziehen wollte, die sie für diesen Tag für mich gekauft hatte und in der ich mich so unwohl fühlte, eine silberne, glänzende Jacke mit Fliegersymbolen bestickt, damit die Leute nicht dachten ich würde in einer alten Jacke zur Beerdigung kommen.
Current mood:erschöpft
)