Schlag auf Schlag

Veränderungen geschehen so schnell und drastisch, kein Moment ist wie ein anderer, die Einzigartigkeit des Hier und Jetzt bleibt so leicht unbemerkt....wie Platitüden anmutende Wahrheiten, grausig. ^^
Ein buddhistischer (?) Spruch lautet da: „Jeder Tag an dem man nicht an den Tod denkt, ist ein verlorener Tag."

Die Nacht endete gestern nach langer, langer Zeit endlich mal wieder mit einem erotischen Traum, Morpheus seis gedankt. Eine ehemalige Freundin, die sich später in eine sehr liebe Freundin wandelte...da fragt man sich, ob das Traumbild in seiner Nacktheit den Damen in der wachen Welt gerecht werden kann...aber wirklich wissen, möchte ich es dann doch nicht, die Macht der unfreiwilligen Erinnerung wäre während eines platonischen Moments der Zweisamkeit zu respektlos und irritierend.

Gegen Mittag ging es zum Kieferchirurgen, im Wartezimmer mit einer handvoll Rentnern, auf die wundervolle Arzthelferin wartend, ein wenig überrascht über ihre neue Haarfarbe...blondierte Haare und ein zartmorgenländischer Teint beißen sich sehr, dunkelhaarige Frauen haben schon immer eine stärkere Anziehungskraft auf mich ausgeübt.

Nach kurzer Zahnfleischsondierung wurde noch ein Antibiotikum verschrieben und am 19. April sieht man sich dann wieder, zum Schneiden und Fräsen.

Ich freue mich auf die Operation, in der Hoffnung, daß sie wie die letzte verläuft, nur auf die tennisballdicke Wange danach kann ich verzichten, aber die ungewollte Diät, die mit der Rekonvaleszenz verbunden ist, begrüße ich...nach k´s Abreise fanden 3 Kilo Einsamkeit ihren Weg auf meine Hüften.

Der Nachmittag war ungewöhnlich, eine leicht verwirrte Großmutter geisterte durch den Flur und während eines Gespräch, das ein vorher am Tag begonnenes Gespräch abschließen sollte, fiel mir auf, daß sie alles was ich ihr sagte sofort wieder vergessen hatte, ich wiederholte vieles mehrere Male und praktisch im gleichen Moment war es wieder aus ihrem Gedächtnis gewichen, mit anhaltender Fragerei erkannte ich, daß sie weder den aktuellen Tag wußte, noch ihn sich merken konnte als ich ihn ihr sagte, und sich an die letzten 3 Tage so gut wie gar nicht erinnern konnte. Nachdem sie in einer Schleife rotierte, dauernd den gleichen Satz wiederholte, in der Überzeugung in jedes Mal zum ersten Mal zu sagen und körperlich ein wenig wacklig wirkte, rief ich den Arzt an, der dann auch sofort kam.

Landärzte haben am Leben ihrer Patienten teil, die Anonymität, die ich so sehr in der Medizin schätze, ist bei ihnen leider völlig aufgehoben. Als Patient möchte ich gesichtslos sein.

Auf den ersten Blick ( und nach kurzer Testbefragung der Patientin ) erkannte der Arzt einen „sehr leichten Schlaganfall, eine kurze Durchblutungsstörung im Gehirn". Bleibende Schäden wird es nicht geben und ein Krankenhausaufenthalt ist auch nicht nötig.

Etwas später am Abend verbrachte ich dann über 1 Stunde damit der Großmutter die letzten 3 Tage zusammenzufassen, wieder und wieder, bis sie irgendwann zumindest einen Teil behalten konnte.

Ich hätte besorgt sein sollen, aber alles war sehr kühl in mir. Ich dachte an mich, meine Zukunft oder deren Ende, an die Simpsons die ich verpaßte, mein k-Gedächtnisessen ( Tortillachips mit Ayvar und Chio Käse-Dip, extra noch an der Tanke besorgt, und Dr. Pepper Cola ) das so rüde unterbrochen wurde, war neugierig ob sie wohl sterben würde und wie das wohl vor sich gehen würde, oder ob sie wohl weiterleben würde, beides war mir gleich, und dennoch fühlte ich mich verantwortlich den Arzt zu rufen, das verwundert mich, unerklärlich für mich.

Ich wäre gerne kälter, kälter und gleichgültiger. Wie schwach ich mich fühle wenn ich ihr etwas „Gutes" tue.

K. sorgte des Abends aus der Ferne noch für wohlige Laune, das und der mittlerweile ruhigere Kiefer sorgten für die ungehinderte Aufnahme des Sandmannstreugutes.

 
Current mood:stumpf

Essen schädigt das Selbstwertgefühl

Die Nacht ist trotz leichten Fiebers gut überstanden, dafür ist allerdings die linke Seite des Oberkiefers herrlich entzündet. :O)
Am liebsten würde ich morgen schon operiert werden, die Vorstellung weitere 3 Wochen mit der Entzündung auszuharren ist doch recht unangenehm.

Ich habe es gestern Abend endlich geschafft mich zu überwinden mir „Tony Takitani" zu kaufen, eine teure DVD, aber die Trümmer meines Selbst verlangen einfach nach diesem Film. Fröhliches Zerfließen mit Haruki Murakami, ein Rausch an Emotionen. ^^

Irgendwann fängt man an sich zu fragen, wann man ins Stolpern geriet, wann man endlich nicht mehr atmen, essen, trinken und pinkeln muß...

Ich sehne mich danach zu hungern...

 
Currently playing:Nick Cave - Hallelujah
Current mood:sinnverloren

Fallout-Guy ^^

Hin zum Kieferchirurg, erstmal in der neuen Praxis die Orientierung verloren und mich ein wenig blamiert, aber was solls...rein in den Behandlungsstuhl, mehrere kritische Blicke des Arztes über mich ergehen lassen, ein neuer Azubi durfte auch mal in meinen Rachen schnuppern, während ich von der langen horizontalen Narbe an der Kehle des Arztes hypnotisiert werde ( Ein Skalpellkampf unter konkurierenden Medizinern um einen privatversicherten Patienten? Die Gesundheitsreform fordert ihre Opfer ).
Die erste Diagnose des Tages: An der linken Seite müssen wir wieder operieren.

Was die rechte Seite betrifft, so soll sich das mal die Zahnärztin ansehen.
Hin zur Ärztin, 13. Röntgenaufnahme in diesem Jahr....nur noch 7 und ich kann durch Wände sehen. ^^

Zweite Diagnose des Tages: Ich kann nicht feststellen woher die Schmerzen kommen, das sollte sich der Chirurg nochmal ansehen.

Flott einen Termin für Donnerstag klargemacht und aufgrund der bevorstehenden Kosten der Operation das Rezept nicht eingelöst ( 33,47 Euro ) und Spalt-N erneut den Vorzug gegeben.

Der Abend gehört dem Fernsehen und vielleicht der guten k. wenn sie Zeit hat.
Kopf- und Zahnschmerzen, sowie der damit verbundene Schlafentzug fordern ihren Preis: massive Erschöpfung, zu ko um in ganzen Sätzen zu schreiben.

 

 
Current mood:erschöpft

Tja, jetzt ist der Tag fast geschafft und da morgen der Termin ansteht, lassen die Schmerzen langsam nach, sind aber leicht abgewandert und ziehen bei ihrem kurzen sporadischen Aufbäumen sogar bis hinauf in die Wange, wundervoll. :O)

Seit meiner Absage, nicht zur Hochzeit zu kommen, kein Lebenszeichen mehr von der zukünftigen Braut....löst sich da etwa die 7. ( oder 8.? *am Kopf kratz* ) Freundschaft?....eine Erscheinung der letzten Monate, ein stetes, von mir noch neutral aufgefaßtes, Distanzieren von meiner Person macht die Runde.

Die Sehnsucht nach dem Fenstermädchen ( eine junge Frau deren Passieren an meinem Fenster ich seit nunmehr 3 Jahren beinahe täglich verfolge ) wächst, eher das Vermissen, gestern konnte ich sie nach über einer Woche kurz wieder sehen, Hundespaziergang...ach ja. :O(

Mein erster Kuß kommt mir hin und wieder in den Sinn, eine befremdliche Erinnerung, die falsche Person, zur falschen Zeit, am falschen Ort...im Nachhinein hätte ich gerne darauf verzichtet, aber ab einem gewissen Alter wird der Schmerz des Ungeküsstseins einfach unerträglich...wer hätte schon gedacht, daß ich ein halbes Jahr später eine wirklich großartige Frau in den Armen halten durfte.
Zwei Paar Lippen in einem Jahr, man bin ich angesagt! ^^

Zum Glück retten Spongebob und Pro7 den Abend.....wo kämen wir denn hin, wenn Mensch sich selbst bei Laune halten müßte.

 
Current mood:geistesabwesend

WirrWarr

Im steten Rhythmus pocht dumpf der Kiefer und stampft ein nachhaltiges „Guten Morgen" in den Schädel. Aber mittlerweile bin ich an den Schmerz der letzten Tage gewöhnt und es ist eher ein Hintergrundempfinden, daß nur dann in den Vordergrund tritt, wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt.
Wie auch immer, morgen gegen 8 wird sich der Chirurg das mal ansehen und wahrscheinlich die magischen Worte sagen „Wie es aussieht, müssen wir das noch mal aufmachen."
Immerhin habe ich so vielleicht wieder bei der Operation die Brust der Arzthelferin auf der Schulter, wenn sie Blut und Speichel absaugt.
Na ja, vielleicht ist es ja auch was ganz harmloses, man will ja nicht gleich pessimistisch sein....und wenn ich die Praxis verlasse und alles wunderbar ist, fliege ich auf meinem kleinen Schwein nachhause. :O)

Trotz geschätzter 3 Stunden Schlaf, fühle ich mich seltsam erholt.

Erst mal mußte eben noch der Termin bei der Therapeutin der morgen früh anstand abgesagt werden.

Mir wird mehr und mehr bewußt, daß es nichts mehr gibt, mein Leben ist fertig gelebt, alles was ich immer wollte ist getan, erlebt und vorbei und nichts Neues vermag zu reizen.

Ein kleiner Auszug aus einem buddhistischen Text:
Ob ich ein langes oder kurzes Leben hatte, im Tode ist es ausgelöscht.

Ein sehr surrealer Tag bisher.

 
Current mood:desinteressiert

Freier Fall

...hundemüde, Zahn/Kieferschmerzen links und rechts oben, ein Pochen im Kopf, gestern noch Nasenbluten, brennende Augen, das Gefühl haltlos zu fallen zieht die Kehle zusammen, jammer jammer jammer...es wird nie leichter, niemals, die Ruhepausen von der Last gilt es zu schätzen, auch wenn man weiß, daß man weiter muß...immer weiter, im Kreis.
 
Current mood:unsagbar erschöpft...und ängstlich

Hat wer den Sandmann gesehen?

3 Uhr 12, nach mehrstündigem hin- und herwälzen und zwei unangenehmen kurzen Traumepisoden habe ich mich entschlossen aufzustehen. Ich bin todmüde, mir ist übel und wenn wer den Sandmann heute noch sehen sollte, fragt mal wo mein Stoff ist. :O/

Das Fernsehprogramm gibt um die Zeit irgendwie so gar nichts her, wie erotisch ist schon ne Frau die sich vor der verwitterten Betonwand eines abbruchreifes Hauses auszieht?
Na ja, Hauptsache sie ist nackt...das ist alles so deprimierend.

Ich kann scheinbar nur halbwegs gut schlafen, wenn jemand neben mir liegt, vorzugsweise jemand weibliches....und selbst wenn ich dann doch nicht schlafen kann, läßt es sich wenigstens wunderbar beim Klang des gleichmäßigen Atmens dahindösen.
....wie wundervoll das ist, wenn sich morgens jemand an einen kuschelt...und dennoch ist man so gerne allein....Kindheit? Erziehung? Erfahrung?....Ausreden?
Schlaflosigkeit zerfrißt einen langsam, über Jahre ein schleichender Tod.

...mag jemand Fantasy-Rollenspiele? Ich hätte gerade große Lust mich in AD&D zu verlieren.
 
Current mood:betrübt und erschöpft

Guten Morgen

...hechelnd aus Alpträumerei erwacht, erste Anzeichen einer Erkältung vernommen, der kürzlich operierte Zahn besteht nach einiger Ruhezeit wieder auf Beachtung, die welke Hauseigentümerin erzeugt durch ihr zwanghaftes Putzverhalten Kopfschmerzen, die Waage hat mich nach zweiwöchentlicher Nichtkonsultierung aus Rache hinterrücks gemeuchelt, ein braunes, kohlesäurehaltiges Erfrischungsgetränk spritzte bei unkonzentrierter Flüssigkeitsaufnahme ins rechte Nasenloch, harmonierte vortrefflich mit der nahenden Atemwegsentzündung und brannte den letzten Rest von Schlaf aus dem trägen Kopf...modetrendverneinend angezogen...danach ein 3,5 Kilometermarsch zur Psychopharmakadealerin, Beschwerde meinerseits über schwere Entzugserscheinungen bei der letztens durchlebten Medikamentenumstellung, gemeinsame Freude über die wiedergewonnene Fähigkeit zur Ejakulation geteilt, Glückwünsche zu einem sporadischen Sexualleben erhalten, den Pillenbezugsschein erhalten, der molligen Lieblingssprechstundenhilfe auf den Busen gesehen, schwermütig mit laufender Nase heimgetrottet, das launische funktionsträge Modem nach längerer Kabelsalatwühlerei wieder zur Verbindungsaufnahme mit der Welt bewegt, einen quengelnden Ebaykäufer beschwichtigt....mental wieder ins Bett gegangen und körperlich der kurzweiligen Strahlung des Fernsehers ausgesetzt.
 
Current mood:in Vorfreude auf Duisburgs Zoogeschichten

Lebe jeden Tag als wäre es Dein letzter...
Wie oft habe ich schon vorgeworfen bekommen endlich etwas zu machen, mich aufzuraffen und zu bemühen, dabei mache ich das einzige, das ich noch kann, eben jene halbgare Selbstverwirklichungsphrase in die Tat umsetzen.
Ich wollte nie irgendwo hin, habe keine die Zukunft betreffenden Träume, und alles was ich jemals erleben wollte, alle Erfahrungen, die ich im Leben machen wollte, habe ich auf meiner „zu-erledigen-Liste" abgehakt. Die letzten zwei Haken wurden letztes Jahr mit meinem ersten Kuß und meinem ersten Sex gemacht, im bildlichen Sinne zumindest.
Mit 26 Jahren waren diese beiden noch verbliebenen und zufällig gemachten Erfahrungen zwar erbärmlich spät im Leben, aber immerhin führten sie zu mehr Verständnis und Erkenntnis.

Jetzt bin ich eigentlich fertig, es gibt nichts mehr zu tun, nur noch warten und sich die Zeit mit Belanglosigkeiten vertreiben, es wurde alles erreicht, das von Interesse war.
Und nun? Da ist nichts mehr, außer Langeweile, beschäftigenden Belanglosigkeiten, und dem ein oder anderen fernen Menschen, Lichtblicke in all dem Grau, liebevoll, vertraut, verstanden, im Innern nah, und bittersüß. Doch auch deren Zahl nimmt ab, Haltlosigkeit, Gleichmut und Isolationismus greifen mehr und mehr um sich.

Da fällt mir ein, ich muß heute noch bescheid geben, daß ich weder an einem Polterabend, noch an einer Hochzeit teilnehmen möchte. Ich würde gerne von „nicht können" sprechen, aber mir ist heute nicht nach lügen zumute.
Was soll ich da?...und was will man da mit mir? ....rein rhetorisch gefragt.

 
Current mood:ein wenig wirr

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